Kategorien
Frankreich

Die Côte d’Argent

Feinster heller Sand – der Strand leuchte, strahlt beinahe in der Sonne. Flimmert silbern – die “Côte d’Argent”, die ‘Silber-Küste’.

Die Côte d’Argent ist ein nahezu schnurgerader Streifen feinsten Sandstrandes, der sich von der Gironde-Mündung im Norden bis nördlich von Biarritz erstreckt – 240 Kilometer Strände. Die Region ist sehr reich an Austern und anderen Muscheln sowie Meeresfrüchten. Die Schalen abgestorbener Tiere werden von Tidenhub und Brandung langsam zermahlen, lagern sich am Strand ab – und verleihen ihm dieses leicht funkelnde, glitzernde Aussehen, das ihm der ganzen Küste den Namen gab.

Die Côte d’Argent ist nicht nur durch ihre kilometerlangen feinen Sandstrände gekennzeichnet, sondern auch durch Dünen und die breiten landeinwärts liegenden Kiefernwälder. Darin eingebettet immer wieder kleine und große Binnenseen, wie bei Lacanau oder bei Biscarosse.

Zudem befinden sich an der Côte d’Argent einige der besten Surf-Spots der Welt – ein Paradies für Wellenreiter. In Lacanau Océan tragen sie bei den ‘Lacanau Pro’ alljährlich ihre Meisterschaften aus.

Neben Austern, Krebsen und anderen leckeren Meeresfrüchten hat die Côte d’Argent noch zahlreiche weitere Annehmlichkeiten zu bieten – darunter einige hervorragende schwule Strände, so in Le Porge Océan, bei Biscarosse oder den ‘plage des casernes’ nahe Hossegor.

.

Kategorien
Frankreich ondamaris Texte zu HIV & Aids

surfen schwul

Homophobie ist im Sport immer noch ein weit verbreitetes Problem. Nicht nur im Fußball, auch beim Surfen. Doch nun hat ein Franzose ein Internetportal für schwule und lesbische Surfer/innen gestartet.

Seit einigen Jahren jedoch scheint die Homophobie im Fußball ins Wanken zu geraten, wenn auch langsam. Zahlreiche Proficlubs haben inzwischen auch schwule Fanclubs. Einer von elf Fußballern ist schwul – und über das Coming-out eines schwulen Profi-Fußballers wird weiterhin viel spekuliert. Eine Dokumentation über Homosexualität im Fußball erhält den Grimmepreis. In Deutschland wie auch in Frankreich engagieren sich Fans und Offizielle uns sagen nein zu Homophobie im Fussball.

Fast scheint es, als gerate mit dem Fußball die letzte Domäne der Homophobie im Sport ins Wanken. Doch – wie sieht es aus beim Boxen, beim Rugby (außer nackten Rugby-Spielern) oder in der Formel 1? Oder – beim Surfen?

Frankreich hat entlang seiner zahlreichen Küsten viele Traumstrände zu bieten (und, nebenbei, auch viele besuchenswerte schwule Strände). Und Frankreich hat zahlreiche “Surf Spots”, Orte mit besonders guten Bedingungen für’s Wellenreiten, für  Surfen – ob Lacanau Océan, Hossegor oder Biarritz, um nur drei Beispiele zu nennen, die alle auch Plätze des internationalen ‘Surf-Zirkus’ sind, mit ihren Wettbewerben, Championships etc.

Braungebrannte junger Männer (und Frauen) lassen sich hier bewundern, gut gebaut, breitschultrig, wohl muskliert. Und doch – schon ein Besuch an Surf-Stränden, ein Beobachten einer der zahlreichen nationalen und internationalen Surf-Wettbewerbe wie z.B. der ‘Lacanau Pro’ zeigt schnell: Surfen erweckt den Eindruck, eine Bastion wahrer Männlichkeit, ein Brennpunkt der Heterosexualität zu sein. Trotz aller gut gebauten Körper, kraftstrotzenden Männer, eng anliegenden Neopren-Kombis – von offen schwulen Männern und lesbischen Frauen weit und breit keine Spur.

Doch – dies soll sich nun ändern. Zumindest wenn es nach Thomas, einem schwulen Surfer geht. Er hat eine Internet-Community für schwule Surfer und lesbische Surferinnen gegründet – und schon kurz nach dem Start über 60 Teilnehmer/innen.

