Death in the afternoon Cocktail

Er ist einer der weniger bekannten, noch weniger getrunkenen Cocktailsdeath in the afternoon (Tod am Nachmittag). Ursache mag sowohl sein, dass es sich um einen Champagner- Cocktail handelt, als auch dass Absinth wie auch Pastis in Deutschland wenig beliebt sind.

Death in the afternoon hat eine kurze Geschichte: der Schriftsteller Ernest Hemingway soll ihn in Paris ‚erfunden‘ haben, inspiriert von einem Nachmittag rive gauche, bei dem er reichlich Absinth genossen hat. Benannt hat er ihn nach seinem gleichnamigen 1932 veröffentlichten Buc. 1935 wurde das Rezept des Cocktails erstmals veröffentlicht in dem Cocktail-Buch „So red the nose, or Breath in the afternoon„.

Hemingways Original-Rezept lautet ganz einfach

„Pour one jigger absinthe into a Champagne glass. Add iced Champagne until it attains the proper opalescent milkiness. Drink three to five of these slowly.“

death in the afternoon ist ein eher starker Cocktails. Die Herausgeber des Cocktail-Buches kommentierten damals

„It takes a man with hair on his chest to drink five Absinth and Champagne cocktails and still handle the english langauge in the Hemingway fashion …“

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Variationen von death in the afternoon

Die ursprüngliche Version von death in the afternoon wird mit einem Teil Absinth (aka la fée parisienne oder die grüne Fee) auf vier Teile Champagner zubereitet. Manche verwenden einen kleinen Spritzer Lime oder Zitrone für etwas mehr Fruchtigkeit.

Doch es existieren mehrere grundlegende Variationen. So kann z.B. statt des Absinth auch Pastis verwendet werden – eine Version, die ich vorziehe:

death in the afternoon Pastsis Champagner Cocktail
Death in the Afternoon – Version mit Pastis statt Absinth

Bei Verwendung von Pastis erhält der Cocktail ein gelblich – milchiges Aussehen aufgrund des Louche-Effekts.

Eine weitere etwas geschmacksintensivere Variante ist jene mit dem bitteren Orangenlikör China China:

Death in the afternoon Variante China China
Death in the afternoon, Variante China China

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Tipps:
für die Absinth-Version: den Absinth nicht zuerst in das Glas geben, sondern nach dem Champagner – und langsam. Bei manchen Marken gelingt es, dass der Absinth eine Zeit lang als ‚Schicht‘ auf dem Champagner ’schwebt‘
für die Pastis-Version dieses Cocktails nicht einen Anisée nehmen, sondern einen besonders aromatischen Pastis de Marseille. Besonders gut passt zum eher geschmacksstarken Pastis de Marseille ein sehr trockener Champagner.

Oi! Warning (1999)

Der Film Oi! Warning der Brüder Reding wird 2019 bereits zwanzig Jahre alt. Ein auch queerer Independent Film über Aussteigen, über Skins und Punks, über Männlichkeitsphantasien, Autonomie und Träume erzählt eine auch heute sehr sehenswerte coming of age Geschichte.

Janosch, siebzehn Jahre alt, haut ab. Verlässt seine Freundin, seine Mutter, das Zuhause am Bodensee. Mit dem Roller auf nach Dortmund zu seinem langjährigen Freund Koma, den er schon von der katholischen Landjugend kennt. Koma und Janosch, Hauptfigur des Films, steigen aus ihren bisherigen Lebenswelten aus. Raus aus kleinbürgerlichem Mief – alles, nur das nicht.

Koma trainiert hart Thaiboxen. Das für ihn mehr ist als Sport. „Gleich allemachen. Nicht so halbe Sachen!“ Und Koma ist inzwischen überzeugter Skin geworden. „Parole Spaß – Mal zum Kühlschrank, mal zum Klo, sonst nur Rummachen. Wochenlang.“

Janosch ist begeistert von Koma und dessen Verwandlung. Blicke die auch Begehren erahnen lassen. Janosch folgt Koma,wird auch zum Skin. Ist Janoschs Begeisterung für Koma mehr als freundschaftlich? Seine Blicke scheinen es anzudeuten. Er wohnt zunächst bei Koma und dessen Freundin, übernimmt dessen Gewohnheiten, Klamotten, Stil. Doch beim Tätowierer trifft er zufällig auf Zottel, einen Punk, dessen Tattoo er bewundert. Zottel, eher das Gegenteil von Koma, beginnt ihn zu faszinieren, als er sieht wie dieser bei Blancas Geburtstag die Gäste mit Feuerspucken unterhält. Das will er auch lernen. Janosch besucht Zottel in seinem Bauwagen.

