André Baudry und Arcadie

Die französische Homosexuellengruppe Arcadie und ihre gleichnamige Zeitschrift wurden 1954 von André Baudry (1922 – 2018) gegründet. Baudry löste die Gruppe 1982 auf.

Arcadie war eine Vereinigung von Männern, die sich lange Zeit eher mit dem Begriff Homophile (erstmals geprägt 1949 von Arendt van Sundhorst) wohlgefühlt haben mögen. Eine Gruppe der ‚zweiten Homosexuellenbewegung‘. Ihr Gründer und Doyen war André Baudry (1922 – 2018).

Arcadie Message de Jean Cocteau
Arcadie Message de Jean Cocteau (Arcadie Ausgabe Nr. 1, Januar 1954)

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Gay Pride CSD in Frankreich – seit 1981

Am 4. April 1981 fand in Paris die erste große Demonstration von Schwulen und Lesben statt – der (aus heutiger Sprache gesehen) erste CSD in Frankreich . Allerdings heißt es selten CSD in Frankreich, eher Gay Pride und seit den 2000er Jahren Marche des Fiertés.

Seit 1981 demonstrieren Lesben und Schwule in Frankreich in großer Zahl öffentlich für ihre Rechte. Zuvor hatten Schwule und Lesben bereits ab Mai 1971 (bis 1978) sichtbar an Demonstrationen teilgenommen (Mai-Demonstrationen Paris). Im gleichen Jahr war mit der FHAR Front Homosexuel d’Action Révolutionnaire die bedeutendste Gruppe der schwulen Emanzipationsbewegung der 19790er Jahre in Frankreich gegründet worden.

Am 25. Juni 1977 fand in Paris die erste kleine unabhängige Demonstration Homosexueller statt, danach erneut 1979 (erstmals taucht der Begriff Gay Pride auf) und 1980. Am 4. April 1981 schließlich fand die erste große und weithin bemerkte Demonstration mit annähernd 10.000 Teilnehmer/innen in Paris von der place Maubert bis Beaubourg statt.

erster CSD in Frankreich - Paris 2. Marche des fiertés gay im Juni 1982, organisiert von der CUARH (Foto: Claude TRUONG NGOC)
Paris 2. Marche des fiertés gay im Juni 1982, organisiert von der CUARH (Foto: Claude TRUONG NGOC)

La première Marche nationale pour les droits et les libertés des homosexuels et des lesbiennes organisée le 4 avril 1981 à Paris par le Comité d’urgence anti-répression homosexuelle (CUARH). – Claude TRUONG-NGOC (Ctruongngoc) – CC BY-SA 3.0

Jack Lang (ab 22. Mai 1982 Minister für Kultur) beteiligt sich an der Demonstration. Juliette Gréco nimmt an der abendlichen Gala teil.

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Inversions – die erste schwule Zeitschrift Frankreichs

Inversions gilt als ‚erste schwule Zeitschrift Frankreichs‘. Sie erschien nur in vier Ausgaben in den Jahren 1924 und 1925.

Zwei Postbedienstete gründeten 1924 Frankreichs erste Homosexuellen-Zeitschrift. Inversions dans l’art, la littérature, l’histoire, la philosophie et la science erschien nur in wenigen Ausgaben. Beide wurden angeklagt und zu Haftstrafen verurteilt.

Inversions No. 1 November 1924 (Scan Spiessens, Lizenz cc-by-sa 3.0)
Inversions No. 1 November 1924 (Scan Spiessens, Lizenz cc-by-sa 3.0)

Inversions… dans l’art, la littérature, l’histoire, la philosophie et la science, revue française (1924) (Scan Spiessens, Lizenz cc-by-sa 3.0)

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Akademos – Jacques d’Adelswärd-Fersen gründet 1909 erste Zeitschrift über Homosexualität in Frankreich

Sie wird oft als ‚erste schwule Zeitschrift Frankreichs‘ bezeichnet: Akademos (voller Titel: Akademos : revue mensuelle d’art libre et de critique), herausgegeben von Jacques d’Adelswärd-Fersen. Und ist doch wohl eher die erste Zeitschrift über Homosexualität (während Inversions vielen als erste Homosexuellen-Zeitschrift Frankreichs gilt).

Akademos wurde nach Planungen ab 1907 im Januar 1909 in Paris gegründet. Die erste Ausgabe erschien mit einem Umfang von 160 Seiten am 15. Januar 1909 im Verlag von Albert Messein (1873 – 1957; Messein war auch Verleger der Werke von Verlaine).

