Live 11. Juni 2017 – Ergebnisse Parlamentswahl Frankreich erster Wahlgang

Großer Erfolg für La République en Marche, die Partei des neu gewählten Präsidenten Macron im ersten Wahlgang der Parlamentswahl. Er wird im neuen Parlament voraussichtlich über eine große Mehrheit verfügen. Die Sozialisten erleiden eine vernichtende Niederlage. Der rechtsextreme Front national stagniert. Entscheidend: der zweite Wahlgang am 18. Juni 2017.

In Frankreich wird am 11. und 18. Juni 2017 ein neues Parlament gewählt (legislatives 2017). Mehr als 45 Millionen Franzosen sind aufgerufen, über die Zusammensetzung des Parlaments zu bestimmen.

Palais Bourbon, Sitz der Nationalversammlung (Foto Webster, Lizenz cc-by-sa 3.0)
Palais Bourbon, Sitz der Nationalversammlung (Foto Webster, Lizenz cc-by-sa 3.0)

Ergebnisse Parlamentswahl Frankreich erster Wahlgang – Aktuelles, Prognosen und erste Ergebnisse (fortlaufend aktualisiert):

Logo der Assemblée nationale (Nationalversammlung, Parlament)
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12. Juni 2017, 10:00 Uhr
amtliches Endergebnis des ersten Wahlgangs laut französischem Innenministerium:
La République en Marche 28,21% mit MoDem 4,11%
Les Républicains 15,77% mit UDI 3,03%
Front national 13,2%
La France insoumise 11,02%
Parti socialiste 7,44%
Ecologist 4,3%
Parti communiste 2,72%

Wahlenthaltung 51,29%
gültige Stimmen 47,62%

01:00 Uhr
wohl nahe am Endergebnis: die Hochrechnung LREM 32,9%, LR 21,2, LFI 14,2%, FN 13,9%, PS 13,3%.
bestürzend: die hohe Wahlenthaltung von 51,2% (2012 lag sie bei 42,78%)

0:45 Uhr
Elisabeth Guigou (PS), ehemalige Justizministerin, scheidet im ersten Wahlgang aus.

0:25 Uhr
Cédric Villani, vielfach preisgekrönter, 2010 mit der Fields-Medaille ausgezeichneter Spitzen-Mathematiker und Kandidat von LREM, führt in seinem Wahlbezirk deutlich und erreicht die Stichwahl.

0:10 Uhr
Bundeskanzlerin Angela Merkel gratuliert (via Regierungssprecher) Präsident Emmanuel Macron zu dem ‚großen Erfolg‘, ’starkes Votum für Reformen‘.

Auch Martin Schulz, Kanzler-Kandidat der SPD, gratuliert:

0:05 Uhr
Henri Guaino (LR; u.a. 2007 bis 2012 (einziger) Redenschreiber von Sarkozy) erklärt seinen Rückzug aus der Politik.

12. Juni 2017, 0:01 Uhr
Manuel Valls, ehemaliger Premierminister und in seinem Wahlbezirk (Essone) in Führung, erklärt (wie erwartet), er schließe sich der Mehrheit des Präsidenten an.

23:30 Uhr
Die ehemalige Ministerin und Grünen-Politikerin Cecile Duflot ist im ersten Wahlgang ausgeschieden.
Auch Emmanuelle Cosse, ehemalige Umweltministerin, Grünen-Politikerin und ex Präsidentin von ACT UP Paris, scheidet bereits im ersten Wahlgang aus.

23:00 Uhr
Nur drei Kandidaten  sind bisher direkt im ersten Wahlgang als Abgeordnete gewählt: Paul Molac (LRM; Morbihan), Stéphane Demilly (UDI); Somme) und Napole Polutélé (divers Gauche). Später am Abend steigt die Zahl auf vier.
Dies ist eine ungewöhnlich niedrige Zahl. 2012 lag die Zahl der im ersten Wahlgang direkt gewählten Abgeordneten bei 36, 2007 sogar bei 110.

22:55 Uhr
Marisol Touraine, Gesundheitsministerin unter Präsident Hollande, erreicht mit 28,54% aussichtsreich die Stichwahl (Indre et Loire).
Der frühere Premierminister Manuel Valls führt (Essonne) und erreicht die Stichwahl.

22:30 Uhr
Benoit Hamon, Kandidat der Sozialisten bei der Präsidentschaftswahl 2017 , ist im ersten Wahlgang ausgeschieden.
Auf Basis der Ergebnisse bis 22:00 Uhr sind bereits 43 Abgeordnete der PS im ersten Wahlgang ausgeschieden.

