Radfahren

Einer der weiteren Gründe (neben den leckeren Meeresfrüchten), die Region um Lacanau zu lieben, ist dieser:

piste cyclable
piste cyclable

Das Fahrrad ist in Frankreich (oder zumindest in Aquitanien) inzwischen ein beliebtes Fortbewegungsmittel – und in der Region ‚Medoc Ocean‘ gibt es zahlreiche Radwege (pistes cyclables) unterschiedlich guter Qualität, aber meist durch wunderbare Kiefernwälder und direkt in der Nähe zum Stand.

Meeresfrüchte

Warum wir Aquitanien, und besonders die Gegend um Lacanau lieben?

Dies ist einer der zahlreichen Gründe:

Meeresfrüchte
Meeresfrüchte

Leckere Meeresfrüchte, frisch aus dem Meer – und mit wunderbarem Blick auf’s Meer 🙂

Es gibt natürlich zahlreiche weitere Gründe, die Region um Lacanau zu lieben … einige folgen demnächst …

Surf – La grande glisse

Aquitanien und seine Hautstadt Bordeaux sind nicht nur Zentralen des Weins und des guten Essens (sowie der skurilen, sehr rechten ‘Jäger-Partei’). Aquitanien ist auch die für den Surf-Sport in Europa wohl bedeutendste Region.

Sicher, auch auf Sylt wird inzwischen auf der Welle geritten, und auch Portugal und Spanien bieten Wellenreitern das ein oder andere spannende Revier. Die wichtigste Region für europäische Surfer dürfte jedoch weiterhin Aquitanien sein, mit den beiden Surf-Metropolen Hossegor (nahe Bayonne) und Lacanau (westlich von Bordeaux). Beide Orte sind Austragungsorte der Surf-Weltmeisterschaften. Während Lacanau mit guten Wellen und den ‘Lacanau Pro‘ punktet, hat Hossegor sich in den letzten Jahren immer mehr zum eigentlichen Zentrum des ‘Surf-Zirkus’ entwickelt.

Kite-Surfing
Kite-Surfing

Doch Surfen (’la glisse’ in Frankreich) ist in Südwest-Frankreich zu weitaus mehr als ‘nur’ einem Sport geworden. Surf hat sich zu einem Wirtschafts-Faktor von einiger Bedeutung für die Region entwickelt.

Insbesondere in Hossegor (bes. Gewerbegebiet Hossegor-Soorts) und Umgebung haben sich zahlreiche Hersteller und Händler von Surf-Produkten, Zubehör und Kleidung angesiedelt (und sind, kleiner Tipp für den interessierten Touristen nebenbei, mit ihren Werkverkäufen eine gute Quelle für günstige Einkäufe, besonders außerhalb der französischen Ferienzeit).

‘La Glisse’ hat inzwischen in der Region allein bei Surfsport-Händlern und -Herstellern zu weit über 3.000 Arbeitsplätzen geführt. Nebenbei hat sich die regionale IHK einen eigenen ‘Surf-Beauftragten’ zugelegt, der bei Unternehmens-Ansiedlungen hilft. Die Universität Bordeaux bietet sogar einen zweijährigen Management-Kurs an, Fachrichtung ‘Glisse’ selbstverständlich …

Für den schwulen Touristen hat die Region neben dem Surf-Sport noch eine weitere Besonderheit zu bieten: nahe den schönsten Surf-Revieren befinden sich auch einige der schönsten (und sehr gut besuchten) schwulen Strände Frankreichs, ob nun ‘Le Porge’, der ‘Plage du Petit Nice’, ‘Le Penon’ oder der ‘Plage des Casernes’ …

Am Strand
Am Strand

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Strandgedanken

Lacanau, Le Porge. Etwa auf halbem Weg zwischen Gironde-Mündung und dem Becken von Arcachon. Endlose Sandstrände, selbst bei Flut wohl 10 bis 15 Meter breiter Sandstreifen. Eine Dünenkette, die landseitig in niedrige Krüppelkiefer-Landschaften übergeht, bevor nach etwa 30 Metern der Kiefernwald beginnt, der sich kilometerweit ins Landesinnere erstreckt.

Eine erst vor wenig mehr als 100 Jahren künstlich entstandene Landschaft, die Kiefernwälder angelegt zur Siche­rung und Befestigung, aber auch Nutzbarmachung der zuvor riesigen, oft weit über 10 km breiten Sand- und Dünenlandschaften. Die wenigen Orte, aus langer Erfahrung um Aggressivität und Rauheit von Meer, salziger Luft und winterlichen Stürmen in der Regel mindestens zehn Kilometer vom Strand entfernt in Rich­tung Landesinneres gelegen, erst Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts wurden kleine zugehörige Küsten-Bade-Städtchen vorgelagert am Meer angelegt.

Die Künstlichkeit der Landschaft – die Kiefern oft Hunderte von Metern lang in Reih und Glied gesetzt, keinerlei natürliche „Un-“ Ordnung – beeinträchtigt den­noch nicht ihren enormen Reiz auf mich. Drei Wochen hier, und ich wünsche mir manches Mal, die Welt bestünde nur aus Kiefernwäldern mit ihrem kilometerlan­gen Farbenspiel von grau-braunen und allen möglichen Grün-Schattierungen von frisch, vor Jugend strotzend gelb-grün bis dem Alter sich beugenden Dunkelgrün bis Hellbraun. Der Kontrast zwischen diesen beiden Farben, den nur wenig vari­ierenden Gelbtönen des Sands, der Dünen, dem blau des Himmels, wechselnd von klar leuchtendem hellblau an Sonnentagen über schmutziges graublau an trüben, regnerischen Tagen bis zu allen denkbaren gelb-orange Tönen während der abendlichen, jedes Mal wieder mit Begeisterung bestaunten Sonnenunter­gänge.

Dazu, wie ein ständiger, unbeeinflussbar vorhandener Hintergrund, das Rauschen des Meeres, mal in meditativ-friedlicher Gleichmäßigkeit, zu Vollmond oder an stürmischen Tagen auch mit fordernder, manchmal aggressiver Kraft. Immer dabei aber mit der Klarheit, ich (das Meer) bin so unendlich groß, so un­endlich viel, so unendlich unfassbar weit, du (Ulli) nur ein kleines winziges Einzi­ges – also nimm dich, deine Sorgen und Probleme nicht so wichtig, sie sind un­bedeutend angesichts dieser Größe und Ewigkeit. Meditative Klarheit des Meeres, dazu ruhige, angenehme Farbenspiele von gelb, blau und grün, ohne jegliche Hektik – das wird wohl immer Faszinosum und Reiz dieser Landschaft für mich sein.

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