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Hamburg

Tuntenexpress nach Sylt

Hamburg hatte in den frühen 1980er Jahren während der Sommermonate etwas besonderes zu bieten: den Tuntenexpress – ein Tagesausflug von der Disco (fast) direkt an den Strand.

Samstag Nacht – Nacht der Party, des Vergnügens, des Tanzens. In Hamburg hieß das Saturday Night Fever in den 1980er Jahren im Sommer auch: und bei gutem Wetter danach ab auf die Insel, ab an den Strand.

Nach durchtanzter Disco Nacht ging es zunächst zum Bahnhof Hamburg Altona. Und von dort dann zweieinhalb Stunden durch den frühen Sonntag Morgen. 237 km mit der Bundesbahn (ja, so hieß die damals noch) im ‚Sonderzug Neptun‘ (so hieß der Tuntenexpress offiziell) „auf die Insel“ – und dann vom Bahnhof Westerland möglichst direkt (zu Fuß oder mit dem Bus) Richtung Strand.

Das besondere: die frühe Verbindung (morgens um 7:41 Uhr fuhr der Zug ab Altona) erlaubte einen Tagesausflug nach Sylt. Nach der Disco- Nacht zum Sonderpreis von 36,- DM an den Strand in die Dünen, und abends schon wieder zurück im heimischen Bett in Hamburg.

Und noch besser: passend zur Disco-Zeit hatte der Zug nach Sylt einen Partywagen (offiziell als ‚Gesellschaftswagen‘ oder WGye bezeichnet) – und so ging es nach durchtanzter Nacht im Zug weiter mit Bier Musik Tanz und Partystimmung … und gut gelaunt an den Strand.

Viele Schwule aus Hamburg und Umgebung nutzten die praktische Verbindung im Sommer für ein schwules Wochenend – Vergnügen zwischen Disco und Dünen – und so kam diese Verbindung bald zu ihrem inoffiziellen Namen: mit dem Tuntenexpress in die Dünen.

Vom Bahnhof Westerland war es ja nicht weit an den schwulen Strand, nahe der damaligen (bereits seit Mitte der 1920er Jahre existierenden) ‚Oase zur Sonne‚, knapp eine halbe Stunde zu Fuß. Und südlich der Oase begannen ‚die schwulen Dünen‘. Ja, damals durfte man noch weit durch die Dünen spazieren, in den Kuhlen liegen, sonnen und allerlei Dinge treiben. Hier war im Sommer das Cruising Eldorado von Sylt.

Nachmittags ging es dann langsam zum Kaffee in die Innenstadt, bevorzugt ins Café Orth. Und am frühen Abend dann zurück zum Bahnhof. Mit dem Zug ab Westerland um 19:10 Uhr zurück nach Hamburg, meist – erschöpft von Nacht und Tag – eher ruhiger als auf der Hinfahrt. Gegen 21:30 Uhr war dann Hamburg Altona wieder erreicht.

Der Tuntenexpress verkehrte damals in den Sommermonaten jeden Sonntag – morgens früh nach Westerland, und abends wieder zurück.

Und Westerland kam so auch aus diesem Grund damals zu seinem Zweitnahmen: Schwesterland.

… und wer doch mehr als nur eine Tagesausflug in die schwulen Dünen machen wollte, blieb einige Tage auf Sylt, und genoß das (im Vergleich zu heute) in den 1980er Jahren vergleichsweise üppige Sylter schwule Nachtleben …

auch im Winter eine Reise wert: Ulli auf Sylt, Januar 1988

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Auch der offen schwule Schriftsteller Detlef Meyer (12. Februar 1948 Berlin – 30. Oktober 1999 Berlin) wußte Sylt zu schätzen:

Steife Brise
Blau wehen an den Masten die Matrosen
Ein schmales Handtuch fliegt auf einen braunen Mann
Die grünen Jungs die pustet’s aus den Badehosen
Sie werden rot und ziehen sich wieder an
Ein Gelbschwanz flattert an den Strand
Das sind die Farben von Westerland

Detlef Meyer, in: Heute Nacht im Dschungel. 50 Gedichte, Berlin 1981

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Der ‚Tuntenexpress‚, als Sonderzug Neptun (15 alte D-Zug-Wagen) bereits seit den frühen 1970er Jahren zwischen Hamburg und Westerland sommers jeden Sonntag im Einsatz, existiert schon lange nicht mehr. Er wurde 1988 eingestellt, nachdem Asbest in den Wagen festgestellt wurde [Danke D.L.].

