Denkmale für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

Der Verfolgung Homosexueller während der Zeit des Nationalsozialismus wurde in Deutschland wie auch international erst weit nach Ende der NS-Herrschaft offiziell und öffentlich gedacht.

Eine Übersicht über die Denkmale für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Deutschland und international:

[List of international and german Memorials to Homosexuals Persecuted Under Nazism:]

Denkmale für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen – Deutschland

1985
In der KZ-Gedenkstätte Neuengamme wird 1985 ein Gedenkstein für homosexuelle NS-Opfer gesetzt.

Denkmale für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen / Gedenkstein homosexuelle NS Opfer KZ Neuengamme (Foto: Fabius / gemeinfrei)
das erste der Denkmale für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Deutschland: Gedenkstein homosexuelle NS Opfer KZ Neuengamme (Foto: Fabius / gemeinfrei)

Der Gedenkstein in Neuengamme (das damals noch nicht Gedenkstätte war), entstand auf Initiative der UHA (heute mhc e.V.). Er ist der erste Gedenkstein für homosexuelle NS-Opfer in Deutschland (davor weltweit nur Mauthausen – siehe unten ‚international‘).

1989
Am Berliner U-Bahnhof Nollendorfplatz wird eine Gedenktafel in Form eines Rosa Winkels angebracht. Die aus einer Initiative von AHA und HuK hervorgegangene Tafel ist das erste Gedenken an homosexuelle NS-Opfer im öffentlichen Raum.

1992
In der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen wird eine metallene Gedenktafel eingeweiht. Sie geht auf Initiativen von DDR-Schwulengruppen, des BVH, des SVD (inzwischen LSVD) und der HuK zurück.

1994
Im Dezember 1994 wird in Frankfurt das von Rosemarie Trockel gestaltete Mahnmal Homosexuellenverfolgung, auch ‚Frankfurter Engel‘, eingeweiht.

1995
In Köln wird die Granit-Skulptur ‚Rosa Winkel‘ der Öffentlichkeit übergeben, initiiert vom Arbeitskreis Homosexualität der ÖTV Köln.
In der KZ-Gedenkstätte Dachau kann endlich eine Gedenktafel an homosexuelle NS-Opfer angebracht werden. Zehn Jahre zuvor war ein erster Versuch am Widerstand insbesondere des Dachau-Komitees ICD gescheitert.

2006
In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald wird 2006 ein Gedenkstein für homosexuelle NS-Opfer enthüllt, initiiert von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland. Zuvor fanden in den 1980er Jahren privat organisierte Gedenkveranstaltungen statt.
In Buchenwald hatte der dänische SS-Arzt Vaernet u.a. Experimente an Homosexuellen durchgeführt.

2008
Im Mai 2008 wird in Berlin das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen eingeweiht. Es wurde auf Beschluss des Deutschen Bundestages errichtet.

2012
Am 22. April 2012 wird – anläßlich des 67. Jahrestags der Befreiung des Lagers – in der Gedenkstätte Ravensbrück eine Gedenktafel für die dort im Männerlager inhaftierten homosexuellen Männer eingeweiht. Eine Gedenktafel für lesbische Frauen existiert weiterhin nicht.

2013
In Nürnberg enthüllt der Bürgermeister am 27. Juni 2013 eine von der Stadtratsfraktion Die Grünen beantragte Gedenkstele.

2016
In der Hansestadt Lübeck gedenkt seit Januar 2016 eine Tafel der homosexuellen NS-Opfer.

in Planung
Offenbach – Beschluss des Stadtparlaments im Dezember 2016.

Denkmale für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen – international

1984
KZ Mauthausen wird auf Initiative der HOSI (Homosexuelle Initiativen Österreichs) ein Gedenkstein für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus eingeweiht. Er stellt das erste Denkmal an im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle weltweit dar.

1987
Das Homomonument in Amsterdam wird eingeweiht. Es trägt die Inschrift „NAAR VRIENDSCHAP ZULK EEN MATELOOS VERLANGEN“ (Eine solch grenzenlose Sehnsucht nach Freundschaft, Jacob Israel de Haan)

1990
In Bologna wird ein Gedenkstein eingeweiht. Er entstand auf Initiative der Gruppe ArciGay.

1993
In Den Haag wird eine Gedenk-Skulptur eingeweiht. Sie greift bewusst nicht die Form des Rosa Winkel auf, sondern will in Form und Farbe selbstbewusstes schwules Leben symbolisieren.

1999
In Anchorage wird auf dem Städtischen Friedhof ein Gedenkstein mit Rosa Winkel aufgestellt, realisiert aus der Schwulenszene heraus.

2001
Im Green Park Darlinghurt in Sydney erinnert eine Stahl-Glas-Skulptur in Form eines Rosa Winkel an im Nationalsozialismus verfolgte Lesben, Schwule und ‚alle, die ihnen zugeschriebene Rollen abgelehnt haben‘.
Am 10. Dezember 2001 (Tag der Menschenrechte) wird in San Francisco im Castro Viertel (und nahe der Harvey Milk Plaza) der ‚Pink Triangle Park and Memorial‘ für alle im Nationalsozialismus ermordeten LGBT eingeweiht. Es ist das erste Mahnmal in den USA für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle.

2005
In der Gedenkstätte für das ehemalige KZ ‚Risiera di San Sabba‘ nahe Triest erinnert eine von ArciGay initiierte Gedenktafel mit Rosa Winkel an ‚die homosexuellen Opfer des Nazi-Faschismus‘.
In Montevideo fordert ein Rosa-Winkel-Stein auf der ‚Plaza de la Diversidad Sexual‘ dazu auf, sexuelle Vielfalt zu ehren.

2010
Im ehemaligen Straf- und Arbeitslager Struthof wird eine Gedenk-Plakette für wegen Homosexualität Deportierte eingeweiht.

2013
Auf Initiative und mit Finanzierung der Stadt wird in Tel Aviv Israels erstes Mahnmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle eingeweiht.

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Text zuletzt aktualisiert 21. Januar 2017

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