Mahnwache Opfer von Orlando Hamburg 13. Juni 2016

Zuletzt aktualisiert am 21. Juni 2016 um 17:16

Mehrere Hundert Menschen nahmen am 13. Juni 2016 vor dem US-Generalkonsulat in Hamburg an der Mahnwache Opfer von Orlando am 12. Juni 2016 teil.

Mahnwache Opfer von Orlando - mehrere Hundert Teilnehmer in Hamburg
Mahnwache Opfer von Orlando – mehrere Hundert Teilnehmer in Hamburg

49 Tote, 53 zum Teil schwer Verletzte – das Massaker im Schwulen- und Lesbenclub ‚Pulse‘ in Orlando war ein Anschlag gezielt auf LGBTI, und indirekt auf die Freiheit an sich. Es war das schlimmste Schusswaffen-Massaker eines Einzeltäters in der US-Geschichte. Und es war einer der, wenn nicht der größte Anschlag gegen Lesben und Schwule überhaupt.

Etwa 500 bis 600 Menschen beteiligten sich am 13. Juni 2016 an einer Mahnwache für die Opfer des homophoben Massakers von Orlando, organisiert von ‚Hamburg Pride‘.

Wir blicken mit Trauer und Bestürzung nach Orlando. Unser Mitgefühl gehört den Familien der Opfer und allen, die ihnen nahestanden.
(Hamburg Pride)

Mahnwache Opfer von Orlando (Pulse Club shooting) in Hamburg vor dem US-Generalkonsulat am 13. Juni 2016 – Fotos

Mahnwache Opfer von Orlando - mehrere Hundert Teilnehmer in Hamburg
Mahnwache Opfer von Orlando – mehrere Hundert Teilnehmer in Hamburg

Rede der Zweiten Bürgermeisterin und Gleichstellungssenatorin Hamburgs, Katharina Fegebank, nach ihrem Statement
Rede der Zweiten Bürgermeisterin und Gleichstellungssenatorin Hamburgs, Katharina Fegebank, nach ihrem Statement

Stefan Mielchen / hamburg Pride vor seiner Ansprache
Stefan Mielchen / hamburg Pride vor seiner Ansprache
Love is stronger
Love is stronger

#LoveIsLove #OnePulse #LiebeSiegt

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Mahnwache Opfer von Orlando : Rede Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Gleichstellungssenatorin Hamburgs – Video

Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) weist in ihrer Rede auch hin auf den – durch ein homophobes Gewaltverbrechen ums Leben gekommenen – ehemaligen Bürgermeister von San Francisco Harvey Milk (1930 – 1978), und seinen Apell immer wieder Mut auszusprechen Freiheit zu leben, Hoffnung zu geben:

„you got to give them hope!

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Orlando shooting – Reaktionen

Dies ist eine ernüchternde Erinnerung daran, dass Attacken auf jeden Amerikaner – unabhängig von Abstammung, Ethnie, Religion oder sexueller Orientierung – ein Angriff auf uns alle ist. Und auf die fundamentalen Werte der Gleichheit und der Würde, die unser Land definieren. Kein Akt des Terrors oder des Hasses wird jemals die Werte ändern, die uns zu Amerikanern machen.
US-Präsident Obama am 12. Juni 2016

You are not alone. The American people and our allies and friends all over the world stand with you.
US-Präsident Obama an die LGBT Community, 14. Juni 2016

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich am 13. Juni „tief betroffen“ und betonte – im Gegensatz zu Obama und anderen Politiker/innen ohne konkreten Bezug auf Lesben und Schwule oder Erwähnung von Homophobie – „wir sind fest entschlossen, auch wenn solche mörderischen Anschläge uns in tiefe Trauer versetzen, doch unser offenes, tolerantes Leben fortzusetzen.

Schwule und Lesben, so scheint’s, werden von manchen selbst als Opfer eines Hassverbrechens mit spitzen Fingern angefasst„,
kommentiert Micha Schulze auf queer.de.

Orlando shooting – community Reaktionen

Die Sache der schwulen Menschen ist in den deutschen Parlamenten nie zu einer Herzensangelegenheit der Parlamentarier geworden. Wo soll also die Empathie für schwule Menschen herkommen? Aufrichtiges Mitgefühl und Anteilnahme waren nicht zu erwarten.
(Steven Milverton)

Wir werden Fanatismus nicht mit Hass, Ausgrenzung und Stigmatisierung besiegen. Sind wir wirklich überzeugt von unseren Werten, ist es wichtiger denn je, diese auch dann zu leben, wenn sie auf die Probe gestellt werden. Das Vorleben einer Alternative. …
Wir müssen jetzt besonders eng zusammenstehen. Auch die Diskriminierung innerhalb der Szene hinter uns lassen. Schluss mit keine Fetten, Alten, Kranken, Tunten, Lesben, T‘s oder I‘s. Es ist Zeit solidarisch miteinander zu sein. Deswegen ist eine Mahnwache wie diese nicht nur ein Zeichen der Solidarität und Anteilnahme. Sie steht auch für unsere Sichtbarkeit und macht deutlich, dass wir freiwillig keinen Schritt zurückweichen werden. Sondern sichtbar und stolz zeigen, wer und wie wir sind. Gerade nach der gestrigen Tragödie.“

(Marcel Dams in seiner Rede bei der Mahnwache am 13.6.2016 in Köln)

Mais Orlando marque l’incapacité de la société française à comprendre ce que nous sommes, gays, lesbiennes, bi et trans. Nous ne sommes pas égaux, la droite nous déteste et la gauche ne nous aime pas non plus. Les lesbiennes qui attendent la PMA promise par le candidat Hollande vous le diront mieux que moi.
(Aber Orlando markiert das Unvermögen der französischen Gesellschaft zu verstehen was wir sind, schwul, lesbisch, bi und trans. Wir sind nicht gleich, die Rechte hasst uns und die Linke liebt uns nicht mehr. Die Lesben, die auf die lange vom [damaligen Präsidentschafts-; d.Verf.] kandidaten holland versprochene künstliche Befruchtung warten, können das besser als ich erzählen.“
(Diedier Lestrade, Liberation 14.06.2016)

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Mahnwache Opfer von Orlando in zahlreichen Städten

Weitere Mahnwachen fanden in Deutschland u.a. statt in Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Frankfurt, Kiel, Köln, Leipzig, Mannheim, Münster, Neu-Ulm, Rostock, Stuttgart und Wiesbaden.

Auch in Frankreich fanden zahlreiche Mahnwachen und Trauerveranstaltungen statt. In Paris trugen zudem Rathaus und Eiffelturm als Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität die Farben der USA und des Regenbogen. In zahlreichen weiteren Städten Frankeichs gab es Veranstaltungen, u.a. Bayonne, Bordeaux, Caen, Guérande, Laval, Le Mans, Lille, Marseille, Metz, Montpellier, Nancy, Nizza, Paris, Reims, Rouen, Strasbourg, Toulouse, Tours.

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zuletzt aktualisiert 21. Juni 2016

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