Die Geschichte der schwulen Dünen auf Westerland endete irgendwann später. Zunächst begann schon ab der zweiten Hälfte der 1980er Jahre das Treiben in den Dünen merklich ruhiger zu werden, wohl auch in Folge der Aids- Krise.

Seit Mai 2014 ist der Dünenbereich zwischen Strandoase (der damaligen Oase zur Sonne) und Jugendherberge Dikjen Deel auf Betreiben des Umweltamts gesperrt und mit Stacheldraht eingezäunt.

mit dem Tuntenexpress an den schwulen Strand - der Hit in den 1980er Jahren, heute längst passé
seit Jahren schon: kein Cruising mehr in den Dünen, Reste schwulen Strandlebens nur noch direkt am Strand

Der ehemalige Cruising Treff in den schwule Dünen von Westerland existiert seitdem nicht mehr, offiziell aus Gründen des Naturschutzes.

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Erinnerungen Frankreich Homosexualitäten

Gay Loisirs 1983, Toreilles Plage – et puis et puis et puis

Gai Loisirs 1983 – Version francaise ci-dessous

Sommer 1983. Gemeinsam mit Thomas und Andreas verbringen Frank und ich drei Wochen Urlaub in Frankreich. Zunächst einige Tage mit dem Auto quer über Land, Elsass, Provence. Anschließend zwei Wochen in eine Ferienwohnung, die Andreas in St.Marie Plage nahe Perpignan organisiert hat.

Am zweiten Tag erkunde ich die Gegend, spaziere gen Norden am Strand entlang. Bald wird der Strand leerer, kaum noch Familien mit kleinen Kindern. Dafür kurze Zeit später unvermittelt auffällig viele gut aussehende junge Männer in schicken Badehosen.

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Frankreich

plage de la Lagune – schwuler Strand zwischen Biscarosse und Düne von Pyla

Der wohl attraktivste schwule Strand in der Region Bordeaux ist der schwule Strand von Le Porge Océan. Doch die Region hat weitere schwule Strände zu bieten, die der Entdeckung wert sind. Einer von ihnen: die plage de la Lagune nahe Biscarosse und der bekannten Düne von Pyla.

Der schwule Strand liegt zwischen den (ausgeschilderten) Stränden ‚plage de la Lagune‘ und ‚plage du Petit Nice‘. Vom ‚plage du Petit Nice‘ aus ist der schwule Strand leicht zu finden (siehe Lagebeschreibung). Dort befindet sich auch eine nette Brasserie, in der wir mehrfach gut und gemütlich gegessen haben.

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Frankreich

der schwule Strand bei Seignosse: ‘ Plage des Casernes ’

Unweit der Surfer-Hochburg Hossegor und des Ortes Seignosse findet sich ein weiterer der beliebten schwulen Strände an der französischen Atlantik-Küste: der (eigentlich: die) ‚Plage des Casernes‘.

Dieser Strand (‚Kasernen-Strand‘) ist besonders an Sommer-Wochenenden auch bei Kurz-Urlaubern aus dem nahen Nord-Spanien sehr beliebt – und sehr gut frequentiert, da recht weit abgelegen.

Vorsicht beim Baden (wie auch beim Surfen und Bodyboarden) – am schwulen Strand sind (im Gegensatz zum Haupt-Strand) keine Rettungsschwimmer. Achtung – gefährliche Strömungen (Baïnes) möglich.

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Anreise zur plage des casernes :

Von Norden kommend auf der D 79 von Vieux-Boucau-les-Bains Richtung Hossegor, der Ausschilderung Richtung ‚Le Penon‘ folgen. Kurz vor ‚Le Penon‘ ist die ‚Plage des Casernes‘ gut ausgeschildert.
Vom Parkplatz Richtung Meer gehen, aber am Ende des Parkplatzes rechts halten und ca. 15 bis 20 Minuten Richtung Norden gehen.

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Frankreich

Der schwule Strand bei Royan – ‚plage de la Bouverie‘

In der Nähe von Marennes und der Ile d’Oleron befindet sich ein kleiner, besuchenswerter schwuler Strand: die ‚plage de la Bouverie‘.

Plage de la Bouverie
Plage de la Bouverie

Der Strand ist in der französischen Urlaubszeit (Mitte Juli bis ca. Ende August) recht gut besucht. Außerhalb dieser Zeit gut an den Wochenenden, während der Woche eher ruhiger.

Anfahrt plage de la Bouverie – schwuler Strand bei Royan

Von Royan bzw. Marennes aus auf die ‚D 25‘ fahren (die Küstenstraße durch den Wald) bis zum Parkplatz „Plage de la Bouverie“. Dort möglichst weit am Ende Richtung Strand / Norden parken. Vom Parkplatz (Strand-Bude mit Eis, Kaffee, Fritten, Churros etc.) zum Stand gehen (ca. 700m), von dort zum schwulen Strand ca. 1.000m nach Norden gehen.

