nach Insolvenz: Homomagazin Tetu zurück – 2016 im Internet, 2017 auch als Print

Seit dem Abend des 29. Dezember 2015 ist Tetu zurück, das französische Homomagazin, das im Sommer 2015 Insolvenz anmelden musste. Zunächst im internet gestartet, soll ab Frühjahr 2017 auch eine Print-Ausgabe von Tetu wieder erscheinen.

Das französische Homomagazin Tetu ist zurück – zunächst ab 29. Dezember 2015 im Internet, eine Print-Ausgabe erscheint nue seit Ende Februar 2017.

Die ersten 10 Artikel auf der neuen Internet-Seite von Tetu befassen sich u.a. mit Mode, Lifestyle sowie ‚People‘-Themen.

Das französische Homomagazin Tetu wurde 1995 gegründet. Am 1. Juni 2015, zum 20jährigen Jubiläum, musste das Magazin Tetu Konkurs anmelden, nach erscheinen der 212. Ausgabe. Trotz intensiver Bemühungen scheiterten sämtliche  Rettungsversuche. Das Handelsgericht veranlasste die Liquidation des Unternehmens.

Aus der Konkursmasse wurden der  Name (bzw. die Marke) sowie die Internetseite Tetu vom 2012 gegründeten StartUp Idyls erworben. Idlys betreibt die (vor der Insolvenz gemeinsam mit Tetu entwickelte, z.Z. nur in Frankreich funktionale) schwule Dating-App ‚So Tetu‘.
Jean-Jaques Augier, ein Vertrauter von Präsident Hollande, hatte das seit Gründung defizitäte Magazin Tetu 2013 von Pierre Bergé zum symbolischen Preis von 1 Euro übernommen. Augier war zudem selbst mit 10% an Idyls beteiligt, beendete sein Engagement jedoch im Oktober 2015.

Die neuen Macher von Idyls teilten vorab mit, man wolle man sich mehr den für junge Menschen wichtigen Themen öffnen. Drei Schwerpunkte sollten zukünftig im Mittelpunkt stehen: Aktualität und Meinung, schwule Kultur sowie Wohlbefinden. Die neue Internetseite solle einen ‚Bruch‘ darstellen zur Vorgänger-Ausgabe (so habe das Magazin komplett neue Mitarbeiter, überwiegend jünger als 30 Jahre) und ‚eine neue Generation nach vorne stellen‘.

Tetu verstehe sich als ‚Medium männlichen Geschlechts und schwuler Orientierung mit einem neuen und neugierigen Blick auf LGBT-Themen‘ („un média collaboratif de genre masculin et d’orientation gay qui soit en mesure d’apporter un regard neuf et curieux sur les questions LGBT“), teilten die Macher in ersten Statements mit. Der ‚Krieg Paris – Provinz‘ werde nicht stattfinden.

Als erstes Ziel wolle Tetu zurück zu den Besucherzahlen der Internetseite vor der Insolvenz (monatlich 500.000).

Ab 2016 solle eine Plattform für schwule und schwulenfreundliche Dienstleistungen hinzu kommen. Diese Strategie erwies sich nach Angaben von idyls als erfolgreich: Im Februar 2017 teilte das Unternehmen mit, die Site habe inzwischen über 500.000 Besucher jeden Monat.

Eine neue Print-Ausgabe war zunächst nur ‚angedacht‘, allerdings erst für 2016. „Die Priorität ist digital„, so die Macher kurz nach der Übernahme. Nach dem ermutigenden Erfolg der neuen internetseite habe man neue Investoren gewinnen können, so Idyls im Februar 2017. Dies ermögliche nun auch den neu-Start der Print-Ausgabe.

Das ’neue‘ Tetu erscheint in einer Auflage von 55.000 Exemplaren. Es umfasst 140 Seiten (davon 110 redaktionell). Chefredakteur ist der 27jährige Adrien Naselli. Promi des Interviews der ersten neuen Ausgabe: Emmanuel Macron, unabhängiger Kandidat bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich 2017.

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Das Archiv der unter der Ägide Bergé / Augier innerhalb von zwanzig Jahren publizierten Artikel des ‚alten‘ Tetu ist unter der neuen Site nicht online. Berichten zufolge wurde das Archiv des ‚alten‘ Tetu von den Machern der neuen Site (Idyls) nicht mit übernommen – so dass offen bleibt, ob diese Artikel wieder zugänglich werden.

Erst Ende November 2015 war mit dem ‚Garçon Magazine‘ in Frankreich ein neues LBGT-Print-Magazin gestartet.

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Text zuletzt aktualisiert 26. Februar 2017

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