Zwischen den Jahren

Die Zeit nach Weihnachten und vor dem Jahreswechsel ist ja immer eine etwas seltsame Zeit – bei uns heißt sie „zwischen den Jahren“.

Der Stress der Weihnachtsvorbereitung ist vorbei, die Weihnachtstage selbst waren (hoffentlich) ruhig und angenehm, vielleicht nur etwas viel gegessen, wieder einmal. Arbeiten muss man, wenn man/frau glücklich ist, vielleicht auch nicht. Da kann man sich ja die ruhige Stimmung der Weihnachtstage noch ein wenig verlängern, sozusagen aufheben bis ja eh schon wieder bald Silvester und Neujahr sind, danach dann der neue alte Trott des Alltags droht. Jetzt aber könnt’ man sich ja mal Zeit für längst Liegengebliebenes nehmen, in dieser Zeit so irgendwo dazwischen.

„ Zwischen den Jahren “ hieß diese Zeit bei uns zuhause früher immer.
Vollkommen blöder Begriff, ‘zwischen den Jahren’. Da ist doch nichts ‘dazwischen’. Selbst wenn ich auf die Millisekunde runterschaue. Entweder ist noch das ‘alte’ Jahr, oder schon das ‘neue’. Nur nie irgendwas ‘dazwischen’, zumindest nicht zwischen zwei Jahren. Nichtmal mit Hilfe von Elementarteilchen oder irgendwelchen Quanten. Hü oder Hott, Fisch oder Fleisch. Entweder oder.

Aber andererseits, diese Tage sind ja auch nie „nur“ banaler Alltag, für mich jedenfalls nicht. Ich versuche, mir den normalen Alltag dann vom Hals zu halten. Ruhe nutzen, für Schönes, für Zweisamkeit, Entspannung, einen kleinen privaten Kurzurlaub zuhause. Das alte Jahr irgendwie doch schon ‘abgehakt’, und das neue, ja das kann auch ruhig noch ein paar Tage warten.

Für viele ist „zwischen den Jahren“ die Zeit der Ruhe, der Rückbesinnung, zur Besinnung kommen, Stille statt Stress und Hektik. Stille zunächst um ‚runterzukommen‘, aber letztlich auch um Freiraum für Neues zu schaffen.

Dennoch, vollkommen blöder Begriff, ‘ zwischen den Jahren ’. Und doch irgendwie nicht so ganz verkehrt…

Übrigens, der Begriff ‘ zwischen den Jahren ’ ist religiösen Ursprungs und sowohl im Christentum als auch im Judentum bekannt. Erst im 17. Jahrhundert wurde zunehmend einheitlich der 1. Januar als Tag des Jahreswechsels begangen. Zuvor wurde Jahresbeginn oft am 25. Dezember, am 1. Januar oder am 6. Januar gefeiert, aber auch der 1. und der 25. März wurden einst als Jahresanfang betrachtet.

‚ Zwischen den Jahren ’ hat sich als Bezeichnung für den Zeitraum ‘dazwischen’, zwischen diesen früher unterschiedlich gefeierten Jahresanfängen eingebürgert und bis heute erhalten.

dazwischen? (Isotopne-Tabelle, Darstellung: wikimedia / Matt, Sjlegg)
dazwischen? (Isotopen-Tabelle, Darstellung: wikimedia / Matt, Sjlegg)

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Dazwischen 2- die ideale Stufe

Zwischen den Jahren [ja, hatten wir gestern schon ;-) ] denkt man ja manchmal über ungewöhnliche Dinge nach.

Zum Beispiel über Stufen.
Stufen?
Ja, Stufen.

Haben Sie schon mal überlegt, warum eine Treppe gut zu gehen ist?
Wahrscheinlich nicht. Oder nur selten.

Aber wenn eine Treppe unbequem ist, fällt das doch irgendwie sofort als sehr störend auf, irgendwas stimmt hier nicht.
Aber was?

