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Köln Kulturelles

Rautenstrauch Joest Museum – Kulturen der Welt

Lange war es geschlossen, das 1906 eröffnete ehemalige ‚Museum für Völkerkunde Rautenstrauch-Joest‘. Seit dem 22. Oktober 2010 ist es wieder für die Öffentlichkeit da, das neue ‚ Rautenstrauch Joest Museum – Kulturen der Welt‘. Beeindruckend in Sammlung, Präsentation – und neuem Gebäude (Neubau des Braunschweiger Architekturbüros Schneider & Sendelbach).

Rautenstrauch Joest Museum – Kulturen der Welt – Fotos (2010)

Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt
Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt
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Kulturelles

Nan Goldin. Berlin Work. Fotografien 1984 bis 2009

Am 20. November 2010 eröffnet in Berlin die Ausstellung “Nan Goldin. Berlin Work. Fotografien 1984 bis 2009″

Die Berlinische Galerie zur Ausstellung:

Nan Goldins Fotografien sind Bilder ihres Lebens. Sie zeigen in unerschöpflicher Fülle die „Familie“ Goldins – ihre Freunde, Bekannten, Liebhaber. Seit sie mit 14 Jahren ihr Elternhaus verließ, lebte sie mit einer Subkulturszene von Drag Queens, Transvestiten und Homosexuellen zuerst in Boston und ab 1978 in New York. 1991 kam sie durch ein DAAD-Stipendium nach Berlin und blieb hier mit kurzen Unterbrechungen bis 1994. Seither ist sie immer wieder zurückgekehrt.
Die Ausstellung gibt mit 80 teils noch nie gezeigten Fotografien einen umfassenden Überblick der in Berlin entstandenen Arbeiten. Thematisch und chronologisch präsentiert gewähren Künstler- und Selbstporträts, Interieurs und Stillleben einen Einblick in die Person und das Umfeld der Künstlerin. Vier Bildtableaus, die so genannten „grids“, leisten als narrative Sequenzen einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von Goldins Berlin-Bild und zeigen die Stadt in ihrer Bedeutung als Ort künstlerischer Kreation und Transition.

Goldin besuchte 1982 (auf Einladung von Alf Boldt † 18.8.1993 an den Folgen von Aids) erstmals Berlin. Sie lebte von 1991 bis 1994 in Berlin.

Nan Goldin setzte sich in ihren Arbeiten immer wieder mit HIV und Aids auseinander. Sie betont selbst “AIDS changed everything in my life. There’s life before AIDS, and after AIDS.”

Die 1953 geborene Goldin erzählte (auf digitaljournalist) selbst, wie es dazu kam:

“My art was the diary of my life. I photographed the people around me. I didn’t think of them as people with AIDS. About ’85, I realized that many of the people around me were positive. David Armstrong took an incredible picture of Kevin, his lover at the time, right before Kevin went into the hospital. I photographed him when he was healthy. At that stage, we still didn’t know very much. There was a lot of ignorance. We were very obsessed with what caused it: There were all kinds of rumors, everything from amyl nitrate to bacon. People were tested and being told they had something called ARC, that quickly became medically non-relevant. I was in denial that people were going to die. I thought people could beat it. And then people started dying.”

Goldins bisher bekannteste (und m.E. bewegendste) Arbeit ist “The Ballad of Sexual Dependency” (Titel entlehnt aus Brechts Dreigroschenoper), eine Serie von ungefähr 700 Dias aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, die 1986 auch als Buch erschien.

Nan Goldin. Berlin Work. Fotografien 1984 bis 2009
Berlinische Galerie – Landesmuseum für Kunst, Fotografie und Architektur
20.11.2010 – 28.03.2011

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Spanien

Zebrastreifen schwul

In Madrid (nun ja, immerhin in Chueca) ist selbst das Hinweis-Schild für den Fussgänger-Überweg / Zebrastreifen schwul …

Fussgängerüberweg Zebrastreifen schwul (Madrid Chueca, November 2010)
Fussgängerüberweg / schwuler Zebrastreifen (Madrid Chueca, November 2010)

Zur Erinnerung, dieses Zeichen findet sich i.d.R. an Fussgänger-Überwegen in Deutschland (‚Zeichen 350‘):

Fussgängerüberweg, Zeichen 350 Straßenverkehrsordnung
Fussgängerüberweg, Zeichen 350 Straßenverkehrsordnung

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Kulturelles

Harry Mulisch ist tot

Harry Mulisch ist am 30. Oktober 2010 im Alter von 83 Jahren verstorben.