„Was hat keine Haare und kann nur ein Wort?“ (Zottel)
„Oi! – Ein Skin!“ (Janosch)
„Was hat Stachel und kann schon vier Wörter? – Haste ma ne Mark?“
„Ein Punk!“

Oi! Warning : Zottel – Darsteller Jens Veith bei einer Tonaufnahme – GraurheindorfCC BY-SA 3.0

Janosch und Zottel, der Möchtegern-Skin und der Punk – finden sie zusammen?

„Hey, das is nicht so dein Ding, Dreck Matsch Pampe – aber ich mag das.“ (Zottel zu Janosch)

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Männerphantasien, latent gewaltbereites Verhalten, Saufen Gegröle und verzerrte Gesichter, aggressive Kumpelhaftigkeit, Frauen die als Zuschauerinnen und Sexobjekte degradiert sind. Der Film zeigt Skinheads, die eher nicht politisch motiviert sind. Und doch eine Skin-Szene die wie eine eingeklemmte letzte Bastion abgestandener gewaltaufgeladener Männlichkeitsphantasien wirkt.

Der Punk Zottel wirkt hier geradezu als Gegenentwurf. Aussteiger auch er, doch auf eine fast verträumte Weise, friedlich, gelegentlich zärtlich, voller Phantasien und Träume. Wo der Skin Koma von Gegröle der Kameraden begleitet bei einem Boxkampf auf einen Unbekannten einprügelt, wird im Gegenschnitt Janosch gezeigt, Zottel beim Jonglieren beobachtend, begleitet von Vogelgezwitscher im Freien auf einer Obstwiese.

Die unterschiedlichen Freiheits-Entwürfe von Skin und Punk, hier fast Proll-Skin und Romantik-Punk, sie sind neben dem Verhältnis von Aussteigen und Gewalt eines der Themen des Films. Dass Koma zum Schluss der Box-Szene KO auf die Bretter geht und seinen Boxkampf verliert, wirkt hier wie ein didaktischer Regie-Kommentar, der dieser Deutlichkeit nicht einmal bedurft hätte. Koma hat mehr als nur einen Boxkampf verloren …

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Dominik und Benjamin Reding bereiteten den Film Oi! Warning fünf Jahre vor. Sie drehten mit Laien aus lokalen Skin- und Punk-Szenen und wenig erfahrenen Schauspielern. Die Dreharbeiten fanden in Hamburg, Bochum, Hagen, Iserlohn, Haltern, Dortmund, Lindau und am Bodensee statt.

Die Musik in Oi! Warning ist u.a. von Terrorgruppe (1993 – 2005, 2014; Deutschpunk / Aggropop, Berlin) und Smegma (1992 – 2000; unpolitischer Oi!-Punk, die Band äußerte sich immer wieder deutlich gegen rechts), im Film Auftritt unter dem Namen „rOi!mkommando„.

Oi! Warning wurde bei seinem Kinostart 2000 sehr kontrovers aufgenommen. Grobkörnige Gewaltästhetik, Selbstfindung in schwarz – weiß, Handlungsstränge und Figuren holzschnittartig gestrickt. ‚Prädikat wertvoll‘, urteilte die FBW.
Nach seinem Kinostart in Deutschland im Jahr 2000 wurde der Film – obwohl die Skins bei Oi! Warning unpolitische sind – als Teil der Debatten über den Tmgang mit neonazistischen tendenzen wahrgenommen. Mehrere Diskussionsveranstaltungen mit den Regisseuren in ostdeutschen Bundesländern mussten nach massiven Drohungen aus rechtsextremen Kreisen abgesagt werden, andere wurden niedergeschrieen.

„Was wir erreichen wollten ist, dass sich der Otto-Normal-Verbraucher fragt, wie eigentlich Homophobie entsteht und an welcher Stelle ein unpolitischer zu einem homophoben Mörder wird und das Opfer ein toller, queerer Mensch ist.“
(Dominik Reding, zitiert nach Homopunk History)

das Schlammbad – Ratten aller Länder vereinigt euch!

Das Schlammbad im Film Oi! Warning hat ein reales Vorbild und politischen Hintergrund …

28. Juni 1997. CSD in Berlin. Ganz am Ende der Parade, gemeinsam mit dem Wagen des SO36, eine riesige Ratte, und eine Badewanne gefüllt mit Schlamm – der ‚Rattenwagen‚ aus dem Umfeld des früheren Tuntenhauses (genauer: des zweiten Tuntenhauses Mainzer Strasse, das erste war Anfang der 1980er in der Bülowstrasse; vgl. u.a. Andreas Salmen). Motto: Ratten aller Länder, vereingt euch.

Ratten, das griff zurück auf eine Aussage des damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden Landowski. Der am 27. Februar 1997 von der Verslummung Berlins sprach, von „Ratten … und Gesindel … Das muss in der Stadt beseitigt werden!„.