Da haben Ingenieure und Architekten schon viel drüber nachgedacht, und inzwischen längst auch oft ihre Erkenntnisse in Normen kodifiziert.
Eigentlich ist ja alles klar, eine Treppe sollte immer gleich lange Stufen haben. Sonst klappt das nicht, kommt man/frau ‘aus dem Tritt’, Stürze sind die Folge.

Aber ganz so einfach ist die Chose nicht, die um die ideale Stufe . Oder?

Eigentlich ist die ‘bequeme’ Stufe ja doch eine ganz einfache Sache:
Sie benötigen nur zweierlei, was jede Stufe hat, die Stufenhöhe (nennen wir sie ’s’) und die Auftrittbreite (a). dann gibt es eine einfache Regel für die Schrittweite in Zentimetern:

a + 2s = 63

Diese hübsche kleine und sehr einfache Formel hat der französische Baumeister Francois Blondel schon 1683 entwickelt – und sie wird noch heute angewandt.

Aber – so einfach ist das nicht!
Da gibt es auch noch die ‘Sicherheits-Formel’.
Auf einer Treppe, die mit a + s = 46 (in anderen Quellen: 48) gebaut ist, sollen Sie besonders sicher herabgehen können dank der Sicherheitsformel …

Und, wenn Sie’s ganz besonders bequem mögen – auch da gibt’s noch was: mit der Bequemlichkeits-Formel a – s = 12 geht’s angeblich am bequemsten, da wird die Treppe nicht zu steil.

Bequem, sicher, steil – muss das alles sein? Furchtbar kompliziert. Und dann soll ich mich entscheiden, ob eine Treppe sicher, oder bequem ist?

Nicht ganz. Wenn Sie ein Mathematik-Genie sind (oder Architekt), wissen Sie’s längst, ansonsten sei’s hier verraten:

Es gibt genau eine (!) Konstellation, die alle drei Bedingungen erfüllt – die ideale Stufe :
eine Treppe mit der Auftrittbereite a = 29 cm und der Stufenhöhe s = 17 cm ist sowohl bequem als auch sicher – die ideale Stufe , und das Ziel des Baumeisters.

Geht nicht? Na, dann müssen Sie doch Kompromisse machen …

Ein normaler Abend am Rand der Homo-Autobahn

Die ganze Community is doch eh scheiße“, sagt der klonig-strunzige Mit-Dreißiger am Nachbartisch. Klagt in drei Sätzen schnell über ‘Kommerz-Kacke’, ‘nur rumf*cken sonst nix’ und ‘sind doch alles nur Ego-Shooter hier’. Dass er selbst Teil dieser Szene(n!) ist, auch dazu beitragen könnte dass schwules Leben anders, vielfältiger aussieht, scheint ihm entgangen zu sein. Vielleicht liegt’s am leckeren polnischen Bier.

Der recht korpulente junge Mann hingegen, der mir auf dem Klo begegnet, scheint sehr zufrieden. Schwarzes T-Shirt, kurze Haare mit angedeutetem Iro, Lederhose. Seine Begleiter im gleichen Look, etwas sm-iger gekleidet. Da wo er herkomme könne er nicht so rumlaufen, sich öffentlich so frei geben. Berlin sei schon eine tolle Stadt.

Am Tisch rechts unterhalten sich, sichtlich gelockert nach einigen Bierchen, drei Männer und eine Frau, alle Ende 30 Anfang 40. Juxen rum, lachen laut, nehmen sich in den Arm. Schwul? Lesbisch? Hetero? Nicht ersichtlich. Nicht wichtig.

Etwas zu schnelle Musik. Etwas zu laute Gäste. Insgesamt nette Stimmung dennoch. Benze rasen bei dunkelrot über die Kreuzung. Vorgezogene Kreuzungsknaller.

Ich schlafe aber mein Herz wacht

Freitag Abend war ich für zweieinhalb Stunden nicht auf diesem Planeten. Sondern im Imperium Messiaen-Symeonidis.

Mit Nick abends ins Eisler, zum Klavierabend. Angekündigt ist Messiaen, von dem ich bisher zwei Stücke im Eisler hörte, mochte.

