ex ACT UP Aktivistin Emmanuelle Cosse Wohnungsbauministerin

Emmanuelle Cosse Wohnungsbauministerin – die ehemalige ACT UP Aktivistin Emma Cosse wurde in Frankreich am 11. Februar 2016 zur neuen Ministerin für Wohnungsbau ernannt.

Die 1974 in Paris geborene Journalistin und Politikerin der französischen Grünen EE-LV Emmanuelle Cosse wurde am 11. Februar 2016 zur neuen Wohnungsbau-Ministerin in Frankreich ernannt. Schon in jungen Jahren war sie aktiv in der Schüler-Vereinigung Fidl. Ende der 1990er Jahre wurde Emma Cosse bekannt als Aktivistin und später Präsidentin der Aids-Aktionsgruppe ACT UP Paris, die 2015 nur knapp die endgültige Insolvenz abwenden konnte.

Emmanuelle Cosse 2010 während der Kampagne der EE-LV bei den französischen Regionalwahlen (Foto: Marie-Lan Nguyen)
Emmanuelle Cosse Wohnungsbauministerin – Cosse hier 2010 während der Kampagne der EE-LV bei den französischen Regionalwahlen (Foto: Marie-Lan Nguyen)

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Jean-Luc Romero: 3 Monate Haft gefordert nach Morddrohungen gegen offen schwulen Politiker

Drei Monate Haftstrafe auf Bewährung – wegen homophober Beleidigungen und Morddrohungen gegenüber dem französischen Politiker Jean-Luc Romero wurde am 4. Februar 2016 ein 31-Jähriger in Paris angeklagt.  Der Staatsanwalt forderte drei Monate Haftstrafe auf Bewährung.

Der Täter, ein 31jähriger Mann aus der Region Paris, hatte den Politiker 2013 mehrfach homophob beleidigt und ihm mit Ermordung gedroht.

Jean-Luc Romero (geb. 30. Juni 1959 in Béthune) ist offen schwuler Politiker der PS (früher UMP) und Vize-Bürgermeister für Kultur und Tourismus (12. Arrondisement von Paris). Seit September 2013 ist er mit seinem Lebenspartner verheiratet.

Romero war der erste Politiker Frankreichs, der seine HIV-Infektion der Öffentlichkeit mitteilte (im Mai 2002). Seit 1995 ist er Vorsitzebnder der von ihm gegründeten Gruppierung ELCS (Élus locaux contre le sida; Abgeordnete gegen Aids). Seit 2005 ist er Mitglied des ‚Conseil national du sida‘ (französisches Pendant zum Nationalen Aids-Beirat), seit 2010 Präsident (als erster offen Positiver) des CRIPS (Centre régional d’information et de prévention du sida) Île-de-France.

Jean-Luc Romero (Foto: Claude_Truong-Ngoc, September 2013)
Jean-Luc Romero (Foto: Claude Truong-Ngoc, September 2013)

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Paris ohne Aids 2030 – Aktionsplan gegen HIV

Paris ohne Aids 2030 – bis 2030 die Zahl der jährlichen HIV-Neuinfektionen in Paris auf Null zu senken, dies ist das Ziel des Paris Aktionsplan gegen HIV , den Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, am 1. Februar 2016 ankündigte. Paris ist damit Teil einer Initiative, an der z.B. auch San Francisco oder Washington teilnehmen.

Grundlage des Aktionsplans gegen HIV ‚Paris ohne Aids 2030‘ ist ein Bericht des Epidemiologen France Lert „Vers Paris sans sida“ (‚Auf dem Weg zu einem Paris ohne Aids‘; Link zum Bericht als pdf am Ende des Textes). Der Bericht war in Zusammenarbeit mit annähernd 130 Experten aus auf dem Gebiet der Aids-Bekämpfung engagierten Organisationen entstanden.

kündigte den Aktionsplan Paris ohne Aids 2030 an: die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo, hier 2013 bei der Einweihung der neuen Place de la République (Foto: Clem, cc-by-sa 2.0)
kündigte den Aktionsplan Paris ohne Aids 2030 an: die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo, hier 2013 bei der Einweihung der neuen Place de la République (Foto: Clem, cc-by-sa 2.0)

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HIV Nachrichten (1997 – 2003)

Vom Oktober 1997 bis Dezember 2003 erschienen die HIV Nachrichten – ein nahezu regelmäßig monatlich produziertes Informationsmedium für HIV-Positive zu medizinischen und sozialrechtlichen Themen rund um HIV.

Ab Mitte 1996, mit Aufkommen der ersten Proteasehemmer, hatten HIV-Positive und Aids-Kranke erstmals Hoffnung auf wirksame Behandlungsmethoden. Doch diese neuen Phase der Aids-Krise bedeutete auch: Leben mit Pillen, meist mit sehr vielen Pillen, mit Nebenwirkungen, bald auch mit Wechselwirkungen. Bei vielen Menschen mit HIV, so auch bei mir, stieg das Interesse an medizinischen Themen stark. Ab Oktober 1997 befassten sich hiermit die HIV Nachrichten (deren Erscheinen auch einen persönlichen Hintergrund hatte, mehr dazu in ‚Szenen meines Lebens mit HIV‚).

