ACT UP und Gewaltfreiheit

ACT UP und Gewaltfreiheit – Am 30. November 2017 startet in Deutschland der Film 120 BPM (Robin Campillo) über ACT UP Paris in den Kinos. Gleich die Eingangs-Szene thematisert das Verhältnis von ACT UP Paris und Gewaltfreiheit – und weist indirekt auf deutliche Unterschiede hin zwischen der Pariser ACT UP Gruppe und ACT UP in Deutschland, aber auch den USA.

Eine ‚Blutbombe‘, Handschellen, Fixierung – bei der ACT UP Aktion, mit der der Film 120 BPM beginnt, geht es handfest zur Sache. Doch wie stand es in der Realität des Aids-Aktivismus um ACT UP und Gewaltfreiheit ?

Gewaltfreiheit und Protest – nonviolent direct action

Die Aids-Aktionsgruppen ACT UP waren von Beginn an Gruppen der nonviolent direct action. ACT UP bedeutete gewaltfreie Aktionen des zivilen Ungehorsams.

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Barbara – Chansonstar machte Aids-Prävention im Knast

Barbara, die 1997 verstorbene französische Sängerin, ist besonders für ihre Chansons wie ‚Göttingen‘ bekannt. Nahezu unbekannt war lange, dass Barbara sich intensiv für die Aids-Bekämpfung einsetzte, regelmäßig HIV-Positive in Krankenhäusern und Haftanstalten besuchte.

Am 9. Juni 1930 wurde Monique Andrée Serf in Paris als zweites Kind einer jüdischen Familie geboren. Vor den NS-Besatzern nach Südost-Frankreich geflohen, musste die Familie sich dort vor dem mit Nazi-Deitschland kollaborierenden Vichy-Regime unter Pétain verbergen.

Ab 1950, nach einem Gesangsstudium in Paris, versucht sie sich in Bruxelles als Chanson-Sängerin, nahm den Künstlernamen Barbara Brody an (der Familienname ihrer Mutter lautete Brodsky). Ab ihrer Rückkehr nach Paris Ende 1955 trat sie unter dem Namen Barbara als Chanson-Sängerin auf, erreichte bald weltweiten Ruhm.

Bekannt wurde Barbara für ihre Chansons. Dass die Sängerin sich auch gesellschaftspolitisch einsetzte, bis kurz vor ihrem Tod für die Aids-Bekämpfung engagierte, war lange Zeit nahezu unbekannt.

Barbara starb am 24. November 1997 im Alter von 67 Jahren in Neuilly sur Seine. Sie wurde auf der Cimetière de Bagneux im Süden von Paris im Familiengrab Brodsky beigesetzt (4. Abteilung).

Barbara und ‚Göttingen‘

In Deutschland ist Barbara vielen am ehesten bekannt für ihr Chanson ‚Göttingen‚, das sie im Jahr 1964 in Göttingen komponierte und das zu einem ihrer bekanntesten Chansons wurde.

Barbara, Auftritt Grand Gala du Disque Populaire 1968 [Jac. de Nijs. Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO), 1945-1989 - negatiefstroken zwart/wit, nummer toegang 2.24.01.05, bestanddeelnummer 921-1453; Lizenz cc-by-sa 3.0 nl]
Barbara, Auftritt Grand Gala du Disque Populaire 1968 [Jac. de Nijs. Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO), 1945-1989 – negatiefstroken zwart/wit, nummer toegang 2.24.01.05, bestanddeelnummer 921-1453; Lizenz cc-by-sa 3.0 nl]
Barbnara kam – wenig begeistert – auf Einladung von Günther Klein, Direktor des Jungen Theaters, am 4. Juli 1964 nach Göttingen. Entgegen ihren Erwartungen (und nach einem problematischen Auftakt wegen eines verkehrten Klaviers) wird sie begeistert gefeiert – und verlängert ihren Aufenthalt in Göttingen auf eine Woche. Am letzten Abend stellt sie in ihrem Abschiedskonzert eine erste – damals noch teils gesprochene – Version des Lieds Göttingen vor.

