Die Chapelle Saint Blaise in Milly-la-Forêt – wie aus der Kapelle einer Lepra-Station mit der Ausgestaltung durch Jean Cocteau 1959 eine Kunststation wurde …

Die Geschichte der Chapelle Saint Blaise des Simples in Milly-la-Forêt
Die katholische Kapelle ‚Saint Blaise des Simples‘ außerhalb der historischen Altstadt von Milly-la-Forêt ist Blasius von Sebaste (gestorben um 316) gewidmet, von Beruf Arzt und Bischof des heutigen Sivas im Nordosten der Türkei. Er wird in der katholischen wie auch der orthodoxen Kirche als einer der 14 Nothelfer (u.a. als Helfer bei Halsleiden, Geschwüren und Pest) verehrt. Gedenktag des Blasius von Sebaste ist der 3. Februar (katholisch; ‚Blasiussegen‘) bzw. 11. Februar (orthodox, armenisch, syrisch-orthodox).
Die Chapelle Saint Blaise ist der einzige verbliebene Überrest einer Lepra-Krankenstation (Maladrerie St. Blaise) des 12. Jahrhunderts – Blasius, der mit medizinischen Heilpflanzen arbeitete (im französischen die sog. ’simples‘) wurde als Heiler verehrt. Im 16. Jahrhundert verfiel die Station zunehmend, einzig die Kapelle blieb übrig.
1959 wurde die Kapelle restauriert. Jean Cocteau, der seit 1945 in Milly lebte (seit 2010 Museum Jean-Cocteau-Haus), wurde 1957 mit der Innen-Dekoration beauftragt, 1959 wurde diese realisiert (laterna magica). Cocteau verwandte für weite Teile der Innengestaltung das Thema der traditionell von den Mönchen kultivierten Heilpflanzen, die der Kapelle den Namen gegeben hatten. und an die auch ein kleiner Heilpflanzen-Garten im Hof der Kapelle immer noch erinnert.
Cocteau bemerkte zum gewählten Thema der Heilpflanzen
„Ähnlich wie mittelalterliche Lanzen repräsentieren die hohen Stile der Heilpflanzen zwischen der von Minzblättern gerahmten Tür und der Apsis Waffen.“
Bei seinem Tod 1963 wünschte sich Cocteau, an diesem Ort beigesetzt zu werden.
Chapelle Saint Blaise des Simples – Fotos der Innengestaltung durch Jean Cocteau
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