Deportation Homosexueller in Frankreich der NS-Zeit – Ausstellung in Paris (akt.)

Zuletzt aktualisiert am 11. November 2017 um 9:24

Deportation Homosexueller : Lange wurden sie ignoriert – Männer, die wegen ihrer Homosexualität aus Frankreich deportiert wurden. Nun aber sorgt die Organisation „Les «Oublié-e-s» de la Mémoire“ (Die Vergessenen des Gedenkens) mit einer Ausstellung für Aufsehen. Die Verfolgung und Deportation Homosexueller durch das NS-Regime und seine Komplizen [1] steht im Mittelpunkt der Ausstellung „La déportation pour motif d’homosexualité“ (Deportation wegen Homosexualität), die im Rathaus des 4. Arrondissements in Paris gezeigt wird.

Plakat zur Ausstellung über die Deportation Homosexueller (Paris, Mairie 4e)
Plakat zur Ausstellung über die Deportation Homosexueller (Paris, Mairie 4e)

Jean-Luc Schwab, Kurator der Ausstellung, betont, diese sei konzipiert um „Fakten möglichst nah an der historischen Realität darzustellen, anhand verifizierter Quellen sowie anerkannter Spezialisten„.

Die Ausstellung, die nach Paris in mehreren Städten Frankreichs zu sehen sein soll, beschreibt die verschiedenen Phasen der Verfolgung und Deportation Homosexueller durch das NS-Regime in Frankreich, auch anhand von Biographien Deportierter wie Rudolf Brazda oder Pierre Seel.

Les «Oublié-e-s» de la Mémoire (Webgrafik der Internetseite der Organisation, Kurator der Ausstellung zur Deportation Homosexueller )
Les «Oublié-e-s» de la Mémoire (Webgrafik der Internetseite der Organisation Kurator der Ausstellung zur Deportation Homosexueller )

Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Verteidigungsministerium, der Nationalen Vereinigung der Kämpfer und Kriegsopfer, der Stiftung für das Gedenken an die Deportation sowie der Stadt Paris entstanden. Anlass ist der zehnte Jahrestag der Gründung des Vereins „Les «Oublié-e-s» de la Mémoire“ (Die Vergessenen des Gedenkens).

Die Ausstellung weise aber über die historische Perspektive hinaus, betonen die Initiatoren, sie sei auch ein Hinweis wachsam zu sein – die letzten Tage und die Auseinandersetzung um die in Frankreich kurz bevor stehende Einführung der Ehe auch für Homosexuelle zeige erst jüngst wieder, dass es gelte weiterhin wachsam vor Homophobie in der französischen Gesellschaft zu sein.

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Ausstellung über die Deportation Homosexueller : „La déportation pour motif d’homosexualité“, 22. April bis 3. Mai 2013, Paris, Rathaus des 4. Arrondissements (2, place Baudoyer; dort auf der Galerie in der 1. Etage)

Mairie du 4e: La déportation pour motif d’homosexualité
Yagg 22.04.2013: Les «Oublié-e-s» de la Mémoire proposent une remarquable exposition sur la déportation pour motif d’homosexualité

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Anmerkung:
[1] Mit ‚Komplizen‘ dürften insbesondere auch Behörden und Institutionen der Vichy-Regierung unter Philippe Petain im von NS-Truppen nicht besetzten Teil Frankreichs gemeint sein.

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Aktualisierung
28.04.2013: Am 30. April 2013 wird zudem eine Podiumsdiskussion zur Ausstellung stattfinden mit Jean-Luc Schwab, Délégué en Alsace et Référent Recherches et Mémoire des Vereins Les „Oublié-e-s“ de la Mémoire – Association civile homosexuelle du Devoir de Mémoire.
Zur Ausstellung erscheint eine 16seitige Broschüre.
Plakat zur Ausstellung im Artikel ergänzt.

4 Antworten auf „Deportation Homosexueller in Frankreich der NS-Zeit – Ausstellung in Paris (akt.)“

    1. Nun ja … gut aufgestellt …
      Erst seit 10 Jahren wird die Deportation Homosexueller in F überhaupt thematisiert, und seit etwa 5 Jahren (durch Gedenktafeln zB für Pierre Seel) etwas breiter.

      Allerdings gibt es in F immer wieder Politiker, die ein Zeichen setzen wollen, sich engagieren und aktiv werden – wie jetzt im 4. Arr. (das ist der Stadtteil mit dem Pariser Rathaus und Notre Dame – und dem memorial de la deportation und dem memorial de la shoah)

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