Aids-Desinformation von KGB und Stasi – Segals Fort-Detrick-These

Aids sei ursprünglich in geheimen Labors des US-Militärs entwickelt und als Biowaffe eingesetzt worden – diese Desinformation brachten KGB und Stasi im Verbund mit ostdeutschen Forschern ab Mitte der 1980er Jahre in Umlauf. Mit welcher Wirkung? Mit welcher Relevanz? Eine Studie der Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) befasst sich mit der ” AIDS-Verschwörung ” und der ‘Fort-Detrick-These’ von Jakob Segal.

“Die Amis waren’s” – das US-Militär habe HIV insgeheim als Biowaffe entwickelt und deren Wirkung an Häftlingen getestet. Dann sei das Experiment außer Kontrolle geraten. Diese Verschwörungstheorie zum ‘wahren’ Ursprung von HIV setzten KGB und Stasi ab 1985 zu Propagandazwecken in die Welt – tatkräftig unterstützt vom Biologie-Profesor Jakob Segal.

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Frankreich: Homogegner gründen Partei

Die Homogegner der ‘manif pour tous’ haben in Frankreich offiziell mitgeteilt, sich in eine politische Partei verwandeln zu wollen.

Bisher hatte die ‘manif pour tous’, die sich 2013 als Gruppierung gegen die Einführung der Homoehe gegründet hatte,  sich immer als ‘unpolitische Bewegung’ geriert. Doch nun heißt die Devise: Homogegner gründen Partei.

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Emsland- Lager Versen

Das Lager Versen ist eines der heute weniger bekannten ehemaligen Emslandlager. Nach 1945 wurde es als Strafgefangenen-Lager genutzt – auch für Homosexuelle, die wegen Vergehen nach Paragraph 175 verurteilt wurden.

Lager Versen – 1938 bis 1945

Im Sommer 1938 wurde das ‘Lager Versen’ als ‘Lager IX’ der Emslandlager errichtet, für geplant 1.500 Häftlinge. Im Sommer 1939 war es mit 900 Häftlingen belegt.

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Reiterstatue Heiliger Georg als Drachentöter / Gerhard Marcks 1959

Der Bildhauer und Grafiker Gerhard Marcks schuf 1959 eine Reiterstatue des Heiligen Georg als Drachentöter, sie befindet sich vor der Dreieinigkeitskirche in Hamburg – St. Georg:

Reiterstatue Heiliger Georg als Drachentöter / Gerhard Marcks 1959
Reiterstatue Heiliger Georg als Drachentöter / Gerhard Marcks 1959
Reiterstatue Heiliger Georg als Drachentöter / Gerhard Marcks 1959
Reiterstatue Heiliger Georg / Gerhard Marcks 1959

Auf der Tafel auf der Rückseite des Sockels der Reiterstatue ist als Datum 1958 genannt; 1959 ist m.W. das Jahr in dem die Reiterstatue hier aufgestellt wurde.

Reiterstatue Heiliger Georg / Gerhard Marcks 1959, Tafel
Reiterstatue Heiliger Georg / Gerhard Marcks 1959, Tafel

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Der heilige Georg

Der heilige Georg (gest. 23.4. ca. 303) gilt als Nothelfer. er wird besonders in der katholisch-orthodoxen Kirche verehrt.

Seit dem 12. Jahrhundert (Kreuzzüge) wird er mit der Drachenlegende in Verbindung gebracht.

Gedenktag (nicht geboten) des Heiligen Georg ist der 23. April

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Der Bildhauer und Grafiker Gerhard Marcks schuf u.a. auch 1946 bis 1948 sechs Figuren der ‘Gemeinschaft der Heiligen’ (an St. Katharinen in Lübeck) entsprechend des Entwurfs von Ernst Barlach.

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Maurice Gridaine und Mougins

Der französische Architekt Maurice Gridaine wurde bekannt für seine Kino-Architektur – und als Schöpfer des ‘alten’ Palais des Festivals in Cannes, des Palais Croisette. Privat lebte er im beeindruckenden Manoir de l’Etang in Mougins.

Maurice Gridaine

Der französische Architekt Maurice Gridaine (geboren 1878 in Paris), Sohn des Architekten G. Gridaine (der im Stil Haussmanns baute), wurde insbesondere für seine oft im Art Deco gestalteten Kino-Bauten bekannt.