Mit Landowski und dem Rattenwagen wurde Schlamm kurzzeitig vom Fetisch zum Politikum. Und schwule Punks und Autonome traten erstmals in Deutschland breiter an die Öffentlichkeit. Mit dabei in der Schlammbadewanne damals [wie Homopunk History Autor Philipp Meinert berichtet] Benjamin Reding (der zu der Zeit noch in Hamburg lebte), später mit seinem Bruder Dominik Regisseur und Produzent von Oi! Warning.
Der Rattenwagen war das erste große öffentliche Auftreten schwuler Punks in Deutschland – und ein Akt des Sichtbarmachens eines rebellischen, nicht angepassten Selbstverständnisses von Schwulsein.

Die Veranstalter des CSD fanden den Rattenwagen übrigens gar nicht witzig. Sie meldeten, Ausdruck ihres ‚Verständnisses‘ von queerer Solidarität, den Rattenwagen bereits während der ‚Parade‘ ab. Hinter dem Brandenburger Tor schritt die Polizei ein.
Bereits am Abend kam es zu einer kleinen spontanen Protest- Demonstration durch Kreuzberg – die indirekt der Auftakt war zu dem, was später der transgeniale CSD (vgl. transgenialer CSD 2008, transgenialer CSD 2012) wurde.

Und schwule Szenen entdeckten den Schlamm als Fetisch …

Ullis Karre wartet vor dem Ostgut / Lab, 2003

Oi! Warning als Schritt in die Welt des filmischen Umgangs mit Aids in Zeiten der Normalisierung

Das Schlammbad, das Zottel kurz vor Schluss des Films nimmt, und die hier noch offene Frage, ob das tatsächlich ’nicht so Janoschs Ding‘ ist, sie sind einer der zentralen Momente in der Darstellung der Beziehung zwischen Janosch und Zottel. Ein sexuell aufgeladener Moment – mit Hintergrund.

Gerade dem Schlammbad des Films kommt auch im Kontext schwule Sexualität und Aids eine besondere Bedeutung zu. Philipp Meinert berichtet in Homopunk History im Kontext des Rattenwagens 1997

Der lustvolle Umgang mit Dreck war laut Benjamin [Reding; d.Verf.] auch eine Antwort auf die endlosen Safer-Sex- und Reinheits-Diskussionen in denen z.B. ernsthaft darüber gestritten wurde, ob es beim ’safer‘ Küssen zum Speichel-Austausch kommen dürfe.“

Schlamm und Lust am Dreck als Kontrast, ja Kontrapunkt zu Sterilität und Reinheit.

Ende der 1990er Jahre. Wirksame Aids-Medikamente stehen (in Industriestaaten) breiter zur Verfügung. Aids beginnt nicht länger tödliche Drohung zu sein. Ein coming of age Film in dem Aids nicht stattfindet. Ein selbstbewusster junger Schwuler badet im Schlamm. Er genießt lustvoll Dreck Siff Matsch Unreinheit. Das ganze Gegenteil der sterilen reinen sauberen risikobefreienden Welt der Prävention. Lust und Dreck statt Reinheit und Angst.

Auf diese Weise gelesen kann Oi! Warning wenn auch nicht als früher post-Aids- Film, so doch als wichtiger filmischer Schritt der Befreiung, eines anderen (vor allem auch: weniger dominanten) Umgangs mit dem Thema Aids gelesen werden.

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„War einmal ein kleines Schwein
das grunzte frech und dreckig

und wenn es nicht gestorben ist
dann grunzt es noch heute
und wühlt mit Lust im Matsch herum
und versaut die braven Leute“

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Oi! Warning (aka: Oi! Warning – Leben auf eigene Gefahr; Arbeitstitel Fettes Gras)
Deutschland 1999, schwarz/weiß
Regie, Drehbuch & Produktion Benjamin & Dominik Reding

Erstaufführung 11. Juli 1999 (Los Angeles Outfest, Gay and Lesbian Film Festival)
Erstaufführung Deutschland 16. Februar 2000 Berlin, Berlinale (noch ohne Off-Kommentar von ‚Janosch‘)
Kinostart Deutschland 19.Oktober 2000

auch 2019 weiterhin als DVD erhältlich

ausgezeichnet mit
Outstanding Emerging Talent (Dominik & Benjamin Reding) – Los Angeles Outfest 1999
Max Ophüls Preis (Dominik & Benjamin Reding) – Max Ophüls Festival 1999
Lobende Erwähnung Kamera Spielfim (Axel Henschel) – Deutscher Kamera-Preis 1999
Filmpreis des DGB – Internationales Filmfest Emden 2000
Le Prix Spécial du Jury – 17. Festival International du premier Film d´Annonay 2000
Main Jury Award / Best Feature Film – Mezipatra, Czech Gay and Lesbian Film Festival 2003

der Wind wird uns tragen – le vent nous portera

Le vent nous portera – Ein kleiner Song einer französischen Rockband wird nach und nach zu einem viel gecoverten Indie-Hit.

