Ernst Barlach Wedel

Zuletzt aktualisiert am 19. November 2014 um 0:57

Ein Besuch im kleinen Städtchen Wedel nahe Hamburg an der Elbe. Ein Grund: ein Besuch im Barlach-Museum Wedel.

Ernst Barlach, Geburtshaus in Wedel (Holstein), heute Barlach-Museum
Ernst Barlach, Geburtshaus in Wedel (Holstein), heute Barlach-Museum

Ernst Barlach wurde am 2. Januar 1870 in Wedel in Holstein geboren. Er verbrachte die ersten beiden Jahre seines Lebens in Wedel – bereits 1872 zieht die Familie von Wedel nach Schönberg (Mecklenburg), später nach Ratzeburg. In seinem Geburtshaus in Wedel befindet sich seit 1987 ein Barlach-Museum.

Ernst Barlach, Gedenktafel am Geburtshaus in Wedel (Holstein)
Ernst Barlach, Gedenktafel am Geburtshaus in Wedel (Holstein)

Ein Museumsbesuch, der uns leider enttäuschte.

Wer Barlach entdecken will, mag sich vielleicht fragen, welchen Grund es gibt sich ins entfernte Wedel auf den Weg zu machen – besonders, wenn er zuvor im wunderbaren Barlach-Museum im Hamburger Jenisch-Park war (das nur wenige Kilometer entfernt ist).

Eine Frage, die uns schwer zu beantworten scheint.

Das Museum hat eine bemerkenswerte Sammlung zu bieten, darunter zahlreiche Bronzen. Oft scheint uns jedoch eine bessere Präsentation wünschenswert. Eine Großplastik, eingequetscht in einem Treppenabgang. Das Güstrower Ehrenmal, präsentiert unter einem modernen gläsernen Dach über der Treppe, vor einem Hintergrund diverser Fotos. Eine Präsentation, die dem Werk gerecht wird, stellen wir uns anders vor.

Hilfreich wären gerade dem weniger Barlach-kundigen Besucher vielleicht auch Erläuterungen, die wir oft vermissten. Oder Querverweise zwischen verschiedenen Aspekten von Barlachs Werken, zwischen Lebensstationen und Werk, zwischen Tätigkeiten als Schriftsteller und als Bildhauer.

Nahezu kommentarlos gezeigte Werke wie das Güstrower Ehrenmal (in Güstrow 1937 als ‚entartete Kunst‘ entfernt und später eingeschmolzen) oder das Magdeburger Ehrenmal (1934 entfernt und erst 1955 wieder aufgestellt) lassen zudem eine Einordnung in Zeit und Geschichte schmerzlich vermissen.

Vermisst auch vieles weiteres, wie Bezüge zu anderen Künstlern, Verlegern und Galeristen, zu dichterischem Schaffen, zur Frage ‚war Barlach ein politischer Künstler‘ usw usw.

Dem Museum ist u.E. zu wünschen, dass es seine Position im Miteinander mit den anderen (teilweise nicht weit entfernten) Barlach-Museen findet und stärker deutlich macht, vielleicht durch Setzen eines besonderen Schwerpunkts.

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