Gridaine war unter anderem Architekt der (inzwischen geschlossenen) Kinos Scala (Umbau zum Kino im Stil des Art Deco 1936; Paris; 1999 geschlossen), Cinema Paris (22, avenue des Champs Elysées, erbaut 1936, 1985 abgerissen) und des Variétié (Brüssel 1937, gemeinsam mit Victor Bourgois; ab 1961 Cinérama, 1983 geschlossen) sowie des Kinos Le Berlitz (Paris, 1932, später Ciné-Michodière, heute Gaumont Opéra Premier). Gridaine konzipierte 1933 die Umgesaltung des 1981 geschlossene Kinos ‘Ornano 43′ in Paris (18. Arr. Paris, später Supermarkt; Fotos hier).

Maurice Gridaine (u.a. auch Inhaber eines US-Patents auf eine Türzarge) gestaltete aber auch das Grand Café Le Pigalle (1954) und plante die Umgestaltung des Cabartes ‘La Nouvelle Ève‘ im Stil Belle Époque (Paris 9.; gemeinsam mit dem Gestalter Rigal).

Vor allem aber wurde Gridaine bekannt für das ‘alte’ Palais des Festivals in Cannes: Maurice Gridain war Ko-Schöpfer (spätere Anbauten 1968 Architekten Olivier Clément Cacoub) des ersten Palais des Festivals, auch bekannt als Palais Croisette, das 1949 auf dem Gelände des vorherigen Cercle Nautique von den Architekten Nau und Maurice Gridaine errichtet wurde. Dieses ‘alte’ Palais des Festivals’ in Cannes wurde 1988 abgerissen (hier Fotos des Abriss)  und durch einen Hotel-Neubau ersetzt.

Nach dem 2. Weltkrieg verliebte sich Maurice Gridain 1947 in das (damals baulich in sehr schlechtem Zustand befindliche) Manoir de l’Etang oberhalb des Etang de Font Merle in Mougins – und erwarb es.

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Manoir de l’Etang in Mougins

Das Manoir de l’Etang ist ein Anwesen von 5,5 Hektar mit eigenem See  – und nur zehn Minuten von Cannes entfernt.

Maurice Gridaine ließ umfangreiche Umbauten am Manoir sowie Umgestaltungen des Parks (u.a. die inzwischen europaweit größte Population von Lotos) vornehmen. Seine Tochter Monique Jeanne Marguerite Labro (geb. Gridaine) wandelte es später mit der Unterstützung ihrer zwei Söhne in ein Hotel mit 12 Zimmern um – “une résidence privée qui vous ouvre ses portes“, hieß es Mitet der 1980er in der Werbebroschüre des Hotels.

von Maurice Gridaine 1947 erworben: das Manoir de l Etang, hier im August 1987
von Maurice Gridaine 1947 erworben: das Manoir de l Etang, hier im August 1987
Manoir de l Etang, am Pool, August 1987
Manoir de l Etang, am Pool, August 1987

1996/97  berichtete sie in dem Film ‘De Mémoires de Cannois‘ über ihren Vater. 2004 schließlich wechselt das Manoir de l’Etang den Besitzer.

1949 kamen Jean Cocteau und Jean Marais hierher, um dazu beizutragen, das ursprünglich von Marcel Pagnol inspirierte und von Gridaine weiter verfolgte Projekt einer ‘Cité du Cinema’ in Mougins zu unterstützen. “Mougins, futur Hollywood français“, werben erste Anzeigen. Doch gleichzeitig entstand in Italien Cinecitta – das Projekt geriet wieder ins Vergessen.

Der Architekt Jacques Labro (geb. 1935, bekannt geworden u.a. für sein Wintersport-Gebiet Avoriaz 1964 – 68 im Auftrag des Immobilien-Entwicklers Gérard Brémond; Bruder des Journalisten und Schriftstellers Philippe Labro geb. 27.8.1936) konnte vor seinem Diplom (1964) bei Maurice Gridaine arbeiten. Später entwickelte er in Mougins gemeinsam mit Maurice Gridaine ein Villen-Gebiet.

