Familie Schmidt (1981): Wetten das ist Frau Witten?

Zuletzt aktualisiert am 22. April 2019 um 12:49

„Aufrecht, deutsch, homosexuell“ – die schwule Theatergruppe ‚Familie Schmidt‘ debütierte 1981 mit ihrer ersten Produktion „Wetten das ist Frau Witten“.

Corny Littmann und Gunter Schmidt gründeten 1981 die schwule Theatergruppe “ Familie Schmidt – aufrecht – deutsch – homosexuell „. Erstes Stück der Gruppe ist, uraufgeführt 1981, „Wetten das ist Frau Witten“ – eine bunte Mischung aus Spielszenen und Musikeinlagen, „ein flotter Abend vor dem Bildschirm und dtsch. Kartoffelchips„.

Schon bald wird ‚ Familie Schmidt ‚ ein erfolgreiches Tourneetheater, allein mit ihren ersten Stück ‚Wetten das ist Frau Witten‘ treten sie auf über 200 Bühnen auf.

Familie Schmidt / Wetten das ist Frau Witten, Plakat für Auftritt im Waldschlößchen 1981
Familie Schmidt / Wetten das ist Frau Witten, Plakat für Auftritt im Waldschlößchen 1981

Familie Schmidt – die weitere Geschichte

Aus der Theatergruppe ‚Familie Schmidt‘ ging später das Schmidt-Theater hervor. Es eröffnete am 8.8. 1988 in Hamburg St. Pauli am Spielbudenplatz – unweit einer der Klappen, die in der von Corny Littman medienwirksam aufgedeckten Hamburger Spiegel-Affäre eine wesentliche Rolle spielten. Einer der Verantwortlichen für die Schwulen-Überwachung auf Klappen hieß – Schmidt. Helmut Schmidt. Zuständig damals als Innensenator.

Gunter Schmidt stieg nach dem zweiten Stück von ‚ Familie Schmidt ‚ (Titel: ‚Rühr mich nicht an‘, unter Beteiligung von Ernie Reinhardt) aus selbiger aus. Er gründete gemeinsam mit Lisa Pollit das Duo ‚Herrchens Frauchen‘ – und hat mit ihr gemeinsam seit September 2003 eine eigene Bühne, das ‚Polittbüro‘ auf dem Steindamm in Hamburg.

Familie Schmidt trat in der Besetzung Cornly Littmann und Ernie Reinhardt (vorher: Spaldingsisters, Transitiv, Tuntenchor) plus Gästen bis 1988 auf.  Zu ihren Stücken zählten ‚Alfred on the rocks‘ (Premiere 1984), ‚Die Widerlichen‘, ‚Wer ist Gerda S. wirklich?‘, Happy Kadaver‘ sowie zuletzt ‚Sag bitte und ich sing‘ mit Georgette Dee und Terry Truck – gleichzeitig 1988 das Eröffnungs-Programm des Schmidt Theater.

‚Wetten das ist Frau Witten‘ wurde 1996 erneut ins Programm genommen. Gunter und Corny spielten das Stück in originaler Fassung nicht nur in Hamburg, sie tourten auch. Doch der „gruselige Schwank“ fand nicht mehr den gleichen Anklang wie 15 Jahre zuvor, ‚mäßig amüsant‘ fanden Medien einen Auftritt in Berlin.

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Es war wohl das erste schwule Kunst-Stück das ich zu sehen bekam, gerade jung mein schwules Leben erobernd (siehe ‚meine erste Schwulenbar‚) – Familie Schmidts ‚Wetten das ist Frau Witten‘, 1981 bei einem Gastspiel an der Universität Oldenburg

Besonders hängen geblieben ist mir, wenn Gunter und Corny in Abwandlung von Degenhardts „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ sangen

Spiel nicht mit den warmen Brüdern,
sing nicht ihre Lieder!
Geh‘ nicht in die Subkultur!
Bleib bei deiner Frieda!

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