2001 bringen Noir Desir auf ihrem Album Des Visages Des Figures einen Song, der zu einem kleinen Hit wird. Klang Le vent nous portera 2001 bei Noir Desir noch fast ein wenig zwischen Blues-Rock und Reggae, interpretierte Sophie Hunger ihn 2010 eher chansonhaft. Zahlreiche weitere Cover-Versionen folgen.

Mag das Leben noch so kompliziert sein, noch so viele Irrwege parat haben, Verletzungen, Hingabe und Wunden, mühsam sein und manchmal aussichtslos scheinen, der Wind wird uns tragen.

Ein Lied über Unabhängigkeit, Zärtlichkeit, Freiheit und Spuren. Keine Angst vor dem Weg haben. Jegliche Wendung des Weges mitgehen, bis es gut ist. Denn der Wind wird uns tragen.

Le vent nous portera / Noir desir (2001)

Bereits in den 1980er Jahren entstand in Bordeaux die Rockband Noir Desir, getragen insbesondere von Frontman Bertrand Cantat (geb. 5.3.1964 in Pau) und Serge Teyssot-Gay (geb. 16.5.1963 in Saint-Étienne). Eine Gruppe mit einer sich durch die Alben ziehenden Geschichte sehr kritischer Texte, engagiert antifaschistisch, antirassistisch, Kapitalismus-kritisch, Globalisierungs-kritisch.

Noir desir gilt, so laut.de, „neben Mano Negra als wichtigster Vorreiter für den modernen französischen Rock“. Bald wurden sie eine der populärsten französischen Rock-Gruppen (mit zeitweise Anklängen von Punk).

2001 veröffentlicht Noir Desir das Album Des Visages Des Figures. Darauf als dritter Track Le vent nous portera. Eine leichte, fast gefällig in einem dem Reggae nahen Stil daher kommende Musik (aufgenommen mit Manu Chao (geb. 21.6.1961 Paris) als Gitarristen).

Le vent nous portera erscheint bald als erste Single-Auskopplung aus dem Album, wird ein Independant-Hit und erreicht Chart-Plätze (Italien z.B. 4 Wochen Nr. 1). Das zugehörige unter der Regie des französischen Musikvideo-Regisseurs Alexandre Courtes entstandene Video wird 2001 als Music Video of the Year ausgezeichnet.

Le vent nous portera / Sophie Hunger (2010)

Im Jahr 2010 covert die Schweizer Sängerin Sophie Hunger (i.e. Émilie Jeanne-Sophie Welti, * 31. März 1983 Bern) den Song Le vent nous portera auf ihrem selbst produzierten zweiten Studio-Album 1983 als siebten Track.

Eine Interpretation, fast im Stil einer Ballade. Mit milder Stimme zur Gitarre, einem nahezu zaghaft anmutenden, liebevollen Saxophon. Nicht Zerbrechlichkeit, aber doch respektvolle, fast zaghafte Annäherung auf liebevolle Weise.
Hunger spielt Le vent nous portera auch heute (2019) noch oft auf ihren Konzerten.

Sophie Hunger Konzert im Februar 2019 in Oldenburg

Hungers Chanson-Version von le vent nous portera wird im Jahr 2018 Titelsong der Arte- Miniserie Fiertés – Mut zur Liebe über drei Jahrzehnte gesellschaftlichen Kampf für die Rechte Homosexueller und gegen Aids.

Le Vent nous Portera / weitere Cover-Versionen

Le vent nous portera wird im Laufe der Jahre ein Indie-Hit. Bertrand Cantat selbst singt dieses ‚kleine Chanson‘ weiterhin bei seinen Auftritten [Video 2018 in Lyon].

Im Laufe der Zeit wird der Song von zahlreichen Interpret_innen gecovert. Element of Crime singen ihn 2009 auf ihrem Album Fremde Federn (Track 17), eigentlich aufgenommen 2009 als Bonustrack des Albums „Immer da wo du bist bin ich nie“.

Der Indie-Rock-Chor Scala & Kolacny Brothers sind das Lied 2011 im Stil fast einer Happy Music mit Frauen-Chor und frühen Mickey-Comics [Video].

Einige weitere Beispiele: Das Jazz-Ensemble Mea Culpa aus Montreal interpretiert es neu [Video]. Ganz akustisch 2017 Cybèle Castoriadis und Orestis Kalampalikis [Video]. Ebenfalls akustisch 2010 Les Charbonniers de l’enfer [Video]. Oder ganz klein 2018 als jours hereux [Video].

