Death in the afternoon Cocktail

Er ist einer der weniger bekannten, noch weniger getrunkenen Cocktailsdeath in the afternoon (Tod am Nachmittag). Ursache mag sowohl sein, dass es sich um einen Champagner- Cocktail handelt, als auch dass Absinth wie auch Pastis in Deutschland wenig beliebt sind.

Death in the afternoon hat eine kurze Geschichte: der Schriftsteller Ernest Hemingway (21.7.1899 Oak Park, Illinois – 2.7.1961 Ketchum, Idaho) soll ihn in Paris ‚erfunden‘ haben, inspiriert von einem Nachmittag rive gauche, bei dem er reichlich Absinth genossen hat. Benannt hat er ihn nach seinem gleichnamigen 1932 veröffentlichten Buch. 1935 wurde das Rezept des Cocktails erstmals veröffentlicht in dem Cocktail-Buch „So red the nose, or Breath in the afternoon„.

Hemingways Original-Rezept lautet ganz einfach

„Pour one jigger absinthe into a Champagne glass. Add iced Champagne until it attains the proper opalescent milkiness. Drink three to five of these slowly.“

death in the afternoon ist ein eher starker Cocktail. Die Herausgeber des Cocktail-Buches kommentierten damals

„It takes a man with hair on his chest to drink five Absinth and Champagne cocktails and still handle the english langauge in the Hemingway fashion …“

.

Variationen von death in the afternoon

Die ursprüngliche Version von death in the afternoon wird mit einem Teil Absinth (aka la fée parisienne oder die grüne Fee) auf vier Teile Champagner zubereitet. Manche verwenden einen kleinen Spritzer Lime oder Zitrone für etwas mehr Fruchtigkeit.

Doch es existieren mehrere grundlegende Variationen. So kann z.B. statt des Absinth auch Pastis verwendet werden – eine Version, die ich vorziehe:

death in the afternoon Pastsis Champagner Cocktail
Death in the Afternoon – Version mit Pastis statt Absinth

Bei Verwendung von Pastis erhält der Cocktail ein gelblich – milchiges Aussehen aufgrund des Louche-Effekts.

Eine weitere etwas geschmacksintensivere Variante ist jene mit dem bitteren Orangenlikör China China:

Death in the afternoon Variante China China
Death in the afternoon, Variante China China

.

Tipps:
für die Absinth-Version: den Absinth nicht zuerst in das Glas geben, sondern nach dem Champagner – und langsam. Bei manchen Marken gelingt, dass der Absinth eine Zeit lang als ‚Schicht‘ auf dem Champagner ’schwebt‘
für die Pastis-Version dieses Cocktails nicht einen Anisée nehmen, sondern einen besonders aromatischen Pastis de Marseille. Sehr gut passt zum eher geschmacksstarken Pastis de Marseille ein sehr trockener Champagner.

sugar daddy ® in Frankreich

Ein sugar daddy der ganz besonderen Form ist in französischen Supermärkten erhältlich :

sugar daddy - ganz goß, und mit Ausgieß-Öffnung ...
sugar daddy – ganz goß, und mit Ausgieß-Öffnung …

Diese Art von sugar daddy ® [sucre = Zucker, sugar] gibt es in Frankreich gar in mehreren Varianten:

sugar daddy - in Puder - Form, oder als Bio ?
sugar daddy – in Puder – Form, oder als Bio ? Volles Rohr, oder aus der Nuss ?

Den ‚französischen sugar-daddy‘ gibt es auch von der Nuss, nämlich der Kokosnuss.

Die ‚grüne‘ Version dieses Sugar Daddy ist gar aus reinem Rohr:

sugar daddy - volles Rohr bio ...
sugar-daddy – volles Rohr bio …

sugar daddy – alt, jung und der Zucker

Ein älterer Mann, ein deutlich jüngerer Partner, eine auf Dauer angelegte Beziehung, in der Regel (auch) sexuell gefärbt – sugar daddy und sugar boy (girl) haben eine klare Konstellation. Im Wesenskern der ‚Zucker‘: die Beziehung beinhaltet eine materielle Komponente.

Im Gegensatz zur ‚klassischen‘ Prostitution, zum Freier ist die sugardaddy – sugar baby (auch: toy boy bzw. boy toy) Beziehung längerfristig angelegt. Sie ist oft de facto von einer finanziellen Abhängigkeit des jüngeren Partners geprägt.

sucre Daddy® – …

Der erste sugar daddy, nein der erste Sucre Daddy® kam im Jahr 1981 in Frankreich auf den Markt – damals noch unter dem Namen ‚Daddy suc‘. 1991 wird daraus schlicht ‚Daddy‘, ab 2007 wird die Kunststoff-Verpackung mit dem Ausgießer (siehe Fotos oben) verwendet.

