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HIV/Aids

Abschaffung Nationaler Aids Beirat – in Zukunft nur noch Simulation von Partizipation ?

Der Nationale Aids Beirat steht zur Disposition – schon ab Ende 2016 mit Umsetzung der neuen ‘Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C sowie anderer sexuell übertragbarer Infektionen’. Wird ein festes Gremium bestehen bleiben – oder wird er ersetzt durch unverbindliche Fachgespräche? Abschaffung Nationaler Aids Beirat – ist dies sinnvoll? Und – kann dies im Interesse von Menschen mit HIV, von Aidshilfe und Selbsthilfe sein? Oder droht zukünftig eine Simulation von Partizipation?

Der Nationale Aids Beirat äußert sich seit beinahe 30 Jahren zu zentralen Fragen der Aids-Bekämpfung und -Politik. Er berät das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bei der Umsetzung der Aids-Strategie. In der Folge der Verabschiedung einer neuen ‘Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C sowie anderer sexuell übertragbarer Infektionen‘ (online, am 6.4.2016 vom Bundeskabinett verabschiedet) stellt sich die Frage nach der Zukunft des Nationalen Aids-Beirats (NAB).

Abschaffung Nationaler Aids Beirat ? (hier: Begrüung zur 9. Sitzung des NAB März 2015)
Abschaffung Nationaler Aids Beirat ? (hier: Begrüung zur 9. Sitzung des NAB März 2015)

Der bestehende Nationale Aids-Beirat soll soweit bisher bekannt per Ende des Jahres verabschiedet und nicht neu berufen werden. Abschaffung Nationaler Aids Beirat – dies könnte damit bevorstehen. Eine diskutierte Variante: statt eines festen Gremiums sollen gelegentliche Fachgespräche diese Aufgabe übernehmen.

Sind Fachgespräche geeignet, das Ziel dem bisher der Nationale Aids-Beirat erfolgreich diente, zu erreichen? Und wäre eine Abschaffung des NAB im Interesse von Selbsthilfe und HIV-Positiven?

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HIV/Aids

Email Diskussionsliste HIV Therapie (1998 – 2013)

Die Email Diskussionsliste HIV Therapie war 1998 die erste deutschsprachige Diskussionsliste für HIV-Positive zu Therapien überhaupt. Sie existierte fünfzehn Jahre bis 2013.

Therapien und Behandlungsmöglichkeiten waren mit Aufkommen hochwirksamer neuer Medikamente Mitte der 1990er Jahre für viele Positive wichtige Themen geworden, die intensiv diskutiert wurden, für die jedoch oft Informations- und Austausch-Möglichkeiten fehlten. Um diesem Defizit ein kleines Stück zu begegnen, gründeten Frank Rauenbusch (damals Schwarz) und ich im Sommer 1998 (in Zeiten weit vor sozialen Netzwerken, Apps & co) die Email Diskussionsliste HIV Therapie.

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HIV/Aids

DAH Porno 90 – lebensnahe HIV Prävention 1990

Ein Porno sorgte 1989 / 90 für Aufregung, der DAH Porno 90 – knapp 24 Minuten Sex im Dienste der lebensnahen HIV-Prävention. Ein schwuler Porno, dazu staatlich fiannziert, das war manchen zu viel, Kontroversen folgtern. Der Porno 90 – ein noch heute wegweisendes Projekt.

Der DAH Porno 90 war für seine Zeit sehr innovativ – und er wurde kontrovers diskutiert.

DAH Porno 90
DAH Porno 90
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HIV/Aids Paris

Paris ohne Aids 2030 – Aktionsplan gegen HIV

Paris ohne Aids 2030 – bis 2030 die Zahl der jährlichen HIV-Neuinfektionen in Paris auf Null zu senken, dies ist das Ziel des Paris Aktionsplan gegen HIV , den Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, am 1. Februar 2016 ankündigte. Paris ist damit Teil einer Initiative, an der z.B. auch San Francisco oder Washington teilnehmen.

Grundlage des Aktionsplans gegen HIV ‘Paris ohne Aids 2030’ ist ein Bericht des Epidemiologen France Lert “Vers Paris sans sida” (‘Auf dem Weg zu einem Paris ohne Aids’; Link zum Bericht als pdf am Ende des Textes). Der Bericht war in Zusammenarbeit mit annähernd 130 Experten aus auf dem Gebiet der Aids-Bekämpfung engagierten Organisationen entstanden.

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HIV/Aids

HIV Nachrichten (1997 – 2003)

Die HIV Nachrichten erschienen vom Oktober 1997 bis Dezember 2003. Ein nahezu regelmäßig monatlich produziertes Informationsmedium für HIV-Positive zu medizinischen und sozialrechtlichen Themen rund um HIV.

Ab Mitte 1996, mit Aufkommen der ersten Proteasehemmer, hatten HIV-Positive und Aids-Kranke erstmals Hoffnung auf wirksame Behandlungsmethoden. Doch diese neuen Phase der Aids-Krise bedeutete auch: Leben mit Pillen, meist mit sehr vielen Pillen, mit Nebenwirkungen, bald auch mit Wechselwirkungen. Bei vielen Menschen mit HIV, so auch bei mir, stieg das Interesse an medizinischen Themen stark. Ab Oktober 1997 befassten sich hiermit die HIV Nachrichten. Ihr Erscheinen hatte auch einen persönlichen Hintergrund, mehr dazu in ‘Szenen meines Lebens mit HIV‘ sowie in ‘Zweimal Rita und zurück‘.

