Hunte Wasserkraftwerk Oldenburg 1927

Das Hunte Wasserkaftwerk Oldenburg (auch: Wasserkraftwerk Obere Hunte) wurde zusammen mit Küstenkanal und Schleuse von 1925 bis 1927 erbaut. Architekt des Backsteinbaus war der Baubeamte und Ministerialrat Adolf Rauchheld (1868 bis 1932; auch Architekt der Amalienbrücke und der Cäcilienbrücke (beide abgebrochen); Grab auf dem Gertrudenfriedhof).

Das laufwasserkraftwerk ist mit zwei Schützenwehren und zwei aus dem jahr 1930 stammenden Kaplan-Turbinen ausgestattet. Es weist eine Fallhöhe von 6,20 Meter auf.

Das Kraftwerk steht unter Denkmalschutz.

Hunte Wasserkraftwerk Oldenburg 1927
Hunte Wasserkraftwerk Oldenburg

Hauptsächliches Ziel des Wasserkraftwerks Oldenburg ist die Wasserstands-Regulierung von Hunte, Mühlenhunte und Küstenkanal (im Bereich zwischen 4,95 und 5,08 Meter).

Das Kraftwerk erzeugt etwa zwei Millionen Kilowattstunden Öko-Strom jährlich (entsprechend dem Verbrauch von ca. 570 Haushalten).

Wasserkraftwerk Obere Hunte in Oldenburg – Seitenportal

Neben dem Wasserkraftwerk befindet sich eine 2006 nachträglich eingebaute Fischaufstieganlage, betrieben vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Seit März 2010 wird das Wasserkraftwerk von der EWE AG betrieben. Dazu wurde mit dem Land Niedersachsen ein Pachtverrtag geschlossen.

Zuvor waren Pächter die Nordwestdeutsche Kraftwerke AG Hamburg (ab 1944) und später der staatliche norwegische Energiekonzern Statkraft.

Mavi Phoenix – Boys Toys

Mavi Phoenix ? Kennt kaum einer meiner Bekannten – noch nicht. Der österreichische Rapper wurde am 1. September 1995 in Linz geboren.

Bei Watt en Schlick 2019 stand ich nachts mit Jan im Zelt, wir waren gut drauf, und Mavi Phoenix machte ne gute Show. Kurz zuvor im April 2019 den FM4-Amadeus-Award gewonnen (Video des Konzerts hier). LoFi, Elektro, Pop, Hiphop. Wir hatten viel Spaß, haben viel getanzt.

Mavi Phoenix im August 2020 bei seinem Auftritt beim Watt en Schlick Fest in Dangast
Mavi Phoenix bei Watt en Schlick 2019

Die Deutschlandtour verschob sich dann, offiziell wegen der Arbeit an dem Debut-Album. Aus dem geplanten Konzert im Lagerhaus in Bremen im Spätherbst 2019 wurde so erstmal nix.

Dann kam der neue Termin. Tour-Auftakt wird am 15. April 2020 in Bremen sein. Das Debut- Album ‚Boys Toys‘ erscheint kurz zuvor am 3. April 2020. Coronavirus-bedingt wurde das Konzert dann wieder verschoben, in den Herbst 2020 …

Die gleichnamige Single mit Video kam bereits am 13. Dezember 2019 heraus, – und zeigte u.a. ein Spiel mit Bildern von Männlichkeit.

Kurz vor der 25-Jahr-Feier des österreichischen Senders FM4 outetet sich Mavi Phoenix als Transgender.

„Transgender issues manifest at different times in life in different individuals“

Juli 2019

„Ich befinde mich auf einer Reise, um herauszufinden, wer ich bin und wer ich sein möchte. – Es ist ein Prozess und im Moment sind alle Geschlechtspronomen für mich in Ordnung. Danke, Mavi“

Bullet in my heart (Video, subtitles am Ende des Videoclips)

Seit Herbst 2019 verwendet Mavi Phoenix für sich das Pronomen ‚er‚ und lebt offiziell als Mann. Privat wird er von Freunden als Marlon angeredet.

fyi, i’m a guy

(in seinem Twitter Profil)

Der selbstgewählte Künstlername nimmt Bezug auf den jung verstorbenen Hollywood- Schauspieler und Musiker River Phoenix (23.8.1970 – 31.10.1993, u.a. My Private Idaho).