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Guernica (Pablo Picasso 1937)

Das Gemälde Guernica ist von Pablo Picasso ist eine Ikone der Moderne. Es ist das Anti-Kriegs-Bild schlechthin, und vermutlich eines der am meisten reproduzierten Bilder.

Guernica wurde erstmals präsentiert im von der Spanischen Republik finanzierten spanischen Pavillon zur Weltausstellung 1937 in Paris, der am 12. Juli 1937 nach durch den Bürgerkrieg bedingter Verspätung eröffnet wurde. Ein Modell dieses Pavillions ist im Museo Reina Sofia in Madrid zu sehen.

Die eindeutige politische Stellungnahme sorgte für großes Aufsehen. Picasso (25.10.1881 Malaga – 8.4.1973 Mougins) hatte sich klar positioniert – und mit Guernica den Versuch von Franco-Anhängern gekontert, die die Schuld an der Zerstörung der baskischen Stadt am 26. April 1937 den republikanischen Verteidigern zuschanzen wollten.

Guernica / Pablo Picasso im Pavillon Spanien Weltausstellung 1937
Guernica / Pablo Picasso im Pavillon Spanien Weltausstellung 1937 (Modell)

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sugar daddy ® in Frankreich

Ein sugar daddy der ganz besonderen Form ist in französischen Supermärkten erhältlich :

sugar daddy - ganz goß, und mit Ausgieß-Öffnung ...
sugar daddy – ganz goß, und mit Ausgieß-Öffnung …

Diese Art von sugar daddy ® [sucre = Zucker, sugar] gibt es in Frankreich gar in mehreren Varianten:

sugar daddy - in Puder - Form, oder als Bio ?
sugar daddy – in Puder – Form, oder als Bio ? Volles Rohr, oder aus der Nuss ?

Den ‚französischen sugar-daddy‘ gibt es auch von der Nuss, nämlich der Kokosnuss.

Die ‚grüne‘ Version dieses Sugar Daddy ist gar aus reinem Rohr:

sugar daddy - volles Rohr bio ...
sugar-daddy – volles Rohr bio …

sugar daddy – alt, jung und der Zucker

Ein älterer Mann, ein deutlich jüngerer Partner, eine auf Dauer angelegte Beziehung, in der Regel (auch) sexuell gefärbt – sugar daddy und sugar boy (girl) haben eine klare Konstellation. Im Wesenskern der ‚Zucker‘: die Beziehung beinhaltet eine materielle Komponente.

Im Gegensatz zur ‚klassischen‘ Prostitution, zum Freier ist die sugardaddy – sugar baby (auch: toy boy bzw. boy toy) Beziehung längerfristig angelegt. Sie ist oft de facto von einer finanziellen Abhängigkeit des jüngeren Partners geprägt.

sucre Daddy® – …

Der erste sugar daddy, nein der erste Sucre Daddy® kam im Jahr 1981 in Frankreich auf den Markt – damals noch unter dem Namen ‚Daddy suc‘. 1991 wird daraus schlicht ‚Daddy‘, ab 2007 wird die Kunststoff-Verpackung mit dem Ausgießer (siehe Fotos oben) verwendet.

Sucre Daddy® ist eine geschützte Marke von Cristalco SAS, einem Unternehmen der Groupe Cristal Union. Es entstand im Januar 2000 aus der Fusion von vier Kooperativen und vergrößerte sich in den Folgejahren durch Übernahmen.

Tri-Ergon – 1919 wird in Berlin ein Verfahren für Tonfilm erfunden

Wie können stumme Bilder im Kino tönen? Drei Berliner Erfinder hatten 1919 eine Lösung – Tri Ergon. In Berlin-Wilmersdorf erinnert eine Gedenktafel an ihr ‚Laboratorium für Kinematographie‘.

Tri-Ergon – ein Begriff, der inzwischen nahezu in Vergessenheit geraten ist. Ganz anders in den 1920er Jahren. Die Anfänge des Tonfilms. In Berlin sind drei Männer ganz vorne mit dabei, bei der Entwicklung von Techniken zur Kombination von Bild und Ton.

Wie läßt sich Schall photographisch auf einem  Medium mit Bild kombinieren – zum Tonfilm? Damit beschäftigen sich in den 1920er Jahren Josef Engl, Hans Vogt und Joseph Massolle. Sie entwickeln das ‚Lichtton – Verfahren‘. Und gründen nebenbei auch noch ein Schallplattenlabel.

