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Erinnerungen HIV/Aids

1. Landespositiventreffen NRW 1993 – „Müssen wir alle AIDS-Aktivisten sein?“

Am 16. Oktober 1993 fand in Bochum im Bahnhof Langendreer das 1. Landespositiventreffen NRW 1993 („erstes offenes landesweites Positiventreffen“) statt.

Unter dem Titel

„Couch-Potatoe oder Straßenkämpfer?“

habe ich dort am Nachmittag von 14:30 bis 17:00 Uhr folgenden Workshop moderiert:

„Müssen wir alle AIDS-Aktivisten sein?
Sind nur politische Positive gute Positive?
Erfahrungsaustausch und Diskussion über
unterschiedliche Möglichkeiten, sein Leben zu leben.“

Weitere Themen waren damals: Sozialrecht, klassische und ‚alternative‘ Medizin, Leben mit HIV (Manfred Kroll), Sexualität (Stefan Nagel), Sterbehilfe (Harry Wijers), Gedenken.

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1. Landespositiventreffen NRW 1993

Hier der damalige Flyer zur Veranstaltung:

1. Landespositiventreffen NRW 1993 Flyer 1. Landespositiventreffen NRW 1993 Programm

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Es waren die Zeiten kurz nach den bewegten ACT UP – Jahren. ACT UP in Deutschland war einige Zeit nach der erfolgreichen Aktion im Dom zu Fulda inzwischen (bis auf die Frankfurter und die Berliner Gruppe) weitgehend inaktiv geworden – dennoch stand weiterhin die Frage im Raum, wie aktiv setzen wir uns ein für die Gestaltung unserer eigene Interessen und Lebensbedingungen? Und was lässt mich aktiv werden (so wie mich damals u.a. die ‚umsonst und draußen‘ Festivals)?

Aktivist oder Couch-Potatoe – eine Frage, die nicht nur damals aktuell war …

(Nebenbei, der heute wohl unbenutzbare Veranstaltungs-Titel war damals noch völlig unverfänglich …)

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Danke an Manfred, ohne den ich dieses Stückchen auch meiner eigenen Geschichte nicht dokumentieren könnte, und die Aidshilfe Bochum für die Veröffentlichungsgenehmigung!

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Erinnerungen Oldenburg

Landheim Immer – Jugend-Erinnerungen

Das Landheim Immer – ein einzelnes Haus, für Selbstversorger, mitten im Wald, rings herum Bäume und Ruhe. Mitte der siebziger Jahre verbrachte ich hier viele schöne Tage und Nächte, als Mitglied und als Betreuer von Jugend- und Konfirmanden-Gruppen.

Das ‚ Landheim Immer der evangelischen Jugend Delmenhorst‘ liegt etwa 15 km von Delmenhorst (meiner Geburtsstadt) entfernt im ‚Havekoster Sand‘ (Gemeinde Ganderkesee, Landkreis Oldenburg), sehr ruhig abseits einer Straße in einem großen Waldgebiet.

Landheim Immer, Oktober 2013
Landheim Immer, Oktober 2013

Die Anfänge dieses Landheims gehen zurück in das Jahr 1931 – von einer Initiative junger Erwachsener erbaut, konnte das Landheim Immer im Sommer 1931 eingeweiht werden. Seit 1966 wird es von einem Kuratorium in Selbstverwaltung betrieben. 2009 wurde eine Stiftung zum Erhalt des Landheims Immer gegründet.

Das Landheim Immer war eher „rustikal“ eingerichtet. Es bietet 26 Betten in vier Schlafräumen, davon zwei Schlafsäle mit jeweils 10 Betten. Das Haus ist explizit ein Selbstversorger-Haus, heißt: Essen mitbringen, selbst zubereiten, Abwasch und Reinigen selbst organisieren, damals auch: selbst Holz hacken.

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Ich erinnere mich an viele Aufenthalte im Landheim Immer, Mitte der siebziger Jahre – als ich selbst Konfirmand war, später als Mitglied einer Jugendgruppe und selbst als Leiter von Jugendgruppen und Freizeiten.

Ulli 1975 im Landheim Immer
Ulli 1975 im Landheim Immer

Meine Mitarbeit in kirchlichen Jugendgruppen endete irgendwann im Jahr 1977 recht abrupt.Der zuständige Pastor wollte einem Mitglied der Jugendgruppe, in der ich selbst war, nach dessen Austritt aus der Kirche den Zutritt zu den Räumen im Gemeindehaus (in dem wir uns trafen) verbieten. Mit der Folge, dass die gesamte Gruppe sich solidarisch zeigte – wir zogen alle aus, trafen uns zukünftig (und noch für lange Zeit) privat..

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Erinnerungen

Milly-la-Foret mit Julien Ende der 1980er und 2013 (akt.)

Nimm dir die nächsten zwei Tage nichts vor, ja?“ Julien schaut mich lachend an, seine Vorfreude ist nicht zu übersehen.

Ende der 1980er Jahre. Vor einigen Monaten war Julien, den ich im Jahr zuvor in Amsterdam kennen und lieben gelernt hatte, von Nizza nach Paris gezogen. In Nizza und Mougins hatten wir viele schöne Momente gemeinsam gehabt.  Zum zweiten Mal besuche ich ihn nun in seiner kleinen rumpeligen Wohung in Paris, gelegen nicht weit vom längst legendären Le Sept in einem Hinterhof der zu dieser Zeit nicht eben vornehmen Rue St. Anne.

