Hamburgs erstes Stadttor – der Bischofsturm

Die Überreste des ältesten erhaltenen Baus Hamburgs sind mitten in der Stadt zu sehen – etwas unscheinbar, im Keller unter einem Bäckerei-Café: der Bischofsturm.

Eines der bedeutendsten archäologischen Denkmale Hamburgs liegt mitten in der Hamburger Innenstadt, unscheinbar unter einem Bäckerei-Café nahe der St. Petri – Kirche: der Bischofsturm.  Sein noch erhaltenes und zugängliches Fundament weist einen Außen-Durchmesser von 19 Metern auf; es ist der älteste erhaltene Bau Hamburgs.

Bei Aufräumarbeiten, bei der Räumung von Trümmerschutt wurde 1962 an der Ecke Speersort / Kreuslerstraße ein Fundament entdeckt und bis 1965 ausgegraben, ein großer Ring aus Findlingen, der sich bald als Überrest des Bischofsturms erwies.

Der Bischofsturm war vermutlich ein Späh-Turm, Teil der ersten Hamburger Stadtbefestigung (des sog. Heidenwalls). Er wurde erstmals erwähnt 1074 in einer Kirchenchronik als ‘Steinernes Haus’, das sich Erzbischof Adalbrandt von Bremen habe errichten lassen.

Im Helms-Museum in Hamburg – Harburg ist ein Modell der Rekonstruktion der Bischofsburg im Maßstab 1 : 75 zu sehen:

Bischofsturm - Modell im Helms-Museum Hamburg
Bischofsturm – Modell im Helms-Museum Hamburg

Die Bischofsburg war vermutlich Teil des ältesten Hamburger Stadttors (12. Jahrhundert) – und ist bereits auf dem ersten Staatssiegel Hamburgs zu sehen

erstes Staatssiegel Hamburgs mit Bischofsturm, 1241, Replik
erstes Staatssiegel Hamburgs mit Bischofsturm, 1241, Replik

Replik des ersten Staatssiegels Hamburgs (1241; Helms-Museum Hamburg) – die Tortürme entsprechen der Bischofsburg, deren Nordturm Teil des ältesten Hamburger Stadttors war.

Der Bischofsturm ist als Außenstelle des Archäologischen Museums Hamburg  Montag bis Freitag von 7:00 Uhr bis 19:00 UIhr sowie Samstag von 07:00 Uhr bis 18:00 Uhr zugänglich (Schauraum unter dem Bäckerei-Café ‘Dat Backhuis’, Speersort 10, siehe Langeplan unten). Außerhalb der Öffnungszeiten ist der Bischofsturm durch die großen Glasscheiben sichtbar:

Bischofsturm Hamburg
Bischofsturm Hamburg

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Lageplan Bischofsturm Hamburg

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Querelen um CSD Paris – Motto nach Kritik geändert

Querelen um den CSD Paris – ist er zu unpolitisch? In Paris versucht ein feministisches Kollektiv, mit einem Nachtmarsch am Vorabend des ‘Marche des fiertés’ 2015 zu zeigen, dass der CSD Paris auch ein Protest-Potential hat. Das ursprünglich geplante Motto wurde nach massiver Kritik Ende Mai geändert.

Am 27. Juni 2015 findet in Paris der ‘Marche des Fiertés de Paris’ statt, der CSD Paris. Zu unpolitisch sei er geworden, mehr ein Spektakel, eine Party als eine politische Demonstration – solche (auch von CSDS in Deutschland nicht unbekannten) Klagen sind in Paris seit einigen Jahren zu hören. Nun versucht eine feministische Gruppierung, dem CSD neues politisches Bewusstsein einzuhauchen.

CSD
CSD Paris wieder politischer machen? “mon corps – mes choix – nos luttes” – Transparent (etwa: mein Körper, meine Wahl(en), unsere Kämpfe)  (Foto: Collectif 8 Mars pour ToutES !)

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Charta gegen Homophobie Frankreich: 30 Medien Erst-Unterzeichner

30 Medien in Frankreich, darunter namhafte wie Le Monde und Libération, gehören zu den Erst-Unterzeichnern einer Charta gegen Homophobie , die der Verband der LGBT-Journalisten am 14. Mai 2015 vorstellte.

Die Charta solle sicherstellen, dass die Öffentlichkeit hochwertige, umfassende, freie, unabhängige und pluralistische Information erhalte. Dazu werden im Sinn von ‘best practice’ fünf Prinzipien formuliert:

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Uniklinik kooperiert mit LGBT-Zentrum – Premiere in Frankreich

Die Uniklinik Nancy kooperiert mit dem LGBT-Zentrum der Stadt und bietet in dessen Räumen HIV-Tests und Prävention an. Es ist die erste Koperationsvereinbarung zwischen einer Universitätsklinik und einem Homozentrum in Frankreich.