Nach Maurice Gridaine ist noch heute in Mougins eine Allee benannt.

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Bilder vom Palais Croisette: Cannes – le Festival et ses Palais
und  Le Palais Croiosette – 33 ans de service

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Für Julien

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Homoehe bleibt, sagt Präsident Frankreichs

Die Homoehe habe vielen jungen Menschen Stolz und Würde zurück gegeben. Ihre Einführung in Frankreich 2013 sei eine sehr wichtige Entscheidung gewesen, die bestehen bleiben werde. Dies betonte Frankreichs Staatspräsident François Hollande während eines TV-Interviews.

Er wisse, dass die Einführung der Homoehe in Frankreich nicht alle überzeugt habe, er respektiere dass einige sich auch verletzt fühlten. Aber viele junge Menschen hätten endlich ihre Würde wiederfinden können, ihren Stolz, und Verständnis, auch den ihrer Familien, betonte Hollande:

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Nacht und Nebel – der Schriftsteller Jean Cayrol

Der französische Poet, Essayist und Schriftsteller Jean Cayrol (1911 – 2005) ist in Deutschland wenig bekannt – wohl aber eines seiner bekanntesten Werke, ‘ Nacht und Nebel ‘.

Jean Cayrol

Jean Raphaël Marie Noël Cayrol wurde am 6. Juni 1911 in Bordeaux geboren. Seine Kindheitstage verbrachte Cayrol oft im nahe Bordeaux am Atlantik gelegenen Lacanau Océan [wo seit Jahren auch 2mecs gern ihre Urlaube verbringen]. Bereits mit 16 Jahren gründete er seine erste Literatur-Zeitschrift. Nach einem ohne Abschluss beendeten Jurastudium arbeitete er in Bordeaux als Bibliothekar.

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Robert Badinter

Der französische Jurist, Anwalt und Politiker Robert Badinter setzte in Frankreich u.a. die Abschaffung der Todesstrafe sowie des Strafrechts gegen Homosexuelle durch.

Robert Badinter wurde am 30. März 1928 in Paris geboren. Sein Vater Simon Badinter wurde 1943 im Vernichtungslager Sobibor umgebracht, Robert wuchs bei seiner Mutter auf. Kurz nach der Befreiung begann er das Studium (Literatur, Jura).

Robert Badinter wurde 1966 zum Professor berufen; seit 1974 lehrt er an der Sorbonne in Paris. Vom 23. Juni 1981 bis zum 18. Februar 1986 war Robert Badinter Justizminister. Vom März 1986 bis März 1995 war Robert Badinter Präsident des Verfassungsrates (Conseil constitutionnel, das französische Verfassungsgericht). Badinter war zudem wesentlich verantwortlich für die Neufassung des französischen Strafgesetzbuchs (Code pénal) im Jahr 1991, in Kraft getreten am 1. Mai 1994.

Robert Badinter ist seit 1966 mit der Philosophin und feministischen Autorin Élisabeth Badinter verheiratet.

Robert Badinter hat zahlreiche Bücher verfasst, ist Ehrendoktor mehrerer Universitäten und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Robert Badinter im Jardin du Luxembourg, Paris, Juni 2010 (Foto: Manfred)
Robert Badinter im Jardin du Luxembourg, Paris, Juni 2010 (Foto: Manfred)

Ich bin im Bezug auf die Menschheit nicht sehr optimistisch, ich habe als jüdisches Kind die Besatzung durch die Nazis erlebt. … Der Mensch tötet. Deshalb ist die Abschaffung der Todesstrafe für die Menschheit ein moralischer Sieg über sich selbst.
(Robert Badinter)

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Rosa Bonheur (1822 – 1899)

Rosa Bonheur, am 16. März 1822 in Bordeaux geboren, war eine der bekanntesten Künstlerinnen ihrer Zeit, gilt bis heute als eine der bedeutendsten Tiermalerinnen. Und sie lebte in der  patriarchalischen Gesellschaft Frankreichs der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts völlig offen in lesbischen Beziehungen.

Statue Rosa Bonheur im Jardin public Bordeaux (Foto: Symac / Sylvain Machefert)
Statue Rosa Bonheur im Jardin public Bordeaux (Foto: Symac / Sylvain Machefert)

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