Baptisterium Saint Jean Poitiers – ältestes christliches Bauwerk Frankreichs

Es ist das älteste christliche Bauwerk in Frankreich – das Baptisterium Saint Jean in Poitiers.

Im 7. Jahrhundert, in der Merowinger-Zeit, wurde in Poitiers ein Zivilbau zur Taufkirche umgebaut. Dieser Zivilbau stammte aus gallo-römischer Zeit, aus dem 4. Jahrhundert Geschätzt um 360). Auf diesde Weise entstand die Taufkirche Heiliger Johannes – das Baptisterium Saint Jean (Baptistère Saint-Jean). Es gilt damit als ältestes christliches Bauwerk in Frankreich.

Baptisterium Saint Jean Poitiers
Baptisterium Saint Jean Poitiers

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Palais Jacques Coeur – Profanbau- Meisterwerk der Spätgotik

Jacques Coeur, ein zu großem Reichtum gekommener Kaufmann, ließ Mitte des 15. Jahrhunderts in seiner Geburtsstadt Bourges das Palais Jacques Coeur errichten – ein herausragendes Beispiel luxuriöser profaner Baukunst der Spät-Gotik.

Jacques Coeur wurde vermutlich 1395 oder 1400 in Bourges geboren als Sohn des Kürschners Pierre Coeur, der für den Herzog von Berry tätig war. Er lernte zunächst das Gewerbe des Tuchhändlers. 1418 heiratete er Macée de Léodepart, die Enkelin des Münz-Meisters von Bourges. Er erhielt so frühzeitig Zugang zum Hof des späteren Königs Karl VII. Bereits 1435 übernahm er die Münze von Bourges.

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ex Maritim Grand Hotel Hannover

In exponierter Lage gegenüber dem ‚Neuen Rathaus‘ von Hannover entstand Anfang der 1960er Jahre am Friedrichswall 11 ein Hotel-Neubau, das spätere Maritim Grand Hotel Hannover. Es wurde zu einem Sinnbild für Betonarchitektur, für den Stil des Brutalismus der 1960er und 1970er Jahre – ‚Moderne mit neuer Urbanität‘.

ex Maritim Grand Hotel Hannover
ex Maritim Grand Hotel Hannover

Der 100 Meter lange und sieben Etagen hohe Riegel wurde in den Jahren 1962 bis 1965 erbaut nach Plänen der Architekten Apel, Beckert & Ing. Becker (ABB, Frankfurt am Main; Otto Apel (1906 – 1966), Hannsgeorg Beckert (1927 – 1978) & Gilbert Becker). Es war der erste Neubau eines Großhotels in Hannover nach dem zweiten Weltkrieg.

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Fußball-Europameisterschaft EM 2016 in Bordeaux

Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich – die Spiele der EM 2016 in Bordeaux

Vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 findet in Frankreich die Fußball-Europameisterschaft Euro 2016 statt. Zum dritten Mal nach 1960 (noch unter dem Namen ‚Europapokal der Nationen‘) und 1984 ist Frankreich damit Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft – und dies im Jubiläumsjahr. 1966, vor 50 Jahren, wurde erstmals der Name ‚Fußball-Europameisterschaft‘ für das Turnier verwendet.

Fünf Spiele der EM 2016 finden in Bordeaux statt, vier Vorrunden-Begegnungen sowie ein Viertelfinalspiel.

Austragungsort der EM 2016 in Bordeaux - das grand stade de Bordeaux am 21. Dezember 2014 (Foto: PA)
Austragungsort der EM 2016 in Bordeaux – das grand stade de Bordeaux, hier am 21. Dezember 2014 (Foto: PA, Lizenz cc by-sa 4.0)

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Werner Kallmorgen (1902 – 1979)

Der Hamburger Architekt Werner Kallmorgen gilt als einer der bedeutendsten Hamburger Architekten der Nachkriegszeit.

Max Georg Werner Kallmorgen (15. August 1902 Altona – 26. Januar 1979 Heimhart) arbeitete nach Studium in München und Dresden ab 1928 bis 1974 als selbständiger Architekt. Er plante zahlreiche private Wohnhäuser, öffentliche Gebäude (am Wiederaufbau der Speicherstadt) und Wohnsiedlungen in Altona und Hamburg. 1977 wurde er mit dem Fritz-Schumacher-Preis ausgezeichnet.