Harry Mulisch, der Schöpfer großartiger Romane wie „Die Entdeckung des Himmels“ oder „Das Attentat“.

Den Literatur-Nobelpreis, für den er immer wieder ‚gehandelt‘ wurde, hat er nun zu Lebzeiten nicht mehr bekommen. Schade.

SZ 31.10.2010: Schriftsteller Harry Mulisch gestorben

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Politisches

Habermas zu Leitkultur

Der Lesetipp zum Sonntag: Jürgen Habermas in der New York Times über den (in der innenpolitischen Debatte der letzten Wochen arg strapazierten) Begriff ‚Leitkultur‘.

Zwei Gedanken:

„To the present day, the idea of the leitkultur depends on the misconception that the liberal state should demand more of its immigrants than learning the language of the country and accepting the principles of the Constitution. We had, and apparently still have, to overcome the view that immigrants are supposed to assimilate the “values” of the majority culture and to adopt its “customs.”“

und sein Resümee

„What is needed in Europe is a revitalized political class that overcomes its own defeatism with a bit more perspective, resoluteness and cooperative spirit. Democracy depends on the belief of the people that there is some scope left for collectively shaping a challenging future.“

Prof. Jürgen Habermas
Leadership and Leitkultur
New York Times 28.10.2010

[via Steven]

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ondamaris Texte zu HIV & Aids

2mecs – ondamaris geht fremd …

ondamaris geht fremd … auf oder genauer mit einer zweiten Internetseite:

Ich habe mich entschlossen, ondamaris stärker auf die Themen HIV / Aids und positiv leben zu fokussieren. Für Persönliches und Privates gibt es ab sofort eine zweite Seite, die ich gemeinsam mit meinem Mann mache: www.2mecs.de.

In den vergangenen Tagen sind bereits zahlreiche eher private Artikel von ondamaris auf 2mecs ‚umgezogen‘.

Also:
– auch zukünftig Informationen und Meinungen zu HIV und Aids, zu positivem Leben auf www.ondamaris.de, und
– unsere privaten Gedanken und Erlebnisse auf www.2mecs.de.

Beides gibt es für diejenigen, die regelmäßig informiert werden möchten, auch als Feed:
ondamaris als Feed
2mecs als Feed

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Das Internetangebot ondamaris wurde Ende 2012 eingestellt und Ende 2017 abgeschaltet. Ausgewählte ondamaris – Texte sind hier online.

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Text 15. April 2017 von ondamaris auf 2mecs

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Berlin

Realstadt – Berlin 2010

Über 250 Architektur-Modelle – von einzelnen Häusern bis zu ganzen Stadtvierteln, von Bauhaus-Ikonen bis zu Diplom-Arbeiten zeigte bis zum 28. November 2010 in Berlin die Ausstellung “ Realstadt “ im ehemaligen Kraftwerk Mitte:

Realstadt 2010 – Fotos

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Homosexualitäten

Comeback des Cruising?

Gibt es ein Comeback des Outdoor-Cruisings? Ja, meint zumindest die Schwulen-Zeitschrift ‘Tetu’ in Frankreich zu beobachten.

Früher waren sie Paradiese gleichgeschlechtlicher Begegnung – Stadtparks, Baggerseen, bestimmte Wälder. Manche von ihnen errangen überregionale Berühmtheit als Orte der mann-männlichen Kontakt-Anbahnung, wie das Cruising-Gebiet nahe der Siegessäule in Berlin (mit der bekannten, inzwischen seit Jahren gesperrten Löwenbrücke), oder die Tuilerien in Paris.

Doch die Hoch-Zeit des nächtlichen (und stellenweise täglichen) Crusings ist längst vorbei. Viele Parks sind wieder in den Zustand unauffällig-langweiliger Grünanlagen zurück gekehrt, andere haben deutlich an Besucher-Frequenz eingebüßt. Chat- und Dating-Portale im Internet werden oft als ein Grund angenommen, HIV und Aids als ein weiterer.

