Santé public France – Frankreichs neue public health Organisation

Santé public France (öffentliche Gesundheit Frankreich) – so lautet der Name der neu geschaffenen der public health Organisation für Frankreich. Hervorgegangen ist sie aus der Fusion dreier bisheriger Agenturen.

Alle Themen und Fragen der öffentlichen Gesundheit in einer Organisation bündeln, dies ist das Ziel der per 1. Mai 2016 neu geschaffenen Santé public France. Zum ersten Präsident der neuen public health Frankreich (Santé public France) wurde für drei Jahre François Bourdillon, bisher Generaldirektor der InVS (s.u.) ernannt. Die Organisation mit derzeit 625 Mitarbeiter/innen und einem Budget von 190 Mio. Euro ist direkt der französischen Gesundheitsministerin unterstellt.

sante publique France Logo (c) santé public France
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Public Health bezeichnet in der Politik eine Zusammenführung unterschiedlicher Disziplinen und Aufgaben, die sich mit öffentlicher Gesundheit beschäftigen, wie Epidemiologie, Sozialmedizin, Gesundheitsförderung und Prävention oder Versorgungsforschung. Ziel der Zusammenführung ist eine systemische Betrachtungsweise und die Entwicklung integrierter Ansätze der Gesundheitsförderung.

Statt ‚öffentliche Gesundheit‘ wird (um den aus der Geschichte diskreditierten Begriff ‚Volksgesundheit‘ zu vermeiden) in Deutschland oft direkt der aus angelsächsicher Tradition stammende Begriff public health verwendet. Für public health zuständige fachliche Agentur ist in Deutschland das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin, das direkt dem Bundesminister für Gesundheit (BMG) unterstellt ist.

Santé public France – entstanden als Fusion

Frankreich hatte bisher keine zentrale Einrichtung für alle Fragen der öffentlichen Gesundheit. Die neue Santé public France ist hervorgegangen aus einer Zusammenlegung dreier bisheriger Einrichtungen:

  • Institut national de prévention et d’éducation pour la santé (INPES; Nationales Institut für Prävention und Gesundheitserziehung),
  • Institut de veille sanitaire (INVS; Institut für Gesundheitsüberwachung), und
  • Etablissement de préparation et de réponse aux urgences sanitaires (Eprus; Katastrophen-Vorsorge)

Santé public France – Aufgaben

Santé public France wird entlang fünf thematischer ‚Achsen‘ aufgebaut sein:

  1. Faktoren der Gesundheit (Tabak, Alkohol, Ernährung, sexuelle Gesundheit)
  2. Bevölkerung (Kindheit, verschiedene Lebensalters-Gruppen, Senioren)
  3. Überwachung von Infektionskrankheiten
  4. Regionen und Maßnahmen (Verhältnis zwischen Gebieten und gesundheitspolitischen Interventionen)
  5. ‚big data‘ (Datensammlung und -Verarbeitung im Gesundheitswesen)

Organisiert werden diese in zehn ‚wissenchaftlichen Direktionen‘ (unterstützt von sechs Stabs-Direktionen wie Dokumentation, Budget oder Personal):

  • Direction alerte et crise (Alarm und Krisen)
  • Direction de la communication et du dialogue avec la société (Kommunikation und gesellschaftlicher Dialog)
  • Direction de la prévention et de la promotion de la santé (Prävention und Gesundheitsförderung)
  • Direction de l’aide et de la diffusion aux publics
  • Direction des maladies infectieuses (Infektionskrankheiten)
  • Direction des maladies non transmissibles et traumatismes (nicht übertragbare Krankheiten und Traumata)
  • Direction des régions (Regionen)
  • Direction santé environnement (Umweltgesundheit)
  • Direction santé travail (Arbeitsgesundheit)
  • Mission scientifique et internationale (Wissenschaft und Internationales)

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