Gibraltar

Zuletzt aktualisiert am 23. Oktober 2010 um 17:50

Eigentlich hätten wir ja gleich wach bleiben können, vielleicht bei einigen Gin Tonic oder Bier. Aber morgen wird ein langer und anstrengender Tag, so quälen wir uns nach zwei Stunden Schlaf für ein Intermezzo kurz nach Mitternacht aus dem Bett. Auf, an Deck. Heute zwischen kurz nach Mitternacht und halb zwei morgens passieren wir die Straße von Gibraltar.

Nur wenige Mitreisende sind ähnlich verrückt wie wir – und auch der Mann flüchtet sich angesichts heftiger kalter Böen schon bald wieder ins warme Bett. Ich harre aus, beobachte die Nacht, die Wellen, die beiden näher rückenden Ufer. So weit vorne am Bug des Schiffe wie möglich. Rechts einzelne Lichter, links blinkt ein Leuchtturm. Dort hinten sei Casablanca, gibt ein freundlicher Offizier zwischendurch kurze Standort- Hinweise von der Brücke. Der Wind wird stärker, der Seegang ebenfalls. Die meisten der eh wenigen nächtlichen Stauner sind bereits wieder in ihren Kabinen. Bald habe ich das vordere Bootsdeck für mich. Allein mit Wellen, Wind, wenig zu sehen und vielen Gefühlen fühle ich mich wie „kleiner König Kalle Wirsch“, genieße Ruhe, Unendlichkeit und Freiheit des Moments. Müde und ein wenig verfroren verkrieche ich mich gegen zwei Uhr wieder im Bett, noch eine Mütze Schlaf bis zum Morgen.

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