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Österreich

Brauchtum

20. März. Das Essen war lecker gestern – also abends zum zweiten Mal in’s Bio-Restaurant “Dreiklang”, direkt beim Hotel um die Ecke.
Fast jeder Platz besetzt, mit Glück finden wir ein Eckchen.
Eine große Gruppe, laut sich unterhaltend, uns gegenüber.
Frank ißt gerade seine Vorspeise. Plötzlich Stimmen, mehr ein Summen zunächst. Der Nachbartisch hat begonnen  zu singen. Dreizehn Frauen und Männer, im Chor, angenehm ruhiger Gleichklang.
Wir verstehen kein Wort, außer einem Vokal-Brei ungefähr wie “a liu da di döoö oi hui oahoooh” – aber es klingt schön, und vor allem – in den Augen einiger der Singenden liegt ein seltsam verklärter Glanz, eine Freude, ein Blick voller Begeisterung.

‘Warum nur’, schießt es mir spontan angesichts meines Wohlfühlens durch den Kopf, ‘muss Brauchtum immer mit Konservatismus, mit Repression assoziiert sein?’
‘Täusche dich nicht’, erwidere ich im inneren Dialog, ‘es gab auch Hannes Wader, Franz-Josef Degenhardt & Co.” Lang ist’s her.

“Spiel nicht mit den Schmuddelkinder”, möchte meine innere Stimme glattweg spontan anheben zu singen – allein, nach ‘Frida’ fehlen mir die Verse.

Drei leckere ‘Tofu-Laibchen mit Teriyaki-Sauce und Sprossen’ sowie einen ‘besoffenen Kapuziner mit Schlagobers’ später, zwei lecker Weitra dazu, zahlen wir wohlgemuth.
‘Schade, dass am Wochenende geschlossen ist’, denken wir beim Gehen, ‘wo sollen wir denn dann hin?’
Ich bin gespannt, ob Michi (aus dem früheren ‚Immuno-CAB), den wir nach bestimmt zehn Jahren morgen Abend wiedersehen, eine spannende Idee hat.

Bio-Restaurant “Dreiklang”
Wasagasse 28
A – 1090 Wien
www.3klang.info

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Kisch war in Dykhausen – Eierkauf prominent

“In diesem Haus erwarb er einige Eier …”
(gesehen in Norddeutschland, bei einer Fahrt über Land)

Was wird so beschrieben?

Kisch war in Dykhausen
Kisch war in Dykhausen

In diesem Haus erwarb er Eier …

Egon Erwin Kisch war hier, in Dykhausen im hohen Norden, und kaufte hier Eier …

;-)

(auch so kann man einem Haus ein wenig Prominenz verleihen . )

Egon Erwin Kisch in Dykhausen
Egon Erwin Kisch in Dykhausen
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a tergo

a tergo

a tergo – Plastik, Bronze, Pompeji, 1. Jhdt. v.Chr. (Archäologisches Museum von Neapel, Geheimes Kabinett)

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unbekannte Flugkörper – fliegende Schwänze

erotische Tintinnabula
erotische Tintinnabula

Fliegende Schwänze?

(erotische Tintinnabula aus Bronze, Herculaneum (links) und Pompeji (rechts), 1. Jhdt. v.Chr., Archäologisches Museum von Neapel, Geheimes Kabinett)

[tintinnabulum, lat., Glockenspiel]

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Waldfrieden

Ein auffälliger Bau weckt während einer frühsommerlichen Motorradtour (mit Storch-Spotting) das Interesse.

Bei näherem hinsehen erweist sich die zunächst industriell wirkende Halle als Kirche – auf dem Gelände des ‘ Kirchenzentrum Waldfrieden ’ in den Glauer Bergen / Blankensee bei Trebbin.

Ein Haus der ‘Johannischen Kirche’ (bis 1975 ‘Evangelisch-Johannische Kirche nach der Offenbarung St. Johannis’), einer von Joseph Weißenberg 1926 gegründeten christlichen Sekte.