Alternativ: Die vom Wald auf die Küsten-Linien zulaufenden Wege sind nummeriert und mit kleinen Schildern an der Straße sowie im Wald und auf der Dünenkette gekennzeichnet. Vom Parkplatz ‚Bouverie‘ weiter Richtung Marennes fahren, bis zum Waldweg Nummer 26 (kleiner Parkplatz auf der Land-Seite. Dort Parken (Achtung, Risiko Auto-Einbruch!). Waldweg Richtung Meer gehen – et voilà.

Royan ist mit PKW auch von Bordeaux / Lacanau aus gut per Fähre erreichbar.

Der schwule Strand befindet sich zwischen den Abschnitten 27 und 29.

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Frankreich Lacanau

der schwule Strand nahebei

Meeresfrüchte, Radfahren, Sonnenuntergänge – viele Gründe, die Region um Lacanau zu lieben. Ein weiterer ist dieser:

am Strand von Le Porge 2006
am Strand von Le Porge 2006

der schwule Strand von Le Porge Ocean

… zudem mit dem Vorteil, mittags oder abends sich für einen leckeren Imbiss aus den Dünen oder vom Strand zu einer der (wenigen) Strand-Restaurants trollen zu können …

Le Porge Océan 2010
Le Porge Océan 2010

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Frankreich

Die Côte d’Argent

Feinster heller Sand – der Strand leuchte, strahlt beinahe in der Sonne. Flimmert silbern – die „Côte d’Argent“, die ‚Silber-Küste‘.

Die Côte d’Argent ist ein nahezu schnurgerader Streifen feinsten Sandstrandes, der sich von der Gironde-Mündung im Norden bis nördlich von Biarritz erstreckt – 240 Kilometer Strände. Die Region ist sehr reich an Austern und anderen Muscheln sowie Meeresfrüchten. Die Schalen abgestorbener Tiere werden von Tidenhub und Brandung langsam zermahlen, lagern sich am Strand ab – und verleihen ihm dieses leicht funkelnde, glitzernde Aussehen, das ihm der ganzen Küste den Namen gab.

Die Côte d’Argent ist nicht nur durch ihre kilometerlangen feinen Sandstrände gekennzeichnet, sondern auch durch Dünen und die breiten landeinwärts liegenden Kiefernwälder. Darin eingebettet immer wieder kleine und große Binnenseen, wie bei Lacanau oder bei Biscarosse.

Zudem befinden sich an der Côte d’Argent einige der besten Surf-Spots der Welt – ein Paradies für Wellenreiter. In Lacanau Océan tragen sie bei den ‚Lacanau Pro‘ alljährlich ihre Meisterschaften aus.

Neben Austern, Krebsen und anderen leckeren Meeresfrüchten hat die Côte d’Argent noch zahlreiche weitere Annehmlichkeiten zu bieten – darunter einige hervorragende schwule Strände, so in Le Porge Océan, bei Biscarosse oder den ‚plage des casernes‘ nahe Hossegor.

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Bordeaux Frankreich

Le Porge Ocean – schwuler Strand bei Bordeaux

Frankreich hat zahlreiche schwule Strände zu bieten, der schwule Strand von Le Porge Ocean gehört zu den attraktivsten.

Nahe der (auch für den schwulen Touristen sehr interessanten) Großstadt Bordeaux gelegen, ist der Strand von Le Porge Ocean nicht nur Ziel vieler homosexueller Urlauber, sondern auch der Treffpunkt von ‚le tout gay Bx‘. Besonders an Wochenend-Tagen im Sommer kommen viele Schwule aus dem Großraum Bordeaux hierher, um Sonne Strand und Meer zu genießen.

Kiefernwälder, belebtere wie auch ruhigere Ecken, Dünen und viel Strand – der schwule Strand von Le Porge Océan bietet dem schwulen Frankreich-Urlauber jeglichen Alters vieles.

Der Strand von Le Porge Ocean – Fotos

Le Porge Ocean Strand
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Le Porge Ocean Strand 02
Le Porge Ocean Strand 01
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Wegbeschreibung zum schwulen Strand von Le Porge Ocean

Der Strand ist (im Gegensatz zu einigen anderen schwulen Stränden Frankreichs) leicht zu finden und erreichen. Le Porge liegt etwa in Höhe von Bordeaux nahe der Atlantik-Küste (etwas südlich von Lacanau). Von Le Porge aus führt eine Straße einige Kilometer durch Fichtenwälder gen Küste nach Le Porge Ocean (einer kleinen Anhäufung von Strand-Buden plus einem riesigen Campingplatz).

