KZ Buchenwald Gedenkstein homosexuelle NS Opfer (2006)

Zuletzt aktualisiert am 12. April 2018 um 10:33

Am 3. September 2006 wurde in der KZ Gedenktstätte Buchenwald ein Gedenkstein für die homosexuellen NS-Opfer des KZ Buchenwald enthüllt.

Der Gedenkstein mit dem Symbol des ‚Rosa Winkel‘ erinnert an die zahlreichen Homosexuellen, die zwischen 1937 und 1945 im KZ Buchenwald interniert waren, gefoltert und teils für ‚medizinische‘ Experimente missbraucht wurden.

Buchenwald Gedenkstein homosexuelle NS Opfer
Buchenwald Gedenkstein homosexuelle NS Opfer (enthüllt am 3. September 2006)

Der Text des Gedenksteins lautet

„Im Gedenken an die homosexuellen Männer,
die hier gelitten haben.
Von 1937–1945 waren im Konzentrationslager Buchenwald
650 Rosa-Winkel-Häftline inhaftiert.
Viele von ihnen kamen ums Leben.“

„In memory of the homosexual men
that suffered here.
There were 650 Rosa Winkel prisoners in the
Buchenwald concentration camp between 1937 – 1945.
Many of them lost their lives.“

Das KZ Buchenwald war der Ort, an dem der dänische Arzt Carl Vaernet Experimente an Homosexuellen durchführte (Implantierung ‚Hormondrüsen‘).

Am 11. April 1945 erreichten US-Einheiten das KZ Buchenwald. Die SS-Besatzung floh, Mitglieder der geheimen Lager-Organisation der Häftlinge öffneten das Lager von innen.

Die lange Geschichte des Buchenwald Gedenkstein Homosexuelle

Offizielles Gedenken an die homosexuellen NS-Opfer in Buchenwald fand in der DDR nicht statt (auch das Buchenwald-Komitee lehnte dies vehement ab, man wolle nicht mit ‚Kriminellen‘ auf eine Stufe gestellt werden). Gedenkveranstaltungen konnten in der DDR-Zeit ausschließlich ‚hinter verschlossenen Türen‘ im Glockenturm stattfinden.

Erstmals wurde 1989 zur Situation Homosexueller im KZ Buchenwald ein Bericht veröffentlicht, in der BRD (Grau / Zeitschrift für Sexualforschung; s.u.) .

Nach 1989 regte der ‚Arbeitskreis Homosexualität bei der Evangelischen Studentengemeinde Leipzig‘ (der zuvor in der DDR-Zeit schon die ‚privaten‘ Gedenkveranstaltungen initiiiert hatte) eine Gedenktafel an. Die Aids-Hilfe Weimar griff diese Idee 2003 auf, und am 3. September 2006 konnte der (mit Spenden finanzierte) Buchenwald Gedenkstein homosexuelle NS Opfer enthüllt werden.

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siehe auch Übersicht über die Denkmale für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

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Günter Grau: Die Situation der Homosexuellen im KZ Buchenwald. in: Zeitschrift für Sexualforschung 2 (1989)3, S. 243–253

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