Michel de Montaigne (1533 – 1592)

Der französische Philosoph und Politiker Michel de Montaigne wurde bekannt durch seine Essais, in denen er sich mit Fragen der Zeit beschäftigte. In seinem wohl bekanntesten Essay formuliert er ein Ideal der Freundschaft – inspiriert durch seine intensive Freundschaft zu de la Boétie.

Denkmal für Michel de Montaigne, Bordeaux place des Quinconces
Denkmal für Michel de Montaigne, Bordeaux place des Quinconces

Michel Eyquem de Montaigne wurde am 28. Februar 1533 auf Schloß Montaigne im Perigord geboren. Nach einem Studium des Rechts in Toulouse bekleidete er das Amt eines Gerichtsrats, zunächst in Périgeux, ab 1557 in Bordeaux. In der Zeit der Hugenottenkriege diente er als Kammerherr sowohl bei Heinrich III. als auch Heinrich von Navarra.

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Homoehe im 16. Jahrhundert

Die Homoehe – eine Erfindung der Neuzeit? Nein, bereits 1581 berichtet Michel de Montaigne über Eheschließungen zweier Männer – Montaigne und Homoehe im 16. Jahrhundert :

Michel de Montaigne, durch seine Essais bekannt gewordener Schriftsteller und Philosoph, erwähnt auch Eheschließungen Homosexueller. In Tagebuch einer Reise nach Italien über die Schweiz und Deutschland berichtet er 1581 über Homoehe im 16. Jahrhundert :

Montaigne und Homoehe im 16. Jahrhundert

Montaigne kommt am 18. März 1581 gerade vom Petersdom, als er einen jungen Mann trifft, der ihm Erstaunliches berichtet. In der Kirche San Giovanni a Porta Latina hätten“vor ein paar Jahren gewisse Portugiesen eine seltsame Bruderschaft geschlossen„.

Roma, San Giovanni a Porta Latina (Foto: Lalupa, cc-by-sa 3.0)
Roma, San Giovanni a Porta Latina (Foto: Lalupa, cc-by-sa 3.0)

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Nacht und Nebel – der Schriftsteller Jean Cayrol

Der französische Poet, Essayist und Schriftsteller Jean Cayrol (1911 – 2005) ist in Deutschland wenig bekannt – wohl aber eines seiner bekanntesten Werke, ‚ Nacht und Nebel ‚.

Jean Cayrol

Jean Raphaël Marie Noël Cayrol wurde am 6. Juni 1911 in Bordeaux geboren. Seine Kindheitstage verbrachte Cayrol oft im nahe Bordeaux am Atlantik gelegenen Lacanau Océan. Bereits mit 16 Jahren gründete er seine erste Literatur-Zeitschrift. Nach einem ohne Abschluss beendeten Jurastudium arbeitete er in Bordeaux als Bibliothekar.

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Buchladen Männerschwarm – ein persönlicher Nachruf

Eine Legende geht – der schwule Buchladen Männerschwarm schließt nach 34 Jahren am 24. Januar 2015 für immer seine Pforten. Ein persönlicher Rückblick.

Es war wohl im Sommer 1981, als ich zum ersten Mal einige wenige steineren Stufen am Pferdemarkt in Hamburg erklomm, die Tür öffnete – und ein Paradies für mich entdeckte: den schwulen Buchladen Männerschwarm (der am 12. Juni 1981 frisch eröffnet hatte).

Buchladen Männerschwarm 2015, kurz vor der Schliessung
Buchladen Männerschwarm 2015, kurz vor der Schliessung

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Hervé Guibert (1955 – 1991)

Der Schriftsteller und Photograph Hervé Guibert wurde am 14. Dezember 1955 in Saint-Cloud bei Paris geboren. Am  27. Dezember 1991 starb er in Clamart.

Nach einer Kindheit in Paris besucht Guibert in La Rochelle das Gymnasium. Hier beginnt er in einer Theater-Gruppe aktiv zu werden, der ‚Comédie de La Rochelle et du Centre Ouest‘. Im Alter von 18 Jahren kehrt er nach Paris zurück, um am ‚Institut des hautes études cinématographiques‘ IDHEC zu studieren.

