Aids-Gemeinschaftsgrab Berlin – Gestaltungswettbewerb (akt.)

Zuletzt aktualisiert am 25. März 2014 um 13:27

Das seit 2000 bestehende Aids-Gemeinschaftsgrab Berlin wird deutlich erweitert werden. Über die Gestaltung wird im Rahmen eines offenen künstlerischen Wettbewerbs entschieden, der im Rahmen einer Podiumsdiskussion am 11. Februar 2014 vorgestellt wurde und am 15. März 2014 beginnt.

Im Jahr 2000 übernahm der Verein Denk mal positHIV die Patenschaft für ein Grab auf dem Alten St. Matthäus Kirchhof in Berlin Schöneberg. Die denkmalgeschützte Erbbegräbnisstätte der Familie Streichenberg entstand um 1875, bemerkenswert das Bogenfeld des Bildhauers Rudolf Pohle (1837-1910), eines Schülers von Friedrich Drake (dem Schöpfer der ‚Goldelse‘).

Geschaffen wurde eine Gemeinschaftsgrabstätte, ein Ort des Gedenkens an Menschen, die mit HIV gelebt haben und an den Folgen von Aids gestorben sind.

Nach mehr als zehn Jahren Nutzung ist nun eine Erweiterung des Gemeinschaftsgrabes erforderlich. Die Friedhofsverwaltung stellte vier weitere zusammenhängende Grabfelder zur Verfügung, so dass das Gemeinschaftsgrab zukünftig etwa eine Fläche von 100 qm (einschl. zugehörigem Friedhofsweg) umfasst.

Im Rahmen eines offenen künstlerischen Wettbewerbes (der ebenso wie die spätere Umsetzung von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin unterstützt wird) soll nun über die zukünftige Gestaltung entscheiden werden.

Aids Kunst Grab - Logo zum Gestaltungswettbewerb Aids-Gemeinschaftsgrab Berlin
Aids Kunst Grab – Logo zum Gestaltungswettbewerb Aids-Gemeinschaftsgrab Berlin

Die erste Phase des Gestaltungs-Wettbewerbes Aids-Gemeinschaftsgrab Berlin wird Mitte März 2014 beginnen. Eine Internetseite zum Wettbewerb wird eingerichtet. Eine Jury wählt aus den eingereichten Arbeiten fünf Teilnehmer_innen für die zweite Phase des Wettbewerbes aus; im Herbst 2014 wird aus den ausgearbeiteten Entwürfen ein zu verwirklichender Entwurf ausgewählt, der mit 1000 Euro prämiert wird. Die Realisierung des prämierten Entwurfes ist bis Ende 2015 geplant.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, die im Begleitprogramm der Ausstellung Love Aids Riot Sex in der nGbK neue Gesellschaft für bildende Kunst stattfindet, werden Fragen zum Gestaltungsvorhaben Aids-Gemeinschaftsgrab Berlin und dem offenen künstlerischen Wettbewerb diskutiert.

Podiumsdiskussion Aids-Gemeinschaftsgrab Berlin: Denkmal, Gedenken und Kunst heute – Grabstätten und Gemeinschaftsgräber zu Aids

Podiumsdiskussion im Vorfeld des offenen künstlerischen Wettbewerbes zur Gestaltung der Erweiterung des Aids-Gemeinschaftsgrabes Berlin
11. Februar 2014, 19:00 Uhr
im Rahmenprogramm der Ausstellung LOVE AIDS RIOT SEX II
nGbK
Berlin, Oranienstr. 25
Auf dem Podium werden diskutieren:

  • Katharina Jedermann, von 1982-2012 künstlerische Lehrkraft für ‚Kulturarbeit und Visuelle Kommunikation’ im postgradualen Masterstudiengang am Institut für Kunst im Kontext, der Universität der Künste Berlin, und Jurymitglied
  • Antje Kempe, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kunstgeschichte (Prof. Dr. Heck) des Casper David Friedrich Instituts der Universität Greifswald
  • Michael Spengler, Steinmetz und Diplom-Bildhauer, Absolvent der Turiner Kunstakademie
  • Eugen Januschke, Vorstand Denk mal positHIV e.V. und Mitglied der AG Aids Kunst Grab

Moderation: Rainer Hoffmann, freischaffender Kunsthistoriker und Mitglied der AG Aids Kunst Grab

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Gestaltungswettbewerb Aids-Gemeinschaftsgrab Berlin

Der offener künstlerischer Wettbewerb „Aids Kunst Grab“ beginnt am 15. März 2014. Es soll ein Ensemble entstehen, welches das Gemeinschaftsgrab als Ganzes erfahrbar macht und dauerhaft an alle an Aids Verstorbenen erinnert. Denn immer mehr der Gräber von Aidstoten auf dem Friedhof laufen ab und werden nicht erneuert. Damit geht auch ein wichtiger Teil Geschichte verloren.

Carsten Schatz, Vorstandsmitglied der DAH, die das Projekt unterstützt:  „Das Aids-Gemeinschaftsgrab wird ein Denkmal sein für die Verstorbenen und ein Mahnmal gegen Ausgrenzung – für Solidarität und politische Verantwortung“.

Die Unterlagen und Informationen zum Wettbewerb, der mit 1.000 € dotiert ist, sind online verfügbar unter www.aids-kunst-grab.de. Der Einsendeschluss für den Wettbewerb ist der 15. Mai 2014, die Realisierung ist für Ende 2015 geplant. Finanziert wird das Projekt von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

 

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Website für den künstlerischen Gestaltungswettbewerb Aids Kunst Grab
Verein Denk mal positHIV

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