Sucre Daddy® ist eine geschützte Marke von Cristalco SAS, einem Unternehmen der Groupe Cristal Union. Es entstand im Januar 2000 aus der Fusion von vier Kooperativen und vergrößerte sich in den Folgejahren durch Übernahmen.

Dubonnet – der besondere Aperitif

Dubonnet – in Deutschland ein wenig bekannter Aperitif, in Frankreich und besonders auch in Großbritannien hingegen sehr geschätzt. Die Queen mag ihn 7:3 mit Gin …

Nein, Dubonnet ist nicht – wie gelegentlich kolportiert – ein weiterer Vermouth. Jedenfalls nicht ganz. Der feine Unterschied: Chinarinde. Oder das Chinin darin, und der daraus resultierende bittere Geschmack.

Für Dubonnet wird Wein (genauer: Mistelle, ein in Südfrankreich verbreiteter Likörwein) mit Kräutern vergoren (ähnlich wie bei Vermouth / Wermut). Allerdings kommt eine weitere Zutat hinzu: Chinarinde. Die Zugabe von Alkohol stoppt die Fermentation.  Chinarinde sollte (mit ihren Wirkstoffen) gegen Malaria schützen. Chinarinde schmeckt stark bitter, Likörwein und Alkohol maskieren den Geschmack.

1846 ‚erfand‘ der Chemiker und Likörhersteller Joseph Dubonnet (1818 – 1871) in Paris die Rezeptur. Grund: die französische Regierung suchte mittels eines Wettbewerbs nach der besten Möglichkeit, ihren Soldaten der Fremdenlegion das Einnehmen von Chinarinde als Schutz vor Malaria ’schmackhaft‘ zu machen. Die Rinde gelber Chinarindenbäume (Cinchona) enthält Chinin (sowie Chinidin und Chinonidin), das früher als Medikament gegen Malaria und Fieber genutzt wurde.

Dubonet nannte das von ihm kreierte Getränk ‚Quinquina Dubonnet‘:

Dubonnet (Werbe-Plakat, Jules Chéret, 1895)
Dubonnet (Werbe-Plakat, Jules Chéret, 1895)

„Dubonnet – der besondere Aperitif“ weiterlesen

die Prasline ist keine Praline

Prasline, Praline oder Praliné? Franzosen und Deutsche verstehen nicht das gleiche unter diesem Leckerei-Begriff.

.

Die Geschichte der Prasline

Frankreich im 17. Jahrhundert. Clément Jaluzot ist Chefkoch (Officier de Bouche) am Hof von Marschal César de Choiseul du Plessis-Praslin (1598 – 1675), einem der führenden Aristokraten am Hof Ludwig XIII. und danach Ludwig XIV. und von diesem besonders geschätzt für seine Loyalität während der Fronde-Aufstände.

César de Choiseul du Plessis-Praslin, Namensparton der Prasline / Praline
César de Choiseul du Plessis-Praslin, Namensparton der Prasline / Praline

„die Prasline ist keine Praline“ weiterlesen

Pastis – die gelbe Fee aus Frankreich

Pastis – ein bernsteinfarbenes Gemisch von Kräuterauszügen in Alkohol, eine französische Spezialität, nicht nur als Aperitif geeignet. Und entstanden in Folge eines Verbots: die Franzosen sollten keinen Absinth mehr trinken …

Aber – was ist Pastis eigentlich, woher kommt er, und woraus wird er hergestellt? Ist er immer gelb? Und wie trinkt man / frau ihn am besten?

Pastis – Anis, Lakritz und mehr …

Das Wort Pastis stammt aus dem Okzitanischen, bedeutet etwa Mischung.

Pastis ist ein Getränk, das überwiegend aus aromatisiertem Alkohol (meist 40 bis 45%) und reichlich Zucker (max. 100g/l) besteht – sowie als Aromen Anis oder Sternanis, Süßholz (Lakritz) und ähnlichen Aromaten (z.B. Fenchel, Melisse, Thymian). Infolge dieser Aromatisierung enthält er das für das typische Aroma mit verantwortliche Anethol (zwischen 1,5 und 2 g/l gemäß Richtlinie [1]).

Er gehört damit zur Gruppe der Anisées oder Anisettes (Anis-Liköre), der Getränke mit Anis-Aroma, zu denen auch Arak, Ouzo, Raki und Masticha gehören.

Pastis
Pastis

„Pastis – die gelbe Fee aus Frankreich“ weiterlesen

Salicorne – salzige Delikatesse aus dem Meer

Salicorne – eine der in Deutschland wenig bekannten Delikatessen des Meeres ist in Frankreichs Küche weit verbreitet.

Dabei ist Salicorne („Salzhorn“) eine auch in Deutschland heimische Pflanze. Hierzulande ist sie unter dem Namen (Europäischer) „ Queller „ bekannt. Weitere Namen sind z.B. Meeresfenchel oder Meeresspargel. Botanisch umfasst Salicorne eine Gruppe von annähernd 30 verschiedenen Pflanzen der Gattung Chenopodiaceae.