Die (verschobene) Tour 2020 führt Mavi Phoenix von Bremen u.a. weiter nach Hamburg, Berlin, Leipzig, Bielefeld und Stuttgart.

2020 gibt’s u.a. einen Auftritt beim Deichbrand Festival.

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Im Reich der Sinne (Nagisa Ōshima 1976)

Im Reich der Sinne des japanischen Regisseurs und Produzenten Nagisa Ōshima (31.3.1932 – 15.1.2013) gilt (fälschlicherwseise) als ‚pornographischer‘ ‚Skandal-Film‚ – und beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1936 in Japan.

Kichizo (Tatsuya Fuji) besitzt ein Geisha-Haus. Abe Sada (Eiko Matsuda) arbeitet dort als Dienerin und Prostituierte. Was als leidenschaftliche Beziehung der beiden beginnt, wird tiefe Hingabe – in immer grenzenloserer sexueller Begierde und Obsession. Beide brechen sämtliche Tabus, bis hin zu Kichizos Tod.

Auf Kichizos Brust schreibt Sada mit seinem Blut am Schluss die Worte „Sada Kichi futari kiri“ (Sada und Kichi, beide mit einander vereint). Dies entspricht den Worten, die auf der Brust des ‚echten‘ Kichizo geschrieben waren, als ihn die Polizei am 19. Mai 1936 auffand.

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Im Reich der Sinne – „wenn man alles spüren will muss man bis zum Exzess gehen“. Dies ist kein pornographischer Film – eher ein Film darüber, wie zwei Menschen sich verändern, wenn sie sich immer tiefer an und ineinander binden.

Das Geschlechterrollen- Verständnis des Films liegt (1976 !) jenseits von männlich – weiblich, jenseits von stark – schwach. Beide begehren einander. Er fxxxt sie. Er schlägt sie. Sie verlässt ihn. Sie schlägt ihn. Sie würgt ihn. Beide einander miteinander. Wer foltert wen? Wer gerät mit wem in Ekstase? „Haben Sie denn überhaupt keinen Hunger?“
Der Film ist nicht queer (ein Wort das es damals noch nicht gab ) – doch er geht 1976 unkonventionell mit althergebrachten Geschlechterrollen um.

„In einer Beziehung wie der unseren sollte die Liebe bestimmen was wir tun

Ein sehr außergewöhnlicher Film – der immer wieder seiner Entdeckung harrt … und wert ist …

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Produktions-Notizten

Gedreht wurde der Film in den Daiei-Kyoto Studios (1942 – 1971) in Japan. Aufgrund der strengen Zensur-Vorschriften musste das unentwickelte Rohmaterial für die Entwicklung des Films nach Frankreich ausgeflogen werden.

Nach der Premiere auf der Berlinale 1976 ließ die Staatsanwaltschaft (die in Person eines Staatsanwalts und zweier Richter bei der Premiere anwesend war) den Film beschlagnahmen wegen des Verdachts auf Pornographie. Als Verteidiger des Films trat der Rechtsanwalt Horst von Hartlieb (1910 – 2004) auf, einer der Initiatoren der Freiwilligen Selbstkontrolle FSK.
Am 17. März 1977 urteilte das Berliner Landgericht, der Film sei keine Pornographie. Erst 18 Monate später wurde er für die Kinos ohne Kürzungen zugelassen, freigegeben unter dem Prädikat ‚besonders wertvoll‘.

In Großbritannien wurde der Film erst 1989 für Aufführungen in Kinos klassifiziert. Davor konnte er nur in Filmclubs gezeigt werden, deutlich geschnitten.