In ihrer Autobiographie erinnert sie sich:

„En Göttingen je découvre la maison des frères Grimm où furent écrits les contes bien connus de notre enfance. C’est dans le petit jardin contigu au théâtre que j’ai gribouillé ‚Göttingen‘, le dernier midi de mon séjour. Le dernier soir, tout en m’excusant, j’en ai lu et chanté les paroles sur une musique inachevée. J’ai terminé cette chanson à Paris. Je dois donc cette chanson à l’insistance têtue de Gunther Klein, à dix étudiants, à une vieille dame compatissante, à la blondeur des petits enfants de Göttingen, à un profond désir de réconciliation, mais non d’oubli.“

(„In Göttingen entdeckte ich das Haus der Gebrüder Grimm, in dem die bekannten Geschichten unserer Kindheit entstanden. In dem kleinen Garten neben dem Theater kritzelte ich am letzten Mittag meines Aufenthalts ‚Göttingen‘. Am letzten Abend las und sang ich den Text, mit Entschuldigungen, zu noch unfertiger Musik. In Paris erst habe ich es fertiggestellt. Dieses Lied verdanke ich also dem hartnäckigen Drängen Günther Kleins, zehn Studenten, einer liebenswerten alten Dame, den blonden kleinen Kindern Göttingens, und einem tiefen Verlangen nach Versöhnung, aber nicht Vergessen.“ [Übers. UW])

Barbara – jahrelang engagiert im Kampf gegen Aids, für Positive

1988 kündigt Barbara an, ein Jahr ihrer Karriere der Aids-Bekämpfung zu widmen. In der Folge sammelt sie Gelder für die Aids-Bekämpfung,  singt an Universitäten, an Schulen, in Gefängnissen. Bei ihren Konzerten werden körbeweise Kondome zur Verfügung gestellt.

Vor allem aber. die Chanson-Sängerin besucht ab Jahresbeginn 1989 äußerst diskret einmal pro Woche Kranke und deren Angehörige auf einer Pariser Infektionsstation.

Und: Barbara sucht immer wieder, weitgehend ohne Öffentlichkeit im Stillen, Haftanstalten in ganz Frankreich auf. In anstaltsinternen Veranstaltungen mit teils hunderten Teilnehmer/innen tritt sie auf, um Gefangene mit HIV / Aids zu unterstützen und Präven­tionsbotschaften zu übermitteln. Ihre ganz persönliche ‚Mini-Präventions-Tournee‘, wie sie es nennt.

Ihre Eindrücke und Erfahrungen bringt Barbara in derm Chanson Sid’amour às mort [sida = frz. Aids] zum Ausdruck.

Zunächst als Projekt für ein Jahr angekündigt, setzt Barbara ihr Engagement gegen Aids und für HIV-Positive, die Besuche in Krankenhäusern und Haftanstalten, auch nach dem ersten Jahr fort – bis kurz vor ihrem Tod 1997.

Begleitet wurde Barbara dabei oft von Prof. Gilles Pialoux (inzwischen Direktor des ‚ser­vice des maladies infectieuses et tropicales‚ am Hôpital Tenon, Paris, Chefredakteur von vih.org und der Zeitschrift Transcriptases). Pialoux brach erst 2011, vierzehn Jahre nach ih­rem Tod das (von ihr erbetene) Schweigen, um auf diese einzigartige Form des Enga­gements aufmerksam zu machen.

Barbara – Interview über Homophobie, HIV und Prävention

Im Dezember 1989 gibt Barbara dem Gai Pied (Ausgabe 398, 14. bis 20. Dezember 1989) ein Interview. Sie erzählt von ihren Besuchen bei HIV-Positiven in Krankenhäusern und Gefängnissen. Berichtet von verzweifelten Menschen, von fehlender Akzeptanz und von Homophobie. Von ihren Schwierigkeiten, überhaupt Insassen in Gefängnissen besuchen zu dürfen, von Repressalien, Drogenkonsum, Stigmatisierung auch als Grund, keine Kondome zu verwenden, der Isolation HIV-positiver Inhaftierter.

