Husten auf Mallorca – ‚zweimal Rita und zurück‘ Teil 1

Zuletzt aktualisiert am 25. März 2014 um 17:37

1995 / 96 erkrankte ich schwer, war mehrere Male im Krankenhaus. In der Mini-Serie „zweimal Rita und zurück“ erzähle ich aus dieser Zeit; heute Teil 1: “ Husten auf Mallorca
(Übersicht über alle Teile der Mini-Serie siehe Ende des Textes):

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Vor der Weihnachtszeit nochmal etwas abschalten, vielleicht sogar ein wenig Sonne tanken, klingt doch gut, oder? Recht spontan machen Frank und ich uns Anfang Dezember 1995 auf den Weg nach Mallorca, in einen der (zu dieser Zeit) eher etwas ruhigeren Orte. Zufällig genau der Ort, an dem Frank mit seinen Eltern schon mal war – in seiner Kindheit, auch schon einige Jahre her.

Ich nehme statt Mallorca-Kindheits-Erinnerungen eine leichte Erkältung mit auf den Weg in den Urlaub – aber das bessere Wetter dort wird mir sicher gut tun …

Nein, leider nicht. Alles andere als das – eher wird der Husten auf Mallorca jeden Tag schlimmer. Ich habe ständig das Gefühl, diese trockene Luft im Hotel raube mir den Atem. Bald hängen überall in unserem Zimmer feuchte Handtücher herum. Bringt aber auch nichts. Ich huste mir die Seele aus dem Leib, jeden Tag mehr. Statt eines entspannten Urlaubs zum Kraft Tanken fühle ich mich jeden Tag schlechter.

Ulli im Juli 1995 - noch quietschewohl
Ulli im Juli 1995, noch quietschewohl – ganz anders dann 5 Monate später …

Kurz vor Ende des Urlaubs bekomme ich auch noch Temperatur. Uns beiden ist jetzt klar, das ist kein einfacher Husten, ich muss dringend zum Arzt. Zwei Tage später geht der Flieger zurück nach Köln.

Gleich am nächsten Morgen sitze ich im Wartezimmer der (einer von zweien) ‚Spezialambulanz‘ der Kölner Uniklinik. Komme bald dran, sehe eine junge Ärztin, die mich nach meinem kurzen, durch ständigen trockenen Husten unterbrochenen Erläutern sorgenvoll anschaut, dabei leicht den Kopf wiegt. Nichts sagt. Kurz holt sie den Leiter der Ambulanz hinzu. Sie wechseln flüsternd einige Sätze, während sie dabei auf verschiedene Blätter in meiner Patientenakte deutet. Dann kommt kurz und knapp, man müsse mich stationär aufnehmen.

das (inzwischen sanierte) 'Bettenhaus' der Uniklinik Köln 2007 (Foto: A.Savin)
das (inzwischen sanierte) ‚Bettenhaus‘ der Uniklinik Köln 2007 (Foto: A.Savin)

Einige Monate zuvor habe ich bereits einmal im ‚Bettenhaus‘ gelegen, auf eben der Station auf die ich nun wieder soll. Nein, nie wieder hier rein, das war mir damals völlig klar. Ich hatte mich gefühlt wie eine durchlaufende Nummer auf einem medizinischen Förderband. Dass diese Nummer auch Bedürfnisse hatte, essen wollte wenn gerade nicht Standard-Abfütterungszeit war, Durst auch nachts hatte, Besuch auch zu seltsamen Zeiten wollte, all das war nicht vorgesehen. Behandlungsfall im durchrationalisierten Großklinikbetrieb, nicht Mensch mit Schwierigkeiten, so hatte ich mich gefühlt – und wollte das ganz sicher nicht mehr. Nein, nie wieder.

Nur mühsam gelingt es mir, die junge Ärztin zu überzeugen, dass ich in ein anderes Krankenhaus will. Es gebe doch hier ein freies Bett, ich sei auch fachlich hier in besten Händen. Als alles nichts hilft, organisiert sie  mir nach einigen Telefonaten ein Bett in einer anderen Klinik, klein aber mit gutem Ruf bei anderen Positiven. Ich muss ihr versprechen, nur kurz nachhause zu fahren, das Nötigste einzupacken und noch heute in die anderen Klinik in der Südstadt zu fahren. Sie gibt mir Unterlagen mit, und den Namen des Arztes bei dem ich mich melden solle, er sei bereits über alles wichtige vorab informiert und warte auf mich.

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zweimal Rita und zurück
1. Husten auf Mallorca
2. Lovely Rita?
3. Sauerstoff zu Weihnachten
4. Absturz im Mai
5. Wie es (doch) weiter ging …

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