Im Reich der Sinne – Folgen für Beteiligte

Die Darstellerin der weiblichen Hauptrolle Eiko Matsuda siedelte nach den Dreharbeiten nach Frankreich um – in Japan sah sie sich zu umfangreich feindlichen Reaktionen ausgesetzt.
Der Darsteller der männlichen Rolle Tatsuya Fuji fand erst nach zwei Jahren ohne Engagement in Japan neue Rollen.

Regisseur Nagisa Ōshima wurde später wegen Obszönität angeklagt, aber nach vierjährigem Verfahren freigesprochen.

Nagisa Oshima, Regisseur von Im Reich der Sinne, 2000 in Cannes
Nagisa Oshima at Cannes in 2000. – Rita Molnár – Own work – CC BY-SA 2.

Nagisa Ōshima wurde auch bekannt mit dem Film (1983)Merry Christmas, Mr. Lawrence mit Musik von Ryuichi Sakamoto, sowie (1999) Gohatto (‚gegen das Gesetz‘; über Homosexualität in Japan zum Ende der Samurai-Zeit).

Im Reich der Sinne als Chart-Hit

Der originale Film- Titel Ai no korīda wurde 1980 unter dem Titel Ai No Corrida von Chaz Jankel auf seinem Debut-Album verwendet. 1981 coverte Quincy Jones den Titel auf seinem Album The Dude. Später tauchten immer wieder Cover-Versionen in den Dance-Charts auf – meist ohne dass der Bezug zum Film deutlich wurde.

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Im Reich der Sinne (D) – 愛のコリーダ Ai no korīda (J) – L’Empire des sens (F) – In the Realm of the Senses (USA, UK)
Regie Nagisa Ōshima
Drehbuch Nagisa Ōshima (nach einem Roman von Yukio Mishima)
Produktion Nagisa Ōshima & Anatole Dauman (offiziell französische Produktion, Schnitt in Frankreich, um die japanische Zensur zu umgehen)
Japan / Frankreich 1976
Uraufführung 27. Januar 1976 Berlin Berlinale
Filmfestspiele Cannes 15. Mai 1976 (aufgrund er hohen Nachfrage mit insgesamt 13 Aufführungen, bis heute Cannes-Rekord)
Uraufführung digital restaurierte Fassung Filmfestspiele Cannes 19. Mai 2017
Laufzeit 109 Minuten / 107 Minuten (Release 2000) / 94 Minuten (rekonstruierte Version)


streetart Hamburg Fotos

streetart Hamburg Fotos

Homophobie ist kacke (mt s), Hamburg Mai 2016
FCK GSCHLCHTSVRKHR (Oktober 2018)
Antifa Hydrant – israelsolidarische Antifa (November 2018)
untitled (Holz-Monster), November 2018
SCHOEN (Tetrapode, Westerland / Sylt; Dezember 2018)
LIEB SEIN (Janauar 2019)
I FEEL LIKE TIRED (Februar 2019)
ANUS (Februar 2019)
„Autorität ist auch eine Form von Faschismus – G20 lahmlegen“ (zelos; Foto Mai 2019)
it’s been a bad day please don’t take a picture (Mai 2019)
Anti Alles (Oktober 2019)
ist Auftrag Kunst? (November 2019)
move (Hamburg Hauptbahnhof, November 2019)
an der Schilleroper (November 2019)
(November 2019)
so faul / weapon of waste reduction (Dezember 2019)
Gucci (Dezember 2019)
Jedih / Deuz 2018 (Foto Dezember 2019)
(Foto Februar 2020)
unfug (Januar 2020)
Moin (Januar 2020)
partners in crime (Januar 2020)
CPT. GPS (Captain Gips; Januar 2020)
aus dem Weg, Perli hat Hunger (Januar 2020)