Das Gebäude ist eine 1928/29 erbaute Doppelbogen-Halle für über 1.000 Besucher, darin eine 1980 erbaute Jehmlich-Orgel.

Waldfrieden

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Sektlaune

Vor einigen Tagen, ein Freitag Vormittag im ICE von Köln nach Berlin. Die furchtbaren Folgen von Sekt lassen sich auf’s Anschaulichste bestaunen. Oftmals sind es ja Fußball-Fans oder gelegentlich Gruppen von Bundeswehr-Soldaten, die Wochenend-nahe Züge zum anstrengenden Erlebnis machen, eindrücklich die Folgen von zu viel Testosteron veranschaulichen.

Die Folgen von Sekt können nicht weniger drastisch, anstrengend sein.
Angenehm wenig ausgelastet scheint der ICE zu sein, als ich in Köln einsteige. Zwei Minuten vor Abfahrt steigt ein Grüppchen aus Düren ein. Aufgeregtes Platzgesuche, Gepäckverstauen. ‘Dieter, warum sitzt du denn da hinten?’ Die Männer sind in den hinteren Reihen verschwunden, bleiben im weiteren Verlauf der Fahrt kaum vernehmbar.

Ganz anders ihre vier Frauen. Bereits in Wuppertal wird die zweite Flasche Sekt aufgemacht. Brötchen, Aufschnitt, Tupperdosen mit Vorräten, Aldi-Kekse stehen auf dem Tisch. Ab Hagen steigt mit der Stimmung auch die Lautstärke deutlich, gewinnt das Frauengespräch annähernd die Unterhaltungsqualität (und das Niveau) der ‘Lachenden Sporthalle’ [für nicht-Rheinländer: eine ehemals äußerst beliebte sehr ‘volkstümliche’ Karnevalsveranstalutng). Von Berlin-Wochenend-Planungen wechselt das Gesprächsthema bald zu Arbeitskolleginnen, den eigenen Männern, um in Hamm dann beim Frauenarzt und dessen Vor- und Nachteilen zu landen. Dass die Bahn in Hamm dann ‘Schwierigkeiten beim Verkuppeln zweier Züge’ hat, wird wohl in die Dürener Stammtischgeschichte eingehen.

Zeit, die Ohrenstöpsel heraus zu holen.

Irgendwann nach Hannover bemerke ich lethargische Figuren statt wild gestikulierender Dürener Hausfrauen – sie sind erschöpft eingenickt, an ihrem mit Flaschen und Picknick-Müll dicht gefüllten Tisch. Ich bin geradezu erleichtert, als ich ab Spandau nur die ganz normalen S- und U-Bahn-Zeitgenossen erleben darf.

Daraus wird aber keine Sekt-Themenwoche wie die Testosteron-Themenwoche ;-) )

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Knabenliebe auf Malta – europäisch

Einen Hauch von Knabenliebe auf Malta bietet das ‘Caffé Cordina’, eines der ältesten Cafés auf Malta, mit seinen Deckengemälden…

Deckengemälde im Caffé Cordina auf Malta
Deckengemälde im Caffé Cordina auf Malta
ein Hauch von Knabenliebe auf Malta ? - Deckengemälde im Caffé Cordina auf Malta
Ein Hauch von Knabenliebe ? – Deckengemälde im Caffé Cordina auf Malta

… welch süßer Traum von Europa …

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Malta ist seit 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union. Seit 1. Januar 2008 ist es Mitglied des Europäischen Währungsgebiets (Euro).

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Italien unterwegs

Die mechanische Uhr Messina

Der Glockenturm des Doms von Messina (Campanile del Duomo di Messina) birgt eine Besonderheit, die vor allem mittags um 12 Scharen von staunenden Zuschauern anzieht: die mechanische Uhr Messina .

Hier befindet sich die größte und komplexeste mechanische Uhr der Welt. Sie ist ein Gebilde über mehrere Etagen (mit astronomischer Uhr an der Seite), eine Bilderschau, ein Musik. Und sie ist ein Schau-Spektakel, das mittags um 12 für 12 Minuten erfreut.

