Der Ätna – Fotos

Der 3.323m hohe Ätna (oder Aetna, oder Etna, oder schöner Mongibello) nahe Messina ist der höchste und aktivste Vulkan Europas.

Wir fahren bis auf etwa 2.000mHöhe, spazieren bei tosendem Wind und Blick auf schneebedeckte Gipfel vorbei an einer Gaststätte, an der der Lavastrom des letzten Ausbruchs direkt vorbei floss, blicken den Lavaströmen ins Tal hinterher, stehen auf dem Kraterrand eines der erloschenen Crateri silvestri.

Wie schon einige Male, manche Momente in Natur vermitteln mir tiefste Gefühle …

Ätna – Fotos 2008

Ätna Talblick
Ätna Talblick
Aetna crateri silvestri
Aetna crateri silvestri
Etna Lavastrom vor Ortschaft
Etna Lavastrom vor Ortschaft
Aetna und Lift
Aetna und Lift
Lavastrom neben Lokal
Lavastrom neben Lokal

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Die Strasse von Messina

Die Strasse von Messina trennt Sizilien und Festland (Kalabrien) – eine Meerenge zwischen tyrrhenischem Meer und ionischem Meer.

Messinas “stretto”, die Straße von Messina hat eine Besonderheit zu bieten:
Die zwischen drei und acht Kilometer breite Meeresenge wurde ab 1957 von einer Hochspannungsleitung überquert. Sie diente der Stromversorgung zwischen Sizilien und Festland. Die Leitung war Teil der Fernleitung Sorgente – Rizziconi, aufgehängt an zwei 232m hohen Masten.

Aufgrund der verwendeten Materialien (zu geringe Leitfähigkeit wegen erforderlicher Festigkeit) sowie der Wetterbedingungen genügte die Leitung bald nicht mehr den Anforderungen. Sie wurde Ende der 1990er Jahre durch ein Seekabel ersetzt. Die Masten jedoch blieben ohne Funktion stehen – als “Teil des Landschaftsbildes”.

Die Straße von Messina war auch immer ein mythischer Ort.
Skylla und Charybdis trieben hier in der Meerenge ihr Unwesen, fraßen gemeinsam alles, was ihnen in den Weg kam. Sie waren gefürchtet bei den Seefahrern der Antike.

Starke Meeresströmungen transformiert in mythische Gestalten, Ungeheuer als Erklärungsversuche für Natur-Phänomene (ähnlich wie die Kyklopen als Wächter des Ätna). In der ‘Fontana dell Nettuno’ (Neptunbrunnen, 1557, von Giovanni Angelo Montorsoli) in Messina sind sie verewigt.

Die Strasse von Messina – Fotos

Messina ‘Fontana dell Nettuno’ (Neptunbrunnen)
Messina ‘Fontana dell Nettuno’ (Neptunbrunnen)
Strasse von Messina, Blick vom Dom Messina
Blick von Dom von Messina auf die Strasse von Messina
Strasse von Messina, Seite Sizilien
Strasse von Messina, Seite Sizilien
Strasse von Messina, Seite Festland
Festland-Seite der Strasse von Messina
Strasse von Messina, Blick von Deck der MS Astoria
Strasse von Messina, Blick von Deck der MS Astoria

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MS Astoria

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Messina

13.4.2008 – Sizilien

Am 13. und 14.4.2008 sind Parlamentswahl in Italien. Mit, wie sich später zeigen wird, betrüblichem Ergebnis.

Wir legen morgens in Messina an. Dass die Stadt mehrfach zerstört wurde (zuletzt durch das verheerende Erdbeben von 1908 sowie die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg), ist schon bei einem ersten Stadtrundgang zu sehen. Fast als erste auffallende Bauten begrüßt uns faschistische Architektur.

Der Dom von Messina ist das wohl wichtigste Bauwerk der Stadt. Im 12. Jahrhundert erbaut, wurde auch er mehrfach beschädigt oder zerstört. Nur das hochgotische Portal aus dem 15. Jahrhundert sowie Marmor-Verzierungen aus dem 14. Jahrhundert an der Fassade sind noch original erhalten.

Eine Besonderheit hat der Dom zu bieten – die nach dem Mailänder Dom zweitgrößte Orgel Italiens (1948 erbaut), zugleich an Platz 15 der Liste der größten Orgeln der Welt mit 60.000 Pfeiffen (Fotos leider etwas unscharf). Für das angekündigte Orgelkonzert fehlte uns leider die Zeit …

… Zeit, die wir zumindest für ein weiteres Spektakel hatten: 12 Minuten Uhr-Kunst bewundern.
Denn direkt neben dem Dom befindet sich der Glockenturm, und in ihm eine Besonderheit: die -laut wikipedia- größte mechanische Uhr der Welt (siehe getrennter Bericht ‘Die astonomische Uhr von Messina‘). Von der Turmspitze bietet sich ein exzellenter Blick auf die Stadt, den Hafen und die Straße von Messina…

… und am Nachmittag geht’s zu einer Exkursion zum Ätna

Leider schaffen wir es nicht bis zur ‘traditionellen Mafia-Hochburg’ Gelia im Süden der Insel, in der Rosario Crocetta Bürgermeister ist, gegen die Mafia, schwul und Kommunist.

