Kategorien
Kulturelles

Burg Schartekenhausen – die Anfänge des Oldenburger Stadtmuseums

Zuletzt aktualisiert am 13. Oktober 2022 von Ulrich Würdemann

‚Burg Schartekenhausen‘ – so nannte Theodor Francksen das aus seiner Privatsammlung hervorgegangene Museum, den Grundstock des Oldenburger Stadtmuseums.

Am 24. September 1910 machte Theodor Francksen im Rahmen einer kleinen Feier seine private Sammlung erstmals öffentlich zugänglich – der Gründungstag des Oldenburger Stadtmuseums.

Villa Francksen - Oldenburger Stadtmuseum
Villa Francksen – Oldenburger Stadtmuseum

In das Gästebuch seines ‚oldenburgisch-kulturhistorischen Museums‘, das Francksen anlegt, vermerkt er an diesem Tag als ersten Eintrag

„Zur Erinnerung an froh verlebte Stunden, bei der Einweihung der Burg Schartekenhausen am 24. Sept. 1910 zeichnen sich als erste Gäste ein…“

Theodor Francksen, Gästebuch- Eintrag vom 24.9.1910

Seine Eltern verstarben früh, hinterließen ihm ein beträchtliche Vermögen. Francksen, kulturell interessiert, begann Kunst und Objekte mit Bezug zum Raum Oldenburg aus dem 17. bis 20. Jahrhundert zu sammeln.

Francksen hatte seine Sammlung im Wohnhaus seiner Eltern aufgebaut. Die Stadtvilla wurde 1877 gebaut von Architekt und Hofbaumeister Gerhard Schnittger (1841 Eversten – 1917 Berlin), als dessen Hauptwerk Großherzogliches Hoftheater in Oldenburg gilt.

1988, die Sammlung war so angewachsen dass zusätzlicher Raum erforderlich wurde, erwarb Francksen zusätzlich die Nachbar-Villa Jürgens (gebaut 1863). Beide Villen ließ er 1910 bis 1912 durch einen Gang verbinden.

Francksen hatte auch Interesse an zeitgenössicher Kunst. So empfing er z.B. Maler der Dangaster Künstlergruppe Die Brücke und erwarb Werke.

Nach dem Tod von Theodor Francksen führte seine langjährige Haushälterin und Reisegefährtin Helene Knoche (1854 bis 1938) bis zu ihrem Tod 1938 ehrenamtlich das Museum.

Das Museum wurde lange als Oldenburger Heimatmuseum bezeichnet. Inzwischen heißt es Oldenburger Stadtmuseum.

Theodor Francksen (1875 – 1914)

Theodor Francksen wurde am 2. April 1875 in Oldenburg als einziges Kind des Agrar-Großhandels-Kaufmanns Theodor Francksen (sen.) geboren.

Freancksen erkrankte bereits während seiner Jugend an Tuberkulose. Er begann 1896 ein Jurastudium, das er jedoch krankheitsbedingt 1900 aufgeben musste.

Er starb am 17. Juni 1914 in Oldenburg. Seinen Besitz vermachte er der Stadt Oldenburg, daran gebunden die Verpflichtung, seine Sammlung zu einem städtischen Museum weiterzuentwickeln.

Das Grab von Theodor Francksen befindet sich auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg (neben der Grabstätte seiner Eltern).

Grabstein Theodor Francksen
Grabstein Theodor Francksen

.

Theodor Francksen vermachte der Stadt Oldenburg mit seinem Vermögen auch das Grundstück, auf dem die beiden Villen stehen, die heute Teil des Oldenburger Stadtmuseums sind. Auf diesem Grundstück befindet sich seit 2000 auch das Horst-Janssen-Museum.

Neubau Stadtmuseum Oldenburg

Das Oldenburger Stadtmuseum erhält einen Neubau. Entstehen soll ein ‚Museum für Geschichte, Gegenwart und Zukunft Oldenburgs‘.

Sieger des Architektur-Wettbewerbs war das Büro GME (Achim). Die Baukosten werden auf 17 Mio. € geschätzt. Die Eröffnung ist derzeit für November 2024 geplant.

Im Frühjahr 2022 wurde zunächst die ‚Neue Galerie‘ abgerissen. Während des Neubaus sind die beiden Villen geschlossen und werden zwischen November 2022 und Mai 2024 saniert.

Scharteke

Als Scharteke wird eigentlich (in abwertendem Sinn) ein altes Buch bezeichnet (gelegentlich auch ein recht anspruchsloses Theaterstück). Ursprünglich (ab 16. Jhdt.) wurde der Begriff allgemein für alte, wertlose Dinge verwendet, für ‚Krempel‘, ‚ollen Kram‘.

An diese Bedeutung dürfte Franksen angeknüft haben.

Von Ulrich Würdemann

einer der beiden 2mecs.
Schwulenbewegt, Aids- und Therapie-Aktivist. Von 2005 bis 2012 Herausgeber www.ondamaris.de Ulli ist Frankreich-Liebhaber & Bordeaux- / Lacanau-Fan.
Mehr unter 2mecs -> Ulli -> Biographisches

Eine Antwort auf „Burg Schartekenhausen – die Anfänge des Oldenburger Stadtmuseums“

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.