Akademos Ausgabe 1909 (public domain)
Akademos Ausgabe 1909 (public domain)

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Tri-Ergon – 1919 wird in Berlin ein Verfahren für Tonfilm erfunden

Wie können stumme Bilder im Kino tönen? Drei Berliner Erfinder hatten 1919 eine Lösung – Tri Ergon. In Berlin-Wilmersdorf erinnert eine Gedenktafel an ihr ‚Laboratorium für Kinematographie‘.

Tri-Ergon – ein Begriff, der inzwischen nahezu in Vergessenheit geraten ist. Ganz anders in den 1920er Jahren. Die Anfänge des Tonfilms. In Berlin sind drei Männer ganz vorne mit dabei, bei der Entwicklung von Techniken zur Kombination von Bild und Ton.

Wie läßt sich Schall photographisch auf einem  Medium mit Bild kombinieren – zum Tonfilm? Damit beschäftigen sich in den 1920er Jahren Josef Engl, Hans Vogt und Joseph Massolle. Sie entwickeln das ‚Lichtton – Verfahren‘. Und gründen nebenbei auch noch ein Schallplattenlabel.

Tri Ergon - Gedenktafel für das 'Laboratorium für Kinematographie in Berlin'
Tri Ergon – Gedenktafel für das ‚Laboratorium für Kinematographie in Berlin‘

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Beziehung und Treue – „Treue ist für mich nicht was Sexuelles …“ – Ulli 1986 Interview für ‚Beziehungsweise andersrum‘

1986, ich war 27 Jahre alt und seit gut drei Jahren mit Frank zusammen, interviewte Thomas Grossmann mich für sein Buch „Beziehungsweise andersrum“. Gedanken über Freundschaft, Liebe, Beziehung und Treue :

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Ulli ist 27 und lebt mit seinem drei Jahre jüngeren Freund in der Nähe von Köln.

Ulli: Mein erster Einstieg in die schwule Szene war sowas wie eine Beziehung. Das war während meiner Bundeswehrzeit in Oldenburg. Ich bin in ’ne schwule Kniepe gegangen, viel zu früh, und hab da einen Typen in meinem Alter kennengelernt. Mit dem hatte ich für einige Zeit eine lockere Beziehung.
Wir waren nicht fest zusammen, haben aber viel miteinander gemacht. Er war schon zwei Jahre in der Szene, und er hat mir viel gezeigt und von der Szene erzählt.
Dann bin ich nach Bremerhaven gekommen, habe aber die erste Zeit keine Berziehung gehabt. Nur später eine, die drei Monate dauerte und recht unschön in die Brüche ging.
Als ich nach Hamburg gekommen bin, habe ich nach sechs Wochen in einer schwulen Disco Frank kennengelernt. Ich habe ihn mit nachhause genommen, und daraus ist eine bis jetzt andauernde Beziehung geworden. Also vier Jahre. Frank war zu der Zeit 20 und ich 23.

Wie hast du dir damals eine Beziehung vorgestellt?

Ich glaube, ich habe vorher nie eine richtige Vorstellung gehabt, wie ’ne Beziehung sein sollte. Nur den Wunsch nach einem sehr, sehr engen Zusammengehörigkeitsgefühl. Mich anders zu fühlen, wenn ich mit meinem Freund zusammen bin. Kaum konkrete Vorstellungen.

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ACT UP und Gewaltfreiheit

ACT UP und Gewaltfreiheit – Am 30. November 2017 startet in Deutschland der Film 120 BPM (Robin Campillo) über ACT UP Paris in den Kinos. Gleich die Eingangs-Szene thematisert das Verhältnis von ACT UP Paris und Gewaltfreiheit – und weist indirekt auf deutliche Unterschiede hin zwischen der Pariser ACT UP Gruppe und ACT UP in Deutschland, aber auch den USA.

Eine ‚Blutbombe‘, Handschellen, Fixierung – bei der ACT UP Aktion, mit der der Film 120 BPM beginnt, geht es handfest zur Sache. Doch wie stand es in der Realität des Aids-Aktivismus um ACT UP und Gewaltfreiheit ?

Gewaltfreiheit und Protest – nonviolent direct action

Die Aids-Aktionsgruppen ACT UP waren von Beginn an Gruppen der nonviolent direct action. ACT UP bedeutete gewaltfreie Aktionen des zivilen Ungehorsams.