W. Kallmorgen ist unter anderem auch der Architekt des Ernst Barlach Hauses in Hamburg:

Ernst Barlach Haus Hamburg (Werner Kallmorgen 1961/62)
Ernst Barlach Haus Hamburg (Werner Kallmorgen 1961/62)

Der Industrielle Herrmann F. Reemtsma, ein Freund und Förderer von Ernst Barlach, hatte seine umfangreiche Sammlung 1960 in eine Stiftung überführt. Reemtsma beauftragte noch kurz vor seinem Tod den Bau des Barlach – Museums im Hamburger Jenisch-Park. Der Bau wurde 1961/62 nach Entwürfen des Architekten Kallmorgen geplant und errichtet und im Oktober 1962 als Museum (erstes privates Kunst-Museum Norddeutschlands) eröffnet.

1995/96 wurde das Gebäude um einen weiteren Ausstellungsraum ergänzt. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch der zuvor offene Innenhof mit einem Glasdach geschlossen.

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Werner Kallmorgen

Werner Kallmorgen
Werner Kallmorgen

(Bronze-Büste von Richard Scheibe (1879-1964), 1960)

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W. Kallmorgen ist u.a. auch Architekt des (ehemaligen, denkmalgeschützten) Spiegel-Hochhauses sowie des (ehemaligen) IBM-Hochhauses (1963 bis 1965) sowie des zweiten Baus (nach Kriegszerstörung) des Kaipeichers A (1963), auf dem sich heute die Elbphilharmonie befindet, und der Hauptverwaltung des Otto-Versands (1959 – 1970).

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Ungers IBA-Wohnblock 1983 – 2013

Der Architekt Oswald Matthias Ungers errichtete 1979 bis 1983 im Rahmen der Internationalen Bau-Ausstellung IBA am Rand des Tiergartens ein markantes Gebäude: den Ungers IBA-Wohnblock. Nach Abriss entsteht hier ein Neubau – statt Sozialwohnungen mit ‚Mietwohnungen gehobenen Standards‘.

Im Berliner Bezirk Tiergarten, am Westrand des Lützowplatzes (Lützowplatz 2–18 und Wichmannstraße 1, 3), entstand in damals Westberliner ‚Randlage‘ zwischen 1979 und 1983 nach Entwürfen des 2007 verstorbenen Architekten Oswald Matthias Ungers eine markante Wohnbebauung mit ursprünglich 84 Wohnungen und zwischen den Wohnriegeln liegenden Gartenanlagen:

Lützowplatz Berlin: der ehemalige IBA Wohnblock von Ungers (Foto: Manfred Brückels)
Lützowplatz Berlin: der ehemalige IBA Wohnblock von Ungers im Jahr 2010 (Foto: Manfred Brückels)

Die für 21,6 Mio. DM Baukosten im Rahmen öffentlich geförderten Wohnungsbaus errichtete Anlage umfasste ursprünglich 56 Einheiten finanziert im sozialen Wohnungsbau und 28 Einheiten finanziert im steuerbegünstigen Wohnungsbau.

An der Internationalen Bauauststellung IBA 1987 (Kritische Rekonstruktion, IBA-neu & Behutsame Stadterneuerung, IBA-alt) nahm der Ungers IBA Wohnblock als Projekt Nr. 16 als beispielhafte Lösung teil.

Ungers (12.7.1926 Kaisersesch – 30.9.2007 Köln) selbst distanzierte sich noch zu Lebzeiten von diesem Bau, u.a. aufgrund von Vereinfachungen und befürchtetem Pfusch bei der Ausführung.

Nach kaum 30 Jahren kam es Ende Februar 2013 trotz zahlreicher Proteste zum Abriss der Ungers-Wohnbebauung am Lützowplatz. Bemühungen Berliner Architekten, das Ensemble unter Denkmalschutz zu stellen, blieben zuvor erfolglos. Das Ensemble sei zwar „interessant, aber nicht herausragend„.

Ungers‘ Tochter Sophia betonte damals gegenüber der Presse ihre Enttäuschung. Der Bau sei „ein gebauter Gedanke“ gewesen, habe für den Gedanken ihres Vaters gestanden „Der Garten als Stadt, Stadt als Garten„.

Der (seit Zwangsversteigerung 1998) neue Münchner Investor beabsichtigt, hier bis Ende 2017 einen Komplex zu errichten – zwar inzwischen ohne ursprünglich geplantes Hotel, aber auch ohne Sozialwohnungen.

Nach Baubeginn Mitte 2016 entsteht auf dem 7.000 m² umfassenden Grundstück inzwischen das ‚Lützow Carré‘ (Architekten: Modersohn & Freiesleben), das den Planungen zufolge Ende 2017 fertig gestellt sein soll. Es wird über 11.000 m² Büro- und Geschäftsräume enthalten, sowie insgesamt 128 ‚Mietwohnungen gehobenen Standards‘ im ‚mittleren und höheren Segment‘.

