Zuletzt aktualisiert am 29. März 2026 von Ulrich Würdemann
Transgenialer CSD 2012 Berlin „Lasst es glitzern! Antifaschistisch – queerfeministisch – antirassistisch – solidarisch“ – unter diesem Motto findet am 23. Juni 2012 in Berlin der ‚Transgeniale CSD‘ statt.
Transgenialer CSD 2012 Berlin
Er ist „die kleine Schwester“ des ‚großen‘ Berliner CSDs, die beiden haben ein nicht eben geschichts- und spannungsarmes Verhältnis (das sich derzeit gelassen desinteressiert gibt, „wir haben uns bisher gar nicht damit beschäftigt“). Und er hat bereits eine jahrelange Geschichte: der erste ‚Transgeniale CSD‘ fand bereits 1998 statt.
Braucht Berlin zwei CSDs?
Warum braucht es überhaupt einen ‚Transgenialen CSD‘, wo es doch in Berlin schon den ’normalen‘ CSD gibt?
Diese Frage haben die Organisatoren des Transgenialen CSD klar beantwortet:
„Und wir haben ja auch einen ganz anderen Ansatz: Der große CSD will sich anpassen und in der Normalität ankommen dürfen – der Transgeniale CSD will den Normalzustand an sich verändern!“
(„Die Normalität verändern“, in: Siegessäule 06/2012, S. 34)
Der Transgeniale CSD sieht sich bewusst in der Tradition der Stonewall-Aufstände:
„Die Kämpfe um das Stonewall Inn in der Christopher Street in New York im Juni 1969 waren ein Aufstand gegen Repression und homophobe, rassisitische und transphobe Ausgrenzung und der Ursprung der CSD-Bewegung. Der Transgeniale CSD sieht sich in dieser Tradition. Anpassung, Kommerzialisierung, (Homo)nationalismus und Pathologisierung von trans- und intergeschlechtlichen Menschen sind für uns nach wie vor ein Grund für Widerstand und den Versuch, solidarisch Gegenmacht zu entfalten angesichts institutioneller und alltäglicher Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt hier und weltweit.“

Transgenialer CSD 2012 – sehen wir uns?
Treffpunkt 13 Uhr, Elsenstr./Am Treptower Park (vorm Treptower Park Center)
18 Uhr: Abschlusskundgebung am Heinrichplatz: Bühne mit Redebeiträgen, Performances, Musik und Infoständen
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braucht Berlin zwei CSDs ? – wie der transgeniale CSD entstand
Die Entstehungsgeschichte des transgenialen CSD reicht zurück in das Jahr 1997. In der Grundsatzdebatte über den Berliner Haushalt 1997 hält der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende und populistischer Scharfmacher der Partei Klaus Landowsky eine Rede, die einen Eklat auslöst. Er polemisiert gegen die Grünen sowie die damalige PDS
Die Rede geht als ‚Rattenrede‘ in die Geschichte ein.
Der Berliner CSD stößt zu dieser Zeit zunmehmend auch auf Kritik aus den Szenen. Entpolitisierung und zunehmende Kommerzialisierung sind die wichtigsten Vorwürfe. Hierauf reagierend und das Thema der ‚Rattenrede‘ aufgreifend, wollen sich Aktive mit einem ‚Rattenwagen‚ am CSD 1997 beteiligen. Doch die Organisationsleitung des CSD lehnt dies ab, verbannt den Wagen.
Als Reaktion findet im Folgejahr 1998 erstmals ein eigener CSD in Berlin Kreuzberg statt, der transgeniale CSD (tCSD). Er hat den Anspruch, politischer zu sein, auch soziale, kulturelle und wirtschaftliche Zusammenhänge zu thematisieren.
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2 Antworten auf „transgenialer CSD 2012 Berlin – glitzernd die Normalität verändern“
[…] antirassistisch – solidarisch” – unter diesem Motto fand am 23. Juni 2012 in Berlin der ‘Transgeniale CSD’ ‘stay queer and rebel’ statt. #gallery-1 { margin: auto; } #gallery-1 .gallery-item […]
Leider muß ich mich doch mal (wieder) einmischen und auf kleine Fehler im Artikel hinweisen.
Landowski hielt seine infame Rede nicht 2017, sondern 1997 in der Haushaltsdebatte des Berliner Abgeordnetenhauses.
Daß die offizielle CSD Leitung den Rattenwagen von ihrer Parade ausschließen, ging auf eine Anzeige eines Mercedesbesitzers zurück, der behauptete, daß Steine von den Rattenwagen Leuten auf seinen Wagen geworfen worden seien und daraufhin Anzeige bei der Polizei stellte, die wiederum bei den Organisatoren anfragte, ob sie den Wagen beschlagnahmen/die Teilnehmer zwecks Identitätsüberprüfung verhaften können. Die CSD Organisatoren gaben dafür grünes Licht.
Steine sind damals keineswegs geflogen, sondern bekam der besagte Mercedes ein paar Spritzer bei einer Antifa Aktion des Rattenwagens ab. Denn Rosa von Praunheim hatte in diesem Jahr si ch gedacht -„Hundert Jahre Homosexuellenbewegung“ zu ‚feiern‘ indem er auf dem Wittenberg Platz perfomce Künstler in typischen schwulen Klischee Typen auftreten ließ. Unter anderem einen Mann in einer braunen SA Uniform mit KZ Häftling an der Leine… Als der Rattenwagen diese hanebüchene ‚performance‘ sah, beschlossen sie diesen Darsteller von oben bis unten mit Schlamm zu beschmieren und zu bewerfen. Dabei wurde dann auch der Mercedes Wagen in Mitleidenschaft gezogen.
Ich weiß das deswegen so genau, weil die Uniform gereinigt ein paar Tage später damals ohne Kommentar wieder bei einem befreundeten Filmausstatter abgeliefert wurde.
Ich selbst war erst ab dem Brandenburger Tor dabei…
Pünktchen, ehemalige Bewohnerin des tuntenhauses Mainzer Straße und der Kastanien Allee.