Queller ist eine der Erstbesiedelungs-Pflanzen auf dem Land vor dem Deich, das noch ständig mit den Gezeiten vom Meerwasser überspült wird. Der Queller ist auf diese Gebiete spezialisiert. Anders als die meisten Pflanzen, die kein Salz vertragen, ist Salz für den Queller unumgänglich. Er lagert es in höheren Konzentrationen als der Meeresboden ein, um auf diese Weise dem Boden Wasser zu entziehen.

Salicorne – leckeres Wildgemüse

Die Folge dieses Salz-Einlagerns ist eine sehr salzhaltige Pflanze, die in Frankreich insbesondere in den küstennahen Regionen als Salicorne traditionell Bestandteil der Küche ist. Entsprechend ist er auch in Supermärkten häufig zu finden.

Salicorne
Salicorne

In Frankreich wird Salicorne kommerziell angebaut. Die Hauptanbaugebiete sind die Somme-Bucht, Bretagne und Vendée sowie die Charente Maritime.

Salicorn ist ein überaus schmackhaftes Wildgemüse. Lecker ist Salikorne sowohl als Würze in Salaten, als auch als Beilage zu Fisch. Falls man / frau Queller bzw. Salikorn selbst erntet: lecker sind besonders die jungen frischen Triebe, die älteren sind oftmals holzig.

Im Revolutions-Kalender (calendrier républicain oder calendrier revolutionaire francais), dem 1792 bis 1806 gebräuchlichen von der Revolution eingeführten Kalender, heiß der 12. Tag des Monats Thermidor (entsprechend dem 30. Juli) auch ‚jour de la Salicorne‘.

.

Früchtepunsch à la 2mecs

Ideal für die Winterzeit, einen schönen Advents-Sonntag, einen Abend mit Freunden: ein (oder zwei, oder … ) Gläser heisser Früchte-Punsch.
Hier ‚unser‘ Rezept für ‚Früchtepunsch à la 2mecs‘:

Die Zutaten:

1 l Früchtetee
1 l Orangensaft
1 l Apfelsaft
1 Bio-Orange
1 Bio-Zitrone

zum Abschmecken:
Honig
5 Sternanis
1 Stange Vanille
5 – 10 Nelken

Den Früchtetee kochen (z.B. Hagebutte / Hibiscus). Orangen- und Apfelsaft dazu geben. Vanillestange hinein. Gewürze in eine Gewürzkugel (erspart das mühsame ‚Nelken-Suchen‘) und dazu geben. Die Schalen der Orange und der Zitrone reiben und dazu geben. Saft beider dazu geben. Punsch nach Geschmack mit Honig abschmecken. Das ganze bei mittlerer Temperatur mind. 30 Minuten ziehen lassen (nicht kochen).

Voilà 🙂

Früchtepunsch à la 2mecs
Früchtepunsch à la 2mecs

.

Die Gewürz-Mischung lässt sich gut je nach Geschmack variieren, z.B. mit frischem Ingwer oder einer Spur Muskat. Interessant auch: eine knappe Handvoll getrockneter Cranberries mit ziehen lassen.

Und wer’s alkoholisch mag: ein kräftiger Schuss Amaretto oder Orangen-Likör gibt dem Punsch eine ganz besondere Note 😉

.

delikate Arbousier – der Erdbeerbaum

Eine in Deutschland weitgehend unbekannte Pflanze erfreut den Strandbesucher an den Küsten der Cote d’Argent wie auch des Mittelmeers: die Arbousier (auf deutsch: Erdbeerbaum; lat. arbutus unedo). Ein immergrüner Strauch, der beachtliche Ausmaße erreichen kann – und auch an der Cote d’Argent bei Lacanau und Le Porge einige Meter hinter den Dünen zwischen den Kiefern sehr häufig anzutreffen ist.

Was Touristen nur selten wissen: die Früchte dieses Busches sind essbar – und eine wahre Delikatesse. Reif sind Arbouse, die Früchte des Arbousier, wenn sie eine satt rote Farbe und weiche Konsistenz haben (in der Region Lacanau i.d.R. im August/ September). Der Geschmack? Der deutsche Name ‚Erdbeerbaum‘ deutet es an, irgendwo zwischen Erdbeere, Kiwi und lecker fruchtig …

Arbouse Arbouse Arbousier

Einen besonders großen Arbousier-Strauch fanden wir 2010 in Spanien, in Escorial (nicht in der Schloss-Anlage selbst, sondern im Garten der südlich gelegenen Casita del Principe):

Arbousier in Escorial
Arbousier in Escorial

Das Gemälde ‚Garten der Lüste‚ von Hieronymuas Bosch wird auch genannt ‚ Erdbeerbaum Gemälde ‚, aufgrund der im Zentralteil an vielen Stellen gezeigten Früchte und Sträucher des Erdbeerbaums. Das Gemälde befindet sich im Prado Museum in Madrid.