Doch nun meint die französische Schwulen-Zeitschrift ‘Tetu’ zu beobachten, dass sich das Outdoor-Cruising wieder zunehmender Beliebtheit unter französischen Homos erfreue. Sie meldet “Drague en plein air: c’est reparti!” (“Freiluft-Cruising: wieder zurück!”).
Im ‘Bois de Vincenns’, einst (vor zwanzig Jahren) Schauplatz wildesten schwulen Cruisings, tummele sich inzwischen wieder auch schwules Leben, ähnlich wie in den Tuilerien, einst -neben dem Canal St. Martin und den Quais) einer der ‘lebendigsten’ Orte des schwulen Nachtlebens von Paris.

Nach Jahren der elektronischen Begegnung steht manchen vielleicht wieder der Sinn nach realem Tête à Tête …

Tetu 26.09.2010: Drague en plein air: c’est reparti!
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HIV/Aids ondamaris Texte zu HIV & Aids

ACT UP Paris: Co-Präsident Stéphane Vambre zurück getreten

Stéphane Vambre, Co-Präsident von ACT UP Paris, ist bereits am 16. September 2010 überraschend von seinem Amt zurück getreten, wie erst gestern bekannt wurde. “Unser Handeln ist von Wut aus Prinzip geprägt, nicht mehr von einer Wut der Kranken”, begründete Vambre seinen Schritt:

“Nos actions sont motivées par une colère de principe et non plus par une colère de malades.”

Seine Absicht sei nicht, einen ACT UP – internen Konflikt zu verursachen. Er habe sich lange Gedanken gemacht über seine Situation und die Funktionsweise von ACT UP Paris und seine Entscheidung reiflich überlegt.

Die Wut, die eigentlich die Aktionen von ACT UP treiben solle, richte sich derzeit eher nach innen. Statt des gemeinsamen Kampfes für die Rechte der Infizierten und Kranken stünden heute oft persönliche Ambitionen im Vordergrund. Demgegenüber sei es wichtig, diese Wut zukünftig wieder gegen die eigentlichen Gegner zu richten. Dazu forderte er eine demokratische Debatte.

Vambre kritisierte deutlich Art und Stil interner Prozesse. ACT UP sei entstanden als etwas wie die ‘Gewerkschaft der Kranken’ – doch heute sei die Stimme HIV-Positiver oft kaum noch zu hören, werde gar verspottet. “Unser Handeln ist von Wut aus Prinzip geprägt, nicht mehr von einer Wut der Kranken.

Der 37jährige Vambre, der öffentlich als “HIV-positiv und an Aids erkrankt” auftritt und sich seit vier Jahren bei ACT UP engagierte, war seit März 2009 Co-Präsident von ACT UP Paris. Am 11. April 2010 erst war er in einer Wiederwahl als Co-Präsident bestätigt worden. Er war gleichzeitig (bezahlter) Verwaltungs-Leiter der Gruppe. Die Pariser ACT UP Gruppe ist die älteste und einer der wenigen in Europa noch existierenden ACT UP Gruppen.

ACT UP Paris kommentierte Vabres Schritt in einer ersten Stellungnahme, man verstehe nicht, weswegen es nicht zu einer einvernehmlichen gemeinsamen Lösung gekommen sei. Eine offizielle Reaktion wurde am 12.10. bekannt. Dort benennt ACT UP Paris zahlreiche Handlungsfelder, denen man die Priorität einräumen müsse, “im Kontext einer katastrophalen Politik”, ohne weiter konkret auf den Rücktritt einzugehen.

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weitere Informationen:
Stephane Vambre im Tetu-Interview 03.05.2010: Stéphane Vambre: «Même si on est malade, on peut se dépasser dans l’effort» (etwa: “Auch wenn man krank ist, kann man sich Mühe geben”)
Yagg 05.10.2010: Exclusif: Stéphane Vambre quitte ses fonctions de co-président d’Act Up-Paris
Yagg 06.10.2010: Démission de Stéphane Vambre, co-président d’Act Up-Paris: « Nos actions sont motivées par une colère de principe et non plus par une colère de malades »
Yagg 12.10.2010: Act Up-Paris réagit officiellement à la démission de Stéphane Vambre de ses fonctions de co-président
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Text 18.02.2016 von ondamaris auf 2mecs

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Nachdenkliches

Phi Phi

20 Jahre ist Jean-Philippe heute tot.
Der Blick in die Sonne, die Liebe, der Bruder im Herzen, die Wärme.
Die Narben all der Schmerzen, der Trauer, des Unbegreiflichen.
Namu Myōhō Renge Kyō
Phi Phi