“Ich bin seit vielen Jahren Surfer,” berichtet er im französischen Homo-Magazin Tetu. “Ich habe viel im Ausland gelebt, in Sydney und Los Angeles … Oft habe ich versucht, andere schwule Surfer kennen zu lernen, erfolglos.” Dem wollte Thomas ein Ende bereiten – und gründete www.gaysurfers.net, eine Community für schwule Surfer und lesbische Surferinnen. Eine Site, die es (auch anonym) ermöglicht, Freundschaften zu knüpfen und Kontakte zu halten, Photos online zu stellen, Tipps auszutauschen.

Ob die Surf-Szene sehr homophob ist? Nun, schwer zu sagen, betont Thomas. Verschlossen ist sie auf jeden Fall. Über Sexualität wird wenig geredet, auch nicht unter den Hetero-Surfern. Und dass Homosexualität nicht gerade begrüßt werde, zeige schon die Geschichte zweier auch international bekannter Surfer (Cheyne Horan und Robbins Thompson, siehe ‘weitere Informationen’ unten), die nach Bekanntwerden ihrer Homosexualität ihre Sponsoren verloren.

.

weitere Informationen:
www.gaysurfers.net
Tetu 28.03.2010: Pour les surfeurs gays, c’est «vivons heureux, restons cachés»
Advocate 25.02.2008: In Search of Gay Surfers
The Free Library 1997: Beached by homophobia; how Robbins Thompson caught a wave of antigay sentiment and quit the professional surfing circuit

.

Text 17.02.2016 von ondamaris auf 2mecs

Kategorien
Frankreich Lacanau

Surf – La grande glisse

Aquitanien und seine Hautstadt Bordeaux sind nicht nur Zentralen des Weins und des guten Essens (sowie der skurilen, sehr rechten ‘Jäger-Partei’). Aquitanien ist auch die für den Surf-Sport in Europa wohl bedeutendste Region.

Sicher, auch auf Sylt wird inzwischen auf der Welle geritten, und auch Portugal und Spanien bieten Wellenreitern das ein oder andere spannende Revier. Die wichtigste Region für europäische Surfer dürfte jedoch weiterhin Aquitanien sein, mit den beiden Surf-Metropolen Hossegor (nahe Bayonne) und Lacanau (westlich von Bordeaux). Beide Orte sind Austragungsorte der Surf-Weltmeisterschaften. Während Lacanau mit guten Wellen und den ‘Lacanau Pro‘ punktet, hat Hossegor sich in den letzten Jahren immer mehr zum eigentlichen Zentrum des ‘Surf-Zirkus’ entwickelt.

Kite-Surfing
Kite-Surfing

Doch Surfen (’la glisse’ in Frankreich) ist in Südwest-Frankreich zu weitaus mehr als ‘nur’ einem Sport geworden. Surf hat sich zu einem Wirtschafts-Faktor von einiger Bedeutung für die Region entwickelt.

Insbesondere in Hossegor (bes. Gewerbegebiet Hossegor-Soorts) und Umgebung haben sich zahlreiche Hersteller und Händler von Surf-Produkten, Zubehör und Kleidung angesiedelt (und sind, kleiner Tipp für den interessierten Touristen nebenbei, mit ihren Werkverkäufen eine gute Quelle für günstige Einkäufe, besonders außerhalb der französischen Ferienzeit).

‘La Glisse’ hat inzwischen in der Region allein bei Surfsport-Händlern und -Herstellern zu weit über 3.000 Arbeitsplätzen geführt. Nebenbei hat sich die regionale IHK einen eigenen ‘Surf-Beauftragten’ zugelegt, der bei Unternehmens-Ansiedlungen hilft. Die Universität Bordeaux bietet sogar einen zweijährigen Management-Kurs an, Fachrichtung ‘Glisse’ selbstverständlich …

Für den schwulen Touristen hat die Region neben dem Surf-Sport noch eine weitere Besonderheit zu bieten: nahe den schönsten Surf-Revieren befinden sich auch einige der schönsten (und sehr gut besuchten) schwulen Strände Frankreichs, ob nun ‘Le Porge’, der ‘Plage du Petit Nice’, ‘Le Penon’ oder der ‘Plage des Casernes’ …

Am Strand
Am Strand

.