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Malta

12.4.2008 – Malta

Frühmorgens gleitet das Schiff in den Hafen von Valletta, Hauptstadt der Insel-Republik Malta (maltesisch: Repubblika ta’ Malta).
Malta, dieser Name soll von der punischen Bezeichnung für ‘Fluchtort’ abstammen, und ein wenig bestätigt Valletta diesen Eindruck immer noch. Strategisch gut gelegen auf einer Landzunge, weit ins Land hinein von Meeresarmen umströmt, zahlreiche Befestigungsanlagen und Bastionen sind vom Schiff aus auszumachen.

Erst seit dem 21. September 1964 ist Malta unabhängig (früher zu Großbritannien gehörend), seit 1. Januar 2004 Mitglied der EU.

Das Schiff liegt sehr nahe an der Altstadt, fußläufige Entfernung. dennoch überbieten sich Taxi- und Kutschenfahrer in ihren Angeboten zu einer Fahrt in die City – der Tourismus ist die wichtigste Einnahmequelle Maltas, unübersehbar.

Wir besichtigen die St. Johns-Co-Cathedral (1573 bis 1577 errichtet), mehr als 200 Jahre lang die Konventkirche der Ritter des Johanniterordens (Souveräner Malteserorden, 1798 von Napoleon aus Malta vertrieben, derzeit Sitz in Rom).
Die von außen recht unauffällige Kathedrale fällt innen sofort durch ihren üppigen Schmuck, die reichhaltige Ausstattung auf – und durch ihren Boden: eine riesige Fläche nur aus Marmor. Dicht an dicht bedecken Grabplatten mit reichen Einlegearbeiten den Boden. Unverkennbar in den Symbolen sowohl auf den Grabplatten als auch immer wieder auf dem Wandschmuck: der Orden war, nun ja, recht weltlich. Alle möglichen Ausprägungen der Bezeugung weltlicher Macht und Herrschaft, Schlachtendarstellungen und Waffen finden sich reichlich. Eine eigentümliche, auf mich persönlich abstoßend wirkende Mischung. Einzig Caravaggios “Die Enthauptung Johannes des Täufers” im Oratorium begeistert mich.

Einen ähnlich überladenen Eindruck vermittelt der Großmeister-Palast, das prächtigste Gebäude Maltas.
Von 1575 bis 1798 (Vertreibung des Ordens durch Napoleon) residierten im 1571 fertiggestellten Palast die Großmeister des Ordens. Später Sitz des britischen Gouverneurs, befinden sich hier heute (seit 1976) der Sitz des maltesischen Parlaments und der Amtssitz des Staatspräsidenten.
Bemerkenswert die Gobelin-Sammlung. Sie wurden nach um 1640 gefertigten Gemälden in Belgien hergestellt und stellen Fauna und Flora der Tropen dar. Insgesamt 8 Sätze der 12 Gobelins wurden gefertigt (der erste für Louis XIV), der in Valletta soll der einzig komplett an einem Ort vorhandene sein.

Valletta ist seit 1980 aufgrund der zahlreichen Zeugnisse der Vergangenheit UNESCO-Welterbe.
Wir haben einiges gesehen, und gehen mit dem Gefühl, es war auch genug.
Mit einem Sekt in der Hand genießen wir die abendliche Ausfahrt, das Panorama, den milden armen Wind.

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Seetag

Quecksilbrig träge glänzt das Meer.

11.4.2008 – Seetag

Mattgrauer Himmel, der sich feucht anfühlt, ein leichter Film von Nässe liegt auf Reling, Decks. Quecksilbrig träge glänzt das Meer. Irgendwo da hinten muss der Horizont sein; nur mühsam ist eine feine Linie zu erkennen, die das trübe Grau des Himmels vom öligen Grau des Meeres trennt.
Erst gegen Abend kämpft sich die Sonne doch noch durch die Wolken.