Tri Ergon - Gedenktafel für das 'Laboratorium für Kinematographie in Berlin'
Tri Ergon – Gedenktafel für das ‚Laboratorium für Kinematographie in Berlin‘

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Barbara – Chansonstar machte Aids-Prävention im Knast

Barbara, die 1997 verstorbene französische Sängerin, ist besonders für ihre Chansons wie ‚Göttingen‘ bekannt. Nahezu unbekannt war lange, dass Barbara sich intensiv für die Aids-Bekämpfung einsetzte, regelmäßig HIV-Positive in Krankenhäusern und Haftanstalten besuchte.

Am 9. Juni 1930 wurde Monique Andrée Serf in Paris als zweites Kind einer jüdischen Familie geboren. Vor den NS-Besatzern nach Südost-Frankreich geflohen, musste die Familie sich dort vor dem mit Nazi-Deitschland kollaborierenden Vichy-Regime unter Pétain verbergen.

Ab 1950, nach einem Gesangsstudium in Paris, versucht sie sich in Bruxelles als Chanson-Sängerin, nahm den Künstlernamen Barbara Brody an (der Familienname ihrer Mutter lautete Brodsky). Ab ihrer Rückkehr nach Paris Ende 1955 trat sie unter dem Namen Barbara als Chanson-Sängerin auf, erreichte bald weltweiten Ruhm.

Bekannt wurde Barbara für ihre Chansons. Dass die Sängerin sich auch gesellschaftspolitisch einsetzte, bis kurz vor ihrem Tod für die Aids-Bekämpfung engagierte, war lange Zeit nahezu unbekannt.

Barbara starb am 24. November 1997 im Alter von 67 Jahren in Neuilly sur Seine. Sie wurde auf der Cimetière de Bagneux im Süden von Paris im Familiengrab Brodsky beigesetzt (4. Abteilung).

Barbara und ‚Göttingen‘

In Deutschland ist Barbara vielen am ehesten bekannt für ihr Chanson ‚Göttingen‚, das sie im Jahr 1964 in Göttingen komponierte und das zu einem ihrer bekanntesten Chansons wurde.

Barbara, Auftritt Grand Gala du Disque Populaire 1968 [Jac. de Nijs. Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO), 1945-1989 - negatiefstroken zwart/wit, nummer toegang 2.24.01.05, bestanddeelnummer 921-1453; Lizenz cc-by-sa 3.0 nl]
Barbara, Auftritt Grand Gala du Disque Populaire 1968 [Jac. de Nijs. Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO), 1945-1989 – negatiefstroken zwart/wit, nummer toegang 2.24.01.05, bestanddeelnummer 921-1453; Lizenz cc-by-sa 3.0 nl]
Jac. de Nijs. Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO), 1945-1989 – negatiefstroken zwart/wit, nummer toegang 2.24.01.05, bestanddeelnummer 921-1453Nationaal Archief Lizenz CC BY-SA 3.0 nl

Barbara kam – wenig begeistert – auf Einladung von Günther Klein, Direktor des Jungen Theaters, am 4. Juli 1964 nach Göttingen. Entgegen ihren Erwartungen (und nach einem problematischen Auftakt wegen eines verkehrten Klaviers) wird sie begeistert gefeiert – und verlängert ihren Aufenthalt in Göttingen auf eine Woche. Am letzten Abend stellt sie in ihrem Abschiedskonzert eine erste – damals noch teils gesprochene – Version des Lieds Göttingen vor.

In ihrer Autobiographie erinnert sie sich:

„En Göttingen je découvre la maison des frères Grimm où furent écrits les contes bien connus de notre enfance. C’est dans le petit jardin contigu au théâtre que j’ai gribouillé ‚Göttingen‘, le dernier midi de mon séjour. Le dernier soir, tout en m’excusant, j’en ai lu et chanté les paroles sur une musique inachevée. J’ai terminé cette chanson à Paris. Je dois donc cette chanson à l’insistance têtue de Gunther Klein, à dix étudiants, à une vieille dame compatissante, à la blondeur des petits enfants de Göttingen, à un profond désir de réconciliation, mais non d’oubli.“

(„In Göttingen entdeckte ich das Haus der Gebrüder Grimm, in dem die bekannten Geschichten unserer Kindheit entstanden. In dem kleinen Garten neben dem Theater kritzelte ich am letzten Mittag meines Aufenthalts ‚Göttingen‘. Am letzten Abend las und sang ich den Text, mit Entschuldigungen, zu noch unfertiger Musik. In Paris erst habe ich es fertiggestellt. Dieses Lied verdanke ich also dem hartnäckigen Drängen Günther Kleins, zehn Studenten, einer liebenswerten alten Dame, den blonden kleinen Kindern Göttingens, und einem tiefen Verlangen nach Versöhnung, aber nicht Vergessen.“ [Übers. UW])

Barbara – jahrelang engagiert im Kampf gegen Aids, für Positive

1988 kündigt Barbara an, ein Jahr ihrer Karriere der Aids-Bekämpfung zu widmen. In der Folge sammelt sie Gelder für die Aids-Bekämpfung,  singt an Universitäten, an Schulen, in Gefängnissen. Bei ihren Konzerten werden körbeweise Kondome zur Verfügung gestellt.