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Barbara – Chansonstar machte Aids-Prävention im Knast

Barbara, die 1997 verstorbene französische Sängerin, ist besonders für ihre Chansons wie ‚Göttingen‘ bekannt. Nahezu unbekannt war lange, dass Barbara sich intensiv für die Aids-Bekämpfung einsetzte, regelmäßig HIV-Positive in Krankenhäusern und Haftanstalten besuchte.

Am 9. Juni 1930 wurde Monique Andrée Serf in Paris als zweites Kind einer jüdischen Familie geboren. Vor den NS-Besatzern nach Südost-Frankreich geflohen, musste die Familie sich dort vor dem mit Nazi-Deitschland kollaborierenden Vichy-Regime unter Pétain verbergen.

Ab 1950, nach einem Gesangsstudium in Paris, versucht sie sich in Bruxelles als Chanson-Sängerin, nahm den Künstlernamen Barbara Brody an (der Familienname ihrer Mutter lautete Brodsky). Ab ihrer Rückkehr nach Paris Ende 1955 trat sie unter dem Namen Barbara als Chanson-Sängerin auf, erreichte bald weltweiten Ruhm.

Bekannt wurde Barbara für ihre Chansons. Dass die Sängerin sich auch gesellschaftspolitisch einsetzte, bis kurz vor ihrem Tod für die Aids-Bekämpfung engagierte, war lange Zeit nahezu unbekannt.

Barbara starb am 24. November 1997 im Alter von 67 Jahren in Neuilly sur Seine. Sie wurde auf der Cimetière de Bagneux im Süden von Paris im Familiengrab Brodsky beigesetzt (4. Abteilung).

Barbara und ‚Göttingen‘

In Deutschland ist Barbara vielen am ehesten bekannt für ihr Chanson ‚Göttingen‚, das sie im Jahr 1964 in Göttingen komponierte und das zu einem ihrer bekanntesten Chansons wurde.

Barbara, Auftritt Grand Gala du Disque Populaire 1968 [Jac. de Nijs. Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO), 1945-1989 - negatiefstroken zwart/wit, nummer toegang 2.24.01.05, bestanddeelnummer 921-1453; Lizenz cc-by-sa 3.0 nl]
Barbara, Auftritt Grand Gala du Disque Populaire 1968 [Jac. de Nijs. Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO), 1945-1989 – negatiefstroken zwart/wit, nummer toegang 2.24.01.05, bestanddeelnummer 921-1453; Lizenz cc-by-sa 3.0 nl]
Jac. de Nijs. Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO), 1945-1989 – negatiefstroken zwart/wit, nummer toegang 2.24.01.05, bestanddeelnummer 921-1453Nationaal Archief Lizenz CC BY-SA 3.0 nl

Barbara kam – wenig begeistert – auf Einladung von Günther Klein, Direktor des Jungen Theaters, am 4. Juli 1964 nach Göttingen. Entgegen ihren Erwartungen (und nach einem problematischen Auftakt wegen eines verkehrten Klaviers) wird sie begeistert gefeiert – und verlängert ihren Aufenthalt in Göttingen auf eine Woche. Am letzten Abend stellt sie in ihrem Abschiedskonzert eine erste – damals noch teils gesprochene – Version des Lieds Göttingen vor.

In ihrer Autobiographie erinnert sie sich:

„En Göttingen je découvre la maison des frères Grimm où furent écrits les contes bien connus de notre enfance. C’est dans le petit jardin contigu au théâtre que j’ai gribouillé ‚Göttingen‘, le dernier midi de mon séjour. Le dernier soir, tout en m’excusant, j’en ai lu et chanté les paroles sur une musique inachevée. J’ai terminé cette chanson à Paris. Je dois donc cette chanson à l’insistance têtue de Gunther Klein, à dix étudiants, à une vieille dame compatissante, à la blondeur des petits enfants de Göttingen, à un profond désir de réconciliation, mais non d’oubli.“

(„In Göttingen entdeckte ich das Haus der Gebrüder Grimm, in dem die bekannten Geschichten unserer Kindheit entstanden. In dem kleinen Garten neben dem Theater kritzelte ich am letzten Mittag meines Aufenthalts ‚Göttingen‘. Am letzten Abend las und sang ich den Text, mit Entschuldigungen, zu noch unfertiger Musik. In Paris erst habe ich es fertiggestellt. Dieses Lied verdanke ich also dem hartnäckigen Drängen Günther Kleins, zehn Studenten, einer liebenswerten alten Dame, den blonden kleinen Kindern Göttingens, und einem tiefen Verlangen nach Versöhnung, aber nicht Vergessen.“ [Übers. UW])

Barbara – jahrelang engagiert im Kampf gegen Aids, für Positive

1988 kündigt Barbara an, ein Jahr ihrer Karriere der Aids-Bekämpfung zu widmen. In der Folge sammelt sie Gelder für die Aids-Bekämpfung,  singt an Universitäten, an Schulen, in Gefängnissen. Bei ihren Konzerten werden körbeweise Kondome zur Verfügung gestellt.