Ungers IBA-Wohnblock – Fotos Abriss 2013

Ungers IBA-Wohnblock, Abriss, Februar 2013
Ungers IBA-Wohnblock, Abriss, Februar 2013
Ungers IBA-Wohnblock, Abriss, Februar 2013, Blick vom Ufer
Ungers IBA-Wohnblock, Abriss, Februar 2013, Blick vom Ufer / Wichmannstrasse
Ungers IBA Wohnblock in Ruinen, Februar 2013
Ungers IBA Wohnblock in Ruinen, Februar 2013

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ehemaliger Ungers IBA-Wohnblock – Situation November 2014

die Brache des ehemaligen Ungers IBA Wohnblock im November 2014
die Brache des ehemaligen Ungers IBA Wohnblock im November 2014

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ehemaliger Ungers IBA-Wohnblock – Situation 2015

Und wie sieht es beim ehemaligen Ungers IBA-Wohnblock zwei Jahre nach dem Abriss aus, im Sommer 2015 ?

Immer noch Brache:

Ungers IBA Wohnblock (ehemalig), Situation im Mai 2015
Ungers IBA Wohnblock (ehemalig), Situation im Mai 2015

Juli 2016 – die Arbeiten haben inzwischen begonnen

Luetzoplatz 201607

November 2016

Gelände ehem. Ungers IBA Wohnblock / Baustelle im November 2016
Gelände ehem. Ungers IBA Wohnblock / Baustelle im November 2016

Februar 2017

Situation ehemaliger Ungers IBA Wohnblock - zukunftig 'Lützow Carré', im Februar 2017 Februar 2017
Situation ehemaliger Ungers IBA Wohnblock – zukunftig ‚Lützow Carré‘, im Februar 2017 Februar 2017

Mai 2017

Ungers IBA Wohnblock Luetzow Carre Mai 2017
Situation ehemaliger Ungers IBA Wohnblock – zukunftig ‚Lützow Carré‘, im Mai 2017

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zuletzt aktualisiert 30. Juni 2017

Maurice Gridaine und Mougins

Der französische Architekt Maurice Gridaine wurde bekannt für seine Kino-Architektur – und als Schöpfer des ‚alten‘ Palais des Festivals in Cannes, des Palais Croisette. Privat lebte er im beeindruckenden Manoir de l’Etang in Mougins.

Maurice Gridaine

Der französische Architekt Maurice Gridaine (geboren 1878 in Paris), Sohn des Architekten G. Gridaine (der im Stil Haussmanns baute), wurde insbesondere für seine oft im Art Deco gestalteten Kino-Bauten bekannt.

Gridaine war unter anderem Architekt der (inzwischen geschlossenen) Kinos Scala (Umbau zum Kino im Stil des Art Deco 1936; Paris; 1999 geschlossen), Cinema Paris (22, avenue des Champs Elysées, erbaut 1936, 1985 abgerissen) und des Variétié (Brüssel 1937, gemeinsam mit Victor Bourgois; ab 1961 Cinérama, 1983 geschlossen) sowie des Kinos Le Berlitz (Paris, 1932, später Ciné-Michodière, heute Gaumont Opéra Premier). Gridaine konzipierte 1933 die Umgesaltung des 1981 geschlossene Kinos ‚Ornano 43‘ in Paris (18. Arr. Paris, später Supermarkt; Fotos hier).

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Schloss Bazoches – Wohnsitz von Vauban

Schloss Bazoches im Burgund war Wohnsitz von Sébastien Le Prestre de Vauban, Festungsbaumeister und General unter Ludwig XIV.

Der französische General Sébastien Le Prestre de Vauban wurde unter Ludwig XIV. zum bedeutendsten Festungsbaumeister Frankreichs. Insgesamt war er an Bau oder Umbau von 160 Festungsanlagen in Frankreich beteiligt. Für seine Verdienste wurden ihm zu Ehren zahlreiche Vauban-Denkmäler in ganz Frankreich errichtet.

„Alles was ich getan habe, galt einem einzigen Ziel: dem Gemeinwohl.“ (Vauban)

Vauban erwarb 1675 in Bazoches du Morvan 10 Kilometer südlich von Vézelay das im zwölften Jahrhundert erbaute Lehnsherren-Schloß Château de Bazoches-du-Morvan. Möglich war ihm dies, nachdem er von Ludwig XIV. für die eroberung von Mastricht (in nur 13 Tagen) eine Belohnung von 40.000 Livres erhalten hatte.

Erste hohe Gäste dieses Schlosses waren die Könige Philippe-Auguste sowie Richard Löwenherz. Vauban ließ es nach eigenen Entwürfen zum privaten Wohnhaus umbauen, das gleichzeitig sein zentrales Atelier beherbergte.

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