Sizilianische Synthesen : Sizilien – von Odysseus bis Garibaldi in Bonn

Zuletzt aktualisiert am 8. Februar 2020 um 14:38

Gemeinsam mit seinen Gefährten kämpft Odysseus mit Polyphem, dem wilden, einäugigen Riesen. Am Fuße des Ätna, an den Stränden der Kyklopen-Küste soll es stattgefunden haben, dieses von Homer überlieferte märchenhafte Abenteuer. Mit einem über diese Sage berichtenden Relief vor der imposanten Film- und Ton-Kulisse des speienden Ätna beginnt die Ausstellung “Sizilien – von Odysseus bis Garibaldi” in der Bonner ‘Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland’.

Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen von frühgeschichtlichen Besiedlungsspuren bis zur Ankunft Garibaldis 1860. Sie bietet dabei einen Überblick über Geschichte und kulturelle Einflüsse Siziliens.

Zunächst geprägt von Griechen und Phöniziern, wird Sizilien in Folge des ersten Punischen Kriegs gegen Karthago für annähernd sieben Jahrhunderte erste römische Provinz. Nach dem Ende der römischen Vorherrschaft bildet sich in der byzantinischen Zeit insbesondere die christliche Kultur Siziliens heraus.

Unter Arabern und Normannen entwickelt sich eine blühende Hofkultur. Beeindruckend insbesondere in normannischer Zeit die von Toleranz geprägte Synthese arabischer, griechischer, lateinischer, byzantinischer und französischer Kultur. Eine Toleranz, die leider schon bald die Stauffer ab 1231 wieder ‘zurückdrehen’ – bis zur von den Spaniern Ende des 15. Jahrhunderts auf Sizilien eingeführten Inquisition, die erst 1782 wieder abgeschafft wird.
Immer wieder gerät Sizilien auch in der Folgezeit unter den Einfluss ausländischer Mächte, bis mit Garibaldis Ankunft auf Sizilien die Vereinigung mit Italien erfolgt.

In der Ausstellung entsteht ein Panorama einer eigentümlichen Kultur, der es erfolgreich gelingt, verschiedenste kulturelle Einflüsse aufzufangen, zu integrieren und “Fremdes in Sizilianisches zu verwandeln”, wie es der Ausstellungs-Prospekt vermerkt. Ein kultureller Schmelztiegel, der insbesondere in seinen von Miteinander und Toleranz geprägten Phasen Beispiel auch für heutige vermeintliche kulturelle ‘Gegensätze’ sein könnte.

Eine Ausstellung, die Lust auf ‘mehr’ macht. Die bei uns den Gedanken aufkommen lässt, dem kurzen Aufenthalt in Catania in kommenden April vielleicht in Zukunft eine längere Sizilien-Reise folgen zu lassen …

“Sizilien von Odysseus bis Garibaldi”
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
noch bis 25. Mai 2008

Sizilien – von Odysseus bis Garibaldi in Bonn
Sizilien – von Odysseus bis Garibaldi in Bonn
Sizilien – von Odysseus bis Garibaldi in Bonn
Sizilien – von Odysseus bis Garibaldi in Bonn

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