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Ach Göthe …

Selbst in der Goethestadt Frankfurt am Main …

Goehte-Denkmal Frankfurt (Ludwig von Schwanthaler, 1844)
Goehte-Denkmal Frankfurt (Ludwig von Schwanthaler, 1844)

… kann man / frau bemerkenswerte Schilder finden:

Tagungsraum Göthe
Tagungsraum Göthe

Ach Göthe …

Giovanni’s Room – ältester schwuler Buchladen der USA

Giovanni’s Room, der älteste schwule Buchladen der USA, wird unter neuer Leitung weiter betrieben. Nach Rückzug des Gründers wurde ein neuer Betreiber gefunden, Giovanni’s Room nach Schließung im Mai 2014 schon im Herbst 2014 wieder eröffnet.

Giovanni’s Room wurde 1973 in Philadelphia von Tom Wilson Weinberg, Dan Sherbo und Bern Boylethe gegründet. Er befand sich ursprünglich in der South Street, musste dort jedoch wegen eines homophoben Vermieters schon bald wieder schliessen.

Ed Hermance und Arleen Oshan (letzterer bis 1986) übernahmen 1976 das Geschäft, und nach einem weiteren Umzug aufgrudn Vermieter-Problemen befindet sich der älteste schwule Buchladen der USA seit Jahren mitten im Schwulen-Viertel von Philadelphia (Ecke 12th und Pine Street).

Seit 15. Oktober 2011 weist eine Tafel der ‚Pennsylvania Historical and Museum Commission‘ (PHMC) auf den (seit der Schließung des Oscar Wilde Bookshop in New York, s.u.) ältesten schwulen Buchladen der USA hin.

Giovanni's Room in Philadelphia, Februar 2014 (Foto: Smallbones)
Giovanni’s Room in Philadelphia, Februar 2014 (Foto: Smallbones)

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George Tabori Grab

Der Schriftsteller, Autor, Theaterregisseur und Dramatiker George Tabori starb am 23. Juli 2007 in Berlin. Er ist auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof beigesetzt.

George Tabori Grab
George Tabori Grab
George Tabori Grab Detail
George Tabori Grab Detail

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Statt gut zu sein, wollen alle Menschen bloß glücklich werden; und so was kann nicht gut gehen.
George Tabori

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rue Hervé Guibert Strasse in Paris beschlossen

Paris wird eine Hervé Guibert Straße erhalten. Die rue Hervé Guibert hat der Stadtrat von Paris am 11. Juni 2013 beschlossen.

Die Straße, die im Rahmen einer Neubebauung neu angelegt wird, befindet sich im 14. Arrondissment nahe dem Hopital Broussais.

Der Schriftsteller und Aktivist Hervé Guibert wurde insbesondere bekannt durch sein Buch À l’ami qui ne m’a pas sauvé la vie (1990; deutsch 1991 Dem Freund der mir das Leben nicht gerettet hat), in dem er über sein Leben mit HIV schreibt, und über das Sterben seines Freundes, des Philosophen Michel Foucault (im Buch: Muzil), den er 1977 kennenlernte („Guibert war vielleicht der beste Freund Foucaults„, Edmund White). Foucault starb am 25. Juni 19984 an den Folgen von Aids, er hatte zeit seines Lebens seine HIV-Infektion und Aids-Erkrankung verschwiegen.

Hervé Guibert wurde am 14. Dezember 1955 in Saint-Cloud (nahe Paris) geboren. 1977 veröffentlichte er sein erstes Werk La Mort propagande. Auch in Le Protocole compassionel (1991; deutsch 1992 Mitleidsprotokoll) behandelte Guibert intensiv das Leben mit HIV. Guibert arbeitete (in Deutschland weniger bekannt) sehr erfolgreich auch als Photograph, setzte sich auch hier mit dem Leben mit HIV aus einander.

Hervé Guibert, der 1988 von seiner Aids-Erkrankung erfuhr, starb am 27. Dezember 1991 in Clamart an den Folgen eines Selbstmordversuchs. Er ist auf Elba beigesetzt.

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Mairie de Paris: Attribution à une voie de la dénomination “rue Hervé Guibert” (14e) (pdf)

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Zum Verhältnis Foucault – Guibert lesenswert: Foucault et Hervé Guibert, le compagnon d’agonie

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