Homoehe-Gegner: Tausende demonstrieren in Frankreich gegen ‚Familienfeindlichkeit‘ (akt.)

Zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2016 um 9:31

Stop der Familienfeindlichkeit („Stop à la familiphobie“), die Homoehe-Gegner der ‚manif pour tous‘ in Frankreich suchen ein weniger homophob klingendes Motto. In Bordeaux starteten sie ihre veränderte Strategie mit einem Auto-Korso am 14. Dezember 2013. Am 2. Februar 2014 sollen in Paris und Lyon Großdemonstrationen stattfinden.

Annähernd 200 PKW und einige Zweiräder bildeten einen Auto-Korso, der mit lautem Hup-Konzert quer durch Bordeaux nach Bègles fuhr, mit Fahnen und Ballons in den Farben der ‚manif pour tous‘ geschmückt, Transparente schwingend mit dem Slogan „stop à la familiphobie“ (“ Stop der Familienfeindlichkeit „)

Bodeaux, Places des Quinconces
Bordeaux, Places des Quinconces

Ein symbolträchtiger ‚Besuch‘ der vermeintlichen „Familien voller Wut“ (familles en colère): Bègles – das ist diejenige Vor-Stadt des Großraums Bordeaux, in der Noël Mamère von den Grünen Bürgermeister ist. Jener Noël Mamère, der schon 2004, als dies noch gegen französische Gesetze verstieß, die erste Homoehe Frankreichs vornahm.

Noel Mamere im Januar 2006 (Foto: Kenji-Baptiste Oikawa)
Noel Mamere im Januar 2006 (Foto: Kenji-Baptiste Oikawa)

Ihre Herkunft als Gegner der Homoehe verschleiert die neue Taktik der Um-Firmierung unter dem Motto „Gegen Familienfein dlichkeit “ nur mäßig – Slogans, die auf der Demonstration gezeigt wurden, lauteten z.B. „Familie angegriffen – Gesellschaft in Gefahr“ oder auch „père et mère, le bon repère“ (Vater und Mutter sind ein guter Maßstab“) und zeigten den homophoben Hintergrund der Gruppierung.

Nach dem Testlauf in Bordeaux am Samstag plant die ‚manif pour tous‘ für Sonntag weitere Demonstrationen in Versailles, Blois und Montpellier. Zudem überlegt die ‚manif pour tous‘, sich dem für den 26. Januar 2014 angekündigten „Tag der Wut“ (jour de colère) anzuschließen, einer geplanten Groß-Demonstration gegen die Regierung Ayrault.

Die ‚manif pour tous‘ (mpt; Demonstration für alle) wendet sich gegen das Gesetz der ‚marriage pour tous‘ (Ehe für alle), die durch Ministerin Taubira ermöglicht wurde und die Ehe auch für Personen gleichen Geschlechts ermöglicht. Bereits Mitte September 2013 hatten Funktionäre der ‚manif pour tous‘ angekündigt, nicht mehr homophob auftreten zu wollen.

Der Bürgermeister von Bordeaux, Alain Juppé, hatte sich Ende April 2013 mit den Vereinen von Schwulen und Lesben getroffen, um über Wege zur Bekämpfung der Homophobie in der südwestfranzösischen Stadt zu diskutieren.

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Aktualisierung
15.12.2013, 19:00: An der Demonstration der Homoehe-Gegner der ‚manif pour tous‘ in Versailles beteiligten sich am Sonntag 15.12. Medienangaben zufolge mehrere Tausend Menschen (die Polizei sprach von 6.000 Teilnehmer/innen). Ein Sprecher verkündete, man fordere weiterhin die Rücknahme des Taubira-Gesetzes (loi Taubira, das die ‚Ehe für alle‘ ermöglichte, auch die Ehe zweier Personen gleichen Geschlechts).
Bei zwei weiteren Demonstrationen der Homoehe-Gegner beteiligten sich in Blois zwischen 1.600 und 3.000 Personen und in Montpellier zwischen 400 und 800 Menschen. In Blois wie auch in Montpellier gab es kleinere Gegen-Demonstrationen mit ca. 50 bzw. 100 Teilnehmer/innen.
27.01.2014: Unter homophoben Mottos wie „ein Vater, eine Mutter – elementares Recht!“ ruft die mpt für den 2. Februar 2014 zu zwei zentralen Groß-Demonstrationen in Paris und Lyon auf. Zuvor beteiligten sich viele mpt-Aktivisten an den Demonstrationen gegen Präsident Hollande am 26. Januar 2014 in Paris:

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Liberation 15.12.2013: Manif pour tous: plusieurs milliers de personnes défilent à Versailles
Sudouest 14.12.2013: Manif pour tous à Bordeaux : près de 200 voitures défilent sur les boulevards
Liberation 14.12.2013: Bordeaux: défilé de la Manif pour tous contre la «familiphobie»
ndf 14.12.2013: Vers un rapprochement entre La Manif pour Tous et le Jour de Colère du 26 janvier 2014 ?

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