Vor allem aber, die Chanson-Sängerin besucht ab Jahresbeginn 1989 äußerst diskret einmal pro Woche Kranke und deren Angehörige auf einer Pariser Infektionsstation.

Auf eine Frage eines Kaplans erzählt sie zu ihren Krankenhaus-Einsätzen

“ Mais qu’est-ce que tu leur dis, aux malades ? – Je dis pas, moi, j’écoute. „
(Aber was sagst du den Kranken? – Ich rede nicht, ich höre zu.“ [Übrs. UW])

Und: Barbara sucht immer wieder, weitgehend ohne Öffentlichkeit im Stillen, Haftanstalten in ganz Frankreich auf. In anstaltsinternen Veranstaltungen mit teils hunderten Teilnehmer/innen tritt sie auf, um Gefangene mit HIV / Aids zu unterstützen und Präven­tionsbotschaften zu übermitteln. Ihre ganz persönliche ‚Mini-Präventions-Tournee‘, wie sie es nennt.

Zu ihrem Aids-Engagement bemerkte Barbar selbst

„Un abruti m’a dit un jour que je menais cette action parce que j’étais morbide. Mais moi, je hais la mort ! Justement, c’est pour ça ! C’est le goût de la vie qui me fait agir.“
(Irgendjemand hat mir einmal gesagt, ich mache das weil ich morbide sei. Aber ich hasse den Tod! Es ist der Geschmack des Lebens, der mich handeln lässt.“ [Übers. UW])

Ihre Eindrücke und Erfahrungen bringt Barbara in derm Chanson Sid’amour às mort [sida = frz. Aids] zum Ausdruck.

Zunächst als Projekt für ein Jahr angekündigt, setzt Barbara ihr Engagement gegen Aids und für HIV-Positive, die Besuche in Krankenhäusern und Haftanstalten, auch nach dem ersten Jahr fort – bis kurz vor ihrem Tod 1997.

Begleitet wurde Barbara dabei oft von Prof. Gilles Pialoux (inzwischen Direktor des ‚ser­vice des maladies infectieuses et tropicales‚ am Hôpital Tenon, Paris, Chefredakteur von vih.org und der Zeitschrift Transcriptases). Pialoux brach erst 2011, vierzehn Jahre nach ih­rem Tod das (von ihr erbetene) Schweigen, um auf diese einzigartige Form des Enga­gements aufmerksam zu machen.

Barbara unterstützte auch die Aids-Aktionsgruppe ACT UP Paris: sie übertrug der Gruppe 1996 die Rechte (droit d’auteur) an ihrem Chanson Le Couloir. Die Einnahmen hieraus fliessen an ACT UP Paris. Kontakte bestanden seit längerer Zeit – einer derjenigen die Barbara im Krankenhaus besuchte, war der 1994 verstorbene ACT UP Paris Präsident Cleews Vellay.

Barbara – Interview über Homophobie, HIV und Prävention

Im Dezember 1989 gibt Barbara dem Gai Pied (Ausgabe 398, 14. bis 20. Dezember 1989) ein Interview. Sie erzählt von ihren Besuchen bei HIV-Positiven in Krankenhäusern und Gefängnissen. Berichtet von verzweifelten Menschen, von fehlender Akzeptanz und von Homophobie. Von ihren Schwierigkeiten, überhaupt Insassen in Gefängnissen besuchen zu dürfen, von Repressalien, Drogenkonsum, Stigmatisierung auch als Grund, keine Kondome zu verwenden, der Isolation HIV-positiver Inhaftierter.

Jacques Attali habe ihr viel ermöglicht, Türen geöffnet. Und die von Danielle Mitterrand (1924 – 2011; Resistance Widerstandskämpferin und Frau des französischen Staatspräsidenten Francois Mitterrand) gegründete Fondation France-Libertés, die ihre Reisen in die Knäste finanziell ermöglicht.

Über die Aids-Aktionsgruppen ACT UP sagt sie, ja, auch sie sei eine Frau in Wut, und Wut sei Leben. Es sei notwendig, die Wahrheit laut auszusprechen. Sie bittet die Leser

„Ich liebe euch. Passt auf euch auf!

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Text zuletzt aktualisiert 5. Februar 2018