22:25 Uhr
Hochrechnung: LREM La République en Marche 32%, LR Les Républicains 21,2%, La France insoumise 14,2%, Front national 13,9%, Parti Socialiste 13,3%, andere 5,4%.
In Sitzen bedeutet dies 415 bis 155 Sitze für La République en Marche. 70 bis 110 für die Konservativen. 20 bis 30 für die Sozialisten. DerFront national stellt nach dieser neuer Hochrechnung nur noch 1 bis 5 Abgeordnete und wird keinen Fraktionsstatus erreichen.

22:00 Uhr
Jean-Christophe Cambadélis, Vorsitzender der Sozialisten,  scheidet im ersten Wahlgang (Paris 19e) aus.

21:50 Uhr
Der stellvertretende Generalsekretär des Front national, Jean-Lin Lacapelle (Bouches-du-Rhône), scheidet im ersten Wahlgang aus.

21:43 Uhr
Alain Juppé, Bürgermeister von Bordeaux und einstiger Spitzenpolitiker der Konservativen, fordert zur Mobilisierung für den zweiten Wahlgang auf, um ‚eine monochrome Nationalversammlung‘ zu vermeiden.

21:40 Uhr
Verschwindet der Parti socialist (PS) von der politischen Landkarte, fragen Kommentatoren angesichts der vernichtenden Niederlage und dem Ausscheiden vieler einstiger PS- Spitzenpolitiker und Minister aus dem Parlament. Hinzu werden finanzielle Probleme kommen – auch in Frankreich richten sich die Wahlkampfkosten-Erstattungen nach den Wahlergebnissen.

21:25 Uhr
Nicolas Bay, Generalsekretär des rechtsextremen Front national, scheidet im ersten Wahlgang (Seine maritime) aus.

21:21 Uhr
Matthias Fekl (PS), ehemaliger Innenminister, scheidet bereits im ersten Wahlgang aus. Ebenso erreicht Aurelie Filipetti (PS), früher Kulturministerin, nicht die Stichwahl. Auch der zeitweise Fraktionsvorsitzende der PS Patrick Mennucci scheidet im ersten Wahlgang aus.

21:15 Uhr
Kommentatoren vegleichen den deutlichen Wahlsieg von Macron und seiner Partei La République en Marche mit dem Wahlsieg de Gaulles 1958, sowohl hinsichtlich des Umfangs als auch der Ausgangssituation (politische Blockade).

20:37 Uhr
Marine Le Pen erreicht in ihrem Wahlkreis Pas de Calais 46%. Florian Philippot, enger Le Pen – Vertrauter, erreicht im Department Moselle 23,8% (zweiter der Kandidat von LREM mit 22%). FN-Vizepräsident Louis Aliot erzielt in den Pyrénées Orientales 30,8% (die Kandidatin vom LREM ist zweite mit 29,1%).
Mit 13,9% erreicht der Front national nahezu das gleiche Ergebnis wie vor 5 Jahren. Kritiker lasten diese Stagnation Marine Le Pen an.

20:30 Uhr
Richard Ferrand, in Kritik geratener Minister, erreicht in seinem Wahlkreis das beste Ergebnis mit 33,9% und ist aussichtsreich in der Stichwahl.

20:22 Uhr
Die Sozialisten PS erleben mit nur 10,2% eine historische Niederlage. Die Partei ist in einer Krise bisher unbekannten Ausmaßes. Generalsekretär Cambadélis warnt vor einem Monopol der Partei des Präsidenten Macron.
Der Sprecher von La France insoumise Raquel Garrido bedauert ‚eine Machtkonzentration des Elysée‘.
Francois Baroin (Konservative LR) sprach von einer ’seit 1958  [Gründung der V. Republik] noch nie erlebten Macht-Konzentration‘.

20:18 Uhr
Regierungssprecher Christophe Castaner (LREM) erreicht 44,04% und damit eine aussichtsreiches Ergebnis für die Stichwahl am kommenden Sonntag.

20:10 Uhr
Der rechtsextreme Front national bleubt weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Er wird zwischen 3 und 12 Abgeordnete stellen und damit keinen Fraktionsstatus erreichen.

20:00 Uhr
Die Wahllokale sind nun alle geschlossen. Das französische Fernsehen präsentiert die erste Prognose. La  République en Marche (inkl. MoDem) erzielt demzufolge 32,2%, die Konservativen 21,5 %, der rechtsextreme Front national 14 % und la France insoumise 11 %. Die PS Sozialisten erhalten 10,2 %, Kommunisten und Grüne je 3%.
In Sitzen in der neuen Nationalversammlung dürfte dies bedeuten LREM inkl. MoDem 390 bis 430 Abgeordnete, Konservative 85 bis 125, Sozialisten 20 bis 35 Sitze, La France insoumise inkl PCF 11 bis 21, Front national 3 bis 10, andere 7 bis 12.

