Tetu insolvent – und zum zweiten Mal gerettet

Zuletzt aktualisiert am 21. November 2018 um 16:10

Erneut ist im Februar 2018 das französische Homomagazin Tetu insolvent und wird kurz darauf erneut gerettet. Nach einem ersten Konkurs 2015 konnte Tetu nach einer Übernahme erneut erscheinen. Doch Anfang 2018 folgte eine zweite Insolvenz – der im Mai 2018 ein erneuter Rettungsversuch folgte. Seit November 2018 erscheitn Tetu auch wieder als gedruckte Ausgabe am Kiosk.

Am 22. Februar 2018 wurde der Insolvenz-Antrag für Idyls Media, die Herausgeber-Gesellschaft von Tetu gestellt. Veröffentlicht wurde die Mitteilung am 21. März. Die Gesellschaft hat den Geschäftsbetrieb bereits eingestellt, die drei Mitarbeiter wurden entlassen.

Im Mai 2018 folgte dann der erneute Rettungsversuch – ein Neustart von Tetu fand 2018 statt, im Internet und seit November 2018 auch als gedruckte Ausgabe am Kiosk.

Tetu – nach 20 Jahren Erfolgs-Geschichte bereits zwei Insolvenzen

Tetu wurde im Juli 1995 gegründet. Später wurde Tetu von Pierre Bergé, dem 2017 verstorbenen Geschäftsmann und Lebenspartner von Yves Saint Laurent, übernommen. Bergé verkaufte Tetu 2013 für einen symbolischen Preis von einem Euro an den Geschäftsmann Jean-Jacques Augier.

Am 1. Juni 2015 musste Tetu bereits einmal Insolvenz anmelden, nach 212 erschienenen Ausgaben. Am 23. Juli 2015 beschloss das handelsgericht die Liquidation von Tetu. Doch das Magazin und die Internetseite kehrten bereits Ende 2015 zurück. Die neu gegründete Gesellschaft Idyls hatte die Marke Tetu übernommen.

Ab 28. Februar 2017 erschien auch eine neue Print-Ausgabe. Doch nach nur zwei Ausgaben wurde die Print-Ausgabe angesichts geringer Verkaufszahlen wieder eingestellt.

Im Sommer 2017 schieden die Idyls-Gründer Julien Maquaire und Yannick Le Marre aus der Leitung von Tetu aus. Geschäftsführer war zuletzt Olivier Pluquet. Die letzte digitale Ausgabe von Tetu erschien im November 2017. Danach wurden nur noch einzelne Artikel online veröffentlicht.

2018 – erneut: Tetu insolvent

Im Februar 2018 folgte dann das erneute Aus – zum zweiten Mal ist Tetu insolvent . Die Internetseite ist bisher (11. April 2018) noch online, ohne Hinweis auf die Insolvenz.

Aus den Unterlagen des Handelsgerichts gehe hervor, dass die Herausgeber-Gesellschaft Idyls über 230.000 € Schulden angehäuft habe, so Medienberichte. Dem stünden Aktiva in Höhe von etwas über 50.000 € entgegen. Für eine Weiterführung des Betriebs sehe das Gericht wenig Raum, angesichts eines ‚Mangels an Kunden‘ sowie ‚Streit mit Lieferanten‘.

Ob der Geschäftsbetrieb mit einem neuen Unternehmer wieder aufgenommen werden kann, blieb mehrere Monate unklar. Einer der früheren Mitarbeiter berichtete französischen Medien, es gebe erneut einen Interessenten für Tetu.

2018 – erneut: Rettungsversuch für Tetu

Am 22. Mai ließ Tetu – bewusst an den Geburtstag von Harvey Milk erinnernd – wissen: die zweite Runde “ Tetu insolvent – Tetu gerettet „. Es geht erneut weiter.

Eine neue Gruppe von Investoren habe sich gefunden, die den LGBT Medien-Titel übernehme und 700.000€ für einen Neustart zur Verfügung stelle. Schon bald solle die Internetseite neu gestaltet wieder aktuell erscheinen. Nach der Sommerpause solle Tetu dann ab September 2018 mit neuem Konzept betrieben werden, Grundlage sei eine Mischung aus unentgeltlich lesbaren Artikeln und Texten hinter einer Bezahlschranke (paid content).

Zudem solle ab Jahresende wieder eine Druckausgabe von Tetu erschienen. In vierteljährlichem Rhythmus in einer Auflage von 40.000 Exemplaren publiziert, sollen in der neuen Print-Ausgabe längere Artikel in ‚völliug neuer Optik‘ erscheinen.

Unter den Investoren, die den Neustart von Teu ermöglichen, sind der Radio- und TV-Moderator Marc-Olivier Fogiel (alias Marc-O), Marc Hernandez (Gründer der Künstleragentur Villa Mederic) sowie Cyril Chapuy (Stellvertretender Generaldirektor L’Oréal Luxe).

Geschäftsführer der neuen ‚SAS Têtu Ventures‘ ist Albin Serviant, Chefredakteur wird der Journalist Romain Burrel (schon früher Kolumnist bei Tetu).

Am 21. November 2018 war es dann soweit: die wieder auferstandene Tetu lag als Druck-Ausgabe am Kiosk. Vorangegangen war eine Kampagne mit Unterstützung-Aufruf an die Leser_innen, die über 2.600 Abonnements ergab (statt der als Mindestmenge angestrebten 1.000).

In einer Auflage von 50.000 Exemplaren erscheint die neue Tetu nun vierteljährlich nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien, Luxemburg, der Schweiz und Kanada. Der Preis der 180 Seiten umfassenden Asugabe liegt bei 6,90 Euro.

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