Europa – mehr als nur Nationalstaats-Koop

Zuletzt aktualisiert am 15. August 2018 um 9:38

Eine “Kleine Geschichte Frankreichs” hab ich mir als eine der Urlaubslektüren besorgt. Und dann, neugierig, doch schon vorher zu stöbern angefangen.

Beinahe hätt’ ich sie schon wieder in die Ecke gepfeffert.

Da schreibt der Herausgeber Ernst Hinrichs doch gleich zu Beginn seines Vorworts “Seit der Auflösung der großen, nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Machtsysteme in Europa hat die Idee des Nationalstaats wieder an Bedeutung gewonnen.”

Nun gut, eine Bestandsanalyse, die für einen Teil Europas korrekt sein mag. Auch wenn meine Realität eine andere ist, eine in der die Bedeutung des Nationalstaats (m.E.: gottseidank) abgenommen hat.

Dann setzt er fort “Europa … wird auch zukünftig ein Europa der Nationen bleiben.”

Nun würgt’s mir doch.
Dass Herr Professor eine Einleitung benötigt, die hin führt zu der Auseinandersetzung mit einem Nationalstaat, mit Frankreich, nun gut.
Aber apodiktisch zu proklamieren, Europa bleibe auch zukünftig ein Europa der Nationen, das ist mir (auch parteipolitisch) zu einseitig.

Kein Gedanke dazu, dass der Begriff Nationalstaat ein Konzept erst des 18. und besonders 19. Jahrhunderts ist.
Oder dazu, dass dieses Konzept sich gerade für Europa nicht immer als sehr segensreich erweisen hat.
Oder gar, dass Europa als neues Konzept hier eine Chance sein kann, eine Chance die Fehlentwicklungen, zu denen überzogenes Nationalstaats-Denken geführt hat, zukünftig zu vermeiden. Den Regionen neue Chancen zu geben, unabhängig von teilweise willkürlichen Grenzziehungen.

Schade eigentlich.
Und – besonders ärgerlich, dass so eine (aktuelle) Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung beginnt.

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