Frankreich: Homogegner gründen Partei

Die Homogegner der ‚manif pour tous‘ haben in Frankreich offiziell mitgeteilt, sich in eine politische Partei verwandeln zu wollen.

Bisher hatte die ‚manif pour tous‘, die sich 2013 als Gruppierung gegen die Einführung der Homoehe gegründet hatte,  sich immer als ‚unpolitische Bewegung‘ geriert. Doch nun heißt die Devise: Homogegner gründen Partei.

Im offiziellen Amtsblatt Frankreichs wurde die Entscheidung der ‚Nationalen Kommission für Wahlkampfabrechnung und politische Finanzierung‘ publiziert. In der am 13. April 2015 getroffenen Entscheidung heißt es, man sei übereingekommen

„eine politische Partie ‚La manif pour tous‘ zu werden, um seine Aktivitäten auf dem gesamten Staatsgebiet (Festland-Frankreich und Übersee-Departements) auszuüben“

Der Presse gegenüber betonte die Organsiation, dies sei „eine technsiche Entscheidung“, man plane derzeit nicht, Kandidaten zur Wahl aufzustellen. Gleichzeitig wies die Vorsitzende darauf hin, mit der Umwandlung in eine Partei könnten Spender nun von Steuervorteilen profitieren.

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Die französische Nationalversammlung verabschiedete vor zwei Jahren, am 23. April 2013 endgültig das Gesetz über die ‘Ehe für alle’ (‘loi Taubira, ‘marriage pour tous’, promulgiert am 17.5.2013), das auch Eheschließungen gleichgeschlechtlicher Paare ermöglicht.

Seitdem wurden bis Ende 2014 über 17.500 Homoehen in Frankreich geschlossen, teilte das französische Statistikamt INSEE zu Beginn des Jahres 2015 mit. In über 6.000 Kommunen Frankreichs ist seit Gesetzeseinführung mindestens eine Homoehe geschlossen worden.

Die Einführung der Homoehe in Frankreich 2013 sei eine sehr wichtige Entscheidung gewesen, die bestehen bleiben werde, betonte Frankreichs Staatspräsident François Hollande jüngst in einem TV-Interview.

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Gegen die Einführung der Homoehe hatte es in Frankreich lautstarken Protest einer Minderheit gegeben. In bewusstem Wortspiel mit den Befürwortern der so genannten Homo-Ehe („marriage pour tous“, Ehe für alle) gaben die Aktivisten ihren Protesten den Namen „Manif pour tous“(manif: verkürzt für Manifestation; Demonstration für alle). Finanziell unterstützt wurde sie u.a. vom Aufsichtsrats-Vorsitzenden eines namhaften Versicherungskonzerns.

Immer wieder zeigte sich eine Unterstützung der Homogegner durch (Putins) Russland nahestehende Organisationen.

Ende 2013 hatten Organisatoren der manif pour tous bekannt, sie wollten nicht mehr homofeindlich sein. Zuvor bereits war Beatrice Bourges, eine der Mitgründerinnen, aufgrund ihrer Radikalität aus der Gruppierung heraus gedrängt worden.

Immer wieder hatte die Gruppierung versucht, politischen Einfluss auch während Wahlen auszuüben, so z.B. während er Kommunalwahl 2014.

Seit Ende 2014 ist die Homogegner-Gruppierung der manif pour tous mit Madeleine de Jessey personell in der Parteispitze der französischen Konservativen UMP vertreten.

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Legifrance 24. April 2015: Décisions du 13 avril 2015 portant agrément d’associations de financement d’un parti ou d’une organisation politique

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