Drachenlöwe mit Ethnosoße im Sonnentempel – der Cirque du soleil in Berlin 2006

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2014 um 11:00

Am Ostbahnhof geht’s östlich her, fernöstlich sogar. Der Cirque du Soleil gastiert im Spätsommer 2006 mit seinem Programm ‘Dralion’ in Berlin.

Das Gelände, auf dem uns bis Dezember 2002 Lab und Ostgut beglückten, ist derzeit [2006] eine verkehrlich bereits fertig erschlossene Brache, die auf Riesenrad [braucht die Stadt das so dringend? und: braucht sie gleich zwei davon?], Bürohäuser und Anschuetz-Arena [und wofür die schon wieder?] wartet. Dort gastiert im September der kanadische Zirkus-Konzern ‘Cirque du Soleil’ mit seiner Show „Dralion“.

Am Dienstag Abend war Generalprobe. Ich bin gespannt, freue mich. Erinnere mich an zwei Shows des Cirque du Soleil, die ich vor Jahren im Fernsehen gesehen habe, die mich beeindruckten. Die Erwartungen weckten, vielleicht zu hohe Erwartungen.

Insgesamt 1 ¾ Stunden Programm plus 25 Minuten Pause erwarten mich. Viel kommerzieller Trubel bunter Verkaufsstände im Vorzelt. Ein großes Haupt-Zelt, eine große beinahe mittige bühnenartige Manege.
Ein Programm rund um das Thema China – die vier Elemente – chinesische Mythologie. Viele Artistik-Nummern, viele davon offensichtlich aus chinesischer Schule. Beeindruckend, wie Körper sich verbiegen können. Durch die Luft fliegen, als wäre es nichts. Senkrecht Wände hoch laufen, wie ich es nur aus besseren chinesischen ‘Martial Arts’ Filmen kenne. Drachen- und Löwentänze. Chinesischen Fabeltiere machen Akrobatik, die für Normalsterbliche kaum möglich scheint.
Zwischen den Nummern Clowns, die als Unterbrechung der Fabelwelt in die Realität zurückreißen. Und über die wir (ich bin mit Freunden da) leider kaum einmal lachen können.

Dazu fast ständig: laute, für meinen Geschmack zu laute (live gespielte) Musik. Die aufputscht, zu einer gewissen Atemlosigkeit führt, ohne Anlass. Rundherum: viel Inszenierung um die Nummern herum, viel Brimborium. Bunte Kostüme, Tempelfahnen, Artisten in Bodysuits die aussehen wie schlechte Kopien afrikanischer Kriegsbemalung. Viel bunte Ethno-Soße zwischen Tibet und Timbuktu, die manchmal recht seltsame Beigeschmäcker hat.

Insgesamt – danke für die Freikarte, es war ein netter, ein unterhaltsamer Abend. Aber auch nicht mehr.
Das war mehr als Zirkus, anderes – eine musikalisch durcharrangierte, operettenhaft inszenierte Zirkus-Show vielleicht. Leider in eine Richtung, die derzeit nicht meine ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich für meinen Mann und mich für zwei brauchbare Plätze zusammen 120 bis 140 Euro zahlen würde – für Zirkus viel Geld …

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