Bordeaux schwul lesbische Stadtführung (akt.)

Zuletzt aktualisiert am 2. Februar 2018 um 16:11

„Cultures et mémoires gays“, unter diesem Titel bot bietet das Office de Tourisme von Bordeaux 2013 schwul lesbische Stadtführungen – zweistündige Stadtführungen, die sich der Geschichte von Schwulen und Lesben in der südwestfranzösischen Großstadt widmet.

Bordeaux kann auf annähernd 2.300 Jahre Stadt-Geschichte zurück blicken. Seit Oktober 2013 können Bordeaux-Touristen wie auch Bordelaiser nun bei Stadtführungen nicht ’nur‘ die ‚offizielle‘ Stadtgeschichte aus verschiedensten Winkeln entdecken – sondern auch die Geschichte von Schwulen und Lesben in Bordeaux. Als erste Stadt Frankreichs außerhalb von Paris bietet nun Bordeaux schwul lesbische Stadtführungen an.

Bordeaux Stadtführung schwul lesbische Geschichte: Platz vor der Börse nachts, mit neuer Straßenbahn
Bordeaux: Platz vor der Börse nachts

Alexandre Sentucq, 20jähriger diplomierter Stadtführer, bietet die zweistündige Führung in die schwullesbische Geschichte Bordeaux‘ seit Herbst 2013 an. Die Idee und das Konzept dazu hat Sentucq im Rahmen seines Studiums entwickelt.  Er hat seine Idee dem Office de Tourisme (Verkehrsverein) der Stadt Bordeaux vorgeschlagen – und dieses hat es akzeptiert. Am 26. Oktober 2013 fand die erste ‚ Bordeaux schwul lesbisch ‚ Stadtführung statt.

Das Office de Tourisme de Bordeaux , bei dem die Stadtführung zur schwulen, lesbischen, bi- und transsexuellen Geschichte der Stadt gebucht werden kann, beschrieb die Führung 2013 auf seiner Internetseite:

„Découverte des lieux historiques et insolites qui ont marqué la vie des Lesbiennes, Gay, Bisexuel(le)s et Transsexuel(le)s bordelais(es) aux XIXe et XXe siècles à travers une quarantaine d’établissements du centre ville et une dizaine de biographies de personnalités locales (poètes, écrivains, artistes).“

Im Mittelpunkt der ‚ Bordeaux schwul lesbisch ‚ Stadtführung stehen das 19. und 20. Jahrhundert – so z.B. ein Hotel in der Innenstadt, in dem einem Bericht der Sicherheits-Polizei aus dem Jahr 1937 zufolge Matrosen „homosexuelle Praktiken“ ausübten, oder das ehemalige ‚Moyen Age‘ (‚Mittelalter‘), die erste Bar für Homosexuelle in Bordeaux, die von 1967 bis 1998 existierte, oder ein ehemaliger Ort mann-männlicher Prostitution nahe der Place des Quinconces.

Bodeaux, Places des Quinconces
Bordeaux, Places des Quinconces

Bordeaux engagiert sich seit einiger Zeit auch ‚offiziell‘ für Schwule und Lesben. So traf sich Bürgermeister von Bordeaux, Alain Juppé, im April 2013 mit Vertreter/innen von Vereinen von Schwulen und Lesben, um über Wege zur Bekämpfung der Homophobie in der südwestfranzösischen Stadt zu diskutieren und Maßnahmen zu vereinbaren.

Bis 1982 wurde das Strafrecht gegen Homosexuelle in Frankreich eingesetzt – erst am 4. August 1982 unter Präsident Francois Mitterrand wurde das 1942 eingeführte Strafrecht gegen Homosexuelle in Frankreich durch Justizminister Robert Badinter abgeschafft.

Im März 2014 wurden die lesbisch-schwulen Stadtführungen des Office de Tourisme von Bordeaux eingestellt. Ob ein Zusammenhang mit den  Kommunalwahlen – in denen Bürgermeister Alain Juppé bereits im ersten Wahlgang wiedergewählt wurde – besteht, ist unklar.

Im Januar 2016 wird die Stadtführung Bordeaux schwul lesbisch erneut angeboten.

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Nouveau à Bordeaux depuis Octobre 2013: tour de la ville gay et lesbienne, organisé par l’Office de Tourisme.
Bordeaux Tourisme: Bordeaux Autrement: cultures et mémoires Gay à Bordeaux
Sudouest 03.11.2013: Dans les souvenirs du gay Bordeaux
MyGlobalBordeaux 20.02.2014: Le Bordeaux Gay à travers les âges

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Text zuletzt aktualisiert 28.12.2015

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