Jacques Attali habe ihr viel ermöglicht, Türen geöffnet. Und die von Danielle Mitterrand (1924 – 2011; Resistance Widerstandskämpferin und Frau des französischen Staatspräsidenten Francois Mitterrand) gegründete Fondation France-Libertés, die ihre Reisen in die Knäste finanziell ermöglicht.

Über die Aids-Aktionsgruppen ACT UP sagt sie, ja, auch sie sei eine Frau in Wut, und Wut sei Leben. Es sei notwendig, die Wahrheit laut auszusprechen. Sie bittet die Leser

„Ich liebe euch. Passt auf euch auf!

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Abschaltung ondamaris

Am 14. November 2012 – vor fünf Jahren – ist der letzte Artikel auf ondamaris erschienen. Bald ist es an der Zeit für die Abschaltung ondamaris .

Seit der Einstellung stand ondamaris bisher weiterhin unter der bekannten Adresse www.ondamaris.de online, zunächst im bekannten ‚look and feel‘, später – nachdem die Oberfläche (Theme) sicherheitsrelevante Updates nicht mehr ‚mitmachte‘ – mit einer vereinfachten Oberfläche.

Abschaltung ondamaris Ende 2017 / frühere Startseite, Ausschnitt, Zustand 15. November 2012 (nach Einstellung) ondamaris frühere Startseite, Ausschnitt, Zustand 15. November 2012 (nach der Einstellung)

Ab 1. Januar 2018 wird ondamaris nun endgültig abgeschaltet. Die Adresse www.ondamaris.de leitet ab dann direkt auf die Kategorie ondamaris auf 2mecs weiter. Die ‚alte‘ ondamaris-Seite ist bis auf weiteres noch nicht ganz gelöscht – sie wird dann weiterhin zu finden sein, als Archiv unter der Adresse http://archiv.ondamaris.de/ .

Einige Texte, die ich für ondamaris geschrieben habe, und die mir (aus je verschiedenen Gründen) wichtig erschienen, habe ich inzwischen in eine eigene Kategorie ‚ondamaris‘ auf meine privaten Internetseite 2mecs gestellt.

Auch nach der Einstellung von ondamaris schreibe ich gelegentlich über HIV und Aids, diese Texte finden sich alle in der Kategorie HIV/Aids.

Wer mitlesen möchte, was mich ansonsten bewegt, findet mich weiterhin auf meiner privaten Internetseite 2mecs.

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Bourges – Stadt des Berry voller Kunst und Sehenswürdigkeiten

Nahe der Mitte Frankreichs liegt die Stadt Bourges, Hauptstadt des Departements Cher – trotz langer Geschichte und zahlreicher Sehenswürdigkeiten von Touristen aus Deutschland bisher nur wenig wahrgenommen.

Südlich von Paris liegt 2 Stunden Zugfahrt entfernt und nahe an der Mitte Frankreichs die Kleinstadt Bourges (ca. 66.000 Einwohner).

In der Antike Avaricum genannt, war die Stadt damals Hauptort der Bituriger. Sie widersetzten sich dem Einmarsch der Römer. Doch während des Gallischen Krieges siegte hier Julius Caesar 52 v.Chr. in der Schlacht um Acvaricum gegen die aufständischen Gallier, die angeführt wurden von Vercingetorix.

507 kam Bourges zum Reich der Franken, wurde ab dem 8. Jahrhundert Grafschaft. In Folge einer Verpfändung 1101 an den französischen König wurde Bourges Teil der Domaine royal (Krondomäne). Mit dem Bau der Kathedrale kommt die Stadt im 12. Jahrhundert zu neuer Bedeutung. Im 14. und 15. Jahrhundert erlebte Bourges eine erste Blüte, insbesondere zu Zeiten von Jacques Coeur (1395 – 1456; s.u.), dem Finanzier von König Karl VII. Zeitweise ist Bourges Hauptstadt Frankreichs (unter Karl VII.). Unter Ludwig XI. wird in Bopurges die Universität gegründet.