Wellenflug
Wellenflug

Nur wenige Gäste, obwohl wir (erst mussten wir noch in den Wellenflug auf dem Weihnachtsmarkt) reichlich spät ankommen. Gut dreißig Zuhörer, von denen einige in der Pause gehen.

Ein Komponist, ein Werk. Prodromos Symeonidis spielt auf dem Klavier Olivier Messiaens ‘Vingt regards sur l’Enfant Jesus ‘ (zwanzig Betrachtungen über das Jesus-Kind).

Zunächst bemerke ich bei Nick einige Irritationen, er hatte vermutlich ‘klassischere’ Klaviermusik erwartet. Dann scheint es auch bei ihm zu klicken.
Sitzen nebeneinander.
Augen geschlossen.
Irgendwann ist Pause, gottseidank nur kurz. Weiter.
Mir ist bald, als spiele Symeonidis in meinem Kopf, überall in meinem Kopf. Nein, wenn ich genauer beobachte, da gibt es keinen Kopf, keinen trennenden Schädel drum herum mehr. Meine Wahrnehmung ist überall im Raum, Wahrnehmung und Musik füllen alles aus.
Wie aus einem anderen Universum kehre ich langsam zurück, irgendwann abends kurz vor halb zehn, als der Beifall beginnt.

Prodromos Symeonidis
Prodromos Symeonidis

Manchmal ist Bescherung schon vor dem 24.12. – früher, und völlig unverhofft …

Weitere Informationen über Olivier Messiaen auch auf http://www.oliviermessiaen.org
Informationen zu Prodromos Symeonidis auf http://symeonidis.eu/ , u.a. mit MP3-Hörproben, auch von einer Messiaen-Aufnahme.

Nachtrag 17.12. mittags angesichts der Frage eines Lesers, was denn nun der Titel bedeuten solle:
“Je dors, mais mon coeur veille” (Ich schlafe, aber mein Herz wacht) ist für mich die schönste, poetischste der zwanzig Betrachtungen.

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Färöer Homosexualität – ein Schritt in die richtige Richtung

Es gibt erfreuliches über die Färöer zu berichten …

Ende Oktober schrieb ich über Homophobie auf den Färöer. Nach einer Häufung von Übergriffen gegen Schwule hatte die Gruppe Act against Homophobia eine Unterschriften-Kampagne gegen Homophobie auf den Färöer gestartet. Die gesammelten Unterschriften sollten der Regierung übergeben werden.

Die Aktion scheint von einem Erfolg gekrönt: Gestern Abend meldete Sabine in ihrem Blog: das Parlament der Färöer in Tórshavn hat ein Gesetz verabschiedet, das zukünftig die Diskriminierung von Schwulen und Lesben untersagt. 17 Abgeordnete stimmten für das neue Gesetz, 15 dagegen.

Mehr Infos auch auf gayweb.
Und – danke an Sabine für die Nachricht 🙂

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Text 21. Febriar 2017 von ondamaris auf 2mecs

Von Engeln und Raben

Gibt es einen Sinn?
Gestern Abend zeigte Arte die Verfilmung „Die Entdeckung des Himmels“ des gleichnamigen Romans von Harry Mulisch, einem meiner derzeitigen Lieblings-Autoren.

Harry Mulisch – seine Romane mag ich (soweit ich sie gelesen habe) alle, einzig zu einigen seiner eher essayistischen Texte finde ich kaum Zugang.
An seinen Romanen bewundere ich die großen Imaginationskraft seiner Sprache, die selbst absurdeste Einfälle wie ein bisher unbekanntes Kind Hitlers ganz ‘normal’ vorstellbar erscheinen lässt. Und vor allem, mit welcher Kontinuität er immer wieder, aus den verschiedensten Facetten und Blickwinkeln, die Zeit der NS-Besetzung der Niederlande und den Holocaust thematisiert.

Gestern Abend also auf Arte die niederländische Verfilmung des wohl bekanntesten Romans von Mulisch, „Die Entdeckung des Himmels“.