streetart Berlin

Keith Haring untitled (The Boxers), 1987, Berlin Alexanderplatz
Warum nicht küssen? (Graffiti, Berlin November 2016)
Don’t Panic! (Graffiti, Berlin November 2016)
Achtung frisch geschrieben ! (Dezember 2017)
abolish capitalism (Dezember 2018)
stoppt den Kiez Verkauf – Liebe für alle (Dezember 2018)
Hol Kohlen (Dezember 2018)
THC (Dezember 2018)
Januar .. (Januar 2019)
Februar .. (Januar 2019)
März .. (Januar 2019)
April .. (Januar 2019)
Mai … (Januar 2019)
Juni … (Januar 2019)
Juni (Januar 2019)
Raum (Januar 2019)
BUY LESS, CHOOSE WELL, MAKE IT LAST (April 2019)
die Punka für den Bunka (Oktober 2019)
Berlin streetart escalator (November 2019)
window-down, Berlin November 2019
angry (November 2019)
Netter gehts besser
keine street art: Netter gehts besser (Foto 2007)
(Dezember 2019)
(Dezember 2019)

streetart Lacanau

Ausnahmezustand Frankreich 2016 - das schwierige Verhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit (Grafitti, Südwestfrankreich)
Ausnahmezustand Frankreich 2016 – das schwierige Verhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit (Grafitti, Südwestfrankreich nahe Lacanau)
Sticker
Sauvetage-Cotier Lacanau – Kitesurf Club Lacanau (September 2017)
Lacanau Bordeaux Metropole – #Surf2024 (September 2018; Kontext: (erfolglose) Bewerbung von Lacanau als Austragungsort für die Surf-Wettbewerbe Olympia 2024 Paris)
(Bunkerreste aus der Zeit der NS-Besatzung Lacanaus; Foto August 2019)
untiteled (David Selor, vgl. streetart Bordeaux; August 2019)
CKLC Club de Canoe Kayak (September 2019)
surf by nature (September 2019)
Lacanau Bordeaux Metropole – jamais comme ailleurs (September 2019)

Jules Dalou le paysan (1897 / 1902)

Der französische Bildhauer Aimé-Jules Dalou wurde am 31. Dezember 1838 in Paris geboren. Er starb am 15. April 1902 in Paris. Beigesetzt wurde Dalou auf dem Cimetière de Montmartre.

Als eines seiner Meisterwerke gilt le paysan / le grand paysan (Der große Bauer; 1897 / 1902). Dieses Meisterwerk des Naturalismus wird im Grand Palais (Musée d’Orsay) in Paris gezeigt.

le paysan (Vorläufer für le grand paysan; Jules Dalou), Bourges, jardin des Prés-Fichaux

In Bourges im vom Landschaftsgärtner Paul Marguerita realisierten Jardins des Prés Ficheaux wird ein steinernes Modell gezeigt.

Wasserbecken im Jardins des Prés Fichaux in Bourges

Jules Dalou (1838 – 1902)

Dalou studierte an der Pariser Kunsthochschule. 1861 stellte er erstmals selbst öffentlich aus. 1871 wurde Jules Dalou, damals Kurator am Musée du Louvre unter Gustave Courbet, beschuldigt an den Aufständen der Pariser Kommune teilgenommen zu haben. Er floh im Juli 1871 nach England, wo er große Bekanntheit erreichte.

Wegen seiner Beteiligung an den Kommune-Aufständen wurde er iun Abwesenheit zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt. Erst nach einer Amnestie-Erklärung konnte er 1879 nach Frankreich zurückkehren.

Die letzten 12 Jahre seines Lebens widmete Dalou einem Ziel: ein Monument zu schaffen zu Ehren des Arbeitenden, ein Arbeiterdenkmal. Er arbeitete daran ab 1889. Eine Realisierung erlebte er nicht mehr zu Lebzeiten – das Denkmal wurde nie aufgestellt.

1897 entstand ein erstes Gips-Model Le Grand Paysan, zuerst ausgestellt 1902. Im Jahr seines Todes (1902) ist nur diese Figur des Bauern vollendet.