ex ACT UP Aktivistin Emmanuelle Cosse Ministerin für Wohnungsbau

Zuletzt aktualisiert am 2. Februar 2018 um 16:16

Emmanuelle Cosse Ministerin – die ehemalige ACT UP Aktivistin Emma Cosse war in Frankreich vom 11. Februar 2016 bis Frühjahr 2017 neuen Ministerin für Wohnungsbau.

Die 1974 in Paris geborene Journalistin und Politikerin der französischen Grünen EE-LV Emmanuelle Cosse wurde am 11. Februar 2016 zur neuen Wohnungsbau-Ministerin in Frankreich ernannt. Zuvor war sie bereits Vize-Präsidentin für Wohnungswesen in der Region île de France.

Schon in jungen Jahren war sie aktiv in der Schüler-Vereinigung Fidl. Ende der 1990er Jahre wurde Emma Cosse bekannt als Aktivistin und später im Alter von 25 Jahren Präsidentin der Aids-Aktionsgruppe ACT UP Paris, die 2015 nur knapp die endgültige Insolvenz abwenden konnte.

Emmanuelle Cosse 2010 während der Kampagne der EE-LV bei den französischen Regionalwahlen (Foto: Marie-Lan Nguyen)
Emmanuelle Cosse Ministerin für Wohnungsbauseit – Cosse hier 2010 während der Kampagne der EE-LV bei den französischen Regionalwahlen (Foto: Marie-Lan Nguyen, cc by-sa 3.0)

Emmanuelle Cosse au meeting final de la campagne pour les régionales françaises de 2010 d‘Europe Écologie au Cirque d’hiver de Paris. Marie-Lan Nguyen   CC BY 3.0

Später wechselte sie zu den Grünen, wurde Journalistin (u.a. für das französische Schwulenmagazin Tetu). Auf ihrer Generalversammlung im November 2013 wählten die französischen ‚Grünen‘ (EE-LV) Cosse zu ihrer neuen Generalsekretärin. Seit 2010 ist Cosse zudem Mitglied des Regionalrats Ile-de-France. Von 2013 bis 2017 war sie Ministerin für Wohnungsbau.

Bei der Parlamentswahl 2017 trat Cosse als Kandidatin an (Seine-Saint-Denis), schied als fünftplatzierte jedoch bereits im ersten Wahlgang aus.

2016 Emma Cosse Ministerin – Reaktionen

Cosse wurde als Wohnungbsbau-Ministerin indirekte Nachfolgerin ihrer früheren Parteikollegin und Förderin Cecile Duflot, die dieses Amt bis März 2014 inne hatte.

Wenig Begeisterung löste Cosse mit ihrem Schritt in die Regierung bei ihrer bisherigen Partei, den Grünen EE-LV (Europe Ecologie – Les Verts) aus. Die Partei „missbilligedie Regierungsbeteiligung von Cosse, die Politik der Regierung sie nicht kompatibel mit ihren Vorstellungen von Umweltpolitik und sozialer Gerechtigkeit. Eine Generalsekretärin, der der persönliche Eintritt in die Regierung wichtiger sei als die Zukunft ihrer Partei, sage einiges übe den schwierigen Zustand der Partei, so enttäuschte Funktionäre. Kritiker aus der Partei warfen Cosse „Opportunismus„, ein „persönliches Abenteuer“ oder „persönlichen Egoismusvor. Sie füge der Partei schweren Schaden zu und verrate deren Werte.

Cose hingegen, die in den letzten Monaten als zunehmend isoliert in der Partei galt, kündigte anläßlich ihrer Berufung in die Regierung an, sie habe die „schwierige Entscheidung wohlüberlegt getroffen“ und sei glücklich, ihr Engagement für Ökologie in der Regierung fortsetzen zu können.

Cosse sagte sie „wisse, dass nicht jede/r ihre Entscheidung teile„. Sie beendet ihre Tätigkeit als Generalsekretärin („Ce choix entraîne de facto la fin de mon mandat de secrétaire nationale“). Cosse kündigte an, sie werde „austreten“ aus der Partei.Je connais la position majoritaire de ce bureau exécutif, exprimée lors de nos échanges de mardi dernier. Je la respecte même si je ne la partage pas. Je me mets donc en retrait d’EELV.“

Der Aktivist und Journalist Didier Lestrade, u.a. Mitgründer von ACT UP Paris, kommentierte auf Twitter angesichts des Eintritts in eine Regierung, die gerade den notstand verlängern will, trocken „von ACT UP großgezogen um im Ausnahmezustand anzukommen – Suchen Sie die Schizophrenie


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Die ‚Aids-Aktivistin – Karriere‘ der Emma Cosse

,Cosse bezeichnet sich in ihrem Twitter-Profil auch heute noch als ‚Aids-Aktivistin‘.

Cosse stieß 1992 zu ACT UP Paris. Bereits ein Jahr später, im Herbst 1993, war sie Kopf und Planerin einer der noch heute bekanntesten Aktionen der Gruppe: der Verhüllung des Obelisken auf dem Place de la Concorde in Paris mit einem riesigen Kondom. 1999 wurde Emma Cosse die erste Präsidentin von ACT UP Paris, die hetero und HIV-negativ ist. Bis 2001 blieb sie Präsidentin von ACT UP – und sorgte während dieser Zeit für starke mediale Präsenz der Gruppe.

Nach ihrer Zeit bei ACT UP holt Perre Serre, damals Beauftragter für LGBT der französischen Grünen, sie bei den Kommunalwahlen 2008 zu der Partei. Parallel arbeitet sie von 2002 bis 2007 als Journalistin bei dem Homomagazin Tetu und bei Regards.

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Text zuletzt aktualisiert 9. Oktober 2017

 

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