Frankreich: Homoehe-Gegner formieren sich wieder

Zuletzt aktualisiert am 19. August 2015 um 12:17

Die Gegner der in Frankreich seit 2013 möglichen Homoehe formieren sich nach längerer Ruhepause neu. Zunächst sind für den 5. Oktober 2014 zwei nationale Groß-Demonstrationen in Paris und Bordeaux in Vorbereitung. Fernziel ist die Abschaffung des Homoehe-Gesetzes.

Die Homoehe (7.000 allein im Jahr 2013) ist in Frankreich ein Erfolg – und gesellschaftlich breit akzeptiert. Entsprechend schien es die vergangenen Monate, als hätten sich auch die Homoehe-Gegner rund um die ‚manif pour tous‘ (mpt) mit den Fakten arrangiert, würden sie ihre Aktivitäten auf andere Fragen fokussieren. Selbst Alain Juppé, konservativer Politiker der UMP und Bürgermeister von Bordeaux, hatte unlängst gegenüber der rechtslastigen Zeitschrift ‚Valeurs‘ erklärt, die Homoehe sei „integriert in die französische Gesellschaft“.

Doch im Vorfeld der zwei für den 5. Oktober vorbereiteten Groß-Demonstrationen „für die Familie“ in Paris und Bordeaux wird deutlich: ihre Gegner akzeptieren die mit dem „Gesetz Taubira“ (loi Taubira) 2013 eingeführte Homoehe bei weitem nicht.

„Das Gesetz Taubira [über die Einführung der Homoehe, d.Verf.] ist beschlossen, da kann man nichts machen? Weit gefehlt!“, betont Ludovine de la Rochere, Präsidentin der Homoehe-Gegner. „Gesetze wieder abschaffen, das kommt vor, das ist gar nichts Ungewöhnliches!“.

Fest im Auge haben sie dabei die für 2017 anstehenden nächsten Präsidentschaftswahlen. Wie schon im Vorfeld der Kommunalwahlen im März 2014 plant die mpt, Kandidaten der Präsidentschaftswahlen im Vorfeld zu ihrer Haltung zur Homoehe und deren möglicher Abschaffung zu befragen. Und die „Ideologie des Gender“ weiter zu bekämpfen. Mit der Umfrage sollen vor allem Kandidaten der konservativen UMP unter Druck gesetzt werden – für den nicht unwahrscheinlichen fall,m dass in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen 2017 ein Kanidat der Konservatievn gegen die rechtsextreme Marine Le Pen vom Front National antritt.

Unterstützung erhalten sie dabei erneut von der homophoben US-amerikanischen ‚International Organisation for Marriage‘. Deren Präsident Brian Brown sprach bei der zweiten Sommer-Universität der mpt am vergangenen Wochenende in Palavas-les-Flots (Herault) über dien „Kampf gegen die Umdefinition der Ehe“. Und bestärkte sie im Fernziel der Wieder-Abschaffung der Homoehe.

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