Harry Pauly 1946: Direktion ABC-Theater Berlin Spandau

Zuletzt aktualisiert am 4. Februar 2018 um 17:17

Harry Pauly (auch bekannt als Pauline Courage ) betrieb Mitte bis Ende der 1970er Jahre in Hamburg ein kleines Keller-Theater, zunächst unter dem Namen ‘MC Club’ (MC = Mutter Courage), ab 1976 bis 1982 dann als ‚Kellerbühne‘. In den 1950er Jahren lebte Harry Pauly in Berlin, war dort u.a. als Schauspieler und Theater-Direktor aktiv. Aus dieser Zeit stammt das Plakat einer Aufführung des ABC-Theater ‚ Direktion Harry Pauly ‚:

ABC-Theater Berlin Spandau 1946 Direktion Harry Pauly (Foto: Gerald Müller)
ABC-Theater Berlin Spandau 1946 Direktion Harry Pauly (Foto: (c) Gerald Müller)

„ABC-Theater Berlin Spandau Hakenfelde (früher Schützenhof)
Niederneuendorfer Allee
Direktion Harry Pauly
Gastspiel des Theaters in der Witzlebenstr.
Direktion: Otto Nerz

Am 20. und 21. Juli 1946
Märchenvorstellung!

Das Märchen vom braven Johannes
und der verzauberten Prinzessin
von Dora Samot
Leitung: Willi Brüss
unter Mitwirkung des Kinderballetts Ingeborg Kurth“

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In der Niederneuendorfer Allee 12 in Berlin Hakenfelde befindet sich heute die „Villa Schützenhof“, die noch immer im Besitz der ‚Spandauer Schützengilde‘ ist. Die Chronik der Schützengilde (pdf) vermerkt, der gesamte Schützenhof sei am 2.4.1942 von der Wehrmacht besetzt und mit ausländischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen belegt worden. 1943 wurde der Schützenhof durch Bombentreffer beschädigt. Ab 1945 war Schießsport verboten (die Schützengilde wurde erst 1950 wieder zugelassen), das Schützengilde-Vermögen wurde durch einen Treuhänder verwaltet. Das Bestehen eines Theaters erwähnt die Chronik nicht.

Dora Samot wird später als Produktions-Sekretärin des Spielfilms „Mikosch rückt ein“ (Berolina Film, Bundesrepublik Deutschland 1952, Regie J.A. Hübler-Kahla) genannt.

Ob das „Theater in der Witzlebenstrasse“ sich am Ort der später legendären ‚Lützower Lampe‘ (Witzlebenstr. 38) befand, ist mir nicht bekannt. Das „Theater in der Witzlebenstrasse“ befand sich der Berliner Krimi-Autorin Irene Fritsch zufolge in noch nutzbaren Räumen der ‚Lietzensee-Grundschule‘ (danke an Kommentator ‚Thomas‘ für den Hinweis!).

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Ganz herzlichen Dank an Frau Späth, die Tochter von Ingeborg Kurth (Ballettmeisterin), die mich auf das Plakat aufmerksam machte, sowie an Gerald Müller für das Photo!

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