Béatrice Bourges – Aktivistin gegen Homorechte

Zuletzt aktualisiert am 29. Januar 2018 um 14:01

Béatrice Bourges – die rechtskonservative französische Aktivistin ist eine der wichtigsten Figuren des Kampfes gegen die Homoehe in Frankeich.

Béatrice Bourges

Die 1960 geborene christlich-fundamentalistische Aktivistin Béatrice Bourges gehört zu den Gründern der ‚manif pour tous‘ (mpt), der Gruppierung der Gegner der in Frankreich inzwischen sehr beliebten Homoehe (2014 erfolgte in Paris jede achte Eheschließung zwischen glichgeschlechtlichen Partner/innen).

Béatrice Bourges gilt als ‚die Muse der Homoehe-Gegner‘ (LeMonde) und eine der engagiertesten Kämpferinnen gegen die Homoehe. Béatrice Bourges ist zudem sowohl Gründerin des ‚Collectif pour la famille‘ als auch Gründerin und Vorsitzende der Splittergruppe ‚printemps francais‘ (‚französischer Frühling‘).

Gegründet im Februar 2013 nach einer der großen anti-Homoehe-Demonstrationen aus einem Kreis besonders radikalisierter Homoehe-Gegner/innen, greift der Name dieser rechtsnational katholisch-royalistischen Gruppierung als ’symbolischen Akt der Konter-Subversion‘ den ‚arabischen Frühling‘ auf. Sie ist dezidiert der ‚bedingungslosen Unterstützung‘ der Homoehe-Gegner gewidmet und sucht einen ‚Machtkampf mit der Regierung‘. Hinter ‚printems francais‘ soll die ultrarechte katholische Organisation ‚Ichtus‘ stehen.

Von sich selbst behauptet Bourges, die nach Ansicht des französischen Premierministers Valls die ‚gefährlichste Frau Frankreichs‚ ist, sie sei nicht homophob,

aber das Gesetz über die Homoehe unterminiert die Menschlichkeit„.

Aufgrund ihrer Radikalität wurde Bourges im März 2013 aus dem Führungskreis der manif pour tous (mpt) gedrängt, ist in deren Umfeld aber weiterhin aktiv.

Béatrice Bourges bei einer Demonstration der Homoehe-Gegner der manif pour tous in Paris am 13. Januar 2013 © Marie-Lan Nguyen / Wikimedia Commons / CC-BY 2.5
Béatrice Bourges bei einer Demonstration der Homoehe-Gegner der manif pour tous in Paris am 13. Januar 2013 © Marie-Lan Nguyen / Wikimedia Commons / CC-BY 2.5

Béatrice Bourges on the podium during the demonstration against same-sex marriage in Paris on 13 January 2013 (“Manif pour tous”). – © Marie-Lan Nguyen – CC BY 2.5

Bourges ist auch immer wieder gern gesehene Referentin bei Veranstaltungen des pro-Kreml- Thinktanks ‚Institut de la democratie et de la cooperation‘ (IDC), wie bei ‚Runden Tischen‘ oder Diskussionsveranstaltungen. Bei diesen tritt sie gelegentlich auch (wie am 4. Juli 2013) gemeinsam mit Jelena Misoulina auf – der Urheberin des russischen Gesetzes gegen vermeintliche ‚Homo-Propaganda‘. Deren Politik sie ausdrücklich lobt und als Vorbild sieht:

Bei der Verteidigung der Familie und der Rechte der Kinder ist Russland ein Vorbild„, so Bourges (Rede hier). „Wir hätten niemals das Gesetz über die Homo-Ehe verabschieden sollen. Russland hat den Mut gehabt, die Propaganda für die Homosexuellen zu unterbinden.“

Bourges Haupt-‚Argument‘ immer wieder: die  ‚Gender-Ideologie‘ oder ‚Gender-Theorie‘:

Ich glaube dieses Gesetzüber die Homoehe in Frankreich “ ist Teil eines katastrophalen Programms zur Verbreitung der Gender-Theorie.

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Viele der Aktionen von Homo(ehe)-Gegnern in Deutschland erinnern an ähnliche in Frankreich – fast wie ein Fahrplan, der kopiert werden soll. So sprach Bourges bereits auch in Deutschland, forderte analog zu ihrer rechtskonservativen Gruppierung ‚printemps francais‘ einen ‚deutschen Frühling‘ – mit der Drohung, zusammen werden man gewinnen.

Lohnenswert also auch für Entwicklungen in Deutschland, die Entwicklungen und Aktiven in Frankreich immer wieder wachsam im Blick zu behalten.

Zudem: Beatrice Bourges ist ein gutes Beispiel dafür, dass es den Aktivisten der Proteste um mehr geht als ’nur‘ den Kampf gegen die Homoehe oder oft generell Homosexuellen-Emanzipation (wie in manchen ‚Bildungsplan‘-Debatten oder anti-CSD-Protesten sichtbar wird). Eigentlicher Hintergrund ihrer Aktivitäten ist ein ‚konterrevolutionärer Impuls‘. Ist die Bekämpfung der Ergebnisse der 1968er Studentenproteste und der sexuellen Befreiung.

Und insbesondere bei Aktivisten mit fundamentalistisch-katholischer Haltung ist eigentliche Triebfeder ihrer Aktivitäten ein genereller Kampf um die ‚kulturelle Hegemonie im Land‚, gegen die Aufklärung, gegen den Machtverlust der Kirche, gegen die Trennung von Staat und Kirche, gegen die Laizität.

Zeit also, wachsam zu sein – und sich Verbündete zu suchen für die Verteidigung mühsam errungener Freiheiten.

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