Stolperstein Hamburg Hartungstr. 7a – Johann-Nielsen Jebsen (akt.)

Zuletzt aktualisiert am 13. Oktober 2019 um 21:56

Gunter Demnig verlegte am 4. März 2014 in Hamburg Rothenbaum einen Stolperstein für Johann-Nielsen Jebsen.

Am 4. und 5. März 2014 war Gunter Demnig (2009 mit dem Erich-Mühsam-Preis ausgezeichnet) in Hamburg. Am 4. März verlegte er auf der Hartungstrasse (Eimsbüttel / Rotherbaum) einen Stolperstein für Johann-Nielsen Jebsen:

Stolperstein Hamburg Hartungstr. 7 - Gunter Deming bei der Verlegung am 4. März 2014
Stolperstein für Johann-Nielsen Jebsen, Hamburg Hartungstr. 7 – Gunter Deming bei der Verlegung am 4. März 2014

Der verlegte Stolperstein

Am 9. März lag dieser Stolperstein auch noch – und am 5. April 2014 sah es dort so aus:

Stolperstein Hamburg Hartungstr 7 entfernt
Stolperstein in Hamburg Hartungstr 7 – entfernt

Was ist geschehen mit dem Stolperstein in Hamburg Hartungstr. 7 ?

Schnell klärte sich die ‚Fehlstelle‘ auf: aufgrund einer Adress-Verwechslung war der Stolperstein am Haus Nr. 7 verlegt worden – inzwischen liegt er an der korrekten Adresse Hausnummer 7a.

(Dank an stolpersteine-hamburg.de für die sehr schnelle sonntägliche Rückmeldung!)

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Johann-Nielsen Jebsen – Stolperstein Hamburg Hartungstr.

Stolperstein Hamburg Hartungstr 7 Johann Nielsen Jebsen
Stolperstein für Johann Nielsen Jebsen, Hamburg Hartungstr.

Text des Stolpersteins:

„Hier wohnte
Johann-Nielsen Jebsen
Jg. 1917
aus Portugal
entführt 1944
von Gestapo
gefoltert RSHA Berlin
Sachsenhausen
ermordet Feb. 1945

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Johann-Nielsen Jebsen (aka Johnny Jebsen)

Johann Jebsen wurde 1917 in Hamburg geboren. Seine Eltern stammten aus Dänemark, mit Verlegung ihrer Schiffs-Firma / Reederei Jebsen & Jebsen nach Hamburg  wurden sie deutsche Staatsbürger.

Nach dem Studium an der Universität Freiburg (dort lernte er den späteren Doppelagenten Popov kennen) lebte Jebsen Anfang der 1930er Jahre zeitweise in England. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs arbeitete Jebsen für die ‚Abwehr‘ (militärischer Geheimdienst der Wehrmacht). Er heiratete die aus Frankfurt stammende Schauspielerin Eleonore (Lore) Bothilde Peterson.

Johann Jebsen 1944 (Aufnahme:  The National Archives KV2/862)
Johann Jebsen 1944 (Aufnahme: The National Archives KV2/862)

Parallel zu seiner Tätigkeit im deutschen Geheimdienst arbeitete Johann Jebsen auch für den britischen Geheimdienst (Deckname ‚artist‘).

Am 29. April 1944 (nur gut einen Monat vor dem ‚D-Day‘, dem Beginn der Landung der Alliierten in der Normandie) wurde Johann Jebsen aus Lissabon nach Frankreich entführt und weiter nach Berlin verbracht – er war enttarnt worden. In Berlin wurde er in der Gestapo-Zentrale im Reichssicherheitshauptamt verhört und gefoltert.

Im Juli 1944 wurde Johann Jebsen in das KZ Oranienburg eingeliefert. Dort hatte er noch Kontakt mit dort ebenfalls inhaftierten britischen Soldaten, konnte eine Nachricht nach London absetzen. Im Februar 1945 wurde er von Gestapo-Mitarbeitern aus Oranienburg abgeholt, dies gilt als letztes Lebenszeichen von ihm. Es wird davon ausgegangen, dass er kurz darauf ermordet wurde.
(Biographische Angaben der englischen Wikipedia folgend)

In Großbritannien wird Johann (Johnny) Jebsen in Medien verehrt als „der deutsche Playboy, der Zehntausenden das Leben rettete“ (weil er trotz Folter den Ort der Landung der Alliierten nicht preis gab).

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Daten zum Stolperstein Johan-Nielsen Jebsen bei Stolpersteine-Hamburg.de

Tipps zum Reinigen von Stolpersteinen

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Inzwischen (Stand Januar 2014) wurden über 45.000 Stolpersteine an etwa 1.100 Orten in 18 Staaten Europas verlegt.

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06.04.2014, 15:30: Text nach Rückmeldung durch Stolpersteine-Hamburg.de zur Entfernung an der ersten Verlege-Adresse überarbeitet und ergänzt.
18:00 Uhr: Biographische Daten zu Johann Jebsen ergänzt.

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