Ich frage nicht nach, was er plant für diese ominösen kommenden zwei Tage, freue mich auf eine Überraschung. Wir haben viel gemeinsam an Interessen, von Nina Hagen (die ich 1978 zum ersten mal selbst gehört hatte, im Rockpalast Delmenhorst, und von der ich ihm zahlreiche Tapes und einige Bootlegs besorge) über Architektur bis Film; ich weiß er wird sich etwas Besonderes überlegt haben.

Am nächsten Morgen schließen wir, jeder einen Rucksack mit kleinem Gepäck, die Tür seiner Wohnung, fahren mit der Metro einige Stationen in den Pariser Süden. Dort erwartet uns in einem Café bereits ein Freund von Julien, der ihm seinen Wagen leiht. Weiter geht es in einem etwas klapprigen Renault, Julien fährt, wir sind beide guter Dinge. Ich genieße die Nähe mit und zu ihm, freue mich zu spüren dass es auch ihm sehr gut geht.

Die Häuser werden kleiner, schließlich wird es richtig grün, Wiesen, Wald – und bald stehen wir in einem kleinen Ort, vor einer beeindruckenden Markthalle, halten vor einem Café. Sicher eine Rast auf unserem Weg, denke ich. „Voila, c’est ici„, Julien zeigt auf ein kleines Hotel nebenan, dort hat er ein Zimmer reserviert. Was wir hier wollen? „Warte ab – heute Nachmittag„, grinst er.

Milly-la-Foret
Milly-la-Foret

Nach einer vergnüglichen Mittagspause spazieren wir über den Marktplatz, auf einer Dorfstraße aus dem Ort hinaus – zu einer kleinen eher unscheinbaren Kapelle am Ortsende von Milly. Gehen hinein – und ich habe eine unerwartete, sehr intensive Begenung, mit Jean Cocteau, und auf andere Weise mit Julien.

Milly-la-Foret, Chapelle St .Blaise
Milly-la-Foret, Chapelle St .Blaise
Milly-la-Foret, Markthalle
Milly-la-Foret, Markthalle

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So lernte ich Ende der 1980er Jahre Milly-la-Forêt kennen, die Chapelle St. Blaise mit dem Jean Cocteau Grab, und sehe erstmals das (damals noch private und nicht zugängliche) Jean Cocteau Haus.

Dieser Besuch, dieser Tag war eines der intensivsten, schönsten Geschenke, die mir je ein Liebhaber gemacht hat. Starke Bilder und Gefühle, die tief in meiner Erinnerung sind.

Jean Cocteau, Grab,  Je reste avec vous
Jean Cocteau, Grab, Je reste avec vous

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Am 4. Oktober 2013, eine Woche vor Jean Cocteaus 50. Todestag war ich erneut in Milly-la-Forêt und der Chapelle St. Blaise.

Julien, wo auch immer du bist, merci! Je pense souvent à toi – und ganz besonders heute, in Milly-la-Forêt und der Kapelle!

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Nachtrag 09.10.2013: gefunden als Lesezeichen in einem der Foucault-Bändchen: die damaligen Eintrittskarten 🙂

Milly-la-Foret mit Julien / die damaligen Eintrittskarten
Milly-la-Foret mit Julien / die damaligen Eintrittskarten

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Fotografie Ulli

multi selfie

 multi selfie August 2013 Foto Ulrich Würdemann CC BY 4.0
multi selfie (August 2013; Foto Ulrich Würdemann, CC BY 4.0)
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Erinnerungen

Ulli Köln 2003

auch schon wieder zehn Jahre her:

Ulli, Köln, Sommer 2003
Ulli, Köln, Sommer 2003

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Erinnerungen

Ballonfahrt

 

Ballonflug, Köln 1999
Ballonfahrt, Köln 1999

 

Dieser Ballon-Fahrt war ein ganz besonderes Geschenk, das Frank mir gemacht hat, zu einem ganz besonderen Anlass. Mein 40. Geburtstag – ein „runder Geburtstag“, den zu erreichen nur drei Jahre zuvor unvorstellbar schien.

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Persönliches

Ulli, Berlin 1995

Ulli 1995, April, Berlin

Ulli 1995
Ulli 1995

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Persönliches

Ulli 1988

So ein Bad im Pool kann ganz schön erfrischend sein, so am Rand der Wüste …

Ulli 1988 USA, Beaumont CA, im Pool
Ulli 1988 USA, Beaumont CA, im Pool

… Juni 1988, Pool des ‚Windsor Motel‘ in Beaumont CA (Riverside County)

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Persönliches

Ulli 2001

2001, in der Türkei (Strand an der lykischen Küste), vor einem Gleitschirm-Flug

Ulli Sommer 2001 in der Türkei
Ulli Sommer 2001 in der Türkei

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Persönliches

Sommer 1987 – Ulli mit Zopf

Wie viele Jahre verbrachten wir auch 1987 unseren Sommer-Urlaub zum großen Teil in der Bretagne. Dieses Jahr allerdings war etwas anders … Ulli lief mit blondem Zopf herum:

Ulli, Sommer 1987, in der Bretagne
Ulli, Sommer 1987, in der Bretagne

Ulli, Sommer 1987, in der Bretagne
Ulli, Sommer 1987, in der Bretagne

Ulli, Sommer 1987, in der Bretagne
Ulli, Sommer 1987, in der Bretagne

Ulli, Sommer 1987, in der Bretagne
Ulli, Sommer 1987, in der Bretagne

‚Von vorne‘ sah ich übrigens ‚ganz normal‘ aus:

Ulli, Sommer 1987, in der Bretagne
Ulli, Sommer 1987, in der Bretagne

[und – der Attraktivität an den schwulen Stränden schadete der Zopf ganz und gar nicht … eher im Gegenteil 😉 ]