Medizin für Menschen ohne Papiere – AnDOCken in Hamburg

Zuletzt aktualisiert am 26. Februar 2019 um 9:08

AnDOCken, eine Einrichtung der Diakonie, ist in Hamburg eine der wenigen Anlaufstellen für Menschen ohne Papiere, die medizinsiche Versorgung benötigen.

Allein in Hamburg leben mehrere Tausend Menschen (Schätzungen zufolge zwischen 7.000 und 20.000) ohne legalen Aufenthaltsstatus, ohne Papiere („sans-papiers“). Ohne Papiere, das bedeutet zunächst meist auch: ein Leben ohne Krankenversicherung, ohne medizinische Behandlung, ohne Medikamente.

In Hamburg steht als eine der wenigen Anlaufstellen für Menschen ohne Papiere, die medizinsiche Probleme haben, ‚AnDOCken‘ zur Verfügung. Hier sind sowohl eine Allgemeinmedizinerin als auch eine Ärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe erreichbar, zudem steht eine Sozialberaterin zur Verfügung.

AnDOCken selbst betont

Die Sprechstunde steht allen Migrant/innen aus Nicht-EU-Staaten offen, die ohne gültige Aufenthaltserlaubnis in Hamburg leben. Die Sprechstunde ist vertraulich und anonym. Wir geben keine Daten weiter.

AnDOCken wurde im März 2013 eröffnet und ist eine Einrichtung der Diakonie Hamburg. Im ersten Jahr 2013 besuchten 443 Patient/innen die Praxis, allein im ersten Quartal 2014 bereits 293. Im Jahr 2015 erfolgten über 3.500 Konsultationen (Behandlungen und Beratungen).

Der Start von AnDOCken wurde u.a. durch eine Hamburger Stiftung sowie das Hamburger Spendenparlament ermöglicht. Die laufende Arbeit (Medikamente, Behandlungen, Praxisbetrieb) – für die jährlich ca. 200.000 € erforderlich sind – wird ausschließlich durch Eigenmittel der Diakonie sowie Spenden ermöglicht.

.

AnDOCken – Ärztliche und Soziale Praxis für Menschen ohne Papiere
Bernstorffstraße 174 (Ecke Stresemannstr.)
22767 Hamburg
Tel: 040 43098796

Sprechstunde:
Dienstag: 10:00 – 12:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 – 16:00 Uhr
Weitere Termine nach Vereinbarung

.

Auch für Menschen mit HIV, die ohne legalen Aufenthaltsstatus in Deutschland leben, ist die medizinische Versorgung ein großes Problem.

Jeder Mensch, der sich in Deutschland aufhält, soll für die Zeit des Aufenthalts Zugang zu HIV-Therapie entsprechend den geltenden Leitlinien haben„, betonte der Nationale Aids-Beirat in seinem Votum  Nr. 46 vom 19. März 2014. Menschen ohne Papiere (‘sans papiers’) müssten Zugang zu HIV-Therapie und -Behandlung haben, ohne dass sie aufenthaltsbeendende Maßnahmen zu fürchten haben.

.

Text um Daten zum Jahr 2015 ergänzt am 28.03.2016

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.