Messina – Fotos

Messina Dom Orgel
Messina Dom Orgel
Messina Duomo
Messina Duomo
Messina Dom Orgel
Messina Dom Orgel
Messina Dom Orgel Spieltisch
Messina Dom Orgel Spieltisch
Messina Astonomische Uhr
Messina Mechanische Uhr

(siehe Messina Dom Glockenturm Mechanische Uhr)

Ätna
Ätna

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Malta

12.4.2008 – Malta

Frühmorgens gleitet das Schiff in den Hafen von Valletta, Hauptstadt der Insel-Republik Malta (maltesisch: Repubblika ta’ Malta).
Malta, dieser Name soll von der punischen Bezeichnung für ‘Fluchtort’ abstammen, und ein wenig bestätigt Valletta diesen Eindruck immer noch. Strategisch gut gelegen auf einer Landzunge, weit ins Land hinein von Meeresarmen umströmt, zahlreiche Befestigungsanlagen und Bastionen sind vom Schiff aus auszumachen.

Erst seit dem 21. September 1964 ist Malta unabhängig (früher zu Großbritannien gehörend), seit 1. Januar 2004 Mitglied der EU.

Das Schiff liegt sehr nahe an der Altstadt, fußläufige Entfernung. dennoch überbieten sich Taxi- und Kutschenfahrer in ihren Angeboten zu einer Fahrt in die City – der Tourismus ist die wichtigste Einnahmequelle Maltas, unübersehbar.

Wir besichtigen die St. Johns-Co-Cathedral (1573 bis 1577 errichtet), mehr als 200 Jahre lang die Konventkirche der Ritter des Johanniterordens (Souveräner Malteserorden, 1798 von Napoleon aus Malta vertrieben, derzeit Sitz in Rom).
Die von außen recht unauffällige Kathedrale fällt innen sofort durch ihren üppigen Schmuck, die reichhaltige Ausstattung auf – und durch ihren Boden: eine riesige Fläche nur aus Marmor. Dicht an dicht bedecken Grabplatten mit reichen Einlegearbeiten den Boden. Unverkennbar in den Symbolen sowohl auf den Grabplatten als auch immer wieder auf dem Wandschmuck: der Orden war, nun ja, recht weltlich. Alle möglichen Ausprägungen der Bezeugung weltlicher Macht und Herrschaft, Schlachtendarstellungen und Waffen finden sich reichlich. Eine eigentümliche, auf mich persönlich abstoßend wirkende Mischung. Einzig Caravaggios “Die Enthauptung Johannes des Täufers” im Oratorium begeistert mich.

Einen ähnlich überladenen Eindruck vermittelt der Großmeister-Palast, das prächtigste Gebäude Maltas.
Von 1575 bis 1798 (Vertreibung des Ordens durch Napoleon) residierten im 1571 fertiggestellten Palast die Großmeister des Ordens. Später Sitz des britischen Gouverneurs, befinden sich hier heute (seit 1976) der Sitz des maltesischen Parlaments und der Amtssitz des Staatspräsidenten.
Bemerkenswert die Gobelin-Sammlung. Sie wurden nach um 1640 gefertigten Gemälden in Belgien hergestellt und stellen Fauna und Flora der Tropen dar. Insgesamt 8 Sätze der 12 Gobelins wurden gefertigt (der erste für Louis XIV), der in Valletta soll der einzig komplett an einem Ort vorhandene sein.

Valletta ist seit 1980 aufgrund der zahlreichen Zeugnisse der Vergangenheit UNESCO-Welterbe.
Wir haben einiges gesehen, und gehen mit dem Gefühl, es war auch genug.
Mit einem Sekt in der Hand genießen wir die abendliche Ausfahrt, das Panorama, den milden armen Wind.

Seetag

Quecksilbrig träge glänzt das Meer.

11.4.2008 – Seetag

Mattgrauer Himmel, der sich feucht anfühlt, ein leichter Film von Nässe liegt auf Reling, Decks. Quecksilbrig träge glänzt das Meer. Irgendwo da hinten muss der Horizont sein; nur mühsam ist eine feine Linie zu erkennen, die das trübe Grau des Himmels vom öligen Grau des Meeres trennt.
Erst gegen Abend kämpft sich die Sonne doch noch durch die Wolken.

