Präventionskampagne gegen Suizid bei LGBT

Zuletzt aktualisiert am 8. Februar 2017 um 17:34

Mit neuen ‚Schock-Motiven‘ fordert die Gruppe ‚interLGBT‘ in Frankreich Präventionskampagnen gegen Suizid bei LGBT :

„Um aus der sechsten Etage zu springen, muss man wahrlich nicht schwul sein. – Doch.“

Präventionskampagne gegen Suizid bei LGBT in Frankreich (Grafik: interLGBT)
Präventionskampagne gegen Suizid bei LGBT in Frankreich (Grafik: interLGBT)

Bei Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*-Personen in Frankreich seien Suizid-Versuche viermal häufiger als in der Allgemeinbevölkerung, begründen die Organisatoren ihre Kampagne mit Ergebnissen mehrerer Studien. Unter Heranwachsenden sei homophobe Gewalt die häufigste Ursache für Selbstmord. Die Suizid-Rate steige noch weiter an bei Personen in besonders prekären Situationen, wie Trans*.

Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO habe in ihrem Aktionsplan für Mentale Gesundheit 2013 – 2020 (s.u.) ganz klar auf den Zusammenhang zwischen Diskriminierung, Gewalt und Selbstmord bei LGBT hingewiesen. Die gleiche Beobachtung habe auch der erste Jahresbericht der Suizid-Beobachtungsstelle  (s.u.)festgestellt, den Gesundheitsministerin Marisol Touraine am 2. Dezember 2014 vorgestellt hatte.

Die Ursachen für die erhöhten Suizidraten bei LGBT seien seit Jahren bekannt. Dennoch seien seitdem keine Präventionsmaßnahmen ergriffen worden, um diese Risiken zu senken, beklagt ‚InterLGBT‘.

Das Aktionsprogramm gegen Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität, das die französiche Regierung im Oktober 2012 aufgelegt hat (s.u.), sieht Maßnahmen der Prävention des Suizid bei LGBT vor, die beim Bildungsministerium sowie beim Gesundheits- und Sozialministerium angesiedelt sein sollen.

Auf die Notwendigkeit solcher Kampagnen habe man mit den neuen ‚Schock-Motiven‘ aufmerksam machen wollen.

Die Kampagne war bereits anlässlich des Welt-Suizid-Präventionstags am 10. September 2014 angekündigt worden. Aus Anlass des französischen Tags der Suizid-Prävention am 5. Februar 2015 wurden neue Motive vorgestellt.

Bereits 2013 war in Frankreich ein deutlicher Anstieg homophober Attacken und Gewaltangriffe festgestellt worden. SOS Homophobie vermutete einen Zusammenhang mit der Einführung der Homoehe. 2014 waren erstmals überhaupt in Frankreich offizielle Zahlen über Homophobie und Transphobie vorgelegt worden. In Frankreich existiert seit einigen Jahren eine Homophobie-Prävention, die sich allerdings noch in den Anfängen befindet.

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Programme d’actions gouvernemental contre les violences et les discriminations commises à raison de l’orientation sexuelle (pdf)
International Assiociation of Suicide Prevention IASP
WHO: Comprehensive mental health action plan 2013–2020
ONS: Rapport annuel de l’Observatoire National du Suicide, 2014.

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