Vor allem aber, die Chanson-Sängerin besucht ab Jahresbeginn 1989 äußerst diskret einmal pro Woche Kranke und deren Angehörige auf einer Pariser Infektionsstation.

Auf eine Frage eines Kaplans erzählt sie zu ihren Krankenhaus-Einsätzen

“ Mais qu’est-ce que tu leur dis, aux malades ? – Je dis pas, moi, j’écoute. „
(Aber was sagst du den Kranken? – Ich rede nicht, ich höre zu.“ [Übrs. UW])

Und: Barbara sucht immer wieder, weitgehend ohne Öffentlichkeit im Stillen, Haftanstalten in ganz Frankreich auf. In anstaltsinternen Veranstaltungen mit teils hunderten Teilnehmer/innen tritt sie auf, um Gefangene mit HIV / Aids zu unterstützen und Präven­tionsbotschaften zu übermitteln. Ihre ganz persönliche ‚Mini-Präventions-Tournee‘, wie sie es nennt.

Zu ihrem Aids-Engagement bemerkte Barbar selbst

„Un abruti m’a dit un jour que je menais cette action parce que j’étais morbide. Mais moi, je hais la mort ! Justement, c’est pour ça ! C’est le goût de la vie qui me fait agir.“
(Irgendjemand hat mir einmal gesagt, ich mache das weil ich morbide sei. Aber ich hasse den Tod! Es ist der Geschmack des Lebens, der mich handeln lässt.“ [Übers. UW])

Ihre Eindrücke und Erfahrungen bringt Barbara in derm Chanson Sid’amour às mort [sida = frz. Aids] zum Ausdruck.

Zunächst als Projekt für ein Jahr angekündigt, setzt Barbara ihr Engagement gegen Aids und für HIV-Positive, die Besuche in Krankenhäusern und Haftanstalten, auch nach dem ersten Jahr fort – bis kurz vor ihrem Tod 1997.

Begleitet wurde Barbara dabei oft von Prof. Gilles Pialoux (inzwischen Direktor des ‚ser­vice des maladies infectieuses et tropicales‚ am Hôpital Tenon, Paris, Chefredakteur von vih.org und der Zeitschrift Transcriptases). Pialoux brach erst 2011, vierzehn Jahre nach ih­rem Tod das (von ihr erbetene) Schweigen, um auf diese einzigartige Form des Enga­gements aufmerksam zu machen.

Barbara unterstützte auch die Aids-Aktionsgruppe ACT UP Paris: sie übertrug der Gruppe 1996 die Rechte (droit d’auteur) an ihrem Chanson Le Couloir. Die Einnahmen hieraus fliessen an ACT UP Paris. Kontakte bestanden seit längerer Zeit – einer derjenigen die Barbara im Krankenhaus besuchte, war der 1994 verstorbene ACT UP Paris Präsident Cleews Vellay.

Barbara – Interview über Homophobie, HIV und Prävention

Im Dezember 1989 gibt Barbara dem Gai Pied (Ausgabe 398, 14. bis 20. Dezember 1989) ein Interview. Sie erzählt von ihren Besuchen bei HIV-Positiven in Krankenhäusern und Gefängnissen. Berichtet von verzweifelten Menschen, von fehlender Akzeptanz und von Homophobie. Von ihren Schwierigkeiten, überhaupt Insassen in Gefängnissen besuchen zu dürfen, von Repressalien, Drogenkonsum, Stigmatisierung auch als Grund, keine Kondome zu verwenden, der Isolation HIV-positiver Inhaftierter.

Jacques Attali habe ihr viel ermöglicht, Türen geöffnet. Und die von Danielle Mitterrand (1924 – 2011; Resistance Widerstandskämpferin und Frau des französischen Staatspräsidenten Francois Mitterrand) gegründete Fondation France-Libertés, die ihre Reisen in die Knäste finanziell ermöglicht.

Über die Aids-Aktionsgruppen ACT UP sagt sie, ja, auch sie sei eine Frau in Wut, und Wut sei Leben. Es sei notwendig, die Wahrheit laut auszusprechen. Sie bittet die Leser

„Ich liebe euch. Passt auf euch auf!