18:49 Uhr
Zwei Prognosen (basierend auf Befragungen von Wählern nach der Stimmabgabe), die belgische Medien veröffentlichen, sehen La République en Marche (gemeinsam mit MoDem) bei 29 bis 31%, gefolgt von den Konservativen Les Républicains bei 18 bis 20%, dem rechtsextremen Front national (ca. 17 bis 18%) und la France insoumise (12 bis 13%). Die PS Sozialisten erhalten 7 bis 8%.

18:00 Uhr
Die Wahllokale haben außer in den Großstädten (dort offen bis 20:00 Uhr) nun geschlossen.
Ipsos/Sopra Steria schätzt die Wahlenthaltung bei 50,2% – ein Rekordwert. Andere Institute schätzen eine Wahlenthaltung von 50 oder 51%.
Analysten weisen darauf hin, dass die Parlamentswahl, seti sie 2002 in zeitliche Nähe zur Präsidentschaftswahl gelegt wurde, ‚ihre Autonomie verloren‘ habe.

17:40 Uhr
Am höchsten lag die 17:00 Uhr – Wahlbeteiligung im Corrèze (52,36%), im Gers (51,23%), in Côtes-d’Armor (48,93%), in Creuse (48,73%) und in Haute-Vienne (48,4%).
Die Departments mit der niedrigsten 17:00 Uhr – Wahlbeteiligung waren Seine-Saint-Denis (24,74%),  Val-d’Oise (32,92%), Alpes-Maritimes (34,17%),  Moselle (34,90%) und Aisne (34,93%).

17:05 Uhr
Das französische Innenministerium teilt mit, die Wahlbeteiligung lag um 17:00 Uhr bei 40,75% und damit deutlich niedriger als bei den vorangegangenen Parlamentswahlen 2012 (48,31%) und 2007 (49,28%)..
In Paris lag die 17:00 Uhr – Wahlbeteiligung bei nur 36,59% (gegenüber 40,22% im Jahr 2012).

15:20 Uhr
Besonderheit bei der Parlamentswahl für Kabinettsmitglieder der ersten Regierung Macron unter Premierminister Edouard Philippe: für sie geht es auch darum, ob sie Mitglieder der Regierung bleiben. Regierungsmitglieder, die ihren Wahlkreis nicht gewinnen, werden die Regierung verlassen müssen, hatte Macron vorher angekündigt.
Die Parlamentswahl könnte also auch unter diesem Aspekt die Zusammensetzung der Regierung verändern.

15:00 Uhr
Um 17:00 wird das Innenministerium Zahlen zur Wahlbeteiligung veröffentlichen. Ab 18:00 Uhr, enn erste Wahlbüros schließen, werden auf Basis der eintreffenden ersten Ergebnisse sowie der Quote der Nichtwähler die ersten Schätzungen berechnet. Mit Schließen der letzten Wahllokale um 20:00 Uhr wird eine erste Prognose veröffentlicht (basierend auf Befragungen von Wählern).
Vor Schliessen der Wahllokale dürfen in Frankreich keine Prognosen publiziert werden. Meinungsforschungsinstitute und Medien in Belgien und Luxemburg hingegen veröffentlichen schon vorher, tendenziell ab 18:15 Uhr, erste Prognosen.

13:20 Uhr
Die Parlamentswahl gilt auch als ‚dritter Wahlgang der Präsidentschaftswahl‘. Wird der neu gewählte Präsident Emmanuel Macron eine Mehrheit im Parlament erhalten, um seine Politik realisieren zu können? Oder wird er auf eine Cohabitation, oder eine Koalition angewiesen sein?
Mehr zum Wahlmodus und zur besonderen Bedeutung der Parlamentswahl 2017 hier: Parlamentswahl Frankreich 2017.

13:15 Uhr
Um 12:00 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 19,24%. Dies ist für diesen Zeitpunkt die niedrigste Wahlbeteiligung seit 20 Jahren. In Paris lag die 12:00 Uhr Wahlbeteiligung mit 11,68% noch niedriger als im landesdurchschnitt.
Die Wahlbeteiligung ist ein Schlüsselfaktor für den ersten Wahlgang. Direkt gewählt ist, wer im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht und dies dabei mehr als 25% der eingeschriebenen Wähler entspricht (siehe Erläuterung Modus der Parlamentswahl). Je niedriger die Wahlbeteiligung im ersten Wahlgang ist, desto höher ist dei Wahrscheinlichkeit einer Stichwahl im zweiten Wahlgang am 18. Juni 2017.

13:00 Uhr
Die Wahllokale sind von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet, in einigen Großstädten bis 20:00 Uhr. Danach werden erste Prognosen und im Laufe des Abends fortschreitend Ergebnisse zur Verfügung stehen.

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Text zuletzt aktualisiert 12. Juni 2017

 

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