Zum Start 1997 schrieb ich im Editorial der ersten Ausgabe (20. Oktober 1997) zu Anlaß und Konzept der HIV Nachrichten:

“Im September und Oktober 1997 fanden zwei wichtige Konferenzen statt, der ICAAC (Interscience Collaboration on Antimicrobial Agents and Chemotherapy) vom 28.9. bis 1.10. 1997 in Toronto sowie die ‘6th European Conference on Clinical Aspects and Treatment of HIV Infection’ vom 11. bis 15.10.97 in Hamburg. Im Folgenden habe ich einige Daten, Studien und Eindrücke dieser beiden Kongresse zusammengefaßt. Die Zusammenstellung kann nicht komplett sein, aber ich habe mich bemüht, die wichtigsten Bereiche und Neuigkeiten aufzunehmen.
Ich hab’ dabei versucht, so verständlich wie möglich zu schreiben. Manchmal ist’s mir aber sicherlich nicht genug gelungen. Gerade auch deswegen bin ich für Rückmeldungen, Kritikn und Anregungen dankbar. Wer allerdings noch tiefer in die Materie einsteigen möchte – die Abstracts des Hamburger Kongresses sind auf CD-ROM bei mir verfügbar.
Ulli”

HIV Nachrichten (1997 - 2003)
HIV Nachrichten (1997 – 2003)

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HIV/Aids

Safer Sex ohne Kondom

Safer Sex ohne Kondom – eine etablierte Methode, vor einer sexuellen HIV-Übertragung zu schützen, die erstaunlicherweise immer noch gelegentlich zu Kontroversen führt. Wissenschaftlich ist das Konzept längst etabliert – aber immer noch nicht überall in der Gesellschaft angekommen.

Safer Sex ohne Kondom – Blick in die Geschichte

30. Januar 2008, Schweiz. Die ‘Eidgenössiche Kommission für Aids-Fragen (EKAF) das EKAF-Statement – HIV-Positive seien unter erfolgreicher Therapie unter bestimmten Bedingungen sexuell nicht infektiös (EKAF-Statement, auch genannt ‘Swiss Satement’; siehe “keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs“).

Auch wenn die Erkenntnis so neu nicht ist (bereits Mitte August 2007 hatte ich auf ondamaris berichtet “Transmissionsrisiko unter HAART: ‘vernachlässigbar klein’“), die Reaktionen auf das EKAF-Statement sind zunächst sehr kontrovers.

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Frankreich HIV/Aids

HIV in Frankreich 2014

Die Zahl der Neudiagnosen von HIV in Frankreich 2014 ist stabil und liegt seit 2007 bei jährlich ca. 6.600. Die Zahl von HIV-Schnelltests steigt, auch wenn diese weiterhin insgesamt eine Minderheit darstellen. Frankreich intensiviert seit 2014 seine HIV-Prävention.

Die beiden am stärksten von HIV in Frankreich 2014 betroffenen Gruppen sind weiterhin Männer die Sex mit Männern haben (MSM) mit 42% (2014) sowie im Ausland (davon ¾ Subsahara-Afrika) geborene Heterosexuelle mit 39%. In Frankreich geborene Heterosexuelle (17%) sowie DrogengebraucherInnen (1%) sind deutlich geringer betroffen.

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HIV/Aids

HIV-Diagnostik in der Erstuntersuchung von Asylsuchenden – Votum des Nationalen Aids-Beirats

Nationaler AIDS-Beirat (NAB) beim Bundesministerium für Gesundheit zur HIV-Diagnostik in der Erstuntersuchung von Asylsuchenden (Votum Nr. 47)

Berlin/Bonn, 13. Oktober 2015: Der NAB stellt fest, dass im Rahmen der Erstuntersuchungen bei Asylsuchenden auch routinemäßig HIV-Testungen durchgeführt werden. Dieses Verfahren entspricht nicht den anerkannten Standards zur Durchführung eines HIV-Tests.

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HIV/Aids

Therapeutische Impfung bei HIV (1994/95)

Therapeutische Impfung bei HIV – das Konzept, die HIV-Infektion mit Impfstoffen zu behandeln, war Anfang der 1990er Jahre noch sehr neu, weckte aber auch bei Positiven viele Hoffnungen. In einer Publikation aus den Jahren 1994 (deutsch) und 1995 (englisch) versuchte ich eine verständliche Einführung in das Thema sowie einen Überblick über damalige experimentelle Ansätze zu geben.

“Therapeutic vaccination in HIV-infection” erschien im Februar 1995 als 34 Seiten umfassendes ‘special’ (Vol.3 No.5) der European Aids Treatment News EATN, einer Publikation der European Aids Treatment Group EATG:

Therapeutic vaccination in HIV infection, Ulrich Würdemann, EATN 1995 Vol. 3 No.5
Therapeutic vaccination in HIV infection, Ulrich Würdemann, EATN 1995 Vol. 3 No.5
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HIV/Aids

Vertretung von Betroffenen-Interessen in der Aids-Forschung – 1995/96

Vertretung von Betroffenen-Interessen in der Aids-Forschung / ‘The Representation of Community Interests in AIDS Research’ – 1995 / 1996 verfassten Stefan Mauss und ich für eine Kölner Positivenzeitung sowie für die European AIDS Treatment News der European Aids Treatment Group EATG eine Sondernummer, die sich mit Grundlagen der Communitybeteiligung in der Aids-Forschung befasste.

Communitybeteiligung / Vertretung von Betroffenen-Interessen in der Aids-Forschung – dies war Mitte der 1990er Jahre in Europa anders als in den USA weitgehend Neuland.