Schon bald stellt sich ein seltsames, schönes Gefühl ein: dieses Gefühl in einen Film einzutauchen, weil einem alles so vertraut vorkommt. Weil vieles so zu sein scheint, wie man es beim Lesen imaginiert hat. Ständige vermeintliche Déja-Vus mit der eigenen Phantasie.
Vollkommen abschalten, Hektik Gedanken Probleme Wirrungen der vergangenen Tage für gut 2 Stunden hinter mir lassen.

Gut, es gibt einiges, das anders war in „meinem“ Himmel.
Onno ist in meiner Phantasie jungenhafter gewesen, weniger der reife etwas hausbackene Mann der er im Film ist.
Vor allem aber fällt mir das Tempo auf. Zu dicht, zu schnell erzählt scheint mir der Film in weiten Passagen. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte eine „Film-Bremse“ ziehen, das Erzähltempo des Films verlangsamen. Die ruhige, dem Inhalt angemessene Erzählweise geht verloren zugunsten einer stärkeren Verdichtung. Eine Geschwindigkeit, Dichte, die viele liebgewordene Details (wie die Beschreibungen des Hauses, in dem Quinten aufwächst) verloren gehen lässt.
Manchmal scheint mir zudem, ich habe (beim Lesen) die Mulisch’sche Roman-Realität in schwarz-grau-weiß gesehen. Wundere mich nun über die überraschende (der Zeit der Handlung geschuldete) Farbigkeit der Bilder.

Und doch, insgesamt, das zentrale Gefühl bleibt, wie im Buch. Rätselhaftigkeit die Sinn macht. Puzzlestücke die sich nur zögernd, langsam zu Zusammenhängen fügen mögen. Brüche Verwerfungen Rätselhaftigkeiten, die verstören, nur langsam in einen sinnhaften Zusammenhang treten.

Dieser Traum, diese Sehnsucht, dass endlich alles einen Sinn macht. Gibt es einen Sinn? Gibt jemand Sinn? Ist Sinn in mir? Ist dieser Sinn sinn-voll? Das Wissen, die unbegründete Zuversicht, dass da ein Sinn ist. Die Zuversicht, das das Richtige geschehen, ‘es’ sich fügen wird. Zielstrebigkeit, ohne dass einem die Richtung bewusst ist. Verstehen.
Und Gedanken die (scheinbar ganz nebenbei) die Frage streifen, was ist eigentlich die Grundlage unserer Zivilisation?

Ist das alles das Ende vom Anfang? – Möchte jemand ein Ingwerplätzchen? – Es ist ein Junge!

„Die Entdeckung des Himmels“ wird wiederholt auf Arte am 20. Dezember 2006

Hilfe für die Selbsthilfe ?

Ist Selbsthilfe, aktives Engagement und Interessen- Vertretung von Positiven noch erwünscht? Warum scheint sie immer schwieriger, sowohl in der Arbeit vor Ort als auch der politischen Interessenvertretung auf Bundesebene? Eine der Frage wurde am Samstag ausgiebig diskutiert, die andere blieb offen im Raum stehen.

Bereits seit einiger Zeit tobt unter einigen Positiven, in Netzwerken, Selbst- und Aids-Hilfen eine Diskussion über ‚Aids-Hilfe und Selbsthilfe‘. Fragen, die dabei diskutiert werden sind z.B.: wie weit ist Aids-Hilfe noch Selbst-Hilfe? Wie weit ’nur noch‘ Service-Einrichtung? Welche Rolle spielen Sekundär- und Primär-Prävention? Welche Rolle haben Positive überhaupt noch in Aids-Hilfen?

Hintergrund dieser Fragen ist u.a., dass so manche Aids-Hilfe nicht gerade ein Hort positiver Selbsthilfe zu sein scheint. Dass es Aids-Hilfen gibt, in denen es beim Thema Selbsthilfe mehr auf Schein als auf Sein, mehr auf den (billigen) Effekt als auf die (langfristige) Wirkung ankommt, auch das wird des öfteren als Befürchtung geäußert.

In diesem Spannungsfeld möglicher Fragen und Herausforderungen an und durch Selbsthilfe veranstaltete das Netzwerk plus am 9.12.2006 in Berlin eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Mehr Schein als Sein? – Beteiligungsmöglichkeiten von HIV-Positiven in Selbsthilfestrukturen“.