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Text zuletzt aktualisiert 5. Februar 2018

 

Les Rita Mitsouko

Das Avantgarde-Pop-Duo Les Rita Mitsouko stand wie kaum eine zweite Gruppe Mitte der 1980er Jahre für experimentellen wie exzentrischen Pop französischer Produktion. Ihr größter Erfolg war wohl 1985 Marcia Baila, ihre zweite Single-Auskopplung aus der erste LP. Nach dem Tod Fred Chichins löste Catherine Ringer die Gruppe 2008 auf.

Les Rita Mitsouko 2007 bei den Eurockéennes (Foto: Rama, Lizenz cc-by-sa 2.0)
Les Rita Mitsouko am 29. Juni 2007 bei den Eurockéennes (Foto: Rama, Lizenz cc-by-sa 2.0)

Les Rita Mitsouko at the Eurockéennes of 2007, Rama, Lizenz CC BY-SA 2.0 fr

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die Dorfdisco – eine aussterbende Institution?

Die Dorfdisco – eine französische Dokumentation aus dem Jahr 1995 zeichnet ein liebevolles Portrait einer Institution, die einst lebensnotwenig schien, und nicht nur in Frankreich inzwischen am Aussterben ist.

Saturday Night Fever, Thank got it’s friday – Freitag und Samstag Nacht sind nicht erst seit den 1970er Jahren für viele, besonders jüngere, Menschen bedeutende Orientierungspunkte im Leben. Zentraler Anlaufpunkt dabei oft: die Disco. Und gerade in der Provinz, auf dem Land, wo es deutlich weniger Auswahl für das Wochenend-Vergnügen gibt, kam der Dorfdisco eine besondere Bedeutung zu.

Dabei hatte die Dorfdisco auch ihren ganz eigenen Charme: geht es in den hippen aufgestylten Diskotheken der Städte (auch) darum, wer die tollsten, modernsten Klamotten trägt (und das entsprechende Geld dafür hat), die aufwendigste Frisur, die neuesten Schritte beherrscht, so stand die Dorfdisco eher dafür, gemeinsam Party zu machen, den Alltag und andere Äußerlichkeiten wie Mode und Aussehen zu vergessen – und zusammen Spaß zu haben.

Dorfdisco in der DDR 1987 [ADN-ZB Bartocha 11.2.87 Bez. Neubrandenburg: Nienhagen - Patendorf der FDJ- Disco in der Dorfgaststätte ist eine der neuesten Errungenschaften für die jungen Leute in Nienhagen. Die Gaststätte "Am Ziegenmarkt" ist Eigentum der LPG. Sie gehört im weiten Umkreis des Dorfes zu denen, die keine Konkurrenz zu scheuen brauchen. Die Einrichtung wird von einem Ehepaar betrieben, das aus dem Bezirk Dresden kam und eines der neuen Eigenheime bezog. - siehe auch 1987-0211-9 und 10N -; Foto Benno Bartocha, Bundesarchiv, Bild 183-1987-0211-008 / CC-BY-SA 3.0]
Dorfdisco in der DDR 1987 [Neubrandenburg: Nienhagen – Blick in die Dorfdisco  Gaststätte „Am Ziegenmarkt“; Foto Benno Bartocha, Bundesarchiv, Bild 183-1987-0211-008 / CC-BY-SA 3.0]
Bundesarchiv, Bild 183-1987-0211-008 CC BY-SA 3.0 de

Doch es steht schlecht um die einstige Ikone des Vergnügens auf dem Land, um die Dorfdisco. In Deutschland wie in Frankreich melden immer mehr Discotheken Insolvenz an, besonders bedroht ist die Dorfdisco – Diskothekensterben, oder normale Marktbereinigung?

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zero patience – ein politisches Aids Musical (1993)

‚Zero Patience‘, einer der wohl bemerkenswertesten Aids-Filme mindestens der 1990er Jahre, hatte am 11. September 1993 sein offizielles Debut auf dem ‚Festival of Festivals‘ im kanadischen Toronto. Gelassenheit und Ironie, das zeigt das Aids-Musical ‚Zero Patience‘, war auch zu schlimmsten Zeiten der Aidskrise möglich.

Ist Geduld eine Tugend? Oder wollen wir Sünder in der Hölle sein? Und kann man über Aids ein Musical drehen, gar mitten in der Aidskrise Anfang der 1990er Jahre? Am Schluss des kanadischen Films ‚Zero Patience‚ mag man sich diese Frage vielleicht neu stellen.

5 – 4 – 3 – 2 – 1 – zero patience

Der Titel Zero Patience spielt bewusst mit der (besonders von Randy Shilts propagierten) ‚urban legend‘ des ‚patient zero‚ – jenes kanadischen Flugbegleiters, der als ‚Index-Patient‘ vermeintlich Auslöser der HIV-Epidemie in den USA sein sollte (siehe unten).

Zero Patience (1993, div. Medien)
Zero Patience (1993, div. Medien)

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