Homoehe im 16. Jahrhundert

Zuletzt aktualisiert am 18. März 2019 um 15:57

Die Homoehe – eine Erfindung der Neuzeit? Nein, bereits 1581 berichtet Michel de Montaigne über Eheschließungen zweier Männer – Montaigne und Homoehe im 16. Jahrhundert :

Michel de Montaigne, durch seine Essais bekannt gewordener Schriftsteller und Philosoph, erwähnt auch Eheschließungen Homosexueller. In Tagebuch einer Reise nach Italien über die Schweiz und Deutschland berichtet er 1581 über Homoehe im 16. Jahrhundert :

Montaigne und Homoehe im 16. Jahrhundert

Montaigne kommt am 18. März 1581 gerade vom Petersdom, als er einen jungen Mann trifft, der ihm Erstaunliches berichtet. In der Kirche San Giovanni a Porta Latina hätten“vor ein paar Jahren gewisse Portugiesen eine seltsame Bruderschaft geschlossen„.

Roma, San Giovanni a Porta Latina (Foto: Lalupa, cc-by-sa 3.0)
Roma, San Giovanni a Porta Latina (Foto: Lalupa, cc-by-sa 3.0)

Roma, San Giovanni a Porta Latina LalupaCC BY-SA 3.0

Mann und Mann hätten dort während einer Messe die Ehe geschlossen – und zwar „nach den selben Ritualen, die in unseren Trauungen üblich sind„, so zum Beispiel Evangeliums-Lesung und gemeinsame Kommunion.

Montaigne fährt fort, römische Kirchenrechtler hätten ihn über die ‚Irrtümer‘ dieser ‚Schlaumeier‘ belehrt, die „normale Vereinigung von Mann und Frau“ werde durch die Ehe legitimiert. Die „acht, neun der Portugiesen auf dem Scheiterhaufen büßten„.

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Die Kirche San Giovanni a Porta Latina in Rom befindet sich an der Aurelianischen Mauer, Ausgangspunkt der Via Latina. Sie wurde Ende des 4. Jahrhunderts gegründet; seit der Restaurierung 1191 weist sie auch einen Canmpanile auf. Seit 1517 ist sie Titelkirche eines Kardinals; am 21. Februar 1946 wurde Joseph Frings (1887 Neuss – 1978 Köln) bei der Aufnahme ins Kardinalskollegium San Giovanni a Porta Latina als Titularkirche zugewiesen.

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