Zum Start 1997 schrieb ich im Editorial der ersten Ausgabe (20. Oktober 1997) zu Anlaß und Konzept der HIV Nachrichten:

„Im September und Oktober 1997 fanden zwei wichtige Konferenzen statt, der ICAAC (Interscience Collaboration on Antimicrobial Agents and Chemotherapy) vom 28.9. bis 1.10. 1997 in Toronto sowie die ‚6th European Conference on Clinical Aspects and Treatment of HIV Infection‘ vom 11. bis 15.10.97 in Hamburg. Im Folgenden habe ich einige Daten, Studien und Eindrücke dieser beiden Kongresse zusammengefaßt. Die Zusammenstellung kann nicht komplett sein, aber ich habe mich bemüht, die wichtigsten Bereiche und Neuigkeiten aufzunehmen.
Ich hab‘ dabei versucht, so verständlich wie möglich zu schreiben. Manchmal ist’s mir aber sicherlich nicht genug gelungen. Gerade auch deswegen bin ich für Rückmeldungen, Kritikn und Anregungen dankbar. Wer allerdings noch tiefer in die Materie einsteigen möchte – die Abstracts des Hamburger Kongresses sind auf CD-ROM bei mir verfügbar.
Ulli“

HIV Nachrichten (1997 - 2003)
HIV Nachrichten (1997 – 2003)

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8.000 Homoehen in Frankreich 2015

8.000 Homoehen in Frankreich 2015 – dies ist die Bilanz des staatlichen Statistikamtes INSEE. Insgesamt gaben sich seit Einführung der Homoehe in Frankreich damit fast 26.000 gleichgeschlechtliche Paare das Ja-Wort.

Von insgesamt 241.2925 in Frankreich 2015 geschlossenen Ehen waren 8.000 Ehen (vorläufige Zahl) zwischen Partnern gleichen Geschlechts – ein Anteil von 3,31%.

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Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle in Lübeck

Seit Januar 2016 hat die Hansestadt Lübeck ein Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle in Lübeck.

Auch in Lübeck wurden in der NS-Zeit schwule Männer verfolgt, im Zeughaus gefoltert, teilweise in Lager gebracht. Gedacht wurde ihrer in Lübeck bis Ende 2015 offiziell nicht. Seit 23. Januar 2016 gibt es das Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle in Lübeck:

Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle in Lübeck
Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle in Lübeck

Um diese bisherige Nicht-Nennung zu ändern, initiierte der Verein ‚Lübecker CSD e.V.‘ 2014 die Erweiterung der 1986 geschaffenen ‚Gedenkstätte für Verfolgte des Nationalsozialismus‘ (die in Lübeck der zentrale Ort des Gedenkens und Erinnerns ist) um ein Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle in Lübeck. Der Text an dieser Gedenkstätte lautete bis Ende 2015

„Dem Gedenken der Lübecker Bürger, die in den Jahren 1933 bis 1945 aus politischen, religiösen und rassischen Gründen Opfer der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden. Ihr Leidensweg begann in vielen Fällen hier, in den Haftzellen der Geheimen Staatspolizei im Keller des ehemaligen Zeughauses.“

noch ohne Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle in Lübeck: Gedenkstätte Opfer des Nationalsozialismus in Lübeck im Jahr 2008 (Foto: Kresspahl / cc-zero)
noch ohne Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle in Lübeck: Gedenkstätte Opfer des Nationalsozialismus in Lübeck (Foto 2008: Kresspahl / cc-zero)

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Race d’Ep (Soukaz Hocquenghem1979)

Race d’Ep – ein aus der Schwulenbewegung Frankreichs 1979 entstandener vierteiliger Dokumentarfilm über das Entstehen eines homosexuellen Selbstbewusstseins, von Lionel Soukaz und Guy Hocquenghem.

Die Schwulenbewegung entstand nicht in den 1960er Jahren, sondern bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts – dies ist der strukturierende Grundgedanke des französischen Dokumentarfilms ‚Race d’Ep‘. Bei dem Entstehen eines homosexuellen Selbstbewusstseins komme der gerade aufkommenden Photographie eine besondere Bedeutung zu, sie „schuf eine neue Defintion von Männlichkeit„, so die Autoren (die sich dabei implizit auf Foucault beziehen). Sie ziehen in 4 Teilen eine Linie von Gloeden über Hirschfeld  bis zu Hocquenghem (der im vierten Teil selbst auftritt) – oder, wie der Film selbst sagt „de Gloeden jusqu’à la pornographie actuelle„.

Wie es zu dem Titel des Dokumentarfilms kam, berichtet Hocquenghem im Vorspann:

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nach Insolvenz: Homomagazin Tetu zurück – im Internet

Seit dem Abend des 29. Dezember 2015 ist Tetu zurück, das französische Homomagazin, das im Sommer 2015 Insolvenz anmelden musste.

Das französische Homomagazin Tetu ist zurück – zunächst im Internet, eine Print-Ausgabe ist angedacht für das Jahr 2016.Seit 29. Dezember 2015, 20:00 Uhr ist Tetu zurück – mit einer neuen Internetseite.

Die ersten 10 Artilel auf der neuen Internet-Seite von Tetu befassen sich u.a. mit Mode, Lifestyle sowie ‚People‘-Themen.

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