Ein Brand zerstörte 1487 zwei Drittel der Stadt, viele Fachwerkhäuser allerdings wurden nach dem Brand wieder aufgebaut. Dennoch, Bourges verliert zu dieser Zeit seine Position als einer der wichtigsten Orte des Königreichs. Während der Hugenotten-Kriege (-> Bartholomäusnacht) wurde Bourges kurzzeitig für die Hugenotten erobert, trat aber später auf die Seite der katholischen Liga.

Bourges / Panorama eines teils der Altstadt, links der Bischofs-Garten
Bourges / Panorama eines Teils der Altstadt vom Turm der Kathedrale aus gesehen

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Les Rita Mitsouko

Das Avantgarde-Pop-Duo Les Rita Mitsouko stand wie kaum eine zweite Gruppe Mitte der 1980er Jahre für experimentellen wie exzentrischen Pop französischer Produktion. Ihr größter Erfolg war wohl 1985 Marcia Baila, ihre zweite Single-Auskopplung aus der erste LP. Nach dem Tod Fred Chichins löste Catherine Ringer die Gruppe 2008 auf.

Les Rita Mitsouko 2007 bei den Eurockéennes (Foto: Rama, Lizenz cc-by-sa 2.0)
Les Rita Mitsouko am 29. Juni 2007 bei den Eurockéennes (Foto: Rama, Lizenz cc-by-sa 2.0)

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Olympia 2024 in Lacanau Océan?

Findet Olympia 2024 in Lacanau Océan statt – die Surf-Wettbewerbe ? Nach der Vergabe der Olympischen Spiele 2024 an Paris rechnet sich die Surfer-Hochburg am Atlantik große Chancen aus, Austragungsort der Surf-Wettbewerbe zu werden.

Die Olympischen Sommerspiele 2024 (JO 2024) finden in Paris statt. Paris und Los Angeles einigten sich auf diese Lösung. Zuvor waren bereits zwei Bewerbungen von Paris gescheitert. Offiziell wurde die Entscheidung am 13. September 2017. Damit macht sich Lacanau Hoffnungen, Austragungsort der Surf-Wettbewerbe zu werden.

Surf-Wettbewerbe Olympia 2024 in Lacanau ?
Surf-Wettbewerbe Olympia 2024 in Lacanau ?

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Erich Mühsam in Lübeck

Erich Mühsam wurde am 6. April 1878 in Berlin geboren, seine Kindheit und Jugend verbrachte Erich Mühsam in Lübeck. 1900 verließ Erich Mühsam Lübeck Richtung Berlin.

Der Schriftsteller und Publizist Erich Mühsam verbrachte seine Jugendjahre in der Hansestadt Lübeck. Ein Stolperstein vor dem Buddenbrookhaus erinnert heute an ihn.

Erich Mühsam ca. 1894
Erich Mühsam ca. 1894

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Schweigen = Tod, Aktion = Leben – ACT UP in Deutschland 1989 bis 1993

Die Aids-Aktionsgruppen ACT UP sorgten auch in Deutschland Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre mit teils spektakulären Aktionen für Aufmerksamkeit. ‚ Schweigen = Tod, Aktion = Leben – ACT UP in Deutschland 1989 bis 1993 ‚ – unter diesem Titel habe ich meine persönlichen Erinnerungen zu ACT UP in einem Buch veröffentlicht.

Ulrich Würdemann: Schweigen = Tod, Aktion = Leben - ACT UP in Deutschland 1989 bis 1993 cover
Ulrich Würdemann: Schweigen = Tod, Aktion = Leben – ACT UP in Deutschland 1989 bis 1993 cover

Mit mediengängigen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen sorgten auf dem Höhepunkt der Aids-Krise, Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre, Aids-Aktionsgruppen ACT UP für Aufmerksamkeit. Ziel dieser neuen Form des Aktivismus: Druck auf Politik, Medizin und Öffentlichkeit auszuüben, die Aids-Krise und vor allem die Situation von Menschen mit HIV und Aids ernster zu nehmen – und endlich zu handeln.