Netzwerk plus - Diskussion Selbsthilfe Dezember 2006
Netzwerk plus – Diskussion Selbsthilfe Dezember 2006

Deutlich wird schon zu Beginn der Veranstaltung, mit welcher Bescheidenheit Selbsthilfe zurecht zu kommen, manchmal zu kämpfen hat. Da werden z.B. Selbstverständlichkeiten (wie die Teilnahme an öffentlichen Sitzungen) als großzügiges Entgegenkommen verkauft. Wenn Verantwortliche sich tatsächlich Fragen stellen, auch kritischen Fragen, ist man/frau schon vorab dankbar allein für die Bereitschaft – und sieht sich, je kritischer die Fragen werden, doch mit dem Vorwurf konfrontiert, man sei doch nicht ‚Rechenschaft schuldig‘. Oder da da wird die Entsendung von Selbsthilfe-Vertretern in Entscheidungsgremien von der Zustimmung von Vorständen abhängig gemacht.

Viel Enttäuschung, viel an Zugangshemmnissen ist zu erahnen, wenn des öfteren unterschwellig der verzweifelte Ruf herauszuhören ist ‚wir machen hier nun so mühevoll Selbsthilfe – warum kommt denn kaum jemand?‘.

Etwas anders die Beteiligung von PatientInnen- Vertretern auf Bundesebene, die als Ergebnis der letzten Gesundheitsreform inzwischen ihre Anfänge nimmt (insbesondere, wenn auch noch ohne Stimmrecht, im ‚Gemeinsamen Bundesausschuß‘ G-BA). Hier ist ganz klar – die Hürden sind hoch, haben Namen wie ‚Vertretung politischer Gruppeninteressen, nicht von Einzelschicksalen‘ oder ‚viel Gremien-Arbeit, viel Frustrationstoleranz sind gefragt‘.

Diese beiden Ebenen in der Diskussion um Selbsthilfe zu unterscheiden – ‚wie kann ich mich in der Selbsthilfe engagieren‘, und die Frage, ‚wie kann Selbsthilfe sich an (politischen) Prozessen beteiligen‘ (also der Innen- und der Aussenwirkung) – bleibt im Verlauf der Diskussion immer wieder Herausforderung.

Einigkeit besteht hingegen bald, dass auf beiden Feldern eine wesentliche Herausforderung die Vermittlung von Kompetenzen ist. Kompetenzen, die in der praktischen Selbsthilfe vor Ort ein effizienteres Arbeiten ermöglichen, die aber auch für die Gremienarbeit auf Bundesebene erforderlich sind. Die Patientenbeauftragte für Berlin sowie anwesende Aids-Hilfe-Vertreter sehen hier Möglichkeiten konkreter Unterstützung, die sie bieten könnten – eine baldige Umsetzung wäre im Sinne effektiver Selbsthilfe-Arbeit wünschenswert.

Und es wird im Verlauf der Diskussion deutlich, wie wichtig es -gerade für die politische Interessenvertretung auf Bundesebene- ist, eine breite Basis aufzubauen. Eine Basis, die die vorhandenen Strukturen (insbes. von Netzwerken und Aids-Hilfen) nutzt, die auf Probleme aufmerksam macht. Eine Struktur, die einerseits eine Bündelung von Themen, Interessen und anstehenden Fragen ermöglicht und eine Kondensierung für die bundespolitische Arbeit bietet, diese andererseits auch ‚erdet‘ und am ‚Abheben‘ hindert.

Die letztlich entscheidende, das Spannungsfeld (s.o.) treffend auf den Punkt bringende Frage wird erst ganz gegen Schluss gestellt: welches Interesse haben Aids-Hilfen überhaupt noch, dass Positive sich befähigen, sich engagieren, aktiv einbringen und beteiligen?

Diese Frage bleibt gen Ende der Veranstaltung im Raum stehen – verbunden mit dem Hinweis, die Leitbild-Diskussion der DAH beschäftige sich ja genau damit.

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Text 21. Februar 2017 von ondamaris auf 2mecs