Paris ohne Aids 2030 – Aktionsplan gegen HIV

Zuletzt aktualisiert am 7. Juni 2018 um 17:31

Paris ohne Aids 2030 – bis 2030 die Zahl der jährlichen HIV-Neuinfektionen in Paris auf Null zu senken, dies ist das Ziel des Paris Aktionsplan gegen HIV , den Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, am 1. Februar 2016 ankündigte. Paris ist damit Teil einer Initiative, an der z.B. auch San Francisco oder Washington teilnehmen.

Grundlage des Aktionsplans gegen HIV ‚Paris ohne Aids 2030‘ ist ein Bericht des Epidemiologen France Lert „Vers Paris sans sida“ (‚Auf dem Weg zu einem Paris ohne Aids‘; Link zum Bericht als pdf am Ende des Textes). Der Bericht war in Zusammenarbeit mit annähernd 130 Experten aus auf dem Gebiet der Aids-Bekämpfung engagierten Organisationen entstanden.

2014 wurden in Paris 1.311 neue HIV-Infektionen diagnostiziert, ein Anteil von 20% an der Gesamtzahl der HIV-Neudiagnosen in Frankreich. Schätzungen zufolge sind 20% der in der französischen Hauptstadt lebenden Schwulen mit HIV infiziert. Schwerpunkte der HIV-Epidemie sind in Paris dei ersten vier Arrondissements (Ie, IIe, IIIe und IVe) sowie der Nordosten der Stadt. 689 (52,5%) der HIV-Neudiagnosen 2014 in Paris wurden bei Homosexuellen (Männer die Sex mit Männern haben, MSM) diagnostiziert, der höchste Wert seit dem Jahr 2003, und der höchste Anteil im Vergleich zu anderen Regionen Frankreichs.

In ganz Frankreich ist die Zahl der Neudiagnosen von HIV 2014 stabil und liegt seit 2007 bei jährlich ca. 6.600. Die beiden am stärksten betroffenen Gruppen sind weiterhin Männer die Sex mit Männern haben (MSM; 42% 2014) sowie im Ausland (davon ¾ Subsahara-Afrika) geborene Heterosexuelle mit 39%.

Der Aktionsplan ‚Paris ohne Aids 2030‘ umfasst ein ganzes Bündel an Maßnahmen, die sich insbesondere an die Gruppen der Schwulen (MSM; 52%) und Migranten (38%) wenden, die beiden Gruppen aus denen 90% der HIV-Positiven stammen. Maßnahmen für Prostituierte sowie trans*-Personen sind ebenfalls im Plan enthalten.

Zu den geplanten Maßnahmen gehören verbesserter Informationsangebote, besserer Zugang zu HIV-Tests oder leichterer Zugang zur Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP). Zudem gehören Maßnahmen zur Bekämpfung von Stigmatisierung und Diskriminierung zum Aktionsplan.

Die Umsetzung des Aktionsplans soll von einem ‚Strategie-Komitee Paris ohne Aids‘ gesteuert werden. Zur Finanzierung überlegt die Stadt Paris derzeit einen Verein zu gründen, in dem öffentliche und private Mittel gebündelt werden könnten.

Paris ohne Aids 2030 – Zwischenziel 2020: „3 mal 90“

„Paris ohne Aids 2030“ ist das Ziel des Aktionsplans. Doch schon bis zum Jahr 2020 soll als Zwischenziel ein „3 mal 90“ angestrebt werden: 90% der mit HIV Infizierten sollen von ihrer Infektion wissen, 90% derjenigen die von ihrer HIV-Infektion wissen, sollen antiretroviral behandelt werden, und 90% der antiretroviral behandelten HIV-Positiven sollen eine Viruslast unter der Nachweisgrenze haben.

Das zweite und dritte Teil-Ziel sind in Frankreich leicht erreichbar – 2014 erhielten 96% der diagnostizierten HIV-Positiven antiretrovirale Behandlung, und 94% der antitretroviral behandelten Positiven haben seit mindestens sechs Monaten eine Viruslast unter der Nachweisgrenze. Schwieriger gestaltet sich das erste Teil-Ziel: 2014 wussten 81% der mit HIV Infizierten von ihrer Infektion, deutlich weniger als die angestrebten mindestens 90%.

Seit 2014 – Paris intensiviert Aids-Bekämpfung

Bereits seit 2014 hat Paris seine Ma0ßnahmen gegen Aids intensiviert. Die Zuwendunmgen der Stadt an verschiedene Akteure auf dem Gebiet der Aids-Bekämpfung wurden um mehrere Millionen Euro erhöht. Die Stadt ging eine Kooperation mit UNAIDS ein.

Anläßluich des Welt-Aids-Tags 2014 trafen sich Bürgermeister aus 20 Großstädten in aller Welt in Paris und unterzeichneten die ‚Pariser Erklärung‘, in der sie sich verüflichten die UNAIDS-Ziele anzuerkennen und auf kommunaler Ebene umzusetzen.

Bei der Präsentation des Aktionsplans ‚Paris ohne Aids 2030‘ betonte Bürgermeisterin Hidalgo

Aids zu bekämpfen ist auch Aufgabe der Politik. Wir haben die Mittel, Forschung, Testangebote und Behandlung von Patienten zu unterstützen. Aber diese Mittel sind nichts wert ohne Verpflichtung.

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Text zuletzt aktualisiert 08.02.2016

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