Split

10.4.2008 – Split

“Think big”, mag sich Kaiser Diokletian gedacht haben, als er seinen Altersruhesitz in Auftrag gab. Denn heraus kam eine Palastanlage, innerhalb deren Außenmauern heute die gesamte Altstadt von Split Platz findet.

Um 300 herum ließ der nur wenige Kilometer nördlich von Split geborene römische Kaiser Diokletian (Gaius Aurelius Valerius Diocletianus, etwa 243 – 316) an der dalmatischen Küste innerhalb von zehn Jahren eine gewaltige Palastanlage errichten, die ihm als Altersruhesitz diente. Bald nach seinem Tod geriet die Anlage in Vergessenheit, war lange verlassen. Bis sich im siebten Jahrhundert die erste Bewohner neu ansiedelten – die Stadt Split entstand.

Die heute 205.000 Einwohner umfassende zweitgrößte Stadt Kroatiens hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Sie war Teil des byzantinischen Reichs (’Thema Dalmatien’), war mehrmals Hauptstadt des Königreichs Kroatien, gehörte lange Zeit (14. bis 18. Jahrhundert) immer wieder zu Venedig, fiel 1797 an Österreich-Ungarn, kam nach dem ersten Weltkrieg zu Jugoslawien, war während des Zweiten Weltkriegs von 1941 – 43 italienisch, gehörte dann zu Jugoslawien und seit 1991 zur unabhängigen Republik Kroatien.

Die Zeit Diokletians ist noch heute in weiten Teilen der Altstadt erlebbar. Das für ihn gebaute Mausoleum ist heute die Kathedrale Sveti Duje (heiliger Duje). Der Turm der Kathedrale bietet eine hervorragende Aussicht auf die Stadt. Nahe der Kathedrale ist noch heute ein Teil der riesigen Keller (Podrumi) zugänglich (heute gut genutzt von zahlreichen Souvenirshops).

Modetechnisch ist Split zwar nicht mehr auf dem Stand Diokletians, aber die Jugend der Stadt scheint gerade auf der Jogging-Welle zu reiten, besonders Teenie-Boys und Jung-Männer in allen denkbaren Varianten von Jogginghosen, solange sie dunkelblau oder schwarz sind. Dazu ein prägnant-machohaftes Gehabe, das in Kombination mit der Optik zwar einen gewissen Reiz ausstrahlt – aber ganz klar signalisiert, hier ist kein toller Platz für’s Homo-Glück.

Split – Fotos

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Venedig

6. bis 9. April 2008 – Venedig

Venedig, Original und Fälschung, Kulisse für eine Phantasie von Venedig, Kulisse die Original ist. Und doch, Venedig wie wir es erleben erweist sich als so völlig anders als erwartet, befürchtet, gehofft.

Vermutlich jeder zweite Venedig-Tourist wird wohl versuchen, den Wellen des Massentourismus zu entkommen, irgendwo noch ein Eckchen ‘echtes Venedig’ zu entdecken, jenen Rest ‘Authentizität’, ein Stück ‘wahren Lebens’ hinter den Kulissen einer manchmal geradezu Disney-haft scheinenden Touristen-’Idylle’.
Wir haben diesen Versuch “echtes Venedig entdecken” nie gezielt unternommen – in der nicht ganz unbegründeten Vermutung, eh zu scheitern. Doch auch uns stellt sich oft die Frage, wo ist das stille Venedig?

Es scheint eine Illusion zu sein, den Menschenmassen aus dem Weg zu gehen. Schon bei der Anreise vom Vaporetto aus der Anblick von Touristenhorden (’il gregge di pecore’). Dazu Preise, vermutlich gedacht als Abschreckung, um bestimmte Touristen fern zu halten. Kein neues Phänomen …

… und wenn die bizarre Fahrt durch Venedig ihren Zauber zu üben begann, so tat der beutelschneiderische Geschäftsgeist der geschundenen Königin das Seine …” (Thomas Mann, Der Tod in Venedig)

Ein weiteres klischeehaftes Bild, das spätestens in der Phantasie aufkommt als wir Wasser durch die Deckel der Kanalisation hochdrücken sehen: Hochwasser in Venedig – Holzstege – katastrophal die Sturmflut am 4. November 1966, 2m über dem Meeresspiegel, unvorstellbar heute, und doch noch konkrete Bedrohung, solange ‘Mose’ noch nicht bereit steht (’Mose’ ist der bezeichnende Name des neuen Sperrwerks, das ab 2012 die Pegelstände in Venedig regulieren soll).