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eine schwule Lebensweise entwickeln

„Schwul zu sein bedeutet, glaube ich, nicht sich zu identifizieren mit den psychologischen Merkmalen und den sichtbaren Masken des Homosexuellen. Sondern es bedeutet zu versuchen eine Lebensweise zu definieren und zu entwickeln.“

Michel Foucault portrait by Paul Loboda be.net/Loboda_Paul (Lizenz cc-by-sa 4.0)
Michel Foucault portrait by Paul Loboda be.net/Loboda_Paul (Lizenz cc-by-sa 4.0)

„Etre gay, c‘est, je crois, non pas s‘identifier aux traits psychologiques et aux masques visibles de l‘homosexuel, mais chercher à definir et à développer un mode de vie.“
[Übers. oben: UW]

(Michel Foucault, ‚De l‘amitié comme mode de vie‘, in: Gai Pied April 1981, sowie Dits et Ecrits Nr. 293; deutsch zuerst in ‚Von der Freundschaft – Michel Foucault im Gespräch‚, Merve 1984)

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Michel Foucault wurde am 15. Oktober 1926 in Poitiers geboren. Er starb am 25. Juni 1984 in Paris. Das Grab von Michel Foucault befindet sich in Vendeuvre nahe Poitiers.

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die Dorfdisco – eine aussterbende Institution?

Die Dorfdisco – eine französische Dokumentation aus dem Jahr 1995 zeichnet ein liebevolles Portrait einer Institution, die einst lebensnotwenig schien, und nicht nur in Frankreich inzwischen am Aussterben ist.

Saturday Night Fever, Thank got it’s friday – Freitag und Samstag Nacht sind nicht erst seit den 1970er Jahren für viele, besonders jüngere, Menschen bedeutende Orientierungspunkte im Leben. Zentraler Anlaufpunkt dabei oft: die Disco. Und gerade in der Provinz, auf dem Land, wo es deutlich weniger Auswahl für das Wochenend-Vergnügen gibt, kam der Dorfdisco eine besondere Bedeutung zu.

Dabei hatte die Dorfdisco auch ihren ganz eigenen Charme: geht es in den hippen aufgestylten Diskotheken der Städte (auch) darum, wer die tollsten, modernsten Klamotten trägt (und das entsprechende Geld dafür hat), die aufwendigste Frisur, die neuesten Schritte beherrscht, so stand die Dorfdisco eher dafür, gemeinsam Party zu machen, den Alltag und andere Äußerlichkeiten wie Mode und Aussehen zu vergessen – und zusammen Spaß zu haben.

Dorfdisco in der DDR 1987 [ADN-ZB Bartocha 11.2.87 Bez. Neubrandenburg: Nienhagen - Patendorf der FDJ- Disco in der Dorfgaststätte ist eine der neuesten Errungenschaften für die jungen Leute in Nienhagen. Die Gaststätte "Am Ziegenmarkt" ist Eigentum der LPG. Sie gehört im weiten Umkreis des Dorfes zu denen, die keine Konkurrenz zu scheuen brauchen. Die Einrichtung wird von einem Ehepaar betrieben, das aus dem Bezirk Dresden kam und eines der neuen Eigenheime bezog. - siehe auch 1987-0211-9 und 10N -; Foto Benno Bartocha, Bundesarchiv, Bild 183-1987-0211-008 / CC-BY-SA 3.0]
Dorfdisco in der DDR 1987 [Neubrandenburg: Nienhagen – Blick in die Dorfdisco  Gaststätte „Am Ziegenmarkt“; Foto Benno Bartocha, Bundesarchiv, Bild 183-1987-0211-008 / CC-BY-SA 3.0]
Doch es steht schlecht um die einstige Ikone des Vergnügens auf dem Land, um die Dorfdisco. In Deutschland wie in Frankreich melden immer mehr Discotheken Insolvenz an, besonders bedroht ist die Dorfdisco – Diskothekensterben, oder normale Marktbereinigung?

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