Friedrich Hecker – Vorkämpfer der Demokratie in Deutschland

Zuletzt aktualisiert am 15. April 2019 um 9:15

Unterwegs in süddeutschen Landen, auf dem Weg gen Schweiz, kommt dem Reisenden unverhofft deutsche Demokratie-Geschichte in den Blick: in Konstanz wird an den deutschen Radikaldemokraten und Kämpfer der 1848-Revolution Friedrich Hecker erinnert.

In Konstanz erinnert ein von Johannes Grützke 1996/98 geschaffenes Majolika-Relief am Konstanzer Stadthaus an Hecker:

Vom Balkon dieses Hauses proklamierte am 12. April 1848 Friedrich Hecker die erste deutsche Republik.

Konstanz Stadthaus – Gedenken an Friedrich Hecker (Fotos)

Konstanz, Gedenktafel für Friedrich Hecker
Konstanz, Gedenktafel für Friedrich Hecker

Konstanz, Friedrich Hecker
Konstanz, Friedrich Hecker
Konstanz, Majolika-Relief Johannes Grützke zur Erinnerung an Friedrich Hecker
Konstanz, Majolika-Relief Johannes Grützke zur Erinnerung an Friedrich Hecker

Die Konstanzer Proklamation der Republik durch Friedrich Hecker – ein Ereignis allerdings, das laut Wikipedia “so nie stattfand”, ein Vorgang, der durch historische Quellen (auch Artikel der dortigen, auch der linksgerichteten Presse) nicht belegt ist.

Friedrich Hecker – Realität und Mythos …

Wer war dieser Friedrich Hecker?

Friedrich Hecker (aus: Die Gartenlaube, 1881)
Friedrich Hecker (aus: Die Gartenlaube, 1881)

Zusammen mit einigen anderen Revolutionsführern versuchte Hecker (geb. 28.9.1811 in Eichtersheim) 1848, in Baden die Ziele der März-Revolution durchzusetzen. Sein Ziel: die Monarchie zu stürzen und eine Republik durchzusetzen. Wikipedia:

“Hecker war einer der populärsten Redner und Agitatoren der Märzrevolution von 1848 in Nordbaden und Anführer des gescheiterten Heckeraufstands während der Badischen Revolution.”

“Als guter Redner stieg Hecker schnell zum Wortführer des linken Flügels der liberalen und demokratischen Opposition auf und wurde in dieser Rolle überregional bekannt. Hecker propagierte radikaldemokratische, zum Teil auch gemäßigt sozialistische Ideen: Die Gründung staatlich geförderter, aber frei konkurrierender Arbeiterassoziationen, die Abschaffung der Monarchie und die Einführung einer parlamentarischen Republik.”

“Enttäuscht von den Frankfurter Demokraten, unternahmen Hecker und Struve am 13. April 1848 von Konstanz aus einen bewaffneten revolutionären Aufstand, der als „Heckerzug“ in die Geschichte eingegangen ist. … Hecker überschätzte jedoch die Teilnahmewilligkeit der Bevölkerung. Sein Zug von anfänglich 30-50 Mann wuchs innerhalb einer Woche zwar auf rund 800 Teilnehmer an, doch wurde er von Truppen des Deutschen Bundes in die Enge gedrängt und bei Kandern am Fuß des Südschwarzwalds besiegt.”

Nach dem gescheiterten Aufstand emigrierte Hecker in die USA.

In Deutschland wurde der mit der März-Revolution erfolgreich begonnene Prozess der Demokratisierung von konservativen Kräften niedergekämpft:

“Nach den mit den Märzerrungenschaften relativ rasch erkämpften Erfolgen, wie zum Beispiel Aufhebung der Pressezensur oder Bauernbefreiung, geriet die revolutionäre Bewegung ab Mitte 1848 zunehmend in die Defensive. … Bis Juli 1849 wurde der erste Versuch, einen demokratisch verfassten, einheitlichen deutschen Nationalstaat zu schaffen, von überwiegend preußischen und österreichischen Truppen gewaltsam niedergeschlagen.”

Friedrich Hecker allerdings geriet auch nach seiner Emigration in Süddeutschland nicht in Vergessenheit:

“Hecker blieb auch nach seiner Emigration eine der bedeutendsten Idolfiguren der radikalen deutschen Republikaner, insbesondere in Südwestdeutschland. … Besonders in Baden wird heute noch des Revolutionärs Hecker gedacht. “

Friedrich Hecker starb am 24. März 1881 in Illinois.

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