1. Landespositiventreffen NRW 1993 – „Müssen wir alle AIDS-Aktivisten sein?“

Zuletzt aktualisiert am 29. Januar 2019 um 12:49

Am 16. Oktober 1993 fand in Bochum im Bahnhof Langendreer das 1. Landespositiventreffen NRW 1993 („erstes offenes landesweites Positiventreffen“) statt.

Unter dem Titel

„Couch-Potatoe oder Straßenkämpfer?“

habe ich dort am Nachmittag von 14:30 bis 17:00 Uhr folgenden Workshop moderiert:

„Müssen wir alle AIDS-Aktivisten sein?
Sind nur politische Positive gute Positive?
Erfahrungsaustausch und Diskussion über
unterschiedliche Möglichkeiten, sein Leben zu leben.“

Weitere Themen waren damals: Sozialrecht, klassische und ‚alternative‘ Medizin, Leben mit HIV (Manfred Kroll), Sexualität (Stefan Nagel), Sterbehilfe (Harry Wijers), Gedenken.

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1. Landespositiventreffen NRW 1993

Hier der damalige Flyer zur Veranstaltung:

1. Landespositiventreffen NRW 1993 Flyer 1. Landespositiventreffen NRW 1993 Programm

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Es waren die Zeiten kurz nach den bewegten ACT UP – Jahren. ACT UP in Deutschland war einige Zeit nach der erfolgreichen Aktion im Dom zu Fulda inzwischen (bis auf die Frankfurter und die Berliner Gruppe) weitgehend inaktiv geworden – dennoch stand weiterhin die Frage im Raum, wie aktiv setzen wir uns ein für die Gestaltung unserer eigene Interessen und Lebensbedingungen? Und was lässt mich aktiv werden (so wie mich damals u.a. die ‚umsonst und draußen‘ Festivals)?

Aktivist oder Couch-Potatoe – eine Frage, die nicht nur damals aktuell war …

(Nebenbei, der heute wohl unbenutzbare Veranstaltungs-Titel war damals noch völlig unverfänglich …)

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Danke an Manfred, ohne den ich dieses Stückchen auch meiner eigenen Geschichte nicht dokumentieren könnte, und die Aidshilfe Bochum für die Veröffentlichungsgenehmigung!

3 Antworten auf „1. Landespositiventreffen NRW 1993 – „Müssen wir alle AIDS-Aktivisten sein?““

  1. “Müssen wir alle AIDS-Aktivisten sein?
    Sind nur politische Positive gute Positive?

    Das sind in der Tat zwei spannende Fragen die imo heute im Raum stehen.

    Was das Einfordern zur Teilnahme an Veranstaltungen, Demonstrationen oder auch solidaritätsbezeugende Kommentare im Kontext zu den Geschehnissen in Russland – den Menschenrechtsverletzungen als Folge des Gesetzes gegen die Propaganda von Homosexualität wie auch die Haltung der Sponsoren der olympischen Spiele in Sotchi 2014 betrifft imo Grenzen überschritten.

    Die Forderung nach mehr Toleranz und der Bitte um Unterstützung „ihrer guten Sache“ die großmundig eingefordert wird kehrt sich ganz schnell ins Gegenteil um wenn man ihrem Aufruf, dieser Bitte nicht nachkommt.

    Auch was den Aktivismus betrifft stelle ich mitunter Tendenzen fest da kann ich nur den Kopf schütteln. Nur wer rausgeht, Workshops abhhält ist ein „Guter Aktivist – guter politischer Positiver“. Ungeachtet der pers Situation des Einzelnen.

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