Erstmalig in Frankreich hat eine Uniklinik eine Kooperationsvereinbarung mit einem LGBT-Zentrum geschlossen: die Universitätsklinik Nancy wird HIV-Tests sowie Prävention und Beratungen sowie Untersuchungen auf sexuell übertragbare Erkrankungen (STDs) direkt in Räumen des ‘Maison LGBT de Nancy Le Kreuji ‘ anbieten. Das Angebot soll kostenlos sein. Die Kooperationsvereinbarung soll bereits Mitte Mai 2015 in Kraft treten.

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Front (1983 – 1997)

Es war neu, es war cool, es war unser neuer Tanz-Tempel. Das Front, das später legendär werden sollte, öffnete 1983 seine Pforten.

Das Front. Eigentlich schlichte Kellerräume. Eine Treppe, an der Hausseite entlang des Heidenkampswegs. Innen alles sehr hell, weiß und grau (meiner Erinnerung nach) die dominierenden Farben, Beton, Neon. Direkt hinter dem Eingang eine langgezogene Bar, Video-Monitore an der Stirnseite. Lautsprecher unter der Decke über der Tanzfläche an Ketten aufgehängt.

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Ausstellung zu Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945 in Hamburg erneut zu sehen

Die Verfolgung Homosexueller nach 1945 in der Bundesrepublik ist bisher kaum aufgearbeitet. Eine der wenigen Ausnahmen: Hamburg. Dort fand – mit finanzieller Unterstützung des Bundeslands – 2013 die Ausstellung “Liberales Hamburg? Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945″ statt. Im Sommer 2015 ist die inzwischen prämierte Ausstellung erneut in Hamburg zu sehen:

Vom 23. Juli 2015 bis 22. August 2015 ist die Ausstellung “Liberales Hamburg? Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945″ erneut in Hamburg zu sehen, im Foyer der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg, Hühnerposten 1. Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag von 11 bis 19:00 Uhr. Zur Ausstellung ist 2013 eine Begleit-Publikation erschienen.

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Herbert Hoffmann (1919 – 2010)

Herbert Hoffmann (1919 – 2010) war einer der bekanntesten Tätowierer Deutschlands. Dass er schwul war, seine ‘älteste Tätowierstube in Deutschland’ seit Beginn der 1960er Jahre gemeinsam mit seinem Lebenspartner führte, war weit weniger bekannt.

Herbert Hoffmann wurde am 30. Dezember 1919 in Freienwalde in Pommern als Sohn eines Fleischermeisters geboren. Bald zog die Familie nach Berlin, Hoffmann wuchs in Charlottenburg auf. 1949, gerade zurück aus sowjetischer Kriegsgefangenenschaft,  erhielt er seine erste eigene Tätowierung (‘Glaube Liebe Hoffnung’, ein ‘klassisches’ Seefahrer-Motiv). Bald folgen weitere Tätowierungen, u.a. von Christian Warlich, ‘Urvater’ der Tätowierer in Deutschland.

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Gay Pride CSD Frankreich 2015 (akt.)

Gay Pride CSD Frankreich 2015: Übersicht über die Termine für  CSD / Gay Pride in Frankreich 2015, alphabetisch nach Städten geordnet.

English summary: Gay Pride in France 2015 – again in numerous cities in France gay and lesbian pride demonstrations will be held, by far not only in the capital, Paris. Overview of the dates for Gay Pride in France in 2015, listed alphabetically by city.

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Piano Zinc 1981 – 1998

Das Piano Zinc in Paris (1981 bis 1998) war mehr als ‘nur’ Bar und Ort des Chansons – es war bald Legende, und auch Ort der frühen Unterstützung für Aids-Aktivismus.

Im Juni 1981 eröffnet der (aus Pirmasens stammende) Architekt Jürgen Pletsch in der rue des Blancs-Manteuaux (Nr. 49) im 4. Arrondissement von Paris eine ‘Cabaret-Bar’, das ‘Piano Zinc’, das  bald überwiegend von Schwulen besucht wird.

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Jazz Yves Saint Laurent 1988

Kann ein Duft ein Zeichen seiner Zeit sein? ‘Jazz’, von Yves Saint Laurent 1988 auf den Markt gebracht, passte in die Zeit. Ein ‘lässiger’ Duft, leicht wie Cool Jazz an einem frühen Sonntag Morgen nach einer ausgiebigen Club-Nacht.

Yves Saint Laurent brachte ‘Jazz’ Anfang Mai 1988 auf den Markt. Es war nach ‘Kouros’ (1981) der zweite Duft von Yves Saint Laurent – und der erste Duft-Launch, nachdem YSL die Marken-Rechte für Schönheits-Produkte 1987 von Charles of the Ritz zurück erworben hatte.

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