Einen Weg, den Touristenmassen zu entgehen, finden wir – früh am Morgen (sehr früh, beinahe noch nachts, gegen 5:30 Uhr) aufstehen und gen Markusplatz, einige aufgeschreckte Tauben, Dunst über der Lagune, die Massen an weißen Caféhausstühle stehen noch feinsortiert und unbenutzt – Ruhe, kein Trubel, (fast) keine Menschen. (Ein weiterer Weg: spät am Abend, wenn viele Touristen wieder zu ihren Hotels auf dem Festland zurück gekehrt sind.)

Erleben ganz in Ruhe den Markusplatz, Dogenpalast. Dann zurück zum Hotel, in Ruhe ausgiebiges Frühstück. Anschließend gemütliches Stromern durch etwas abseits der absoluten Touristen-Highlights gelegene Viertel. Entdecken viele alte Straßen, Häuser, Kanäle, Paläste, Kirchen, einige ruhige Cafés. Moderne in Venedig hingegen kaum – Venedig scheint stehengeblieben, konserviert.

Am (wohl obligatorischen) Regentag allerdings, während einiger Museumsbesuche, können wir ihnen nicht immer entgehen, den Touristenhorden, Massen an Besuchern durchströmen aufgeregt den Dogenpalast.

Wie angenehm, dass wir uns jederzeit gen Sant’ Elena in die ein wenig abgeschiedene Stille unseres Hotels zurück ziehen können. Im Grünen gelegen, ein großes modern eingerichtetes Zimmer mit Blick auf einen ruhigen Seitenkanal, sehr gutes Frühstücksbuffet – ein Hotel, das sich geradezu als unser geschätzter Ruhepol erweist.

Und nein, ich bemühe jetzt nicht das Tadzio-Klischee von 1912 (’Der Tod in Venedig’ beim Projekt Gutenberg hier), obwohl wir von unserem Hotel aus in der Ferne den Lido sehen, das ‘Hotel des Bains’ erahnen können.

Thomas Mann erreichte Venedig mit dem Schiff, blickte zunächst von der See auf die Stadt. Wir verlassen Venedig auf diesem Weg …

Nizza

Nizza.
Erinnerungen werden wach an eine große Liebe vor vielen vielen Jahren. An Julien, kennen gelernt in Amsterdam, der in Nizza, später Paris wohnte. An wunderbare gemeinsam verbrachte Tage und Wochen in Nizza, auf dem Land in einem hübschen Manoir bei Cannes und immer wieder in Paris und dem Pariser Umland.

Erinnerungen, die noch einmal aufgefrischt werden bei diesem Blick auf die wahrhaft ‘blaue Küste’ …

… bevor wir uns von Wellen und Meer verabschieden und auf machen gen Flughafen, zurück nach Deutschland.

Nizza von oben
Nizza von oben

Sete

Sète und die nähere Umgebung (Aigues Mortes, Sainte-Marie de la Mer) kennen wir von Urlauben vor vielen vielen Jahren und ersparen uns am letzten Urlaubstag lange Ausflüge.

Doch auch das relaxte Kaffeetrinken in dem kleinen Örtchen wird kürzer als erwartet – die Nacht war sehr unruhig (dass das Mittelmeer so rau sein kann …), der Mann leidet an Seekrankheit und liegt den ganzen Tag mehr oder weniger müde und ausgepowert flach.

So erweist sich die Einfahrt in den (Innenstadt-) Hafen von Séte als das erstaunlichste Schauspiel des Tages …

Bald schon steuern wir im Mondschein dem letzten Ziel dieses Urlaubs entgegen. Der Mann liegt längst magenschonend im Bett, allein beendet ich den Tag auf Deck mit letzten sehnsüchtigen Blicken auf das Meer …

Palma

Nach Ibiza – was erwartet uns erst im nächsten Touristen-Ort?

Palma de Mallorca – Inbegriff von Massentourismus. Schon bei der Einfahrt in den Hafen sehen wir die Flieger im Minuten-Takt einschweben. Stimmt, die Herbstferien haben teilweise bereits begonnen …

Nun denn, auf in die Stadt, einige Happen Kultur vermischt mit ein wenig Entspannung.
Doch schon bald ist es uns in der Innenstadt viel zu voll, Touristen-Massen schieben sich durch enge Straßen, stehen Schlange vor der Kathedrale, drängeln sich in Geschäften mit Nippes und Kitsch.

Verlässt man einmal die ausgetretenen Wege des Massentourismus in Palma, macht sich auf den Weg in die (inzwischen) weniger von Touristen besuchten Vorstädte, entdeckt man schnell, wie Tourismus-Infrastruktur aussieht, wenn sie alt und nicht mehr benötigt wird:

Tourismus-Tristesse in Palma
Tourismus-Tristesse in Palma

Früher als erwartet machen wir uns wieder auf den Weg gen Hafen …