Carl-Dieter Spranger 1983: Freiheit nicht für perverse Schwule

Zuletzt aktualisiert am 1. Juli 2019 um 9:47

Carl-Dieter Spranger, CSU-Politiker und ehemaliger Minister, rückte Schwule und Lesben 1983 in die Nähe von Terroristen. Und er äußerte die Ansicht, Frieden und Freiheit seien für Homos nicht gedacht. Perverse Minderheiten …

Frieden und Freiheit sind auch im Inneren wichtig, aber da in erster Linie für die Normalen, nicht für perverse Minderheiten, Terroristen und Randgruppen.
Carl-Dieter Spranger, in: Erdinger Neueste Nachrichten, 20. Januar 1983 (siehe auch hier)

Der Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes, Dr. Wilhelm Fritz (links), überrreicht dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Carl-Dieter Spranger, das Bayerische Sportabzeichen in Gold und das Deutsche Sportabzeichen in Gold, im Bundesministerium des Innern (Foto: Wegmann / Bundesarchiv)
27.11.1986:
Der Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes, Dr. Wilhelm Fritz (links), überrreicht dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Carl-Dieter Spranger, das Bayerische Sportabzeichen in Gold und das Deutsche Sportabzeichen in Gold, im Bundesministerium des Innern (Foto: Wegmann / Bundesarchiv) cc by-sa 3.0

27.11.1986 Der Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes, Dr. Wilhelm Fritz (links), überrreicht dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Carl-Dieter Spranger, das Bayerische Sportabzeichen in Gold und das Deutsche Sportabzeichen in Gold, im Bundesministerium des Innern. – Bundesarchiv, B 145 Bild-F074060-0019 / Wegmann, LudwigCC BY-SA 3.0 de

Carl-Dieter Spranger war zu dieser Zeit (seit Oktober 1982) Parlamentarischer Staatsskretär bei Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU; 1925 – 2012).

Spranger erläuterte seine Äußerung auch. Auf eine Frage des SPD-Abgeordneten Liedtke, ob er diese Äußerung so getroffen habe, antwortete der Parlamentarische Staatssekretär Waffenschmidt am 16. Februar 1983:

Der Parlamentarische Staatssekretär Spranger hat am 18. Januar 1983 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Erding nachdrücklich die Gefährdung von innerem Frieden und Freiheit durch Personen und Gruppen beklagt, die Freiheit zu rechtswidrigen Aktivitäten mißbrauchen und inneren Frieden durch Gewaltanwendung gefährden.
(Bundestagsdrucksache 9/2419)

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Dass er kein Freund der Schwulen ist, zeigte Carl-Dieter Spranger auch 2009: Er setzte sich als einer der prominentesten Unterzeichner der Erklärung  „Für Freiheit und Selbstbestimmung“ dafür ein, dass die Befürworterin einer ‚Heilung von Homosexualität‘ Christel Vonholt auf dem 6. Internationalen Kongreß „Psychotherapie und Seelsorge“ vom 20. bis 24. Mai 2009 in Marburg auftreten könne.

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Carl-Dieter Spranger wurde am 28. März 1939 in Leipzig geboren. Nach dem Jura-Studium war er zunächst 1968/69 Staatsanwalt, bevor er 1969 Landgerichtsrat wurde. Seit 1968 ist Spranger Mitglied er CSU und von 1972 bis 2002 Mitglied des deutschen Bundestags, immer als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ansbach.

Carl-Dieter Spranger wurde am 4. Oktobver 1982 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Inneren. Nach der Bundestagswahl 1990 war er von 1991 bis 1998 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit (ab 1993 ‚und Entwicklung‘).

Spranger ist verheiratet und hat drei Kinder.

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