Es gibt reichlich Park-Möglichkeiten. Für den schwulen Strand: am Kreisel rechts, bis zum Ende durchfahren. Auto abstellen (keine Wertsachen im PKW lassen, ggf. Handschuhfach offen stehen lassen). Wenige hundert Meter die Strandwege gen Norden und dann in die Dünen …

Es gibt eine weitere, etwas näher gelegene Park-Möglichkeit über die früher wegen des damaligen Einfahrtverbots ‚route interdite‘ genannte Straße nördlich von Le Porge. Sie ist jedoch nur mit etwas Ortskenntnis zu finden. Zudem sind die hier sehr eingeschränkten Parkmöglichkeiten gerade an Sommer-Wochenenden und heißen Tagen sehr schnell überfüllt.

Von den Nachbargemeinden aus ist der Strand auch gut über den direkt hinter den Dünen verlaufenden Fahrradweg (piste cyclable) zu erreichen.

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Einen Besuch wert sind in der Region auch der schwule Strand nahe der Düne von Pyla, die plage de la lagune, sowie bei Royan die plage de la Bouverie, und weiter südlich nahe Seignosse / Hossegor die plage des casernes.

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Nächste Unterkunft:
Camping La Grigne, Le Porge Océan

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Frankreich Lacanau

Surf – La grande glisse

Aquitanien und seine Hautstadt Bordeaux sind nicht nur Zentralen des Weins und des guten Essens (sowie der skurilen, sehr rechten ‘Jäger-Partei’). Aquitanien ist auch die für den Surf-Sport in Europa wohl bedeutendste Region.

Sicher, auch auf Sylt wird inzwischen auf der Welle geritten, und auch Portugal und Spanien bieten Wellenreitern das ein oder andere spannende Revier. Die wichtigste Region für europäische Surfer dürfte jedoch weiterhin Aquitanien sein, mit den beiden Surf-Metropolen Hossegor (nahe Bayonne) und Lacanau (westlich von Bordeaux). Beide Orte sind Austragungsorte der Surf-Weltmeisterschaften. Während Lacanau mit guten Wellen und den ‘Lacanau Pro‘ punktet, hat Hossegor sich in den letzten Jahren immer mehr zum eigentlichen Zentrum des ‘Surf-Zirkus’ entwickelt.

Kite-Surfing
Kite-Surfing

Doch Surfen (’la glisse’ in Frankreich) ist in Südwest-Frankreich zu weitaus mehr als ‘nur’ einem Sport geworden. Surf hat sich zu einem Wirtschafts-Faktor von einiger Bedeutung für die Region entwickelt.

Insbesondere in Hossegor (bes. Gewerbegebiet Hossegor-Soorts) und Umgebung haben sich zahlreiche Hersteller und Händler von Surf-Produkten, Zubehör und Kleidung angesiedelt (und sind, kleiner Tipp für den interessierten Touristen nebenbei, mit ihren Werkverkäufen eine gute Quelle für günstige Einkäufe, besonders außerhalb der französischen Ferienzeit).

‘La Glisse’ hat inzwischen in der Region allein bei Surfsport-Händlern und -Herstellern zu weit über 3.000 Arbeitsplätzen geführt. Nebenbei hat sich die regionale IHK einen eigenen ‘Surf-Beauftragten’ zugelegt, der bei Unternehmens-Ansiedlungen hilft. Die Universität Bordeaux bietet sogar einen zweijährigen Management-Kurs an, Fachrichtung ‘Glisse’ selbstverständlich …

Für den schwulen Touristen hat die Region neben dem Surf-Sport noch eine weitere Besonderheit zu bieten: nahe den schönsten Surf-Revieren befinden sich auch einige der schönsten (und sehr gut besuchten) schwulen Strände Frankreichs, ob nun ‘Le Porge’, der ‘Plage du Petit Nice’, ‘Le Penon’ oder der ‘Plage des Casernes’ …

Am Strand
Am Strand

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Frankreich

Sommerträumerei

Ich weiß ja, es ist viel zu warm für die Jahreszeit, und eigentlich ist das Wetter ja auch gar nicht so schlecht.

Mir ist einfach nicht nach Herbst, erst recht nicht nach Winter. Und Glühwein trinken, auch bei +10°, ist auf meinem emotionalen Fahrplan auch irgendwie nicht angesagt.

Ich will wieder Sommer! Ab an diesen oder einen anderen Traumstrand